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Chile

Bilaterale Beziehungen zu Deutschland

Politische Beziehungen

Seit der Rückkehr Chiles zur Demokratie 1990 wurden die bilateralen Beziehungen in allen Bereichen ausgebaut. Der bilaterale politische Dialog ist eng und vertrauensvoll. Die guten Beziehungen bekräftigt hat der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Santiago am 26./27. Januar 2013. Beide Seiten beschlossen bei dieser Gelegenheit, unter anderem die Zusammenarbeit in Rohstofffragen zu vertiefen.

Der damalige chilenische Staatspräsident Sebastián Piñera war im Oktober 2010 zu einem Besuch in Deutschland. Guido Westerwelle hatte im März 2010 als erster europäischer Außenminister Chile nach dem verheerenden Erbeben besuchtund Hilfsgüter und THW-Experten mitgebracht. 2012 besuchten die damaligen Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Niebel, (Januar) sowie  für Bildung und Forschung, Schavan, (29.09.-2.10.) Chile.

Hinzu kommen zahlreiche Reisen von Parlamentariern und Vertretern beider Regierungen sowie auf deutscher Seite der Bundesländer. Die damaligen Minister für Justiz, Ribera, und Verteidigung, Allamand, waren 2012 in Deutschland. Der Ausschuss für Wirtschaft und Technologie des Deutschen Bundestages besuchte Chile im Februar 2012, die Deutsch-Südamerikanische Parlamentariergruppe im April. Die chilenisch-deutsche Parlamentariergruppe war zu einem Gegenbesuch im November 2012 in Deutschland. Im Juni 2013 besuchte der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Oswald, Chile.

Zu Deutschland bestehen langjährige enge Bindungen. Die Leistungen deutscher Einwanderer im Süden Chiles (ab 1850) sowie das Engagement deutscher Wissenschaftler, Erzieher, Unternehmer und Experten aller Bereiche haben viel zum Aufbau des Landes beigetragen und finden noch heute Anerkennung.

Chile begegnet deutschen Anliegen grundsätzlich mit Wohlwollen. Im multilateralen Bereich gibt es viele gemeinsame Interessen, bei denen sich beide Regierungen eng abstimmen. Beispiele hierfür sind globale Fragen wie Erneuerbare Energien (Chile ist Gründungsmitglied der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien/IRENA), Umweltschutz, Klimawandel, Abrüstung und nukleare Nichtverbreitung, Menschenrechte sowie Reform und Stärkung der Vereinten Nationen. Der damalige chilenische Präsident Piñera hat bei seiner Rede vor der VN-Vollversammlung im September 2013 den Anspruch Deutschlands auf einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat explizit unterstützt.

Die Arbeit deutscher politischer Stiftungen (Konrad-Adenauer-, Heinrich-Böll-, Friedrich-Ebert- und Hanns-Seidel-Stiftung unterhalten teilweise seit mehreren Jahrzehnten Büros in Chile), die ein breites Spektrum abdecken, ist erfolgreich und wird geschätzt.


Wirtschaftliche Beziehungen

Zwischen Deutschland und Chile bestehen seit vielen Jahren gute und intensive wirtschaftliche Beziehungen.

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Chiles innerhalb der Europäischen Union und steht in der Liste der Ursprungsländer chilenischer Einfuhren weltweit weiterhin an fünfter Stelle. Die deutschen Ausfuhren nach Chile wuchsen 2013 auf 3,7 Mrd. USD (+12%) und die Einfuhren aus Chile sanken erneut leicht  (-9%) auf 2,1 Mrd. USD.

Deutschland exportiert nach Chile vornehmlich Luft-, Wasser- und Schienenfahrzeuge sowie Automobile, Anlagen- und Maschinenbauprodukte, Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung, elektrotechnische, medizinische und fotografische Geräte sowie Mess- und Regeltechnik, chemische Erzeugnisse und Waren aus unedlen Metallen.

Auf den vorderen Plätzen der Einfuhren aus Chile stehen nach wie vor Kupfer und damit verwandte Produkte. In nennenswertem Umfang bezieht Deutschland aus Chile außerdem Obst, Konserven und Säfte, Wein, Fisch und Fischzubereitungen, Fleisch und Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, sowie Zellulose, Holz, und chemische Erzeugnisse. 

