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Gabun

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Juli 2014

Politische Beziehungen

Die Politischen Beziehungen mit Gabun sind spannungsfrei, aber ausbaufähig. Es besteht eine enge Zusammenarbeit im Rahmen internationaler Organisationen. Diplomatische Beziehungen zwischen Gabun und Deutschland bestehen seit der Unabhängigkeit Gabuns 1960. Eine deutsche Botschaft wurde in Libreville im Jahre 1962 eröffnet. 1994 wurde Deutschland - zusammen mit anderen Partnern Gabuns - gebeten, als Vermittler an den Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition ("Comité de suivi des Accords de Paris") teilzunehmen.

Im Rahmen der Vereinten Nationen und anderer zwischenstaatlicher Gremien setzt sich Gabun häufig für deutsche Belange ein, sofern nicht afrikanische Solidarität gefordert ist. Eine gemeinsame deutsch-gabunische Veranstaltung zu illegalem Tierhandel im September 2013 am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York hat die Staatengemeinschaft für die sicherheitspolitische Dimension dieser Problematik sensibilisiert. Die Initiative wird in einer durch Deutschland und Gabun etablierte Freundesgruppe weiter geführt.

In den letzten Jahren besuchten vereinzelt Mitglieder der gabunischen Regierung Deutschland. Der letzte offizielle Präsidentenbesuch in Deutschland fand zuletzt 2005 durch den 2009 verstorbenen gabunischen Staatspräsidenten statt. Von deutscher Seite besuchten  im Juli 2006 im Rahmen der Eufor-Aktion "Unterstützung der Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo" der damalige Bundesverteidigungsminister Jung und im Dezember 2007 der damalige Bundeswirtschaftsminister Glos mit Unternehmerdelegation das Land. In seiner Eigenschaft als Bundestagsabgeordneter hat Herr Glos Gabun auch in den Jahren 2010 und 2011 besucht. Der Besuch einer Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages unter Leitung von MdB Fischer im Februar 2013 wurde von gabunischer Seite mit großer Aufmerksamkeit wahrgenommen. Der Persönliche Beauftragte der Bundeskanzlerin für Afrika, Günter Nooke, hat mit seiner aktiven Teilnahme am 3. New York Forum Africa (23.-25.05.2014), verbunden mit hochrangigen Gesprächen mit dem Staatspräsidenten Ali Bongo Ondimba und Regierungsvertretern, den bilateralen Beziehungen einen wichtigen Impuls gegeben.

Wirtschaftsbeziehungen

In den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Gabun gibt es noch sehr viel ungenutztes Potential. Gabun ist außerordentlich rohstoffreich und hat interessante Programme für öffentliche Investitionen, von denen auch deutsche Firmen profitieren können. Dies hat ein Vertreter von „Germany Trade & Invest“ als Ergebnis einer Markterkundungsreise im Dezember 2013 bestätigt. Bisher sind nur einige deutsche Firmen in den Bereichen Gesundheit, Holzwirtschaft, Dienstleistungen und Infrastruktur in Gabun aktiv. Die unvermindert starke Orientierung des Landes an Frankreich, ein begrenzter Markt, hohe Produktions- und Lebenshaltungskosten, immer noch verbreitete Korruption und ein teilweise intransparentes Vergabesystem öffentlicher Aufträge, ebenso Fachkräftemangel, erschweren den Markteintritt ausländischer und damit auch deutscher Unternehmen. Gabun ist als Land mittleren Einkommens eingestuft und kommt daher nicht in den Genus bilateraler deutscher Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2011 arbeitet die GIZ-IS mit der Firma Shell in Gabun in einem PPP-Projekt zusammen. Die Lufthansa, die im Juli 2009 ihren Flugverkehr fünf Mal pro Woche nach Libreville aufgenommen hatte, hat die Verbindung im Dezember 2013 aus wirtschaftlichen Gründen wieder eingestellt.

Kulturelle Beziehungen

Das Interesse an Deutsch in Gabun ist groß: an 27 Schulen - davon seit 2008 zwei PASCH-Schulen - erhalten etwa 5.000 Schülerinnen und Schüler Unterricht in „Deutsch als zweite Fremdsprache“. An der staatlichen Universität Omar Bongo in Libreville wurde im Januar 2010 der Fachbereich Deutsch eingerichtet. Dort sind heute 85 Studenten eingeschrieben, die Tendenz ist steigend. Seit 1982 vergibt die gabunische Regierung jährlich etwa 25 Stipendien für Studien in Deutschland, überwiegend in naturwissenschaftlichen Fächern. Insgesamt studieren ca. 200 junge Gabuner in Deutschland. Betreut werden diese von den Carl Duisberg Centren. Das Interesse Gabuns an der Ausbildung von Sporttrainern an deutschen Hochschulen ist ungebrochen. Es werden jährlich 2-3 Trainer nach Leipzig entsandt.

Das deutsche Engagement für das Albert-Schweitzer Hospital in Lambarene ist einer der Schwerpunkte der bilateralen Beziehungen. Der deutsche Hillfsverein trägt mit 7% zur Deckung der Krankenhauskosten bei. Die medizinische Fakultät der Universität Tübingen betreibt in Lambarene eine Forschungsstation zu Tropenkrankheiten, die sich insbesondere auch der Malariaforschung widmet, mit einem intensiven Austausch von Studenten und Wissenschaftlern. Ebenso besteht eine punktuelle Zusammenarbeit deutscher Forschungsinstitute mit dem internationalen medizinischen Forschungszentrum (Centre de Recherches Medicales, Schwerpunkt Primatenforschung, HIV) in Franceville

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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