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Kolumbien

Wirtschaft

Stand: April 2017

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Seit Beginn der 90er Jahre verfolgt Kolumbien eine Wirtschaftspolitik, die sich an marktwirtschaftlichen Grundsätzen orientiert und ist bemüht, ausländische Investitionen ins Land zu holen.

Das Bruttoinlandsprodukt Kolumbiens betrug 2015 254 Milliarden US-Dollar, das Pro-Kopf-Einkommen lag 2016 bei 5.623 US-Dollar.

Kolumbiens Wirtschaft wuchs zwischen 2004 und 2007 durchschnittlich um 6,2%. Im Zuge der internationalen Wirtschaftskrise sank das Wachstum kurzzeitig, konnte aber 2010 (4,4 %) und 2011 (6,6%) wieder an die dynamische Entwicklung der Vorjahre anschließen. 2016 sank das Wachstum auf 2,3%, insbesondere wegen der sinkenden Rohstoffpreise. Trotzdem ist Kolumbien unter den großen lateinamerikanischen Volkswirtschaften das Land mit den historisch höchsten Wachstumsraten. Wachstumstreiber sind die Bauwirtschaft, der öffentliche Dienst, sowie Immobilien und Finanzdienstleistungen.

Kolumbien hat in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang der Armutsquote auf jetzt 27,5% erreichen können. Gleichwohl bestehen erhebliche Ungleichgewichte in der Einkommens- und Vermögensverteilung fort. Die offizielle Arbeitslosenquote lag 2016 bei 8,3%. Ein erheblicher Teil der Beschäftigten - ca. 48% - ist im informellen Sektor tätig; die Unterbeschäftigung wird auf über 25% geschätzt. Das Defizit des Gesamthaushalts lag 2016 bei 3,6% (geschätzt).

Kolumbien ist dem freien Welthandel verpflichtet. Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen basieren auf einem Netz von Freihandelsabkommen (mit Staaten Südamerikas, mit den USA, Kanada und der EU); weitere werden derzeit verhandelt. Defizite sind vor allem unzureichende Infrastruktur und teilweise fehlende Transparenz staatlicher Entscheidungen.

Die Inflationsrate lag 2016 bei 6% (geschätzt).


Wichtige Wirtschaftszweige

Wichtige Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Industrie, Dienstleistungen und Tourismus, Öl- und Erdgasförderung sowie Bergbau. In den vergangenen Jahren hat vor allem die Bauindustrie an Gewicht gewonnen. Die Öl- und Erdgasförderung hat an Bedeutung eingebüßt, sie dominiert aber nach wie vor den Außenhandel.


Außenhandel

Die Ausfuhren Kolumbiens fielen 2016 insbesondere wegen des niedrigen Ölpreises auf 33,7 Milliarden USD gegenüber 54,8 Milliarden USD 2014. Die Einfuhren lagen 2016 bei  47,2 Milliarden gegenüber 54 Milliarden USD 2015. Wichtigste Ausfuhrgüter Kolumbiens sind Erdöl, Steinkohle, Edelsteine, Kaffee, Schnittblumen, Bananen, Nickel und Lebensmittel. Wichtigste Einfuhrgüter sind Maschinen, Kraftfahrzeuge, Telekommunikationsausrüstung und elektrische Geräte, chemische Produkte, Eisen- und Stahlprodukte sowie Kunststoffe.

Bedeutendster Handelspartner im Jahr 2015 waren traditionell die USA (27,6% des kolumbianischen Exports), gefolgt von der EU (16,8%). Der Handel mit China, der 2014 noch 10% der kolumbianischen Exporte und 18,4% der Importe ausmachte, ist 2015 mit einem Anteil von 6,3% an den kolumbianischen Ausfuhren deutlich zurückgegangen. Deutschland war innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner Kolumbiens. Weltwirtschaftlich war Deutschland nach den USA, China und Mexiko viertwichtigster Importeur. Der Handelsaustausch belief sich 2015 auf 3,25 Mrd. Euro, mit einem Überschuss für Deutschland von 370 Mio. Euro.

Das Freihandelsabkommen mit den USA ist im Mai 2012 in Kraft getreten und das Freihandelsabkommen mit der EU wird seit  1. August 2013 vorläufig angewandt.


Mitgliedschaft in regionalen und internationalen Wirtschaftsorganisationen

Kolumbien gehört mit Chile, Mexiko und Peru der Pazifik-Allianz an und ist Mitglied der Andengemeinschaft (CAN). 2013 erhielt Kolumbien den Status eines Beitrittskandidaten bei der OECD.


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