Im Rahmen des Chile-Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel unterzeichneten Botschafter Blomeyer-Bartenstein und der chilenische Außenminister Moreno am 26.01.2013 eine gemeinsame Erklärung beider Regierungen zur Zusammenarbeit im Bereich Bergbau und mineralische Rohstoffe. Auf Grundlage einer gleichzeitig zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und dem chilenischem Bergbauministerium unterzeichneten Absichtserklärung wurde Anfang Juli 2013 das Deutsch-Chilenische Forum für Bergbau und mineralische Rohstoffe ins Leben gerufen. Die Institutionalisierung und Intensivierung der Zusammenarbeit wird zudem durch die Gründung eines Bergbaukompetenz­zentrums an der AHK Chile sowie einer strategischen Partnerschaft zwischen der AHK Chile und dem Forschungszweig des chilenischen Bergbauverbandes gefördert.. Ein Kooperationsprojekt im nachhaltigen Bergbau der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe(BGR), der AHK-Chile und chilenischen Partnern soll zudem neue Möglichkeiten für Technologiepartnerschaften zwischen deutschen und chilenischen Firmen schaffen.

Im Oktober 2013 fanden die vierten deutsch-chilenischen Wirtschaftstage in Santiago de Chile statt. Zu diesem Anlass tagte das deutsch-chilenische Rohstoffforum bereits zum zweiten Mal und konnte mit der Vereinbarung zwischen den beiden geologischen Diensten, der BGR und dem SERNAGEOMIN, die Zusammenarbeit im Rohstoffbereich weiter vertieft werden.

Im Frühjahr 2013 eröffnete die Staatsministerin im bayerischen Ministerium für Wirtschaft, Katja Hessel, in Santiago de Chile eine Wirtschaftsvertretung Bayerns für Chile, Argentinien, Peru und Kolumbien.


Deutsche Direktinvestitionen in Chile

Im Vergleich zu anderen Ländern, die vor allem Großinvestitionen im Bergbau, Straßenbau oder Energiesektor tätigen, ist der Anteil mit ca. 2 Mrd USD akkumulierten Direktinvestitionen gering (weniger als 1 % der Gesamtauslandsinvestitionen in Chile). Deutsche Unternehmen haben vor allem in Technologiebereichen und Weiterverarbeitung einheimischer Rohstoffe investiert, zunehmend aber auch im Immobilienbereich. Größte deutsche Investition ist Kali & Salz, die Anfang 2014 in Chile eine neue Anlage einweihen konnten, die die chilenische Produktionsstätte damit zur größten der Firma weltweit macht. Weitere große Investitionen vor allem von Südzucker, Immobilienfonds, Joint Ventures im Industriebereich (Ferrostaal, Linde Hochtief etc.). Daneben gibt es viele kleinere Investments von mittelständischen Unternehmen.


Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit       

Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) zwischen Deutschland und Chile hat sich in den letzten Jahren stetig intensiviert. Anlässlich des Chile-Besuchs von Bundesministerin Schavan wurde zudem 2012 ein aktualisiertes umfassendes Rahmenabkommen zur bilateralen Zusammenarbeit in der WTZ unterzeichnet, das im September 2013 in Kraft getreten ist. Gleichzeitig gab sie den Startschuss für den Aufbau eines deutsch-chilenischen Exzellenzzentrums für bergbaubezogene Technologie, Ausbildung und Forschung. Partner der Initiative von deutscher Seite sind die Technische Universität Bergakademie Freiberg und Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum sowie von chilenischer Seite die Universidad de Atacama (Copiapó), die Universidad Católica del Norte (Antofagasta) und die Universidad de Concepción.

