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Armenien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2017

Politik

Deutschland unterstützt Armenien bei der Annäherung an die EU (im Rahmen der Östlichen Partnerschaft) und die NATO. Staatspräsident Serzh Sargsyan besuchte im April 2016  Berlin und wurde dabei auch von Bundeskanzlerin Merkel empfangen.

Bundesaußenminister Steinmeier besuchte Armenien vom 29. bis zum 30. Juni 2016 im Rahmen einer Südkaukasus-Reise.

Als Mitglied der Minsk-Gruppe der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) unterstützt Deutschland die Verhandlungsbemühungen der Ko-Vorsitzenden der Minsk-Gruppe im Bergkarabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan und drängt auf Deeskalation und stärkere Kompromissbereitschaft beider Seiten. Deutschland ermutigt Armenien und die Türkei, den 2009 begonnenen und mittlerweile ins Stocken geratenen Annäherungsprozess fortzusetzen. Auf zivilgesellschaftlicher Ebene unterstützt die Bundesrepublik den Prozess durch Förderung von grenzüberschreitenden Versöhnungsprojekten.


Wirtschaft

Deutschland ist für Armenien der wichtigste Handelspartner innerhalb der EU. Weltweit steht Deutschland als Exporteur nach Armenien an dritter Stelle hinter Russland und China. Es steht an fünfter Stelle hinter Russland, Bulgarien, Georgien und Kanada, was den Import armenischer Produkte angeht. In absoluten Zahlen hält sich der bilaterale deutsch-armenische Handel auf niedrigem Niveau: Im Jahr 2016 beliefen sich Armeniens Exporte nach Deutschland auf 139 Mio. USD, (von 145 Mio. USD in 2015). Deutschlands Exporte nach Armenien lagen bei 186 Mio. USD; dies bedeutet einen Einbruch um ca. 10% gegenüber dem Vorjahr.

Wichtigste deutsche Exportgüter waren Kraftfahrzeuge, Maschinen, Chemikalien und Elektrotechnik, wichtigste Importgüter Eisen, Stahl, Kupfer, Molybdän und andere Metalle sowie Textilien.


Entwicklungszusammenarbeit

In der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit ist Deutschland neben den USA der wichtigste bilaterale Geber für Armenien. Im Rahmen der Regierungsverhandlungen über die Entwicklungszusammenarbeit im November 2016 hat Deutschland bis zu 54 Mio. Euro für finanzielle Zusammenarbeit zugesagt. Außerdem wurden 2014 neue Mittel für regionale Vorhaben bereitgestellt, an denen Armenien partizipiert. Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit sind dies insgesamt bis zu 21,0 Mio. EUR und für Regionalvorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit bis zu eine Mio. EUR.

Seit 2010 erfolgt die staatliche entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit der Region Südkaukasus (Armenien, Aserbaidschan und Georgien) ausschließlich regional im Rahmen der Kaukasus-Initiative der Bundesregierung. Schwerpunkte der Kaukasus-Initiative sind nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Energie, Umwelt, Entwicklung von Demokratie und Rechtsstaat sowie Stärkung der Kommunen.

Die laufenden Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit konzentrieren sich demzufolge auf die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen, die Entwicklung und Reform des Finanzsektors, die Verbesserung der Energieeffizienz, die Förderung erneuerbarer Energien und des regionalen Stromaustauschs, die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und Einrichtung von Naturschutzgebieten. Bei der Förderung von Demokratie und Rechtsstaat geht es vor allem um die Schaffung eines funktionsfähigen, unabhängigen Rechts- und Justizwesens durch Beratung bei Gesetzgebung, Rechtsprechung und Rechtsanwendung. Die Entwicklung lokaler Demokratie und Dezentralisierung der Verwaltung, eine effizientere Verwaltung öffentlicher Finanzen sowie die Förderung zivilgesellschaftlicher Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen sind weitere Ziele. Hinzu kommen Projekte zur Modernisierung von Wasser-, Abwasser- und Abfall-Infrastruktur.

Der Schwerpunkt der durch die deutsche Botschaft Eriwan geförderten Kleinstprojekte liegt auf der Unterstützung von Kindergärten, der Förderung der Teilhabe von Behinderten am gesellschaftlichen Leben und Projekten der medizinischen Fortbildung und Rehabilitation.


Kultur und Bildung

Das armenische Volk definiert sich stark über seine alte und geschichtsträchtige Kultur. In den bilateralen Beziehungen genießt die Kultur einen entsprechend hohen Stellenwert. Hauptziel der deutschen Kultur- und Bildungspolitik in Armenien ist die Förderung von Deutsch als Fremdsprache, sowohl im Schulbereich als auch an den Universitäten.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) sind in Armenien mit deutschem Personal vertreten. Anfang 2012 hat das Sprachlernzentrum Eriwan seinen Betrieb aufgenommen. Es beherbergt unter Anderem den Deutschen Lesesaal und eine Expertin für Unterricht des Goethe-Instituts. Durch Literatur-, Musik- und sonstige Veranstaltungen soll es gemeinsam mit dem für Armenien zuständigen Goethe-Institut mit Sitz in Tiflis/Georgien und der Deutschen Botschaft Eriwan ein modernes und realistisches Deutschlandbild vermitteln und die Kontakte zwischen Kulturschaffenden beider Länder intensivieren.

Es bestehen 26 Hochschulkooperationen und insbesondere langjährige Beziehungen mit der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg, wo 1998 auch die MESROP Arbeitsstelle für Armenische Studien eingerichtet wurde.

Die Besuchskontakte im Kulturbereich sind eng. Der armenische Bildungsminister besucht Deutschland regelmäßig. Zwischen Schulen in Sachsen-Anhalt und Armenien besteht ein reger Austausch mit derzeit sieben Schulpartnerschaften. Das archäologische Landesamt Sachsen-Anhalt führt Projekte in Armenien durch.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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