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Jamaika

Wirtschaft

Stand: Oktober 2013

Aktuelle Wirtschaftslage

Im HH-Jahr 2012/13 schrumpfte die Wirtschaft erneut um 0,7%, nach dem sie nach 3 Jahren Rückgang im Vorjahr 11/12 erstmals wieder um 9% gewachsen war. Auch für die kommenden beiden Jahre prognostiziert der IWF nur ein geringes Wachstum von 0,8% und 1,4%.

Die offizielle Arbeitslosenrate ist im April 2013 auf 16,3 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit sogar auf 38,5 Prozent gestiegen. Die Inflationsrate stieg auf 9,7% im Juli 2013. Das Leistungsbilanzdefizit ist leicht auf 12,4% gesunken, während die Nettowährungsreserven mit 884 Mio. US$ weiter sehr niedrig sind.

Sozial abfedernd wirken die Überweisungen der Auslandsjamaikaner (vor allem aus USA, Großbritannien und Kanada). Die wirtschaftliche Stagnation der vergangenen Jahrzehnte hat zur Auswanderung und damit zum Verlust vieler gut ausgebildeter Jamaikaner geführt. Ihre jährlichen Überweisungen an die Familien zu Hause haben 2012 nach 2011 erneut wieder 2 Milliarden US-Dollar überschritten. Aufgrund der allgemeinen Wirtschaftskrise war es 2009 zu einem starken Rückgang gekommen.


Wirtschaftsstruktur

Die jamaikanische Wirtschaft wird gestützt von den vier Säulen Tourismus, Überweisungen der Auslandsjamaikaner, Tonerde/Bauxit und dem informellen Sektor. Letzterer wird von der Weltbank auf ein Volumen von 43 Prozent des BIP geschätzt. Zwei Drittel des (formellen) BIP entfallen auf den Dienstleistungssektor, nur circa 27 Prozent auf die Industrie, Landwirtschaft und Bergbau.


Außenhandel

Jamaika ist nach Australien, Guinea und Brasilien weltweit der viertgrößte Exporteur von Bauxit beziehungsweise Tonerde. Die Branche musste jedoch seit Mitte 2008 einen dramatischen Preisverfall und infolge der internationalen Wirtschaftskrise eine sinkende Nachfrage verkraften. Der Markt erholt sich nur sehr langsam. Bei der Dominanz des Dienstleistungssektors (Tourismus, Finanzen, Transport, Handel) und der Abhängigkeit von nur wenigen Exportgütern (Bauxit, Zucker, Kaffee, Rum) sorgt der hohe Bedarf an Konsum- und Investitionsgüterimporten (vor allem aus den USA) traditionell für eine stark negative Handelsbilanz. Importiert werden vor allem Konsumgüter, Rohstoffe, Kraftstoff und Kapital-/Investitionsgüter.

Die USA waren auch 2012 der mit Abstand größte Handelspartner.


Staatshaushalt/Verschuldung

Angesichts einer Verschuldung von circa 147 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Haushaltsjahr 12/13 und eines Schuldendienstes von über 50 Prozent des öffentlichen Haushalts hat die Regierung mit dem IWF im Mai 2013 eine „Extended Fund Facility“ über 4 Jahre (2013-16) über ca. 2 Milliarden US-Dollar (davon WB und IDB je 510 Mio.) abgeschlossen. Das damit einhergehende Reformprogramm soll Jamaika aus der Überschuldung heraus auf den Weg eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums führen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.