Die seit 2011 in Chile mit dem Fraunhofer Center für biotechnologische Systeme ansässige Fraunhofer Gesellschaft, baute auch 2013 ihre erfolgreiche Forschungspartnerschaft mit Chile aus. Neben dem bereits 2012 in Santiago gegründeten Ableger von Fraunhofer Fokus Innocity (Smart City) hat Fraunhofer Solar Ende 2013 die Förderung der chilenischen Regierung für die Gründung eines Solarexzellenzzentrums in Chile erhalten. Dieses wird 2014 seine Arbeit aufnehmen

Zudem konnte die Max-Planck Gesellschaft ihre Kooperation mit Chile verfestigen. Im Sommer 2013 vereinbarte die MPG mit der chilenischen Seite die Förderung deutsch-chilenischer Forschungsprojekte (sogen. Tandemprojekte). Anfang 2014 wurde zudem der Grundstein für eine ständige Max-Planck-Forschungsgruppe in Chile gelegt. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Anfang Januar das Max-Planck Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen mit dem Centro Interdisciplinario de Neurociencia der Universität Valparaíso auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. 

Weiterhin sind die Helmholtz-Gemeinschaft, insbesondere das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches Geoforschungs Zentrum (GFZ), sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Chile aktiv. Gemeinsam mit der Bundesanstalt für Karthographie und Geodäsie (BKG), dem Alfred Wegener Institut und chilenischen Partnern baut das DLR seine Forschungstätigkeit in der Antarktis, der Satelliten-Empfangsstation GARS O’Higgins, weiter aus. Zudem bereitet es mit Unterstützung der Bundesregierung eine Kooperation mit Chile zur Entwicklung eines Multi-Hazard-Frühwarnsystems vor. Die Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren unterhält gemeinsam mit dem chilen. Forschungsrat CONICYT Förderprogramme für deutsch-chilenische Wissenschaftsprojekte.

Im Berichtszeitraum führte zudem das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung verschiedene Forschungsexpeditionen mit dem deutschen Forschungsschiff Polarstern in chilenischen Gewässern auf Gebieten wie Grundlagenforschung in physikalischer, biologischer und chemischer Ozeanographie, Planktonproduktion, Fischbestände, usw. durch.

Neue Kooperationsvereinbarungen gibt es zudem zwischen dem Humboldt Institut der HU Berlin für Internet und Gesellschaft und dem chilenischen Wirtschaftsministerium. Ziel ist es, Chile als Plattform für Internetanwendungen in der Region zu stärken. Zum anderen haben Ärzte aus Vina del Mar mit der Medizinischen Hochschule in Hannover eine Kooperation bei Kunstherzimplantationen nach Hannoveraner minimal-invasiver Methode initiiert.


Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Chile ist Mitglied der OECD und positioniert sich selbst als „Gebernation“. Bei diesem Engagement wird Chile von der Bundesregierung unterstützt. Im Rahmen dieser sogenannten „Dreieckskooperation“ stellt die chilenische Partnerorganisation „Agencia de Cooperación Internacional“ (ACGI) heute mit deutscher Beratung Drittstaaten der Region Konzepte und Erfahrungen aus der eigenen bilateralen technischen Zusammenarbeit zur Verfügung. Dreieckskooperationen finden zur Zeit mit der Dominikanischen Republik, Kolumbien, El Salvador, Honduras, Guatemala und Paraguay statt. Zwei weitere Projekte mit Haiti und Peru haben kürzlich den Zuschlag des BMZ erhalten und sollen mit Mitteln des Dreiecksfonds gefördert werden. Haiti profitiert zum ersten Mal von dieser Förderung.

Schwerpunkt der bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Chile ist seit 2004 der Bereich der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Nach Beendigung der bilateralen EZ mit Chile im Jahr 2011, fördert seit 2008 das BMU über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) sowie die Deutsche Klimatechnologieinitiative (DKTI) die Durchführung klimarelevanter Vorhaben im Bereich Erneuerbare Energien. An dieser Zusammenarbeit sind als Durchführungs­organisationen maßgeblich die GIZ mit technischer Zusammenarbeit (TZ) und die KfW mit finanzieller Zusammenarbeit (FZ) beteiligt.

