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Ausbildungsstationen des Juristischen Vorbereitungsdienstes bei deutschen Auslandsvertretungen und in der Zentrale des Auswärtigen Amts

Sie sind flexibel, abenteuerlustig, Sie suchen das Neue und möchten dem Alltagstrott Ihrer Ausbildung entkommen. Dann bewerben Sie sich für eine Ausbildungsstation des juristischen Vorbereitungsdienstes bei deutschen Auslandsvertretungen oder in der Zentrale des Auswärtigen Amts.

Allgemeine Hinweise

Die Justizausbildungs- und Prüfungsordnungen (JAPO) der Bundesländer legen fest, ob Wahl-, Wahlpflicht- oder Verwaltungsstationen an deutschen Auslandsvertretungen oder in der Zentrale abgeleistet werden können. In Zweifelsfällen sollten Interessenten sich direkt an die für die Referendarausbildung des jeweiligen Bundeslandes zuständigen Ausbildungsstellen (OLG) wenden. Die Referendare sind für die Anerkennung ihrer Ausbildungsstation selbst verantwortlich.

Zum Ausbildungsleiter wird in der Regel ein Beamter des höheren Auswärtigen Dienstes bestellt, der entweder die Befähigung zum Richteramt besitzt oder nach § 19 Konsulargesetz zur Wahrnehmung aller oder bestimmter konsularischer Aufgaben ermächtigt ist. Steht ein solcher nicht zur Verfügung, wird ein anderer Angehöriger des höheren Dienstes bestellt. Vor einer Bewerbung beim Auswärtigen Amt sollten Sie daher unbedingt mit der zuständigen Ausbildungsstelle klären, welche formellen Anforderungen an Ihren Ausbilder gestellt werden und dieses auf dem Bewerbungsbogen angeben. Das Auswärtige Amt kann keine Verantwortung für die Erfüllung der in den JAPOen gestellten Ausbildungsanforderungen übernehmen.

Die Referendare sollen möglichst umfassend mit Tätigkeiten und Problemstellungen aus verschiedenen Bereichen befasst werden. Eine Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete und die ausschließliche Ausbildung in einem Schwerpunktbereich sind nicht möglich. Bescheinigungen über die Ausbildung in einem bestimmten Schwerpunktbereich werden daher vom Auswärtigen Amt und den Auslandsvertretungen grundsätzlich nicht erteilt.

Die Rechtsreferendare bleiben während der Ausbildungsstation im Auswärtigen Dienst Landesbedienstete und werden weiter durch die jeweilige Landeskasse besoldet. Eventuelle Anträge auf Kaufkraftausgleich oder Erstattung von Reisekosten sind an die zuständigen Stellen des jeweiligen Bundeslandes zu richten. Das Auswärtige Amt kann Rechtsreferendare an den Auslandsvertretungen finanziell nicht unterstützen. Rechtsreferendare sollten daher vor einer Bewerbung prüfen, ob sie über ausreichende finanzielle Mittel für einen längeren Auslandsaufenthalt verfügen.

Die Rechtsreferendare sind den Auslandsvertretungen nur zur Ausbildung zugeteilt. Sie werden beim Gastland nicht als Angehörige der Vertretung angemeldet und genießen keine diplomatischen oder konsularischen Vorrechte.

Einsatzfelder

Referendare werden im Inland in den jeweiligen Arbeitseinheiten der Zentrale und in den Auslandsvertretungen in folgenden Bereichen eingesetzt:

Rechts- und Konsularwesen

  • Internationale konsularische Zusammenarbeit
  • Vertretung des Auswärtigen Amts vor Gerichten (Zentrale Berlin)
  • Bund-Länderverhältnis in den auswärtigen Beziehungen
  • Fragen der Exportkontrolle (Außenwirtschafts- und Kriegswaffenkontrollgesetz)
  • Staatsangehörigkeitsangelegenheiten
  • Pass- und Sichtvermerksangelegenheiten
  • Personenstandsangelegenheiten
  • Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (u.a. Vormundschafts- und Nachlassangelegenheiten)
  • Beurkundungen, Beglaubigungen, Legalisationen ausländischer und Echtheitsbestätigungen inländischer öffentlicher Urkunden
  • Schifffahrtssachen und Seemannsamtsangelegenheiten
  • Rechts- und Amtshilfeersuchen (z.B. bei Vernehmungen)
  • Zustellungen in Zivil- und Strafsachen
  • Hilfeleistung an Deutsche, die in eine Notlage geraten sind
  • Betreuung von deutschen Untersuchungs- und Strafgefangenen im Gastland

