Hauptinhalt

Oman

Wirtschaft

Stand: März 2016

Grundlagen

Oman verfolgt eine marktwirtschaftliche Politik. Die Währung Rial Omani (OMR) ist frei konvertierbar und hat eine feste Dollarparität von 2,60 US-Dollar.

Die Regierung verfolgt eine konsequente Wirtschaftspolitik weg von Öl und Gas hin zu einer stärkeren Diversifizierung. Der mittlerweile 9. Fünfjahresplan (2016-2020) schreibt diesen Prozess fort. Prioritär sollen Tourismus, Industrie, Landwirtschaft und Fischerei ausgebaut und dabei mit besonderen Finanzierungsinstrumenten die Klein- und Mittelständische Industrie gefördert werden. Auch in diesem Planungszeitraum sollen trotz gefallener Ölpreise bedeutende Infrastrukturprojekte (Flughäfen, Straßen, Seehäfen, medizinische Einrichtungen) fortgesetzt oder neu begonnen werden.

Die Privatwirtschaft fordert in Zeitungsanzeigen Omaner auf, sich auf neu geschaffene Stellen zu bewerben. Mit königlichem Dekret wurden die Mindestlöhne für Omaner in der Privatwirtschaft ab dem 1.7.2013 auf heute umgerechnet etwa 855 EUR angehoben und eine jährliche Lohnsteigerung von 3% festgelegt. Außerdem wurden 2013 Regelungen beschlossen, die sicherstellen sollen, dass der Anteil ausländischer Arbeitnehmer an der Bevölkerung 33% nicht übersteigt. Allerdings liegt die Quote der in Oman ansässigen Ausländer mittlerweile bei 44%. Die wesentlich günstigeren Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst führen vermehrt zu einer Abwanderung von Omanern aus der Privatwirtschaft.

Die omanische Regierung lockt ausländische Investoren mit Steuerbefreiungen von fünf und mehr Jahren, Befreiung von Einfuhrzöllen für Maschinen und Ausrüstungsgegenständen und erlaubt in ausgewählten Wirtschaftsbereichen eine 100%ige Auslandsbeteiligung.


Staatshaushalt

Der Staatshaushalt 2016 sieht Einnahmen von  8,6 Mrd. OMR (ca. 20,5 Mrd. €) und Ausgaben von 11,9 Mrd. OMR (ca. 28,3 Mrd. €). Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit von 3,3 Mrd. OMR (ca. 7,85 Mrd. €), was 13% des BIP entspricht. Die Einnahmen stammen mit 72% zum überwiegenden Teil aus der Erdöl- und Gasförderung. Bedeutende Ausgabepositionen sind der Sicherheits- und Verteidigungshaushalt (ca. 8,3 Mrd. Euro) sowie das Erziehungs- und Gesundheitswesen (ca. 5,4 Mrd. Euro).

Für das Haushaltsjahr 2016 wurde kein Basis-Ölpreis angegeben. Hochrechnungen ergeben jedoch einen zugrunde gelegten Durchschnittswert von 45 USD/Barrel. Der Durchschnittspreis für die Sorte Oman Crude ist an den internationalen Märkten von 105,96 USD im ersten Quartal 2014 um über 70% auf jetzt unter 30  USD gesunken. Das mit 3,3, Mrd OMR bezifferte Haushaltsdefizit für 2016 soll vordergründig mit einer Mischung aus Rücklagenfinanzierung, Umschichtung und der Ausgabe von Staatsanleihen sowie Kreditaufnahmen im In- und Ausland ausgeglichen werden.


Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO)

Seit Oktober 2000 ist Oman Mitglied der Welthandelsorganisation. Der Beitritt erfolgte vor dem Hintergrund der angestrebten Diversifizierung der omanischen Wirtschaft und dem Wunsch nach Erschließung neuer Exportmärkte mit verbesserten Absatzchancen. Entsprechend wurden die staatlichen Förderinstrumente für private Investoren namentlich im Bereich der Klein- und Mittelindustrie, der Fischerei und des Tourismus ausgebaut (im Rahmen der "Omanisierung" vor allem in Klein- und Ein-Personen-Firmen). Hinzugekommen sind staatliche Exportgarantien (ähnlich der deutschen Hermes-Versicherung) und Investitionserleichterungen für Ausländer.

Mit Deutschland besteht seit 2010 ein Investitionsschutzabkommen. Um eine einheimische Güterproduktion aufzubauen, errichtet das Sultanat in größeren Städten Industriegebiete, z.B. am Rande von Maskat, Salalah, Sur, Duqm und Sohar. Mit großzügigen Subventionen, Steuervorteilen und dem Ausbau der Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Strom, Gas, Wasser) werden Anreize für omanische und ausländische Investoren geschaffen.


Tourismus

Der Ausbau des Tourismus ist ein wichtiges Ziel der omanischen Entwicklungsplanung, da er besonders geeignet ist, Arbeitsplätze für junge Omaner zu schaffen. Der Tourismussektor soll im Jahr 2020 drei Prozent des BIP erwirtschaften. Deutsche Touristen stellen das zweitgrößte Kontingent aus Europa. Kreuzfahrttourismus nimmt in den letzten Jahren stark zu, auch die Anzahl der Pauschaltouristen steigt ständig.


