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Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen

Über 2.000 Atomwaffentests wurden bislang weltweit durchgeführt. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass die von Nordkorea 2006, 2009 und zuletzt am 12. Februar 2013 durchgeführten Tests die letzten ihrer Art bleiben und Atomtests weltweit verboten werden. Dies ist das Ziel des Umfassenden Teststoppvertrags (Comprehensive Test-Ban Treaty, CTBT) der aber noch nicht in Kraft getreten ist. 

Seit 1945 hat es weltweit über 2000 Atombombentests gegeben. Durch die Vielzahl der Tests schritt die Entwicklung dieser Waffentechnologie in rasantem Ausmaß  voran, so dass die Sprengkraft einer einzelnen Bombe im Laufe der Jahrzehnte um ein Vielfaches gesteigert wurde – die sowjetische Tsar-Bombe von 1961 war beispielsweise etwa 4000-mal stärker als die beiden Atombomben, die im August 1945 auf Japan abgeworfen wurden, viele tausend Menschen das Leben kosteten und ganze Landstriche unbewohnbar machten. Die Bundesregierung setzt sich als ersten Schritt auf dem Weg in eine nuklearwaffenfreie Welt dafür ein, dass Atomtests weltweit verboten werden und die von Nordkorea 2006, 2009 und zuletzt am 12. Februar 2013 durchgeführten Tests die letzten ihrer Art bleiben. Dies ist auch das Ziel des Umfassenden Atomteststoppvertrages (Comprehensive NuclearTest-Ban Treaty, CTBT).

Der Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) verbietet Kernwaffentest-explosionen, sowie andere nukleare Explosionen unter der Erde, unter Wasser und in der Atmosphäre.  Auch Deutschland hat bereits während der Verhandlungen zum CTBT darauf bestanden, dass alle Nuklearexperimente, also auch solche mit sehr geringer Sprengkraft verboten sein müssen. Ein solcher "Zero-Yield-Testban" verbietet auch hydronukleare Tests. Bei hydro-nuklearen Tests handelt es sich um echte Nuklearexplosionen, allerdings mit ganz geringer Freisetzung von Kernenergie.

Stand der Ratifikationen

Das CTBT-Vertragswerk wurde am 10. September 1996 durch VN-Resolution 50/245 angenommen und am 24. September 1996 für alle Staaten zur Zeichnung aufgelegt. Der CTBT wurde inzwischen von 183 Staaten gezeichnet, 164 haben ihn ratifiziert. Allerdings kann der Vertrag erst in Kraft treten, wenn ihn 44 im Annex 2 des Vertrages namentlich aufgeführte Staaten ratifiziert haben. Noch fehlen acht dieser sogenannten Annex 2-Staaten, nämlich Iran, Israel, Ägypten, China, USA, Indien, Pakistan und  Nordkorea . Die drei letztgenannten Staaten haben den Vertrag bisher auch noch nicht unterzeichnet.

Deutschland gehört zusammen mit Australien, Finnland, Kanada und Japan zur "Gruppe der Freunde des CTBT", die sich besonders für das Inkrafttreten des Vertrags einsetzen.

Weltweites Überwachungssystem - mit zivilem Nutzen

Die zur Umsetzung des Vertrages gegründete CTBTO (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization) mit Sitz in Wien arbeitet bis zum Inkrafttreten des Vertrages auf provisorischer Basis. Der CTBT sieht für die Überprüfung des Testverbots ein weltumspannendes internationales Überwachungssystem vor.

Dank eines Netzes von Messstationen und 16 Laboratorien verfügt die CTBTO schon heute über die Fähigkeit, selbst kleiner unterirdische Nukleardetonationen weltweit nachzuweisen. Deutschland beteiligt sich am internationalen Überwachungssystem mit insgesamt fünf Stationen.

Nach dem Tsunami am 26. Dezember 2004 hat die CTBTO begonnen, Daten der Messstationen auch für zivile und wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung zu stellen. Die CTBTO übermittelt daher auch routinemäßig Messdaten an Katastrophen-Frühwarnorganisationen, z.B. während der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan im März 2011.


Stand 21.08.2015

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