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Optionsregelung nach § 29 StAG

Am 20.12.2014 ist das Zweite Gesetz zur Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes in Kraft getreten, das die Optionsregelung für in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern neu regelt.

Seit dem Jahr 2000 erwerben Kinder von Ausländern bei Geburt in Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil seit mindestens 8 Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt. Diese Kinder müssen sich grundsätzlich mit Vollendung des 21. Lebensjahres zwischen der deutschen und der ausländischen Staatsangehörigkeit der Eltern entscheiden, die sogenannte Optionspflicht.

Optionspflichtig ist grundsätzlich nur, wer die deutsche Staatsangehörigkeit nach § 4 Abs. 3 StAG als in Deutschland geborenes Kind ausländischer Eltern oder durch Einbürgerung nach § 40b StAG erworben hat, d.h. er muss sich nach Vollendung des 21. Lebensjahres entscheiden, ob er die deutsche oder die ausländische Staatsangehörigkeit der Eltern behalten will.

Einschränkung des Kreises der Optionspflichtigen

Durch das am 20.12.2014 in Kraft getretene Zweite Gesetz zur Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes wird der Kreis der Optionspflichtigen weitreichend eingeschränkt. Nach § 29 StAG in der neuen Fassung ist von der Optionspflicht befreit, wer neben der deutschen ausschließlich die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Staates oder der Schweiz besitzt.


Keine Optionspflicht für im Inland Aufgewachsene

Des Weiteren entfällt die Optionspflicht für Betroffene, die im Inland aufgewachsen sind. Als im Inland aufgewachsen gilt nach § 29 Abs. 1a StAG, wer

  • sich acht Jahre gewöhnlich im Inland aufgehalten hat,
  • sechs Jahre im Inland eine Schule besucht hat

    oder
  • über einen im Inland erworbenen Schulabschluss oder eine im Inland abgeschlossene Berufsausbildung verfügt.

Der Optionshinweis

Die Optionspflicht wird nur und erst dann ausgelöst, wenn der Betroffene innerhalb eines Jahres nach Vollendung des 21. Lebensjahres von der zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde einen sogenannten Optionshinweis über die Erklärungspflicht und die möglichen Rechtsfolgen erhält. Hierbei ist zu beachten, dass in Fällen, in denen der Betroffene unbekannt ins Ausland verzogen ist, eine öffentliche Zustellung (öffentliche Bekanntmachung) durch das Bundesverwaltungsamt erfolgt.

Um keine Fristen zu versäumen, sollten Betroffene, die bei Vollendung des 21. Lebensjahres ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben und bei denen ein Nichtbestehen der Optionspflicht noch nicht verbindlich festgestellt wurde, Kontakt mit dem Bundesverwaltungsamt in Köln aufnehmen.


Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Bundesminsteriums des Innern und des Bundesverwaltungsamts.

Bei Fragen im Einzelfall wenden Sie sich bitte an die für Ihren Wohnsitz zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde. Wenn Sie einen Wohnsitz im Ausland haben, wenden Sie sich an die zuständige deutsche Auslandsvertretung oder das Bundesverwaltungsamt in Köln.


Stand 20.01.2016

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