Wirtschaft

  • Berichterstattung über die wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Lage im Gastland
  • Pflege der Kontakte zur Regierung und zur Wirtschaft des Gastlandes
  • Förderung des deutschen Außenhandels und deutscher Auslandsinvestitionen
  • Betreuung von Wirtschaftsdelegationen, Unterstützung bei Verhandlungen
  • Förderung deutscher Interessen auf Auslandsmessen

Kultur

  • Berichterstattung über das kulturelle Leben und die Kulturpolitik im Gastland
  • Pflege der Kontakte zur Regierung und zu Vertretern des kulturellen Lebens des Gastlandes
  • Organisation von deutschen Kulturveranstaltungen
  • Wissenschaftler-, Studenten- und Jugendaustausch
  • Betreuung der deutschen Schulen und Goethe-Institute im Gastland

Politik

  • Beobachtung und Analyse politischer Geschehnisse im Gastland
  • Berichterstattung über die politische Lage im Gastland
  • Pflege der Kontakte zur Regierung und anderen politischen Organen des Gastlandes
  • Vorbereitung und Betreuung politischer Begegnungen und Verhandlungen zwischen Vertretern des Gastlandes und der Bundesrepublik Deutschland

Presse

  • Auswertung der Presse des Gastlandes und Berichterstattung
  • Versorgung der Presse des Gastlandes mit Informationen über Deutschland
  • Betreuung von deutschen Korrespondenten im Gastland
  • Betreuung von Programmen der politischen Öffentlichkeitsarbeit

Protokoll

  • Organisation von offiziellen deutschen Besuchen im Gastland
  • bei Ständigen Vertretungen:
  • Wahrnehmung deutscher Interessen in intern. Organisationen und multilateralen Konferenzen

Bewerbungsvoraussetzungen und Bewerbungsunterlagen

Bewerbungsvoraussetzungen
Das Referendarprogramm des Auswärtigen Amts steht grundsätzlich Deutschen im Sinne des Grundgesetzes (Art. 116 Abs.1 GG) sowie Staatsangehörigen anderer EU-Mitgliedsstaaten offen.
Bewerber müssen den juristischen Vorbereitungsdienst bereits angetreten oder eine verbindliche Zusage erhalten haben, dass sie in den juristischen Vorbereitungsdienst eingestellt werden.

Bewerber müssen über Sprachkenntnisse der am Dienstort erforderlichen Sprachen (siehe Liste der Auslandsvertretungen und Referate der Zentrale) verfügen.
Das Auswärtige Amt empfiehlt bei Auslandsstagen dringend, sich bereits im Rahmen der Bewerbung über die jeweils aktuelle Sicherheitslage vor Ort kundig zu machen (siehe hierzu auch Allgemeine Hinweise im Falle einer Zusage).

Bewerbungsunterlagen
Vorzulegen sind

  • Motivationsschreiben (max. eine Seite)
  • zwei vollständig ausgefüllte und unterschriebene Bewerbungsbögen (siehe Anlage) mit je einem Foto,
  • tabellarischer Lebenslauf, (nicht mehr als zwei DIN-A 4 Seiten),
  • Ablichtung der Urkunde über die Ernennung zum Referendar bzw. der verbindlichen Zusage für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst,
  • eine Ablichtung des Zeugnisses über die erste juristische Staatsprüfung,
  • Ablichtung des Abiturzeugnisses
  • Nachweise über die von Ihnen im Bewerbungsbogen angeführten Tätigkeiten und Kenntnisse.

Alle Unterlagen können als unbeglaubigte Kopien eingereicht werden. Bitte füllen Sie den Bewerbungsbogen leserlich aus. Verwenden Sie keine Bewerbermappen, sondern heften Sie die Bewerbung links oben zusammen.

Bewerbungsfrist
Die Bewerbungsunterlagen müssen dem Auswärtigen Amt spätestens 7 (sieben) Monate vor Antritt der Station vorliegen. Der Zeitpunkt des Eingangs, sofern er fristgerecht erfolgt, spielt keine Rolle. (Die Frist endet z.B. für den Bewerbungszeitraum 1. Mai - am 30. September des Vorjahres). Es gilt der Poststempel. Bitte bewerben Sie sich nicht eher als ein Jahr vor Ihrer geplanten Ausbildungsstation.

