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Gabun

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2016

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen mit Gabun sind spannungsfrei, aber ausbaufähig. Der Ausgang eines von der gabunischen Regierung angeordneten und von der EU als unangemessen zurückgewiesenen Untersuchungsverfahrens gegen Mitglieder der von Gabun zur Beobachtung der Präsidentschaftswahl im August 2016 eingeladenen europäischen Wahlbeobachtermission bleibt abzuwarten. Es besteht eine enge Zusammenarbeit im Rahmen internationaler Organisationen. Diplomatische Beziehungen zwischen Gabun und Deutschland bestehen seit der Unabhängigkeit Gabuns 1960. Eine deutsche Botschaft wurde in Libreville im Jahre 1962 eröffnet. 1994 wurde Deutschland - zusammen mit anderen Partnern Gabuns - gebeten, als Vermittler an den Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition ("Comité de suivi des Accords de Paris") teilzunehmen.

Im Rahmen der Vereinten Nationen und anderer zwischenstaatlicher Gremien setzt sich Gabun häufig für deutsche Belange ein, sofern nicht afrikanische Solidarität gefordert ist. Eine gemeinsame deutsch-gabunische Resolution zum Kampf gegen den illegalen Tierhandel, der auch eine gewichtige sicherheitspolitische Dimension hat, wurde am 30.07.2015 von der der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen, ebenso wie eine Nachfolgeresolution im September 2016.

In den letzten Jahren besuchten vereinzelt Mitglieder der gabunischen Regierung Deutschland. Der letzte offizielle Präsidentenbesuch in Deutschland fand zuletzt 2005 durch den 2009 verstorbenen gabunischen Staatspräsidenten Omar BONGO ONDIMBA statt. Der Besuch einer Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages unter Leitung von MdB Fischer im Februar 2013 wurde von gabunischer Seite mit großer Aufmerksamkeit wahrgenommen. Der Persönliche Beauftragte der Bundeskanzlerin für Afrika, Günter Nooke, hat mit seiner aktiven Teilnahme am "3. New York Forum Africa" (23.-25.05.2014), verbunden mit hochrangigen Gesprächen, unter anderem mit Staatspräsident Ali Bongo und Regierungsvertretern, den bilateralen Beziehungen einen wichtigen Impuls gegeben.

Wirtschaftsbeziehungen

In den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Gabun gibt es noch viel ungenutztes Potential. Gabun ist rohstoffreich und will sein bislang vom Holz- und Ölexport dominierte Industrie diversifizieren. Allerdings leidet die Umsetzung momentan unter einem finanziellen Engpass in Folge sinkender Erdölexporteinnahmen angesichts fallender Weltmarktpreise. Bisher sind nur wenige deutsche Firmen in den Bereichen Gesundheit, Holzwirtschaft, Dienstleistungen und Infrastruktur in Gabun aktiv. Die unvermindert starke Orientierung des Landes an Frankreich, ein begrenzter Markt, Fachkräftemangel, hohe Produktions- und Lebenshaltungskosten, immer noch verbreitete Korruption und ein teilweise intransparentes Vergabesystem öffentlicher Aufträge erschweren den Markteintritt ausländischer und damit auch deutscher Unternehmen. Gabun ist als Land mittleren Einkommens eingestuft und kommt daher nicht in den Genuss bilateraler deutscher Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2011 arbeitet die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit – International Services (GIZ-IS) mit der Firma Shell in Gabun in einem Puplic Private Partnership-Projekt (PPP) zusammen. Die Lufthansa, die im Juli 2009 ihren Flugverkehr fünf Mal pro Woche nach Libreville aufgenommen hatte, hat die Verbindung seit Dezember 2013 aus wirtschaftlichen Gründen wieder eingestellt.

Kulturelle Beziehungen

Das Interesse an Deutsch in Gabun ist gegeben: an 27 Schulen - davon seit 2008 zwei PASCH-Schulen - erhalten etwa 5.000 Schülerinnen und Schüler Unterricht in "Deutsch als zweiter Fremdsprache". An der staatlichen Universität Omar Bongo in Libreville wurde im Januar 2010 der Fachbereich Deutsch eingerichtet. Dort sind mittlerweile über 100 Studenten eingeschrieben. Es existieren zwei Hochschulkooperationen. Seit 1982 vergibt die gabunische Regierung Stipendien für Studien in Deutschland, überwiegend in naturwissenschaftlichen Fächern. Insgesamt studieren circa 200 junge Gabuner in Deutschland. Betreut werden diese von den Carl Duisberg Centren. Das deutsche Engagement für das Albert-Schweitzer Hospital in Lambaréné ist einer der Schwerpunkte der bilateralen Beziehungen. Deutschland unterstützt das 1913 gegründete Urwaldkrankenhaus über die Internationale Albert-Schweitzer-Stiftung. Die medizinische Fakultät der Universität Tübingen betreibt in Lambaréné ein Forschungszentrum für Tropenkrankheiten, die sich insbesondere auch der Malariaforschung, zuletzt aber auch der Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes widmet. Es existiert eine intensiver Austausch von Studenten und Wissenschaftlern. Ebenso besteht eine Zusammenarbeit deutscher Forschungsinstitute, unter anderem des Max-Planck-Instituts mit dem internationalen medizinischen Forschungszentrum (Centre de Recherches Médicales, Schwerpunkt Primatenforschung, HIV) in Franceville.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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