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Heiliger Stuhl Vatikan

Innenpolitik

Stand: Dezember 2014

Staat der Vatikanstadt

Der Heilige Stuhl und der Staat der Vatikanstadt haben ihre eigene Völkerrechtssubkjektivität. Das Staatsgebiet umfasst die Petersbasilika, den Petersplatz, den Apostolischen Palast, die Vatikanischen Museen und Gärten sowie weitere Gebäude in Rom (darunter der Lateran), ferner die Sommerresidenz Castel Gandolfo (rund 60 Hektar). Der Staat der Vatikanstadt verfügt über eine eigene Justiz, Polizei, Eisenbahnstation, Bank (IOR), Post- und Münzamt, Supermarkt, Apotheke, Verlag, Rundfunk, Bibliothek und Archiv.

Für die Sicherheit des Papstes ist die Schweizergarde verantwortlich. Die Schweizergarde entstand im Jahre 1506 unter Papst Julius II., der die Schweizer nach Rom kommen ließ, da sie durch ihren Mut, ihre edle Gesinnung und ihre Treue als unbesiegbar galten. Der offizielle Gründungstag der Schweizergarde ist der 22. Januar 1506, der Tag an dem 150 Schweizer Soldaten durch die Porta del Popolo in den Vatikan einzogen und von Papst Julius II. gesegnet wurden.

Staatsform des Staates der Vatikanstadt ist die Wahlmonarchie. Staatsoberhaupt und Souverän des Staates der Vatikanstadt ist der Papst. Er übt die gesetzgebende, ausführende und richterliche Gewalt aus. Die Verwaltung des Staates der Vatikanstadt liegt in den Händen einer aus sieben Kurienkardinälen bestehenden päpstlichen Kommission, die vom Papst jeweils für fünf Jahre ernannt wird und deren Vorsitzender der Präsident des Governatorates des Vatikans ist, in der Regel ein Kardinal. Für die zentrale Verwaltung ist das „Governatorato“ zuständig.

Papst Franziskus hat im April 2013 eine Gruppe von Kardinälen aus allen Kontinenten berufen, die ihn in Fragen, die die Leitung der Universalkirche betreffen, beraten und ein Projekt zur Überarbeitung der Apostolischen Konstitution „Pastor Bonus“ über die Römische Kurie ausarbeiten sollen. Diesem Gremium gehören derzeit neun Kardinäle an, als einziger europäischer Ortsbischof auch der deutsche Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising.

Im Staat der Vatikanstadt wurde am 01.01.2002 der Euro als Währung eingeführt und ein eigener Satz Münzen mit dem Bild des Papstes herausgegeben. Bedingt durch das rege Sammlerinteresse gelangen die Münzen selten in den Umlauf.

Heiliger Stuhl und Römische Kirche

Der Papst ist als Bischof von Rom „Haupt des Bischofskollegiums und oberster Hirte der Gesamtkirche“, über die er die oberste, volle, unmittelbare und universale Leitungsgewalt hat. Er verkörpert die Einheit der katholischen Weltkirche mit 1,2 Milliarden Gläubigen in fünf Kontinenten.

Das Kardinalskollegium, das den Papst bei der Leitung der Gesamtkirche berät, umfasst zum 31. Dezember 2014 111 wahlberechtigte Mitglieder (das heißt Kardinäle, die das
80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben). Insgesamt gehören dem Kardinalskollegium 201 Kardinäle an (Stand 11. November 2014).

Die Römische Kurie, durch die der Papst die Gesamtkirche leitet, besteht aus: dem Staatssekretariat und den (für die verschiedenen Sachgebiete der Kirche) zuständigen Kongregationen, Päpstlichen Räten, Kommissionen/Komitees, Gerichtshöfen und Ämtern. Diese „Dikasterien“ (Zentralbehörden der Kurie) werden meist von Kardinälen geleitet und sind in ihrer Funktion mit Ministerien vergleichbar. Unter der Bezeichnung „Apostolischer Stuhl“ oder „Heiliger Stuhl“ ist nicht nur der Papst, sondern die Gesamtheit der Römischen Kurie zu verstehen.

Unter den Kurienbehörden hat das Staatssekretariat eine besondere Stellung.  Es unterstützt den Papst in der Leitung der Weltkirche und koordiniert die Arbeit der übrigen kurialen Behörden. An der Spitze des Staatssekretariats steht der Kardinalstaatssekretär, der einem Regierungschef vergleichbar ist. Seit dem 15. Oktober 2013 ist Kardinal Pietro Parolin Kardinalstaatssekretär.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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