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Komoren

Wirtschaft

Stand: November 2012

(Die Angaben beruhen zum Teil auf Schätzungen)

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2011 real um circa 2,5 Prozent und erreichte rund 600 Millionen US-Dollar, das BIP pro Einwohner lag 2011 bei 853 US-Dollar. Überweisungen von Auslandskomorern, überwiegend aus Frankreich, machen rund 20 Prozent des BIP aus.

2010 betrug das Leistungsbilanzdefizit auf 6,8 Prozent des BIP (2009: -8,0 Prozent).

Die Außenverschuldung lag Ende 2010 bei etwa 267 Millionen US-Dollar. Die größten Gläubiger sind die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und die "Arab Bank for Economic Development in Africa". Im Rahmen des Pariser Clubs laufen Umschuldungsverhandlungen mit positiven Zwischenergebnissen.

Das Hauptproblem der komorischen Wirtschaft sind die schwachen Privatinvestitionen, der desolate Zustand der Infrastruktur und eine inhärente Strukturschwäche. Da in den Komoren keine nennenswerten Rohstoffvorkommen bekannt sind, beruht der Exportsektor hauptsächlich auf Kleidung, Vanille und Ylang-Ylang-Öl. Der Tourismus ist noch wenig entwickelt und deshalb kaum konkurrenzfähig - insbesondere im direkten Vergleich mit den attraktiven Destinationen der näheren Umgebung. Im Verhältnis zu anderen vergleichbaren Reisezielen sind die Komoren touristisch wenig erschlossen.


Außenhandel

Im Jahr 2011 exportierten die Komoren Güter im Gesamtwert von rund 18,7 Millionen US-Dollar ( hauptsächlich Vanille, Gewürznelken und der Parfüm-Grundstoff Ylang-Ylang). Der Import (vor allem Erdölprodukte, Reis, Fleisch, Kraftfahrzeuge und Ersatzteile) betrug 220,7 Millionen US-Dollar.

Nach Deutschland exportierten die Komoren Waren im Wert von ca. 2,4 Millionen Euro, hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Vanille. Aus Deutschland wurden überwiegend Maschinen, Nahrungs- und Futtermittel im Wert von circa 1,3 Millionen Euro importiert. Die wichtigsten Abnehmerländer komorischer Waren sind Indien, Frankreich, die Türkei und Singapur. Die wichtigsten Bezugsländer Frankreich, Pakistan, China und die Vereinigten Arabischen Emirate.


Strukturreformen

Das Anfang der 1990er Jahre mit Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank begonnene Anpassungsprogramm kam – auch aufgrund diverser Unterbrechungen in Folge von politischen Krisen - nur langsam voran. Armutsbekämpfungsprogramme (2005/2009) nehmen folgende Schwerpunkte auf, die von IWF und Weltbank identifiziert und gemeinsam mit der komorischen Regierung festgelegt wurden:

  • Schaffung der Voraussetzungen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum
  • Förderung der Privatwirtschaft
  • Stärkung des Justizwesensund gute Regierungsführung
  • Förderung des Gesundheits- und Bildungswesens sowie der Umwelt
  • Stärkung der öffentlichen Sicherheit.

Derzeitiger Fokus sind wirtschaftspolitische Reformen, die zum geplanten Erreichen einer vollen Entschuldung im Rahmen der HIPC-Initiative (HIPC- Heavily Indebted Poor Countries) circa Ende 2012 führen sollen. Mitte 2010 hatte das Land bereits den HIPC-Entscheidungspunkt erreicht und profitiert seitdem von einem vorläufigen Schuldenerlass durch IWF und Weltbank.

Darüber hinaus nutzt die komorische Regierung die relative innenpolitische Stabilität und wirbt verstärkt um ausländische Direktinvestitionen, insbesondere in den Bereichen Tourismus, Infrastruktur, Landwirtschaft und Fischerei. Anreizmaßnahmen sind u.a. die Einrichtung einer Investitionsförderungsagentur sowie die Novellierung des Investitionsgesetzes (zehnjährige Befreiung von der Körperschaftssteuer bei größeren Investitionen).


Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche bilaterale Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit den Komoren ist seit 1992 eingestellt. Rundfunk, Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Elektrifizierung waren Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit den Komoren; das Gesamtvolumen betrug rund 210 Millionen Euro. Im Juni 2011 wurden die Komoren in das von Deutschland finanzierte und von der GIZ durchgeführte Projekt der Afrikanischen Union "Grenzmanagement in Subsahara-Afrika" aufgenommen, wodurch einige Seegrenzen demarkiert werden konnten.

In der EZ ist Frankreich vor der Europäischen Union und der Weltbank Hauptgeber. Im Zeitraum 2008 bis 2013 stellt die EU den Komoren 45 Millionen Euro für die Bereiche Erziehung, Infrastruktur und gute Regierungsführung zur Verfügung. Das aktuelle Weltbankprogramm ist auf den Zeitraum 2009 bis 2012 mit einem Budget von 13,1 Millionen US-Dollar angelegt und legt die Schwerpunkte auf die Bereiche "Senkung der sozialen Vulnerabilität" und "Stärkung staatlicher Institutionen und ihrer Verantwortlichkeit".

Zunehmend engagierter ist China, das mit sichtbaren EZ-Projekten große Präsenz anstrebt, so u.a. durch den Bau des Flughafens, der Hauptmoschee, des "Volkspalastes" und Straßenbaumaßnahmen.


Umweltbedingungen

Zwar hat die Regierung der Komoren eine nationale Umweltstrategie erarbeitet, es fehlen jedoch die nötigen Mittel, um diese auch umzusetzen sowie die Sensibilisierung der Gesellschaft zu forcieren. Die Umweltbelastung durch Industrie und Verkehr ist gering. Die Vergrößerung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen sowie die Verwendung von Feuerholz reduzieren jedoch zunehmend die Waldbestände der Inseln, fördern die Erosion und berauben sie ihrer Schönheit.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.