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Singapur

Wirtschaftspolitik

Stand: Februar 2016

Grundlinien der Wirtschaftspolitik

Singapur verfügt über eine hoch industrialisierte und erfolgreiche Marktwirtschaft, die sich durch Weltoffenheit, weitgehende Korruptionsfreiheit und internationale Vernetzung auszeichnet.

Singapurs Wirtschaftspolitik ist auf eine weitere Globalisierung ausgerichtet (bilaterale Freihandelsabkommen, Regionalisierung/Globalisierung lokaler Firmen, steuerliche Anreize für ausländische Firmen und Fachkräfte). Dementsprechend engagiert sich Singapur in der Welthandelsorganisation (WTO), ASEAN (Association of South East Asian Nations), APEC (Asia-Pacific Economic Cooperation) und ASEM (Asia-Europe-Meeting) für mehr Liberalisierung und Marktöffnung für Güter und Dienstleistungen. Es setzt sich für regelgebundenen Multilateralismus und offene regionale Blöcke ein. Bilaterale und plurilaterale Freihandelsabkommen (FTA) sollen den multilateralen Ansatz ergänzen und beschleunigen. In Kraft sind Abkommen bereits mit den ASEAN-Staaten (ASEAN-Freihandelszone), Australien, VR China, Costa Rica, den EFTA-Ländern, den Ländern des Golf-Kooperationsrats, Indien, Japan, Jordanien, Neuseeland, Panama, Peru, Südkorea, den Gründungsstaaten der Trans-Pazifischen Partnerschaft (neben Singapur: Brunei, Chile, Neuseeland) und den USA. Mit Taiwan wurde ein Freihandelsabkommen unterzeichnet.

Singapur hat 2005 mit Brunei, Chile und Neuseeland die „Trans-Pacific Strategic Economic Partnership“ (TPSEP) gegründet. Diese Vereinbarung war der Vorläufer der sog. Trans-Pacific Partnership (TPP). Die Verhandlungen zwischen den vier ursprünglichen TPP-Ländern und Australien, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Peru, USA und Vietnam zur Erweiterung der TPP auf diese 12 Länder wurden im Oktober 2015 abgeschlossen. Das Abkommen wurde am 4.2.2016 in Auckland / Neuseeland unterzeichnet. Der Ratifikationsprozess läuft.

Singapur ist außerdem an den Verhandlungen zu einer „Regional Comprehensive Economic Partnership“ (RCEP) beteiligt, gemeinsam mit den weiteren ASEAN-Staaten sowie Australien, China, Indien, Japan, Neuseeland und Südkorea.

Im Dezember 2012 haben die EU (Europäische Union) und Singapur ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen erfolgreich abgeschlossen, der Text wurde im September 2013 paraphiert. Auch die Verhandlungen über ein Kapitel zum Investitionsschutz sind inzwischen abgeschlossen.


Wirtschaftssektoren

Die wichtigsten Wirtschaftsbereiche des Landes sind ölverarbeitende Industrie, Elektronikindustrie, Maschinen und Ausrüstungsgegenstände (insbesondere für den Ölbohrbereich), Schiffsreparatur und zunehmend Biotechnologie/Pharmazie.

Der industrielle Bereich wird weitgehend von multinationalen Firmen und einigen großen singapurischen Firmen, die eng mit der Regierung verbunden sind - den sogenannten „Government-Linked Companies (GLCs)“ - dominiert. Die GLCs operieren insbesondere in den Sektoren Energieversorgung, Telekommunikation, Medien, Transport und in einigen Produktionsbereichen (z.B. IT, Schiffbau, Rüstung).

In einigen Dienstleistungsbereichen ist Singapur Drehscheibe in der Region (Transport/Logistik, Finanzen). Weitere Bereiche, wie z.B. Bildung, Medien, Gesundheit und Rechtsschutz (Schutz geistigen Eigentums, Schiedsgerichtswesen) sollen ausgebaut werden. Auf internationaler Ebene möchte Singapur Vorreiter in ausgewählten Spitzentechnologien werden (Halbleiter, IT, Bio- und Gentechnologie). Entsprechend investiert die Regierung intensiv in Ausbildung, Forschung und Technologie.


Wirtschaftliche Lage

Aufgrund der starken Exportlastigkeit seiner Wirtschaft hängt Singapur sehr von der Entwicklung der Weltkonjunktur, vor allem aber von der in den USA, China und Europa ab. Die Rate des Wirtschaftswachstums nimmt seit 2013 ab  (Wachstum 2013: 4,1 Prozent, 2014: 3,2 Prozent, 2015: 2,0%). Die Inflation ist von 2,4 Prozent im Jahr 2013 über 1,0 Prozent (2014) auf - 0,5 Prozent (2015) gesunken.



Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit

Besondere Herausforderungen für Singapur stellen der wirtschaftliche Aufschwung Chinas und die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit der anderen ASEAN-Länder dar. Dies verlangt eine strukturelle Anpassung seiner Wirtschaft. Durch die bereits eingeleitete Neuausrichtung auf wissensbasierte Bereiche und eine angestrebte Erhöhung der Produktivität ist Singapur bemüht, die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu gewährleisten.


Außenwirtschaft

Singapur hat mit einer durchschnittlichen Rate von weniger als einem Prozent ausgesprochen niedrige Zölle. Etwa 96 Prozent aller Importe sind zollfrei (Ausnahmen sind insbesondere alkoholische Getränke, Benzin und Zigaretten). Importlizenzen sind nur für sehr wenige Waren erforderlich und das Zollverfahren ist unkompliziert. Die sehr hohen Verkaufspreise für PKW resultieren nicht aus Importzöllen, sondern aus inländischen Abgaben. Diese sind Teil der Bemühungen der Regierung, die Rolle von PKW für den Singapurer Verkehr zu reduzieren.

Die wichtigsten Export- und Importprodukte sind Erdölderivate und Chemikalien, Maschinen sowie Ausrüstungsgegenstände und Zubehör (insbesondere elektronische Komponenten).. Die verkehrsgünstige Lage Singapurs und die hervorragende Hafeninfrastruktur haben Singapur zum zweitgrößten Container-Umschlaghafen (nach Shanghai) gemacht.

Das Gesamt-Außenhandelsvolumen belief sich im Jahr 2015 auf rd. 566 Milliarden Euro (zum gemittelten Kurs 1 Euro = 1,54 SGD). Die offiziell ausgewiesenen Devisenreserven betrugen zum Jahresende 2015 rd. 229 Milliarden Euro.

Die größten Handelspartner Singapurs  im Jahr 2015 waren China, Malaysia, die EU, USA, Indonesien, Hongkong, Taiwan und Japan. Deutschland steht mit einem Handelsvolumen von 12,94 Milliarden Euro im Jahr 2015 an 13. Stelle.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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