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Nicaragua

Kultur und Bildung

Stand: Februar 2017

Kulturelles Leben

Trotz der weit verbreiteten Armut verfügt Nicaragua über ein verhältnismäßig reiches kulturelles Leben. Die katholische Religion spielt im Leben vieler Nicaraguaner eine bestimmende Rolle. Historisch wirkt der Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht Spanien bis heute nach. Unverkennbar ist aber auch die Nähe zu den Vereinigten Staaten: Rund 700.000 Nicaraguaner leben in den USA; in Fernsehen und Kino laufen amerikanische Filme.


Kulturelle Identität

Die präkolumbische Kultur hat in Nicaragua im Gegensatz etwa zu Guatemala nur schwache Spuren hinterlassen. Einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Identität leistet dagegen die nationale Folklore, etwa das 2005 zum UNESCO-Welterbe erklärte Stück "El Güegüense". Nicht zuletzt ist die nicaraguanische Mentalität stark durch die noch lebendige Erinnerung an die Revolution von 1979 und den Bürgerkrieg der 80er Jahre geprägt. Gerade diese Epoche des Umsturzes hat weltbekannte Autoren wie Ernesto Cardenal, Sergio Ramírez und Gioconda Belli hervor gebracht.

Die staatliche Kulturförderung ist nur bescheiden ausgestattet.


Schulwesen

Das staatliche Kultur- und Bildungswesen des nach Wirtschaftsleistung zweitärmsten Landes Lateinamerikas ist wenig leistungsfähig:  91,5% der Kinder besuchen die Grundschule,  aber nur 43% erreichen einen Schulabschluss. Dieses will die sandinistische Regierung möglichst rasch ändern. Erste Erfolge kann die Regierung bereits in ihrem Kampf gegen Analphabetismus vorweisen: Die Analphabetenrate sank von 20 Prozent im Jahr 2006 auf 15,7% Prozent (Stand: 2014).  Die Sekundarschule, deren Abschluss in etwa der Mittleren Reife entspricht, besuchen 41% der entsprechenden Altersklasse. Über 100.000 Jugendliche studieren an den 41 anerkannten staatlichen und privaten Universitäten. In der Regel bieten die Hochschulen nur einen ersten Abschluss an, der in etwa dem deutschen Bachelor entspricht.


Medien

Die nicaraguanische Presse ist wirtschaftlich unabhängig. Die wichtigsten Tageszeitungen, die auch über Internetausgaben verfügen, sind "La Prensa" (www.laprensa.com.ni; oppositionell) und "El Nuevo Diario" (www.elnuevodiario.com.ni; regierungsfreundlich). Wichtigstes politisches Magazin ist das wöchentlich erscheinende "Confidencial" (www.confidencial.com.ni; oppositionell). Die oppositionellen Blätter werden bei Regierungsveranstaltungen in der Regel ausgegrenzt.

Die Familie Ortega hat in den vergangenen Jahren 3 Fernsehsender des Landes aufgekauft. Davon unabhängig hat ein wirtschaftlicher Konzentrationsprozess im Fernseh- und Radiobereich, hinter dem der mexikanisch-amerikanische Medienmogul Angel González steht, weitreichende Folgen. Die von ihm kontrollierten Medien strahlen rein kommerziell ausgerichtete Programme aus.  „Canal 12“ ist daher der einzig verbliebene Fernsehsender, der sich auf anspruchsvollem Niveau kritisch mit den politischen und sozialen Fragen des Landes auseinandersetzt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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