Auswahlverfahren, Zulassung und Verteilung

Bewerbersituation
Die Zahl der eingehenden Bewerbungen übersteigt die Anzahl der zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze regelmäßig. Bewerberinnen und Bewerber sollten daher auch Bewerbungen bei anderen Institutionen ins Auge fassen.

Vergabe der Ausbildungsplätze
Alle eingehenden Bewerbungen werden anhand eines Kriterienkatalogs nach Punkten bewertet. Hierbei werden unter anderem die Note des ersten juristischen Staatsexamens, die Wahlfachgruppe, praktische Erfahrungen in Inland und Ausland, Berufsausbildungen, Auslandsaufenthalte (Schule und Studium) sowie die Sprachkenntnisse berücksichtigt.

Bewerber, die die notwendige Mindestpunktzahl nicht erreichen, erhalten Ihre Unterlagen unverzüglich zurück. Bewerber, die die Voraussetzungen erfüllen, werden entsprechend unterrichtet. Die Ausbildungsorte werden ca. 6 Monate vor Beginn der Ausbildungsstation gem. Rangfolge der erreichten Punkte und Verfügbarkeit zugewiesen. Die angegebenen Wünsche werden dabei soweit möglich berücksichtigt. Stehen die gewünschten Ausbildungsorte nicht zur Verfügung, wird - wenn immer möglich - ein Ersatzort angeboten.

Allgemeine Hinweise im Falle einer Zusage

Das Auswärtige Amt und seine Auslandsvertretungen unterliegen besonderen Sicherheitsbestimmungen. Referendare werden deshalb vor Antritt der Station einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Die Zusage steht daher unter dem Vorbehalt des Ergebnisses der Sicherheitsüberprüfung. Über ein negatives Ergebnis der Sicherheitsüberprüfung, das die Verwendung des Referendars im Auswärtigen Dienst einschränkt oder ausschließt, wird der Referendar so früh wie möglich vor Antritt der Station unterrichtet. Für die Sicherheitsüberprüfung ist die Übersendung eines "Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde" notwendig, welches Sie bei Ihrem Einwohnermeldeamt beantragen können.

Das Auswärtige Amt empfiehlt bei Auslandsstagen dringend, sich vor der Bewerbung bzw. dem Dienstantritt über die jeweilige Sicherheitslage vor Ort kundig zu machen. Referendare sollten sich diesbezüglich in jedem Fall anhand der aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts informieren bzw. länderspezifische Informationen direkt bei der jeweiligen Auslandsvertretung einholen. Die Referendare haben die Impf- und Sichtvermerksvorschriften des jeweiligen Gastlandes zu beachten. Alle weiteren organisatorischen Einzelheiten des Auslandsaufenthalts sollte der Referendar rechtzeitig mit der Auslandsvertretung oder dem zugeteilten Referat, an der/dem die Ausbildung erfolgen wird, klären. Die Referendare erhalten hierzu rechtzeitig Informationsmaterial von Seiten des Auswärtigen Amts (Anschriften, Ansprechpartner, praktische Hinweise, ggf. Erfahrungsberichte).

Zeitpunkt und Dauer eines eventuellen Erholungsurlaubs während der Auslandsstation müssen abgestimmt werden. Im Interesse der Ausbildung und des Referendars ist es wünschenswert, dass der Urlaub möglichst für einen durchgehenden Zeitraum zu Beginn oder gegen Ende der Station beantragt wird und eine Dauer von zwei Wochen bei einer bis zu dreimonatigen Station bzw. eine Dauer von drei Wochen bei einer längeren Station nicht überschreitet. Zuständig für die Gewährung von Urlaub ist das zuweisenden OLG/LG.

Bitte beachten Sie, dass die Ableistung einer Ausbildungsstation im Auswärtigen Amt keinen Anspruch auf ein anschließendes Beschäftigungsverhältnis begründet.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen jedoch, dass der Anteil der Volljuristen, die eine Ausbildungsstation im Auswärtigen Amt oder an einer seiner Auslandsvertretungen abgeleistet haben, bei den Einstellungen in den höheren Auswärtigen Dienst relativ hoch war.

Ihre Bewerbung richten Sie an:

Auswärtiges Amt
Referat 1-Ak-01 (Zentrale)
Kurstraße 36
10117 Berlin

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Michael Diebold
Tel: (030) 1817-2682
Fax: (030) 1817-52682


Kontakt

Auswärtiges Amt
Referat 1-Ak-01 (Zentrale)
Kurstraße 36
10117 Berlin

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Michael Diebold
Tel: (030) 1817-2682
Fax: (030) 1817-52682