Im Rahmen der IKI fördert die Bundesregierung derzeit ein Projekt zu Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung in öffentlichen Krankenhäusern, eines zur Erstellung einer Ausbaustrategie für netzgebundene Erneuerbare Energien und ein weiteres Projekt zur Solarenergie. 100 Mio. Euro FZ und 8 Mio. Euro TZ beabsichtigt die Bundesregierung zudem bis 2018 für ein gemeinsames Vorhaben zur Förderung der Solarenergie bereitzustellen. Förderschwerpunkt liegt auf der Errichtung des ersten staatlich bezuschussten Solarkonzentrations- und -speicherungsprojekts (CSP) in Chile sowie der Etablierung des Marktes für CSP in Chile. Für den Bau der Anlage, der 2015 beginnen soll, stehen internationale Gelder i.H.v. 300 Mio Euro zur VerfügungSeit 2013 unterstützt  die Bundesregierung Chile zudem - wie auch andere AILAC-Länder - bei der Optimierung  der Verhandlungsführung in der Gruppe der AILAC-Staaten bei den UNFCCC-Verhandlungen.

Die KfW stellt zudem im Rahmen der FZ zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse für klima- und umweltrelevante Investitionen im Rahmen der 2007 im Auftrag des BMZ ins Leben gerufenen Initiative für Klima und Umweltschutz (IKLU) bereit. Deutschland hat der chilenischen Regierung 2009 ein vergünstigtes Darlehen in Höhe von 65 Mio. EUR zur Förderung von Projekten im Bereich Erneuerbare Energien und Energieeffizienz zur Verfügung gestellt. Eine weitere Vereinbarung wurde im Dezember 2013 von der Kfw und der chilenischen Wirtschaftsförderagentur Corfo unterzeichnet. Deutschland stellt der chilenischen Regierung damit ein weiteres vergünstigtes Darlehen i.H. von 65 Mio. EUR für Projekte im genannten Bereich zur Verfügung. Mit der neuen Kreditlinie und der beratenden Begleitmaßnahme bei den Kreditinstituten (i.H. von 1,6 Mio. EUR) sollen die Entwicklung von Solar-, Wind- und Kleinwasserkraftwerken in Chile gefördert werden.

Im Rahmen der Initiative für national angemessene Klimaschutzmaßnahmen des deutsch-britischen NAMA-Fonds erhielt Chile zudem im November 2013 die Förderzusage eines Projektes zur Unterstützung der Selbstversorgung mittels Erneuerbarer Energien. Der Gesamtbetrag der Finanzierung beläuft sich während der 5-jährigen Laufzeit des Projektes auf 15 Mio. Euro. Von den zugesagten Mitteln sind 3 Mio. Euro für die technische Zusammenarbeit (durchgeführt von der GIZ) und 12 Mio. Euro für die finanzielle Zusammenarbeit (verwaltet von der KfW) bestimmt. Die Botschaft stärkte 2013 die klima- und energiepolitische Zusammenarbeit mit Chile zudem mit eigenen Initiativen. Mit Geldern des AA-Klimafonds förderte sie ein Projekt zur Verbesserung des wissenschaftlich-politischen Dialogs bei Klimaanpassungsmaßnahmen. Zudem lud die Botschaft ebenfalls mit Geldern des AA-Klimafonds Ende 2013 erstmals zu einem Forum zum Thema „Energiewende“ ein. Deutsche und chilenische Experten diskutierten über die Herausforderungen und Chancen bei der Realisierung einer nachhaltigen Energiematrix.

Weitere Schwerpunkttehmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Chile sind immer mehr auch Berufsbildung und nachhaltiger Bergbau. 2013 startete ein in Chile angesiedeltes Regionalvorhaben zur nachhaltigen Gestaltung des Bergbaus. Es soll zur wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigen Gestaltung und Nutzung des Bergbaus in der Andenregion beitragen. Die Bundesregierung stellt dafür insgesamt 3,5 Mio. Euro für einen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung. Das Vorhaben wird durch die GIZ und BGR implementiert, regionaler Partner ist die „Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik“ (CEPAL). Im Bereich der Berufsbildung startete das BMZ 2013 eine Berufsbildungspartnerschaft zwischen der IHK Chemnitz, der AHK Chile und der dem chilenischen Arbeitsministerium zugeordneten Einrichtung Chile Valora. Die Partnerschaft  widmet sich vor allem der Schaffung kontinuierlicher Aus- und Weiterbildungswege durch die Zertifizierung von Fähigkeiten. Das Projekt ergänzt die zahlreichen Berufsbildungsaktivitäten der AHK Chile und ist mit dem Einsatz deutscher Experten zu dem Themenbereich im chilenischen Arbeits- und Bildungsministerium sowie konkreten Bildungseinrichtungen eng verzahnt.

Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit (TZ) sind derzeit insgesamt 10 deutsche Experten in Chile tätig. Neben projektgebundenen Experten handelt es sich dabei vorwiegend um sogenannte „integrierte Experten“ des CIM (Zentrum für Internationale Migration), die vor allem im Umwelt-, Energie- und Berufsbildungsbereich eingesetzt werden. Zahlreiche Fortbildungsangebote runden die deutsch-chilenische Zusammenarbeit in diesem Feld ab.


Kulturelle Beziehungen

Die bilateralen Kulturbeziehungen sind eng und vielseitig. Schwerpunkte sind die wissenschaftlichen Kontakte zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen beider Länder, die Programmarbeit des Goethe-Instituts und anderer Kulturmittler sowie die finanzielle und personelle Förderung von 27 Schulen im Pasch-Netzwerk.

Die traditionsreichen Deutschen Schulen genießen in Chile einen exzellenten Ruf. In der jährlich in ganz Chile durchgeführten Universitätszugangsprüfung (PSU) zeichneten sich viele der Deutschen Schulen auch 2013 durch einen der vordersten Plätze im informellen „Schul-Ranking“ aus. Bereits fünf  Deutsche Schulen (im Oktober 2010 die Deutsche Schule „Carlos Anwandter“ in Valdivia, im Mai 2011 die Deutschen Schulen in Valparaíso und Santiago, im Oktober 2011 die Deutsche Schule Concepción, und zuletzt die Thomas Morus Schule in Santiago) wurden von einer Bund-Länder-Inspektion (BLI) zertifiziert und erhielten im Ergebnis das vom Bundespräsidenten verliehene Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“. Von den 27 geförderten Deutschen Schulen verfügt allerdings nur die Deutsche Schule in Santiago über einen durchgängig deutschsprachigen Bildungsgang. Die Schule hat im Schuljahr 2012 zum ersten Mal die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DiAP) durchgeführt.Vier weitere Deutsche Auslandsschulen haben ihr Deutschprofil gestärkt und bieten inzwischen das „Gemischtsprachige Internationale Baccalaureat“ an. Die Schüler dieses Bildungsgang werden in den Fächern Biologie und Geschichte in deutscher Sprache unterrichtet. Die übrigen Deutschen Schulen unterrichten Deutsch als Ergänzungs- oder Fremdsprache. Die Deutschen Schulen werden landesweit von rund 13.400 Schülerinnen und Schülern besucht.

Im Rahmen der Initiative des Auswärtigen Amts „Schulen: Partner der Zukunft“ wurden 2009 außerdem fünf neue chilenische Partnerschulen gewonnen, darunter auch das sehr renommierte „Instituto Nacional“, an welchen der Deutschunterricht durch das Goethe-Institut gefördert wird; aktuell ist das Liceo No 1 hinzugekommen. Deutsch wird in Chile derzeit von mehr als 22.500 Schülern und Studenten als Fremdsprache gelernt.

Deutsche und chilenische Hochschulen und Forschungs­einrichtungen arbeiten in der Regel unmittelbar zusammen. Es gibt ein enges Netz von Kontakten und vertraglichen Vereinbarungen: Die Zahl der Kooperationen ist inzwischen auf über 200 angestiegen. Derzeit studieren ca. 760 chil. Studierende an deutschen Hochschulen, womit Deutschland in Lateinamerika in Relation zur Bevölkerungszahl auf Platz 1 der Beliebtheitsskala liegt. 2012 vergab der DAAD 316 Stipendien an dt. Studierende und 441 Stipendien an chil. Studierende. Im März 2009 unterzeichnete der DAAD ein Abkommen u.a. mit dem chilenischen Bildungsministerium, das – über einen Zeitraum von insgesamt fünf Jahren – die Kofinanzierung von Deutschland-Stipendien für chilenische Postgraduierte vorsieht; Becas Chile konzentriert sich seit 2013 ausschl. auf Promotionsstudien.  Der DAAD fördert überides über das IPID-Programm (International Studieren in Deutschland) zwei Promotionskollegs und erzielt große Erfolge mit dem Jungingenieurspogramm (allein 2013 60 neue Studenten im Deutschland-Aufenthalt).Am 7. September 2009 haben die Hochschulrektoren­konferenz und ihr chilenisches Gegenstück, der „Consejo de Rectores de las Universidades Chilenas“, ein Abkommen zur Errichtung von sechs Promotionskollegs unterzeichnet. Diese Kollegs fördern den wissenschaftlichen Austausch und ermöglichen eine Anerkennung der Titel in beiden Ländern.

