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Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik

Beziehungen zu Deutschland

*VN-Mitgliedschaft unter der Bezeichnung "ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien". Der Staatsname ist zwischen der griechischen und der mazedonischen Regierung umstritten. Es laufen Vermittlungsbemühungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.

Stand: März 2017

Politische Beziehungen

Die politische Entwicklung der ehemaligen jugoslawischen Republik (ejR) Mazedonien nach ihrer Unabhängigkeit, die Rolle Deutschlands als führender Kooperationspartner sowie enge menschliche Bindungen durch rund 70.000 in Deutschland lebende mazedonische Staatsangehörige sind die zentralen Anknüpfungspunkte der bilateralen Beziehungen. Leitmotiv der deutschen Politik gegenüber der ejR Mazedonien ist die Unterstützung der euroatlantischen Integration des Landes sowie die Unterstützung der dafür notwendigen Reformen, vor allem im Bereich der Rechtsstaatlichkeit.

Die Bundesrepublik Deutschland pflegt auf bilateraler wie multilateraler Ebene einen lebhaften Austausch mit der ejR Mazedonien. Die zahlreichen Kooperationsprogramme und –projekte mit der Regierung wie mit der Zivilgesellschaft, z.B. über die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Stiftung Internationale Rechtliche Zusammenarbeit (IRZ) und das Forum Ziviler Friedensdienst (ZfD), haben den Ruf Deutschlands bestärkt, ein verlässlicher Partner zu sein. Die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung sind in Skopje mit jeweils einem Büro aktiv.

Die Hauptstadt Skopje unterhält seit vielen Jahren lebendige Partnerschaften mit den Städten Nürnberg und Dresden.

Wirtschaftsbeziehungen, Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Handelspartner der ejR Mazedonien. Die wichtigsten deutschen Exportgüter sind Vorerzeugnisse für die Textilindustrie sowie für Personen- und Lastkraftwagen, bei den Importen nach Deutschland sind lohnarbeitsgefertigte Kfz-Zulieferprodukte (Katalysatoren, elektronische Anzeigeinstrumente) sowie Textilien, ferner Bleche aus Eisen oder Stahl sowie Erzeugnisse des Ernährungsgewerbes die wichtigsten Güter. Das bilaterale Handelsvolumen betrug 2016 ca 2,6 Mrd. Euro, hiervon mazedonische Importe aus Deutschland ca. 731 Mio. Euro und – mit bemerkenswertem Handelsbilanzüberschuss aufgrund von Lohnveredlungsarbeiten v.a. im Kfz-Zuliefererbereich - mazedonische Exporte nach Deutschland ca. 1.8 Mio. Euro.

Eine führende Rolle spielt Deutschland auch im Bereich der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit, die jedoch seit der Verleihung des EU-Kandidatenstatus 2005 sukzessive eingestellt wird. Seit 1992 wurden der ejR Mazedonien von der Bundesrepublik Deutschland in der Finanziellen und Technischen Zusammenarbeit 346 Millionen Euro an Zuschüssen oder günstigen Krediten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zugesagt oder konkret in Aussicht gestellt. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind umweltfreundliche Infrastrukturprojekte (insbesondere Wasserkraft und Windenergie, Wasserversorgung, Abfallentsorgung, Naturschutz), ferner die Stärkung der sozialen Infrastruktur durch Projekte im kommunalen Bereich und die Unterstützung beim Aufbau der Marktwirtschaft, insbesondere über die Förderung des Bankensektors, von Klein- und Mittelunternehmen (KMU), sowie die Modernisierung der Landwirtschaft und die gesetzgeberische Annäherung an EU-Standards.

Kultureller Austausch

Grundlage der kulturellen Beziehungen bildet das am 16. Oktober 1997 unterzeichnete Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit.

Das Interesse an der deutschen Sprache ist in der ejR Mazedonien angesichts der vielfältigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Deutschland groß. Deutsch als Fremdsprache hat eine gute Entwicklung genommen. Die Zahl der Deutsch-Lerner an den Grundschulen liegt inzwischen höher als die der Französisch-Lerner. Erste Fremdsprache bleibt Englisch.  Eine Deutsche Schule gibt es nicht. Das Goethe Institut (GI) betreut ein Netzwerk von zwölf Grundschulen, in denen Deutsch ab der ersten Klasse unterrichtet wird.

Im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) werden weitere drei Gymnasien von der Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA) mit einer entsandten deutschen Lehrkraft gefördert und betreut. An den Gymnasien werden zwei international anerkannte, standardisierte Sprachprüfungen auf den Niveaus A2/B1 und B2/C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmes (GER) abgenommen. Das Deutsche Sprachdiplom I (DSD I) und das Deutsche Sprachdiplom II (DSD II) der Kultusministerkonferenz kann von Schülern und Schülerinnen als Nachweis deutscher Sprachkenntnisse erworben werden.

PASCH ist eine Initiative des Auswärtigen Amtes in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA), dem Goethe-Institut (GI), dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (PAD).

Begehrt sind die Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der an der Universität Skopje ein Büro mit einer entsandten Lektorin unterhält.

Außerdem erhalten jährlich zwei bis drei Hochschulabsolventen die Möglichkeit, mit einem internationalen Parlamentsstipendium (IPS) einige Monate im Büro eines Abgeordneten in Berlin die Arbeit des Bundestags kennen zu lernen.

DAAD- und IPS-Alumni sind in Netzwerken verbunden und treffen sich regelmäßig.

Das Goethe Institut fördert die kulturelle Programmarbeit von vier Kulturgesellschaften in Skopje, Bitola und Tetovo. 2016 wurde erstmals ein eigener Sprachkurs- und Prüfungsbetriebs eingeführt. Die Nachfrage ist groß. Der Deutsche Lesesaal in der Nationalbibliothek besteht seit 22 Jahren.

Die Botschaft veranstaltet seit 12 Jahren ein Filmfestival und zeigt neue deutsche Produktionen in zehn mazedonischen Städten. In Abstimmung mit dem GI unterstützt sie den Austausch mit deutschen Künstlern, organisiert Ausstellungen und Konzerte und führt Projekte im Rahmen der deutsch-französischen kulturellen Zusammenarbeit in Drittstaaten mit der französischen Botschaft, dem Institut Francais und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) durch. Es gibt Städtepartnerschaften mit Nürnberg und Dresden.

Themenschwerpunkte sind die Förderung des interethnischen Zusammenlebens zwischen der mazedonischen Mehrheit und der albanischen und weiteren Minderheiten, der beruflichen Bildung sowie des Jugendaustauschs unter den Ländern des Westbalkan.  Ein gemeinsames Jugendwerk der Westbalkanstaaten Albanien, Kosovo, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien, „RYCO – Regional Youth Cooperation Office“ wurde mit Unterstützung des DFJW aufgebaut und am 4.7.2016 auf der 3. Westbalkankonferenz in Paris offiziell gegründet. Sitz der Zentrale ist Tirana. Die konkrete Arbeit soll 2017 aufgenommen werden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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