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Kolumbien

Wirtschaftspolitik

Stand: September 2013

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Seit Beginn der 90er Jahre verfolgt Kolumbien eine Wirtschaftspolitik, die sich an marktwirtschaftlichen Grundsätzen orientiert und ist bemüht, ausländische Investitionen ins Land zu holen.

Das Bruttoinlandsprodukt Kolumbiens betrug 2012 ca 378 Milliarden US $, das Pro-Kopfeinkommen lag bei 8127 US $.

Kolumbiens Wirtschaft wuchs zwischen 2004 und 2007 durchschnittlich um 6,2%. Im Zuge der internationalen Wirtschaftskrise sank das Wachstum kurzzeitig, konnte aber 2010 (4,4 %) und 2011 (6,6%) wieder an die dynamische Entwicklung der Vorjahre anschliessen. 2012 wurde ein Wachstum von 4 % erzielt.

Wachstumstreiber waren die Inlandsnachfrage und die hohen ausländischen Direktinvestitionen vor allem im Rohstoff- und Erdölsektor.

Kolumbien hat in den letzten Jahre einen deutlichen Rückgang der Armutsquote auf jetzt 34 % erreichen können. Gleichwohl bestehen erhebliche Ungleichgewichte in der Einkommens- und Vermögensverteilung fort. Die offizielle Arbeitslosenquote ist im Oktober 2012 – zum ersten Mal seit drei Jahren – wieder auf einen einstelligen Wert (9,7 %) gefallen. Ein erheblicher Teil der Beschäftigten – Schätzungen zufolge über 50 % - ist im informellen Sektor tätig; die Unterbeschäftigung wird auf über 25 % geschätzt. Das Defizit des Gesamthaushalts verringerte sich 2012 auf -1,85% des BIP.

Kolumbien ist dem freien Welthandel verpflichtet. Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen basieren auf einem Netz von Freihandelsabkommen (mit Staaten Südamerikas, mit den USA, Kanada und der EU); weitere werden derzeit verhandelt. Defizite sind vor allem unzureichende Infrastruktur und teilweise fehlende Transparenz staatlicher Entscheidungen.

Die Inflationsrate erreichte 2012 einen im regionalen Vergleich niedrigen Wert von 3,48 %.

Wichtige Wirtschaftszweige

Wichtige Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Industrie, Dienstleistungen und Tourismus, Öl- und Erdgasförderung sowie Bergbau. In den vergangenen Jahren haben v.a. Industrie, Öl- und Erdgasförderung sowie Bergbau stark an Gewicht gewonnen.

Außenhandel

Die Ausfuhren Kolumbiens betrugen 2012 60,1 Milliarden gegenüber 2011 56,9 Milliarden US $, die Einfuhren 2012 59,1 Milliarden gegenüber 2011 54,2 Milliarden US $. Sowohl Ex- wie Import nahmen 2011/12 damit deutlich zu.

Wichtigste Ausfuhrgüter Kolumbiens sind Erdöl, Steinkohle, Kaffee, Schnittblumen, Bananen, Nickel und Lebensmittel. Wichtigste Einfuhrgüter sind Maschinen, Kraftfahrzeuge, Telekommunikationsausrüstung und elektrische Geräte, chemische Produkte, Eisen- und Stahlprodukte sowie Kunststoffe und landwirtschaftliche Produkte. Seit geraumer Zeit leidet der kolumbianische Export unter dem starken Pesokurs, der Ausfuhren vor allem von Industrie- und Agrargütern erheblich erschwert.

Bedeutendster Handelspartner sind traditionell die USA (rd. 38% des kolumbianischen Exports), gefolgt von der EU (rd. 13%). Der Handel mit China gewinnt rasch an Bedeutung (2012 4 % der kolumbianischen Exporte und 12 % der Importe) Damit ist China inzwischen zweitwichtigster bilateraler Exportmarkt nach den USA. Weitere wichtige Partner sind die Länder des Mercosur (5%) und der Andengemeinschaft (5%). Deutschland ist innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner Kolumbiens (Exporte nach Deutschland 2012: 1,38 Milliarden Euro; Importe aus Deutschland 2012 1,64 Milliarden Euro).

Das Freihandelsabkommen mit den USA ist im Frühjahr 2012 und das Freihandelsabkommen mit der EU ist zum 1. August 2013 vorläufig in Kraft getreten.

Mitgliedschaft in regionalen und internationalen Wirtschaftsorganisationen

Kolumbien ist Mitglied in den regionalen Wirtschaftsgemeinschaften ALADI und der Andengemeinschaft (CAN). Kolumbien ist außerdem Mitglied der Weltbank, der WTO, der Interamerikanischen Entwicklungsbank und des IWF. Kolumbien gehört mit Chile, Mexiko und Peru der Pazifik-Allianz an. 2012 erhielt Kolumbien den Status eines Beitrittskandidaten bei der OECD.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.