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Komoren

Wirtschaft

Stand: Juli 2014

(Die Angaben beruhen zum Teil auf Schätzungen)

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2013 real um circa 3,5 Prozent und erreichte rund 658 Millionen US-Dollar, das BIP pro Einwohner lag 2013 bei 831 US-Dollar. Überweisungen von Auslandskomorern, überwiegend aus Frankreich, machen rund 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Die Außenverschuldung lag Ende 2013 bei 142,9 Millionen US-Dollar. Die größten Gläubiger sind die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und die "Arab Bank for Economic Development in Africa". Im Rahmen des Pariser Clubs laufen Umschuldungsverhandlungen mit positiven Zwischenergebnissen.

Das Hauptproblem der komorischen Wirtschaft sind die schwachen Privatinvestitionen, der desolate Zustand der Infrastruktur und eine inhärente Strukturschwäche. Da in den Komoren keine nennenswerten Rohstoffvorkommen bekannt sind, beruht der Exportsektor hauptsächlich auf Kleidung, Vanille und Ylang-Ylang-Öl. Der Tourismus ist noch wenig entwickelt und deshalb kaum konkurrenzfähig - insbesondere im direkten Vergleich mit den attraktiven und touristisch besser erschlossenen Destinationen der näheren Umgebung.


Außenhandel

Im Jahr 2013 exportierten die Komoren Güter im Gesamtwert von rund 19,7 Millionen US-Dollar (hauptsächlich Vanille, Gewürznelken und der Parfüm-Grundstoff Ylang-Ylang). Der Import (vor allem Erdölprodukte, Reis, Fleisch, Kraftfahrzeuge und Ersatzteile) betrug 208,8 Millionen US-Dollar.

Nach Deutschland exportierten die Komoren im Jahr 2013 Waren im Wert von rund 3,5 Millionen Euro, hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Vanille. Aus Deutschland wurden überwiegend Maschinen, Nahrungs- und Futtermittel im Wert von circa 4,7 Millionen Euro importiert. Die wichtigsten Abnehmer­länder komorischer Waren sind Indien, Frankreich, die Türkei und Singapur. Die wichtigsten Bezugsländer Frankreich, Pakistan, China und die Vereinigten Arabischen Emirate.


Strukturreformen

Das Anfang der 1990er Jahre mit Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank begonnene Anpassungsprogramm kam – auch aufgrund diverser Unterbrechungen in Folge von politischen Krisen - nur langsam voran. Armutsbekämpfungsprogramme (2005/2009) nehmen folgende Schwerpunkte auf, die von IWF und Weltbank identifiziert und gemeinsam mit der komorischen Regierung festgelegt wurden:

  • Schaffung der Voraussetzungen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum
  • Förderung der Privatwirtschaft
  • Stärkung des Justizwesensund gute Regierungsführung
  • Förderung des Gesundheits- und Bildungswesens sowie der Umwelt
  • Stärkung der öffentlichen Sicherheit.

Derzeitiger Fokus sind wirtschaftspolitische Reformen, die zum geplanten Erreichen einer vollen Entschuldung im Rahmen der HIPC-Initiative (HIPC- Heavily Indebted Poor Countries) führen sollen. Mitte 2010 hatte das Land bereits den HIPC-Entscheidungspunkt erreicht und profitiert seitdem von einem vorläufigen Schuldenerlass durch IWF und Weltbank.

Darüber hinaus nutzt die komorische Regierung die relative innenpolitische Stabilität und wirbt verstärkt um ausländische Direktinvestitionen, insbesondere in den Bereichen Tourismus, Infrastruktur, Landwirtschaft und Fischerei. Anreizmaßnahmen sind u.a. die Einrichtung einer Investitionsförderungsagentur sowie die Novellierung des Investitionsgesetzes (zehnjährige Befreiung von der Körperschaftssteuer bei größeren Investitionen).


Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche bilaterale Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit den Komoren ist seit 1992 eingestellt. Rundfunk, Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Elektrifizierung waren Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit den Komoren; das Gesamtvolumen betrug rund 210 Millionen Euro. Im Juni 2011 wurden die Komoren in das von Deutschland finanzierte und von der GIZ durchgeführte Projekt der Afrikanischen Union "Grenzmanagement in Subsahara-Afrika" aufgenommen, wodurch einige Seegrenzen demarkiert werden konnten.

Frankreich ist vor der Europäischen Union und der Weltbank der wichtigste Partner in der Entwicklungszusammenarbeit. Im Zeitraum 2008 bis 2013 stellt die EU den Komoren 45 Millionen Euro für die Bereiche Erziehung, Infrastruktur und gute Regierungsführung zur Verfügung.

Das Weltbankprogramm für den Zeitraum 2014-2017 sieht eine Budget von 60 Millionen US Dollar vor mit den Schwerpunkten "Stärkung staatlicher Institutionen und ihrer Verantwortlichkeit" und „geteilter Wachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen“.

Die EU Delegation ist seit Ende 2011 mit einem Büro zur Koordinierung ihrer Entwicklungszusammenarbeit in Moroni vertreten.

Zunehmend engagierter ist China, das mit sichtbaren EZ-Projekten große Präsenz anstrebt, so u.a. durch den Bau des Flughafens, der Hauptmoschee, des "Volkspalastes" und Straßenbaumaßnahmen.


Umweltbedingungen

Zwar hat die Regierung der Komoren eine nationale Umweltstrategie erarbeitet, es fehlen jedoch die nötigen Mittel, um diese auch umzusetzen sowie die Sensibilisierung der Gesellschaft zu forcieren. Die Umweltbelastung durch Industrie und Verkehr ist gering. Die Vergrößerung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen sowie die Verwendung von Feuerholz reduzieren jedoch zunehmend die Waldbestände der Inseln, fördern die Erosion und berauben sie ihrer Schönheit.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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