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Globale Gesundheitspolitik

Die Folgen der Globalisierung erfordern zunehmend außenpolitische Antworten auf gesund­heits­politische Fragen. Neue Technologien und offene Märkte haben die Mobilität von Men­schen, Gütern und Dienstleistungen beschleunigt, damit jedoch auch die Verwundbarkeit durch Gesundheitsrisiken erhöht. Nur internationale Zusammenarbeit kann grenzüberschrei­ten­de Gesundheitsgefahren wirksam eindämmen und die Potenziale der Globalisierung nutzen.

Gesundheit ist gemäß der Satzung der Weltgesundheits­organisation (WHO) "ein Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Es ist eines der Grundrechte jedes Menschen ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Lage, sich einer möglichst guten Gesundheit zu erfreuen." Neue Krankheiten, weltweite Epidemien und Bioterrorismus stellen Bedrohungen für die nationale und internationale Sicherheit dar. Gesundheitsgefahren beeinträchtigen auch wirtschaftliches Wachs­tum und Entwicklungschancen sowie die soziale und politische Stabilität von ganzen Regio­nen. Die Folgen des Klimawandels werden die weltweiten Gesundheitsrisiken noch weiter erhöhen. Wachsende Gesundheitsgefahren erfordern, dass Regierungen und Fachleute schnell und effizient überregional zusammenarbeiten und Informationen austauschen – sei es zur Koordination der inter­natio­nalen Pandemie-Eindämmung, dem weltweiten Kampf gegen Infektionskrankheiten wie HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria und Polio oder der Stärkung von Gesundheitssystemen. Darum sind globale Gesundheitsfragen heute fester Bestandteil der Außenpolitik.

Deutschlands Engagement

In der globalen Gesundheitspolitik engagiert sich Deutschland besonders in den Schwerpunkt­be­rei­chen Pandemie-Eindämmung, Bekämpfung von tödlichen Infektionskrankheiten (HIV/AIDS, Tu­ber­kulose, Malaria und Polio) sowie in der Stärkung von Gesundheits­systemen. Zudem gilt es, eine Ba­lan­ce zwischen geisten Eigentumsrechten und gleichberechtigtem Zugang zu Medikamenten zu finden sowie die Arzneimittel­qua­lität zu gewährleisten. In derzeit 22 Ländern ist die Förderung des Gesundheitssektors ein Schwerpunkt deutscher Entwicklungszusammenarbeit. Außer dem Auswärtigen Amt sind in der Bundesregierung hauptsächlich das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit Fragen der Globalen Gesundheit befasst.


Stand 02.08.2013