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Bundesregierung unterstützt internationale Arbeitsdefinition von Antisemitismus

Die Botschaft ist klar: Für Antisemitismus darf es keinen Platz geben – weder in Deutschland, noch an anderen Orten in der Welt. Um den Kampf gegen Antisemitismus zu unterstützen, hat die Bundesregierung beschlossen, sich der internationalen Definition von Antisemitismus der Internationalen Allianz für Holocaustgedenken (International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA)) anzuschließen. Deutschland hatte die Definition mit initiiert.

Gemeinsames Verständnis wichtig im Kampf gegen Antisemitismus

Ein gemeinsames internationales Verständnis von Antisemitismus ist Grundvoraussetzung für dessen wirksame Bekämpfung. Die Definition der IHRA lautet:

"Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein."

Deutschland ist das fünfte IHRA-Mitglied nach Großbritannien, Rumänien, Israel und Österreich, das diese Definition auch auf nationaler Ebene politisch indossiert hat. Die Verabschiedung dieser Arbeitsdefinition im Plenum der 31 Mitgliedsstaaten der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken im Mai 2016 geht auf eine deutsch-rumänische Initiative zurück.

Starkes Symbol – gegen jede Form von Antisemitismus

Diese Definition entfaltet zwar keine rechtliche Bindungskraft, doch hat sie einen starken symbolischen Charakter. Gerade aus seiner historischen Verantwortung heraus setzt sich Deutschland unmissverständlich gegen jede Form von Antisemitismus ein. Mit der Aufnahme des letzten Satzes zur Bekämpfung von israelbezogenem Antisemitismus geht die Bundesregierung zudem über die von der IHRA konsentierte Fassung hinaus.

Große Bedeutung für den Bildungsbereich

Die Arbeitsdefinition soll insbesondere als Vorbild beispielsweise für entsprechende Bildungsinhalte in der Erwachsenen- sowie der Kinder- und Jugendbildung dienen. Sie kann damit dazu beitragen, die vielfältigen Facetten des Antisemitismus herauszuarbeiten und zu analysieren. 

Deutschland setzt sich auch dafür ein, dass andere internationale Organisationen und Gremien sich mit dieser Definition auseinandersetzen – so etwa im vergangenen Jahr während des deutschen OSZE-Vorsitzes.

Zum Weiterlesen:

Die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) wurde 2000 als internationale Organisation gegründet, um die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und Holocaust-Erziehung weltweit zu fördern. Sie hat 31 Mitglieder, zehn Länder haben Beobachterstatus und sieben Organisationen sind ständig assoziiert. Die Arbeit der IHRA wird durch ein Exekutiv-Sekretariat mit Sitz in Berlin unterstützt. Der Vorsitz der IHRA wechselt jährlich; 2016 hatte Rumänien den Vorsitz inne, dieses Jahr die Schweiz, in 2018 übernimmt Italien.

www.holocaustremembrance.com


Stand 22.09.2017

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