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Heiliger Stuhl Vatikan

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Dezember 2014

Zwischen dem Heiligen Stuhl und der Bundesrepublik Deutschland bestehen traditionell gute Beziehungen. Die Bundespräsidenten waren 1957, 1973, 1982 und 1994 zu Staatsbesuchen im Vatikan. Bundespräsident Herzog reiste 1995 zu einem offiziellen Besuch in den Vatikan, Bundespräsident Rau im März 2004. Bundespräsident Köhler nahm an der Beisetzung von Papst Johannes Paul II. und an der Amtsübernahmefeier von Papst Benedikt XVI. im April 2005 teil und traf den Papst am 17.11.2006 im Vatikan zu einem Konzert mit Privataudienz. Am 4. Dezember 2009 wurde zu Ehren von Papst Benedikt XVI. und in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach von den Augsburger Domsingknaben und dem Residenz Kammerorchester München in der Sixtinischen Kapelle aufgeführt. Bundespräsident Köhler wurde von Papst Benedikt XVI. am 5. Dezember 2009 in einer Privataudienz empfangen. Bundespräsident Gauck machte 2012 einen offiziellen Besuch. Bundeskanzlerin Merkel wohnte der feierlichen Amtseinführung von Papst Franziskus I. am 19.03.2013 bei und wurde von ihm am 18.05.2013 zu einer Privataudienz empfangen.

Papstbesuch 2011

Vom 22. bis zum 25. September 2011 besuchte Papst Benedikt XVI. Deutschland. Nachdem Papst Benedikt XVI. 2005 am Weltjugendtag in Köln teilnahm und 2006 einige Tage in seiner bayerischen Heimat war, war sein erster offizieller Besuch in Deutschland auf Einladung von Bundespräsident Christian Wulff nicht nur für viele Katholiken in Deutschland von großer Bedeutung, sondern war auch ein Höhepunkt in den Beziehungen zwischen Deutschland und dem Heiligen Stuhl. Der Deutschland-Besuch führte den Papst nach Berlin, Erfurt und Freiburg.

In Berlin, das vorher zuletzt 1996 von Papst Johannes Paul. II besucht wurde, fanden vor allem offizielle Programmelemente statt (u.a. Begrüßung mit militärischen Ehren durch den Bundespräsidenten, Gespräch mit der Bundeskanzlerin und eine Rede vor dem Bundestag auf Einladung des Bundestagspräsidenten, sowie pastorale Elemente und weitere Gespräche). In Erfurt setzte das Gespräch mit der Evangelischen Kirche in Deutschland im historischen Erfurter Augustinerkloster, dem Martin Luther vor 1517 angehörte, einen deutlichen ökumenischen Akzent im "Land der Reformation". In Freiburg lagen pastorale Schwerpunkte, Medienniederschlag fand neben seiner Rede im Bundestag die Rede von Papst Benedikt XVI. im Freiburger Konzerthaus

Konkordate mit Deutschland und deutschen Bundesländern

Mit Deutschland und deutschen Ländern bestehen folgende Konkordate:

Reichskonkordat: 20.07.1933 (Rechtsbestand und Weitergeltung durch Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26.03.1957 anerkannt und bestätigt), Bayerisches Konkordat: 29.03.1924, Preußisches Konkordat: 14.06.1929, Badisches Konkordat: 12.10.1932.

Konkordatäre Einzelvereinbarungen zwischen dem Heiligen Stuhl und einzelnen Bundesländern bestehen mit den Ländern Niedersachsen (26.02.1965), Rheinland-Pfalz (15.05.1973), Nordrhein-Westfalen (26.03.1984), Saarland (12.02.1985), Sachsen (03.07.1996), Thüringen (11.06.1997), Mecklenburg-Vorpommern (22.12.1997), Sachsen-Anhalt (22.4.1998), Brandenburg (25.05.2004), Bremen (14.05.2004), Hamburg (Oktober 2006), Schleswig-Holstein (12.01.2009).
Konkordate und konkordatäre Einzelvereinbarungen befassen sich vor allem mit folgenden Bereichen:

  • Religionsfreiheit, freie Ämterverleihung, Garantie des Kirchenguts und der Vermögensverwaltung;
  • gemeinsame Angelegenheiten von Staat und Kirche (Religionsunterricht, Theologische Fakultäten, Anstalts- und Militärseelsorge, Friedhofsrecht, Eherecht, kirchliches Besteuerungsrecht);
  • Staatsleistungen, Baulasten und Staatszuschüsse sowie Ablösung staatlicher Leistungen.

Neue Bistumsgrenzen:
1994 wurden in Folge der deutschen Einheit die Bistumsgrenzen auf dem Gebiet der neuen Bundesländer und - damit verbunden - in Norddeutschland neu festgesetzt. In Hamburg wurde ein Erzbistum errichtet, Berlin zum Erzbistum erhoben, Magdeburg, Erfurt und Görlitz erhielten Bischofssitze.

Wichtige deutschsprachige katholische Institutionen in Rom

  • Collegium Germanicum et Hungaricum (Kolleg für Priesteramtskandidaten), Rektor: P. Benedikt Lautenbacher S. J.
  • Priesterkolleg "Santa Maria in Campo Santo Teutonico" (Priesterkolleg für Spezialstudien), Rektor: Dr. Hans-Peter Fischer
  • Römisches Institut der Görres-Gesellschaft, Geschäftsführender Direktor:  Mons. Prof. Dr. Stefan Heid
  • Priesterkolleg "Santa Maria dell'Anima" (Priesterkolleg für Spezialstudien), Rektor: Franz Xaver Brandmayr

Deutsche Mitglieder des Kardinalskollegiums

(10 Kardinäle, davon sechs jenseits der Wahlberechtiung im Konklave, aufgeführt nach Datum der Kardinalsernennung)

  • 1983 Kardinal Joachim Meisner (bis 2014 Erzbischof von Köln)
  • 1985 Kardinal Friedrich Wetter (bis 2007 Erzbischof von München und Freising)
  • 2002 Kardinal Walter Kasper, emeritierter Kurienkardinal (bis Juni 2010 Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen
  • 2002 Kardinal Karl Lehmann, Bischof von Mainz (Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz 1987 - 2008)
  • 2007 Kardinal Paul-Josef Cordes, emeritierter Kurienkardinal (bis Mitte 2010 Präsident des Päpstlichen Rates "Cor Unum")
  • 2010 Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und seit 2014 auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Mitglied des Rates der Kardinäle und Vorsitzender des Wirtschaftsrates im Vatikan, Vorsitzender der Konferenz der Bischofskonferenzen der EU (COMECE)
  • 2010 Kardinal Walter Brandmüller, emeritierter Kurienkardinal (bis 2009 Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften)
  • 2012 Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln
  • 2012 Kardinal Karl Josef Becker SJ, emeritierter Professor an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom
  • 2014 Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre (bis 2012 Bischof von Regensburg)

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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