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Kolumbien

Wirtschaft

Stand: Februar 2016

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Seit Beginn der 90er Jahre verfolgt Kolumbien eine Wirtschaftspolitik, die sich an marktwirtschaftlichen Grundsätzen orientiert und ist bemüht, ausländische Investitionen ins Land zu holen.

Das Bruttoinlandsprodukt Kolumbiens betrug 2015 274,2 Milliarden US-Dollar, das Pro-Kopf-Einkommen lag bei 5.687 US-Dollar (geschätzt).

Kolumbiens Wirtschaft wuchs zwischen 2004 und 2007 durchschnittlich um 6,2%. Im Zuge der internationalen Wirtschaftskrise sank das Wachstum kurzzeitig, konnte aber 2010 (4,4 %) und 2011 (6,6%) wieder an die dynamische Entwicklung der Vorjahre anschließen. 2015 sank das Wachstum um 1,5% auf 3,1%. Dies wird auf die Abwertung des Pesos und die sinkenden Rohstoffpreise zurückgeführt. Trotzdem ist Kolumbien unter den großen lateinamerikanischen Volkswirtschaften das Land mit der größten Zuwachsrate. Wachstumstreiber waren die Bauwirtschaft, der öffentliche Dienst, sowie Immobilien und Finanzdienstleistungen.

Kolumbien hat in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang der Armutsquote auf jetzt 28,2% erreichen können. Gleichwohl bestehen erhebliche Ungleichgewichte in der Einkommens- und Vermögensverteilung fort. Die offizielle Arbeitslosenquote lag 2015 im Schnitt bei 8,9%. Ein erheblicher Teil der Beschäftigten - 48,5% im Dezember 2015 - ist im informellen Sektor tätig; die Unterbeschäftigung wird auf über 25% geschätzt. Das Defizit des Gesamthaushalts lag 2015 bei -2,69% des BIP (geschätzt).

Kolumbien ist dem freien Welthandel verpflichtet. Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen basieren auf einem Netz von Freihandelsabkommen (mit Staaten Südamerikas, mit den USA, Kanada und der EU); weitere werden derzeit verhandelt. Defizite sind vor allem unzureichende Infrastruktur und teilweise fehlende Transparenz staatlicher Entscheidungen.

Die Inflationsrate stieg 2015 deutlich an auf 6,77% und steigt aktuell weiter. Gründe sind der schwache Peso und stark steigende Lebensmittelpreise.


Wichtige Wirtschaftszweige

Wichtige Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Industrie, Dienstleistungen und Tourismus, Öl- und Erdgasförderung sowie Bergbau. In den vergangenen Jahren hat vor allem die Bauindustrie an Gewicht gewonnen. Die Öl- und Erdgasförderung hat an Bedeutung eingebüßt.


Außenhandel

Die Ausfuhren Kolumbiens betrugen 2015 35,7 Milliarden gegenüber 54,8 Milliarden USD in 2014. Die Einfuhren lagen 2015 bei 49,9 Milliarden gegenüber 58,5 Milliarden USD 2014. Wichtigste Ausfuhrgüter Kolumbiens sind Erdöl, Steinkohle, Kaffee, Schnittblumen, Bananen, Nickel und Lebensmittel. Wichtigste Einfuhrgüter sind Maschinen, Kraftfahrzeuge, Telekommunikationsausrüstung und elektrische Geräte, chemische Produkte, Eisen- und Stahlprodukte sowie Kunststoffe und landwirtschaftliche Produkte.

Bedeutendster Handelspartner im Jahr 2014 waren traditionell die USA (rund 25,7% des kolumbianischen Exports), gefolgt von der EU (17,2%). Der Handel mit China gewann rasch an Bedeutung (10% der kolumbianischen Exporte und 18,4% der Importe). Damit war China weiterhin zweitwichtigster bilateraler Exportmarkt nach den USA. Weiterer wichtiger Partner war die Andengemeinschaft (5,9%). Deutschland war innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner Kolumbiens (Exporte nach Deutschland: 1,46 Milliarden Euro; Importe aus Deutschland  1,79 Milliarden Euro).

Das Freihandelsabkommen mit den USA ist im Mai 2012 und das Freihandelsabkommen mit der EU ist zum 1. August 2013 vorläufig in Kraft getreten.


Mitgliedschaft in regionalen und internationalen Wirtschaftsorganisationen

Kolumbien ist Mitglied in den regionalen Wirtschaftsgemeinschaften ALADI und der Andengemeinschaft (CAN). Kolumbien ist außerdem Mitglied der Weltbank, der WTO, der Interamerikanischen Entwicklungsbank und des IWF. Kolumbien gehört mit Chile, Mexiko und Peru der Pazifik-Allianz an. 2013 erhielt Kolumbien den Status eines Beitrittskandidaten bei der OECD.


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