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Spanien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2014

Politische Beziehungen

Die deutsch-spanischen Beziehungen sind traditionell sehr gut und werden von einer positiven Grundhaltung der Bevölkerung in beiden Ländern getragen. In Deutschland leben heute rund 130.000 Spanier, die ein gutes Beispiel für Integration ohne Aufgabe der eigenen kulturellen Identität darstellen. Umgekehrt leben nach neueren Schätzungen weit über 500.000 deutsche Staatsangehörige dauerhaft, das heißt länger als drei Monate im Jahr in Spanien. Knapp 10 Millionen deutsche Touristen besuchen jährlich Spanien.

Der politische Austausch zwischen deutschen und spanischen Regierungsmitgliedern ist eng, auch am Rande von regelmäßigen Treffen auf EU-Ebene. Bundeskanzlerin Merkel war zuletzt am 6. September 2012 in Madrid zu Gast. Gemeinsam mit Ministerpräsident Mariano Rajoy nahm sie an einer Konferenz mit Vertretern der Wirtschaft und der Gewerkschaften teil. Am 4. Februar 2013 kam Ministerpräsident Rajoy in Begleitung mehrerer Minister zu bilateralen Regierungskonsultationen nach Berlin.

Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte Handelspartner Spaniens, bei den Importen Spaniens liegt Deutschland sogar auf Platz eins. Spanien exportiert traditionell deutlich weniger nach Deutschland (Warenwert Jahr 2013: 23,7 Mrd. Euro, +6,1 Prozent) als es von dort importiert (Warenwert im Jahr 2013: 31,3 Mrd. Euro, +0,4 Prozent), konnte aber über die letzten Jahre das bilaterale Handelsdefizit mit Deutschland verringern. Im Jahr 2013 lag es noch bei 7,6 Mrd. Euro.

Die Bundesrepublik nimmt bei den industriellen Direktinvestitionen eine wichtige Position ein. In Spanien sind nach Angaben der Deutschen Handelskammer für Spanien rund 1.200 deutsche Unternehmen mit Tochterfirmen oder Beteiligungen vertreten, viele davon mit eigener Produktion. Eine bedeutende Rolle in den Wirtschaftsbeziehungen spielt auch der deutsche Tourismus. Im Jahr 2013 stellten 9,8 Millionen Deutsche die zweitgrößte Touristengruppe nach Besuchern aus Großbritannien.

Kulturelle Beziehungen

Zwischen Deutschland und Spanien herrscht ein reger und intensiver Kulturaustausch. Das Interesse an Sprache und Kultur Spaniens (Literatur, Film) hat in Deutschland stark zugenommen. In Spanien hat die Wirtschaftskrise zu einem sprunghaften Anstieg des Interesses an Deutschland und der deutschen Sprache geführt.

Deutschland unterhält in Madrid und Barcelona Goethe-Institute mit Außenstellen in Granada und San Sebastián. Mit Kulturveranstaltungen, Sprachkursen und durch ihre Bibliotheks- und Informationsarbeit tragen sie zur Verbreitung eines vielschichtigen und aktuellen Deutschlandbildes bei.

Das Deutsche Archäologische Institut ist mit einer Abteilung in Madrid vertreten, die für Spanien, Portugal und Nordafrika zuständig ist und seit Jahrzehnten wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Region fördert.

Zwischen den Hochschulen beider Länder bestehen über 1500 formelle Kooperationsvereinbarungen. Eine große Zahl von gemeinsamen Forschungsprojekten deutscher und spanischer Institutionen unterstreichen die intensive Zusammenarbeit. Eine wichtige Säule ist dabei die Alexander von Humboldt Stiftung mit einem dichten Netz ehemaliger Stipendiaten.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst unterhält seit November 2011 ein neues Informationszentrum in Madrid und ist mit neun Lektoren an spanischen Universitäten präsent.

Es gibt sieben deutsche Auslandsschulen in Madrid, Barcelona, Valencia, Bilbao, Málaga, Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas, die das deutsche Abitur anbieten. Daneben bestehen zwei Sprachbeihilfe-Schulen in San Sebastian und Sevilla, sowie zwei deutsche Berufsschulen in Madrid und Barcelona. Mit insgesamt über 8.000 Schülern (einschließlich Kindergarten) leisten sie einen Beitrag zur interkulturellen Begegnung. Die Schulen werden durch die Entsendung von Auslandslehrkräften und materielle Unterstützung nachhaltig gefördert. Das weltweite Netz von Partnerschulen (PASCH) umfasst insgesamt 23 Schulen in Spanien.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.