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Slowakei

Wirtschaft

Stand: Oktober 2014

Grundlagen

Der Schwerpunkt der industriellen Entwicklung seit den 1950er Jahren lag in den energie- und rohstoffintensiven Bereichen Metallurgie, Rüstungsindustrie, Energiewirtschaft und chemische Industrie. Im Zuge des Umbruchs 1989 kam die Schwerindustrie fast zum Erliegen. Der Anteil der Industrieproduktion am slowakischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank von ca. 61 Prozent (1991) auf 24,2 Prozent (2002). Durch umfassende Investitionen, auch aus dem Ausland, hat die Bedeutung des industriellen Sektors seitdem wieder zugenommen. Der Anteil der Industrie samt Baugewerbe beträgt ca 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts; über 60 Prozent macht der Dienstleistungssektor aus, die Landwirtschaft ca. 2 Prozent.

Der industrielle Schwerpunkt liegt in der breit gefächerten Automobilbranche sowie in den Bereichen Elektronik, Metallbearbeitung und Maschinenbau und. Die großen ausländischen Konzerne VW, Peugeot/Citroën und Kia dominieren den slowakischen Fahrzeugbau. Die Produktion im Fahrzeugbau verzeichnete in den letzten zwei Jahre Rekorde: 2012 und 2013 verließen die Fließbänder jeweils fast 1 Million neuer Automobile. Für 2014 ist der Baubeginn von neuen Autobahnabschnitten geplant, die mit EU-Mitteln aus dem Fiskalrahmen 2007-2013 finanziert werden.

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Die Regierung kündigte nach ihrem Amtsantritt 2012 das Ziel an, schon 2013 die Drei-Prozent-Grenze beim gesamtstaatlichen Haushaltsdefizit einzuhalten. Laut Eurostat betrug das Defizit in 2013 2,77 Prozent des BIP.

Das Ziel der Regierung ist die Nachhaltigkeit der eingeleiteten Sparpolitik. Dementsprechend führt die Regierung die 2012 und 2013 eingeführten Maßnahmen im Steuer- und Abgabenbereich fort. Das „Nationale Reformprogramm“ für 2014 sieht weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Ausgaben in der öffentlichen Verwaltung auch für die Folgejahre vor. 2013 gab es laut Regierung Erfolge bei der Anwendung des Aktionsplans zur Bekämpfung von Steuerbetrug – u.a. durch den Einsatz der Finanzpolizei bei der Verfolgung von Steuerbetrügern.

Für die kommenden Jahre hat die regierende Partei Smer-SD ein Paket von Sozial- und Wirtschaftsmaßnahmen angekündigt, deren Ziel ist die Erleichterung der wirtschaftlichen Lage von sozialschwächeren Bevölkerungsgruppen und jungen Familien, die Verbesserung des Unternehmensumfelds und die Förderung von Forschungs- und Innovationsfirmen ist.

Die Schuldenquote ist in den letzten Jahren um mehr als 10 Prozent angestiegen: von 43,28 Prozent in 2011 auf 55,40 Prozent in 2013. Hieraus ergibt sich für die Regierung aufgrund des Gesetzes über die fiskalische Verantwortung die Verpflichtung, die Ausgaben der Einzelpläne (Kapitel des Staatshaushaltes) im Staatshaushaltsentwurf für 2015 ggü. dem Vorjahr jeweils um 3 Prozent zu kürzen.

Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2013 betrug 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit dem der Anteil des Exports am BIP erreichte den bisherigen Rekordwert von 97,54 Prozent. Zur positiven Entwicklung der slowakischen Wirtschaft trägt insbesondere auch der Export in andere EU-Mitgliedstaaten bei; die Exporte nach Deutschland sind im ersten Halbjahr 2014 um 8,2 Prozent ggü. der gleichen Periode des Vorjahres angestiegen. Wichtige Faktoren zur Belebung der Inlandsnachfrage sind derzeit die günstigen Darlehens- und Kreditzinsen, die zunehmende Beschäftigungszahl und positive Entwicklung der Reallöhne.

2013 betrug die Arbeitslosenquote 14,2 Prozent (2012: 13,59 Prozent). Zu einer beträchtlichen Senkung gegenüber dem Vorjahr kam es im ersten Halbjahr 2014 (auf 13,2 Prozent. DieArbeitslosigkeit in der Altersgruppe 15 bis 34 Jahre liegt seit mehreren Jahren bei nahe 50 Prozent.

Der durchschnittliche Verdienst im ersten Halbjahr 2014 betrug 839 EUR brutto monatlich. 2013 lag die Inflationsrate bei 1,3 Prozent.

Die Slowakei hat zum 1. Januar 2009 den Euro eingeführt. Dieser Schritt wird von der Politik und der Öffentlichkeit generell positiv bewertet. Die Gemeinschaftswährung bewährte sich als wirkungsvolles Instrument, um die negativen Effekte der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu mindern. Außerdem half sie der Slowakei, ihre Attraktivität unter ausländischen Investoren beizubehalten, die trotz der Krise in der Eurozone die Einführung der Gemeinschaftswährung als einen wichtigen Standortvorteil der Slowakei bewerten.

Außenhandel und ausländische Direktinvestitionen

Für die slowakische Wirtschaft ist der Außenhandel von zentraler Bedeutung.. Im Vorjahr 2013 betrug das Gesamtvolumen des Exports 64,17 Mrd Euro ; die Zunahme gegenüber dem Vorjahr betrug 3,3 Prozent. Das Importvolumen erreichte 59,93 Mrd Euro (plus 2,3 Prozent):.  Über 60 Prozent ihrer Importe bezieht die Slowakei aus der EU. Der EU-Anteil an ihren Ausfuhren liegt mit über 80 Prozent noch höher. Bedeutendste Handelsgüter sowohl bei Ein- als auch bei Ausfuhren sind Maschinen und Maschinenanlagen, Fahrzeuge, Datenverarbeitungsgeräte, Elektronik, Metallerzeugnisse und chemische Produkte.

Wie in den Vorjahren war auch 2013 Deutschland der wichtigste Handelspartner der Slowakei. Der bilaterale Handelsumsatz betrug 22,85 Mrd Euro. Deutschland ist in der Slowakei sowohl mit großen Investoren (Volkswagen, T-Systems, Siemens, Continental, Evonik, RWE u.a.) als auch mit vielen mittelständischen Unternehmen vertreten. Insgesamt sind über 400 deutsche Unternehmen im Land tätig und beschäftigen fast 100.000 Menschen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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