Hauptinhalt

Botsuana

Wirtschaft

Stand: März 2015

Überblick

Botsuana gehört zu den Ländern mit einem gehobenen mittleren Einkommen (Upper Middle Income Country) und steht dennoch – ungeachtet aller bemerkenswerten Fortschritte seit seiner Unabhängigkeit 1966 – vor den typischen Herausforderungen eines Entwicklungslandes: Hohe Abhängigkeit von einem Rohstoff (Diamanten), begrenzte öffentliche Infrastruktur (Straßen, Telekommunikation, Wasser- und Stromversorgung) sowie hohe Arbeitslosigkeit (ca. 18 Prozent) und verbreitete Armut weiter Bevölkerungskreise.

Botsuana hat sich zunehmend von den Schockwirkungen der Weltfinanzkrise 2008/9 erholt. 2014 erzielte die Wirtschaft ein reales Wachstum von 5,2 Prozent; die Inflationsrate konnte auf 3,8 Prozent zu Ende 2014 gedrückt werden. Die Exporte nahmen Fahrt auf, der Haushalt wies wieder einen Überschuss auf.

Wichtigster Träger der Wirtschaft bleibt der Bergbau (weit überwiegend Diamanten), der mit (nur noch) circa 20 Prozent zum BIP beiträgt, dabei 90 Prozent der Exporterlöse und mehr als 34 Prozent der Staatseinnahmen erwirtschaftet. Der Regierung ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Weiterverarbeitung von Rohdiamanten im Lande spürbar voranzubringen; außerdem wurde im November 2013 die monatliche internationale Auktion der vom Unternehmen De Beers-Diamanten weltweit geförderten Diamanten von London nach Gaborone verlagert. Die Landwirtschaft (überwiegend Rinderzucht) trägt mit 2-3 Prozent zum BIP bei, sorgt allerdings weiterhin für das (bescheidene) Einkommen weiter Bevölkerungskreise vor allem in den ländlichen Gebieten. Der Tourismus (v.a. Hochpreistourismus in den Hauptattraktionen Okavango-Delta und Chobe-Nationalpark) steuert etwa 15 Prozent zum BIP bei und ist auch vergleichsweise beschäftigungsintensiv.

Außenhandel

Die Außenhandelsbilanz wies 2014 erneut ein Defizit auf. 

Hauptabnehmerländer der Exporte waren die EU-, die Mitgliedstaaten der Zollunion "Southern African Customs Union" (SACU; Botsuana, Südafrika, Swasiland, Lesotho und Namibia) sowie die wichtigsten Abnehmer der Rohdiamanten Israel, USA, China, Russland und Indien .

Der Anteil Deutschlands am Gesamt-Ausfuhrwert bleibt unverändert auf niedrigem Niveau. Hauptausfuhrerzeugnisse nach Deutschland sind Fleischwaren. Die Haupteinfuhrgüter aus Deutschland: Maschinen und elektrotechnische Erzeugnisse, Fahrzeuge, Nahrungsmittel, Metallwaren, chemische Erzeugnisse, Holz- und Papiererzeugnisse. Statistisch nicht erfasst werden bedeutende Mengen von Importgütern, die von in Südafrika ansässigen deutschen Unternehmen hergestellt und nach Botsuana ausgeführt werden (zum Beispiel PKW). 

Die Zahlungsbilanz Botsuanas verzeichnete demgegenüber auch 2014 wieder einen Überschuss von gut einer Milliarde US-Dollar (wegen der Zollüberweisungen von SACU und weiterer Übertragungen). Die Währungsreserven beliefen sich Ende 2014 auf 8,3 Milliarden US-Dollar (ausreichend für Importe von etwa 18 Monaten).

Staatshaushalt 2015/16

(Haushaltsjahr 01.04.2015 – 31.03.2016)

Einnahmen : 55,38 Milliarden BWP (gut 5 Milliarden Euro)
Ausgaben : 54,15 Milliarden BWP (ca. 4,9 Millarden Euro)

Daraus folgte ein Überschuss von 1,23 Milliarden BWP, was 0,8 Prozent des BIP entspricht.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere