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Oman

Wirtschaft

Stand: Januar 2014

Grundlagen

Oman verfolgt eine marktwirtschaftliche Politik. Die Währung Rial Omani (R.O.) ist frei konvertierbar und hat eine feste Dollarparität von 2,60 US-Dollar.

Die omanische Regierung verfolgt eine konsequente Wirtschaftspolitik weg von Öl und Gas hin zu einer stärkeren Diversifizierung. Der mittlerweile 8. Fünfjahresplan (2011-2015) schreibt diesen Prozess fort. Prioritär sollen Tourismus, Industrie, Landwirtschaft und Fischerei ausgebaut und dabei mit besonderen Finanzierungsinstrumenten die Klein- und Mittelständische Industrie gefördert werden. Auch in diesem Planungszeitraum sollen bedeutende Infrastrukturprojekte in Höhe von 50 Mrd. US-Dollar (Flughäfen, Straßen, Seehäfen, medizinische Einrichtungen) fortgesetzt oder neu begonnen werden.

Die Privatwirtschaft fordert in Zeitungsanzeigen Omaner auf, sich auf neu geschaffene Stellen zu bewerben. Ebenso geben immer mehr Unternehmen die Abkehr von der Sechs- und Einführung der Fünf-Tage-Woche bekannt. Mit königlichem Dekret wurden die Mindestlöhne für Omaner in der Privatwirtschaft ab dem 1.7.2013 auf ca. 650 EUR angehoben. Außerdem wurden Regelungen beschlossen, die sicherstellen sollen, dass der Anteil ausländischer Arbeitnehmer an der Bevölkerung 33% nicht übersteigt. Die wesentlich günstigeren Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst führen vermehrt zu einer Abwanderung von Omanern aus der Privatwirtschaft.

Die omanische Regierung lockt ausländische Investoren mit Steuerbefreiungen von fünf und mehr Jahren, Befreiung von Einfuhrzöllen für Maschinen und Ausrüstungsgegenständen und erlaubt in ausgewählten Wirtschaftsbereichen eine 100%ige Auslandsbeteiligung.


Staatshaushalt

Der Staatshaushalt 2013 sieht Einnahmen von 29,1 Milliarden US-Dollar und Ausgaben von 33,5 Milliarden US-Dollar vor. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit von 4,4 Milliarden US-Dollar, was 5 Prozent des BIP entspricht. Die Einnahmen stammen zum überwiegenden Teil (69 Prozent) aus der Erdölförderung. Bedeutende Ausgabepositionen sind das Erziehungs- und Gesundheitswesen.


Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO)

Seit Oktober 2000 ist Oman Mitglied der Welthandelsorganisation. Der Beitritt erfolgte vor dem Hintergrund der angestrebten Diversifizierung der omanischen Wirtschaft und dem Wunsch nach Erschließung neuer Exportmärkte mit verbesserten Absatzchancen. Entsprechend wurden die staatlichen Förderinstrumente für private Investoren namentlich im Bereich der Klein- und Mittelindustrie, der Fischerei und des Tourismus ausgebaut (im Rahmen der Omanisierung vor allem in Klein- und Ein-Personen-Firmen). Hinzugekommen sind staatliche Exportgarantien (ähnlich der deutschen Hermes-Versicherung) und Investitionserleichterungen für Ausländer.

Mit Deutschland besteht seit 2010 ein Investitionsschutzabkommen. Um eine einheimische Güterproduktion aufzubauen, errichtet das Sultanat in größeren Städten Industriegebiete, z.B. am Rande von Maskat, Salalah, Sur, Duqm und Sohar. Mit großzügigen Subventionen, Steuervorteilen und dem Ausbau der Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Strom, Gas, Wasser) werden Anreize für omanische und ausländische Investoren geschaffen.


Tourismus

Der Ausbau des Tourismus ist ein wichtiges Ziel der omanischen Entwicklungsplanung, da er besonders geeignet ist, Arbeitsplätze für junge Omaner zu schaffen. Der Tourismussektor soll im Jahr 2020 drei Prozent des BIP erwirtschaften. Deutsche Touristen stellen das zweitgrößte Kontingent aus Europa.


Beschäftigung

Mit der Politik der "Omanisierung" des Arbeitsmarktes versucht die Regierung, Arbeitsplätze für die jährlich mehr als 50.000 Schul- und Universitätsabgänger zu schaffen. Dazu gehören die Reservierung bestimmter Berufe für omanische Staatsangehörige und ein Ausbau der Berufsausbildung. Als Konsequenz der Proteste vom Frühjahr 2011 ordnete das Staatsoberhaupt an, 50.000 neue Arbeitsplätze für Omaner zu schaffen. Im Haushaltsjahr 2013 sollen 36.000 neue Stellen im öffentlichen Dienst, davon 20.000 bei den Sicherheitskräften, geschaffen werden. 


Außenhandel

Die omanische Außenhandelsbilanz verzeichnet wegen der Erdölexporte traditionell einen Überschuss. 2012 standen omanischen Exporten (inkl. Re-Exporten) von umgerechnet 40 Mrd EUR Importe i.H.v. gut der Hälfte (21,6 Mrd EUR) gegenüber. Die bedeutendsten Han-delspartner sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Japan, China und Indien.

Das Statistischem Bundesamt gibt für den bilateralen Handel für 2012 Ausfuhren nach Oman i. H. v. 820 Mio EUR (Vorjahr: 831 Mio EUR) sowie Einfuhren i. H. v. 51 Mio EUR (Vorjahr: 37 Mio EUR) an.


Umweltpolitik

Oman misst dem Umweltschutz und der nachhaltigen Entwicklung große Bedeutung bei. Schwerpunkte sind der Schutz der Wasservorkommen (Projekte zur Wiederauffüllung der Aquifere, Pflege und Erhaltung der traditionellen Falaj-Bewässerungskanäle), Küstenschutz und Naturschutz insbesondere in der südlichen Provinz Dhofar und im Jebel Akhdar Gebirge sowie Schutz bedrohter Tierarten. Seit 2007 gibt es ein eigenständiges Umweltministerium. Oman ist 2004 den Zusatzvereinbarungen von Montreal 1997 und von Peking 1999 zum Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht sowie dem Stockholmer Abkommen betreffend permanente organische Schadstoffe beigetreten.

Trotz großen Potenzials für alternative Energien (vor allem Solarenergie, mit Einschränkungen auch Windkraft), gibt es bisher für Investitionen in diese Technologien kaum Anreize. Derzeit befinden sich sechs Pilotanlagen mit 8,6 MW in ländlichen Regionen in der Erprobung. Um den vor einiger Zeit angekündigten Bau einer Groß-Solaranlage mit bis zu 200 MW ist es ruhig geworden, da eine Entscheidung der Regierung noch nicht gefasst wurde.

Der Energiebedarf Omans (z.Zt. 97,5% durch Erdgas, 2,5% durch Diesel gedeckt) steigt ständig – bis 2021 soll er sich verdoppeln. In der öffentlichen Diskussion wird gelegentlich die massive Subventionierung der Energiepreise durch den Staat thematisiert. Diese schafft keinen Anreiz für private Maßnahmen zur Energieeinsparung oder Steigerung der Energieeffizienz und gefährdet mittelfristig die Staatseinnahmen durch Verringerung des Exports.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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