Das 2001 in Chile gegründete Heidelberg Center Lateinamerika (HCLA) wurde als Postgraduierten- und Weiterbildungszentrum der Universität Heidelberg in Santiago de Chile am 9. April 2002 offiziell eröffnet. Finanziell unterstützt wird das HCLA vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, der Universität Heidelberg und dem DAAD. Seit 2010 erhält das Zentrum überdies über den DAAD Mittel aus der Außenwissenschaftsinitiative des Auswärtigen Amts. In Zusammenarbeit mit der Universidad de Chile und der Pontificia Universidad Católica bietet das Heidelberg Center seit 2010 nun auch die Fächer medizinische Physik, medizinische Informatik sowie Geowissenschaften und Astronomie für Postgraduierte an.

Am 9. und 10. Januar 2014 fand in Santiago ein chil-arg. AvH-Kolleg über die "Entstehung der wissenschaftlichen Disziplinen in Lateinamerika“ statt. Gleichzeitig tagte ein int. Kongreß zu „Humboldt, Gay und Domeyko“, zu dem ebenfalls Wissenschaftler aus Deutschland angereist waren.

Deutschland ist mit einer Vielzahl kultureller Projekte in Chile präsent. Das Goethe-Institut Santiago (GI), das 2012 den 60. Jahrestag seit seiner Gründung in Chile feierte, ist eines der profiliertesten Kulturzentren der chilenischen Hauptstadt, das auch erfolgreich mit anderen europäischen Kulturinstituten kooperiert. Im Januar 2014 fand das 21 Internationale Theaterfestial „Santiago a Mil“ statt, bei dem Deutschland mit zwei Produktionen prominent vertreten war: DTB mit „Ödipus Stadt“ und Heiner Göbbels mit der Installation „Stifters Dinge“. Im Rahmen des kulturellen Begleitprogramms zum 6. IFACCA Kongreß, zu dem aus DEU der Direktor der Zeche Zollverein und der Leiter der Abteilung „Entwicklung“ aus dem GI angereist waren, wurde in Anwesenheit des deutschen Experten Christian Hiller im Museum „Bellas Artes“ die GI-Ausstellung „Bauhaus Film“ eröffnet.

Im Mai 2013 fand erneut das  EU-Filmfestival statt, das von den in Chile vertretenen Botschaften und den jeweiligen Kulturinstitutionen gemeinsam organisiert wird. Dabei war Deutschland  ebenso vertreten wie beim 9. Internationalen Filmfestival von Santiago (SANFICC 9, 23.-30.08.2013.), bei dem mehrere deutsche Beiträge – allerdings außerhalb des Wettbewerbs – sowie eine Margarethe von Trotta-Restrospektive gezeigt wurden.. Das Ethnologische Museum Berlin-Dahlem zeigte  eine Afrika-Ausstellung mit beinahe 200 Exponaten im Centro Cultural La Moneda. . Im selben Monat reiste Wolfgang Tillmans zur Vernissage seiner Foto-Ausstellung im Museo de Artes Visuales an. Im Rahmen des Tanzfestivals „Movimiento Sur“ im Oktober, an dem neben GI auch die Siemens Kulturstiftung beteiligt waren, wurden Inszenierungen von Gradinger & Schubot aus Deutschland gezeigt. Beim EU-Jazzfestival und beim Festival de Arte Sonoror (Tsonami) – im November und Dezember - waren wir mit einem Klavier-Cembalo-Ensemble (Wollny und Halperin) und mit Musiker und bild. Künstler Michael Vorfeld vertreten.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.