Hauptinhalt

Kolumbien

Wirtschaftspolitik

Stand: September 2014

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Seit Beginn der 90er Jahre verfolgt Kolumbien eine Wirtschaftspolitik, die sich an marktwirtschaftlichen Grundsätzen orientiert und ist bemüht, ausländische Investitionen ins Land zu holen.

Das Bruttoinlandsprodukt Kolumbiens betrug 2013 ca 395 Milliarden US $, das Pro-Kopfeinkommen lag bei 8313 US $.

Kolumbiens Wirtschaft wuchs zwischen 2004 und 2007 durchschnittlich um 6,2%. Im Zuge der internationalen Wirtschaftskrise sank das Wachstum kurzzeitig, konnte aber 2010 (4,4 %) und 2011 (6,6%) wieder an die dynamische Entwicklung der Vorjahre anschließen. 2013 wurde ein Wachstum von 4,3 % erzielt.

Wachstumstreiber waren Bauwirtschaft und Landwirtschaft  und die hohen ausländischen Direktinvestitionen, vor allem im Rohstoff- und Erdölsektor.

Kolumbien hat in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang der Armutsquote auf jetzt 30,6 % erreichen können. Gleichwohl bestehen erhebliche Ungleichgewichte in der Einkommens- und Vermögensverteilung fort. Die offizielle Arbeitslosenquote lag im Aprilt 2013  bei 9,6 %. Ein erheblicher Teil der Beschäftigten – Schätzungen zufolge über 50 % - ist im informellen Sektor tätig; die Unterbeschäftigung wird auf über 25 % geschätzt. Das Defizit des Gesamthaushalts lag 2013 bei -2,41%  BIP.

Kolumbien ist dem freien Welthandel verpflichtet. Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen basieren auf einem Netz von Freihandelsabkommen (mit Staaten Südamerikas, mit den USA, Kanada und der EU); weitere werden derzeit verhandelt. Defizite sind vor allem unzureichende Infrastruktur und teilweise fehlende Transparenz staatlicher Entscheidungen.

Die Inflationsrate erreichte 2013 einen im regionalen Vergleich niedrigen Wert von 1,94 %.

Wichtige Wirtschaftszweige

Wichtige Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Industrie, Dienstleistungen und Tourismus, Öl- und Erdgasförderung sowie Bergbau. In den vergangenen Jahren haben v.a. Bauindustrie, Öl- und Erdgasförderung sowie Bergbau stark an Gewicht gewonnen.

Außenhandel

Die Ausfuhren Kolumbiens betrugen 2013 58,8 Milliarden gegenüber 2012 60,1 Milliarden US $, die Einfuhren 2013 59,3 Milliarden gegenüber 2012 59,1 Milliarden US $.

Wichtigste Ausfuhrgüter Kolumbiens sind Erdöl, Steinkohle, Kaffee, Schnittblumen, Bananen, Nickel und Lebensmittel. Wichtigste Einfuhrgüter sind Maschinen, Kraftfahrzeuge, Telekommunikationsausrüstung und elektrische Geräte, chemische Produkte, Eisen- und Stahlprodukte sowie Kunststoffe und landwirtschaftliche Produkte.

Bedeutendster Handelspartner sind traditionell die USA (rd. 31,3% des kolumbianischen Exports), gefolgt von der EU (. 15,7%). Der Handel mit China gewinnt rasch an Bedeutung (2013 7 % der kolumbianischen Exporte und 17,4 % der Importe) Damit ist China inzwischen zweitwichtigster bilateraler Exportmarkt nach den USA. Weiterer wichtiger Partner ist die  Andengemeinschaft (5,8%). Deutschland ist innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner Kolumbiens (Exporte nach Deutschland 2013: 1,53 Milliarden Euro; Importe aus Deutschland 2013 1,45 Milliarden Euro).

Das Freihandelsabkommen mit den USA ist im Mai 2012 und das Freihandelsabkommen mit der EU ist zum 1. August 2013 vorläufig in Kraft getreten.

Mitgliedschaft in regionalen und internationalen Wirtschaftsorganisationen

Kolumbien ist Mitglied in den regionalen Wirtschaftsgemeinschaften ALADI und der Andengemeinschaft (CAN). Kolumbien ist außerdem Mitglied der Weltbank, der WTO, der Interamerikanischen Entwicklungsbank und des IWF. Kolumbien gehört mit Chile, Mexiko und Peru der Pazifik-Allianz an. 2013 erhielt Kolumbien den Status eines Beitrittskandidaten bei der OECD.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Stand 12.09.2014

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere