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China

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: April 2014

Kulturelles Umfeld

Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahrzehnte hat größere Investitionen in kulturelle Angebote ermöglicht und zugleich eine zunehmende Kommerzialisierung des Kultursektors herbeigeführt. Auch wenn ein teilweiser Rückzug des Staates aus diesem Bereich zu beobachten ist, wird der Kultur eine wichtige Rolle bei der Verwirklichung einer „harmonischen Gesellschaft“ zugemessen. Insofern besteht ein ideologischer Anspruch an Kulturschaffende fort, aber die Spielräume sind weiter geworden und die Kräfte des Marktes gewinnen erheblich an Einfluss. Allerdings ist immer wieder eine Diskrepanz zwischen großen Freiräumen für Künstler (durchaus auch kritische Künstler) einerseits und klarer Regulierung und Bevormundung in Einzelfällen (z.B. Ai Weiwei) andererseits zu beobachten.

China ist sehr an einem quantitativ wie qualitativ intensiven internationalen Kulturaustausch interessiert.

Viele bildende Künstler finden auf der Grundlage chinesischer Tradition unter westlichem Einfluss einen eigenen Stil und erzielen damit auch international großen Erfolg. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in den Marktpreisen wider, so befinden sich laut Artprice-Index unter den höchsten Preisen für Werke lebender zeitgenössischer Künstler auch viele Werke chinesischer Künstler.

China weist Musiker und zunehmend auch Ensembles und Orchester vor, die im Bereich klassischer Musik in der Weltspitze mitspielen.

Chinesische Filme gewinnen immer wieder Auszeichnungen auf internationalen Filmfestivals; so erhielt der Film Bai Lu Yuan im Februar 2012 den Silbernen Bären für die Beste Kamera. Sowohl inländische als auch ausländische Filme bedürfen der Freigabe durch eine zentrale Regierungsbehörde, bevor sie in öffentlichen Kinos gezeigt werden können. Der Import von Filmen ist mengenmäßig sehr beschränkt.


Bildungsumfeld

Wichtigste Aufgabe der chinesischen Bildungspolitik bleibt der Ausbau des Schul- und Hochschulwesens mit dem Ziel der nachhaltigen Verbesserung der Bildung in Breite und Spitze. Ein Problem ist das Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land sowie zwischen einkommensstarken und -schwachen Familien.

Der „Nationale Bildungsplan 2010-20“ bildet die Grundlage für die gegenwärtigen Reformbestrebungen in den Bereichen der Mittelschul-, Berufsschul- und Hochschulausbildung verbunden mit dem Ziel, eine „lernende Gesellschaft“ aufzubauen, d.h. Bildung für alle anzubieten.

Im Hochschulbereich wurden die vorhandenen Ausbildungskapazitäten in den vergangenen Jahren erheblich ausgeweitet. Gleichwohl besteht nach wie vor großes Interesse an einem Studium im Ausland, das durch vielfältige in- und ausländische Stipendien gefördert wird.

Um einer zunehmenden Akademiker-Arbeitslosigkeit gegen zu steuern, versucht die Regierung junge Akademiker zu unterstützen und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen, besonders in ländlichen Gebieten. Als Antwort auf die gleichzeitig wachsende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften werden duale Berufsausbildungsprojekte gefördert.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.