Beschäftigung

Mit der Politik der "Omanisierung" des Arbeitsmarktes versucht die Regierung, Arbeitsplätze für die jährlich mehr als 50.000 Schul- und Universitätsabgänger zu schaffen. Dazu gehören die Reservierung bestimmter Berufe für omanische Staatsangehörige und ein Ausbau der Berufsausbildung. Als Konsequenz der Proteste vom Frühjahr 2011 ordnete das Staatsoberhaupt an, 50.000 neue Arbeitsplätze für Omaner zu schaffen. Anfang 2015 wurde jedoch wegen sinkender Staatseinnahmen ein Einstellungsstopp für den öffentlichen Dienst verhängt. Im besonderen Fokus der omanischen Regierung liegt weiterhin die Förderung der Privatwirtschaft und hier insbesondere die Unterstützung von Kleinen und Mittleren Unternehmen.


Außenhandel

Die omanische Außenhandelsbilanz verzeichnet wegen der Erdölexporte traditionell einen Überschuss. 2014 standen Exporten (inkl. Re-Exporten) von umgerechnet 53,22 Mrd. US-Dollar Importe i.H.v. 29,3 Mrd. US-Dollar gegenüber. Die bedeutendsten Handelspartner für non-oil Produkte sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Pakistan, Saudi Arabein und Indien. Größte Abnehmer omanischen Öls sind China und Japan.

Das Statistische Bundesamt gibt für den bilateralen Handel für 2014 Ausfuhren nach Oman i. H. v. 692,8 Mio. EUR (Vorjahr:  753 Mio. EUR) sowie Einfuhren i. H. v. 67,1 Mio. EUR (Vorjahr: 49,1 Mio. EUR) an. Das Handelsvolumen ist damit 2014 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 11% zurückgegangen.

Für 2015 zeichnet sich ein kräftiger Zuwachs deutscher Exporte nach Oman ab. In den ersten 8 Monaten wurde ein Plus von 32% auf 596 Mio € verzeichnet.


Umweltpolitik

Oman misst dem Umweltschutz und der nachhaltigen Entwicklung große Bedeutung bei. Schwerpunkte sind der Schutz der Wasservorkommen (Projekte zur Wiederauffüllung der Aquifere, Pflege und Erhaltung der traditionellen Falaj-Bewässerungskanäle), Küstenschutz und Naturschutz insbesondere in der südlichen Provinz Dhofar und im Jebel Akhdar Gebirge sowie der Schutz bedrohter Tierarten. Seit 2007 gibt es ein eigenständiges Umweltministerium. Oman ist 2004 den Zusatzvereinbarungen von Montreal 1997 und von Peking 1999 zum Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht sowie dem Stockholmer Abkommen betreffend permanente organische Schadstoffe beigetreten.

Trotz großen Potenzials für alternative Energien (vor allem Solarenergie, mit Einschränkungen auch Windkraft), gibt es bisher für Investitionen in diese Technologien kaum Anreize. Derzeit befinden sich sechs Pilotanlagen mit 8,6 MW in ländlichen Regionen in der Erprobung. Um den vor einiger Zeit angekündigten Bau einer Groß-Solaranlage mit bis zu 200 MW ist es ruhig geworden, da eine Entscheidung der Regierung noch nicht gefasst wurde.

Der Energiebedarf Omans (z.Zt. 97,5% durch Erdgas, 2,5% durch Diesel gedeckt) steigt ständig – bis 2021 soll er sich verdoppeln. In der öffentlichen Diskussion wird gelegentlich die massive Subventionierung der Energiepreise durch den Staat thematisiert. Diese schafft keinen Anreiz für private Maßnahmen zur Energieeinsparung oder Steigerung der Energieeffizienz und gefährdet mittelfristig die Staatseinnahmen durch Verringerung des Exports. Anfang 2016 wurden erstmals Subventionskürzungen und kontrollierte Treibstoffpreiserhöhungen umgesetzt.

Mittel- und langfristig möchte die Regierung des Sultanats Oman allerdings die Abhängigkeit des Landes von konventionellen Energieträgern verringern. Die Regierung hat dazu eine Strategie bekannt gegeben, wie künftig etwa 25% des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen werden soll. Für den Sommer 2016 ist eine neue nationale Energiestrategie angekündigt. Es wird erwartet, dass diese vor allem konkretisiert, unter welchen (gesetzlichen) Bedingungen und in welchem Umfang erneuerbare und andere Energien langfristig zur Energie- und Wassererzeugung verwendet werden sollen. Möglicherweise wird dann auch ein Zeithorizont für das Erreichen der Ziele festgelegt. Für insgesamt sieben Pilotanlagen in den Bereichen Solar- und Windenergie werden hierfür in einem ersten Schritt 300 Mio O.R. (ca. 600 Mio. €) bereitgestellt.

Der omanische Research Council bewilligte im August 2015 mehrere Mio. omanische Rial für die Erforschung der Nutzung erneuerbarer Energien für die Meerwasserentsalzung. Bisher werden die Meerwasserentsalzungsanlagen sehr energieintensiv mit Gas betrieben. Etwa 75% des omanischen Trinkwasserbedarfs werden aus Entsalzungsanlagen gewonnen, der Rest stammt aus Grundwasservorkommen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere