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Slowakei

Wirtschaft

Stand: Oktober 2016

Grundlagen

Die Slowakei ist eine hoch industrialisierte und stark exportorientierte Volkswirtschaft Der Anteil der Industrie samt Baugewerbe beträgt ca. 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts; über 60 Prozent macht der Dienstleistungssektor aus, die Landwirtschaft ca. 2 Prozent.

Der industrielle Schwerpunkt liegt in der breit gefächerten Automobilbranche sowie in den Bereichen Elektronik, Metallbearbeitung und Maschinenbau.  Die großen ausländischen Konzerne Volkswagen, PSA Peugeot/Citroën und Hyundai/Kia spielen im slowakischen Fahrzeugbau eine führende Rolle, Land Rover Jaguar wird hinzukommen. 2015 wurde erstmals über 1 Million neuer Automobile hergestellt; dies ist weltweit die höchste Kfz-Produktion pro Kopf der Bevölkerung.

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 betrug 3,6 Prozent. Zur positiven Entwicklung der slowakischen Wirtschaft trägt insbesondere der Export in andere EU-Mitgliedstaaten bei. Wichtige Faktoren zu ihrer Belebung sind derzeit die günstigen Darlehens- und Kreditzinsen, die zunehmende Beschäftigungszahl und eine positive Entwicklung der Reallöhne.

Die registrierte Arbeitslosigkeit lag 2015 bei 11,5 Prozent  mit stetig abnehmender Tendenz, inzwischen deutlich unter 10%. 2015 betrug der durchschnittliche Verdienst 883  Euro brutto monatlich; die Inflationsrate lag bei - 0,3 Prozent

Die Regierung achtet darauf, das jährliche Haushaltsdefizit unter 3 Prozent des BIP (Bruttoinlandsproduktes) zu halten. 2015 betrug es 2,97 Prozent des BIP; es soll in den folgenden Jahren wesentlich sinken.  Im Haushaltsentwurf für 2017 wird ein Defizitvon 1,29 Prozent und 2019 von nur noch 0,16 Prozent des BIP prognostiziert. Die Gesamt-Staatsverschuldung (in Relation zum BIP) war bis 2013  auf 54,6 Prozent angestiegen. Auch vor dem Hintergrund einer in der Verfassung verankerten „Schuldenbremse“ hat die Regierung inzwischen Sparmaßnahmen ergriffen, mit denen sie einem weiteren Anstieg der Gesamtverschuldung entgegen wirken konnte. 2015 lag die Schuldenquote bei 52,9 Prozent, und auch insofern ist ein rascher Abbau geplant – 2019 soll sie schon unterhalb von 50 Prozent liegen.

Die Slowakei hat zum 1. Januar 2009 den Euro eingeführt. Dieser Schritt wird von der Politik und der Öffentlichkeit überwiegend positiv bewertet. Die Gemeinschaftswährung bewährte sich als wirkungsvolles Instrument, um die negativen Effekte der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu mindern. Außerdem half sie der Slowakei, ihre Attraktivität unter ausländischen Investoren beizubehalten, die trotz der Krise in der Eurozone die Zugehörigkeit zur Gemeinschaftswährung als einen wichtigen Standortvorteil bewerten.

Außenhandel und ausländische Direktinvestitionen

Für die slowakische Wirtschaft ist der Außenhandel von zentraler Bedeutung. 2015  betrug das Gesamtvolumen des Exports 67,67 Mrd. Euro; die Zunahme gegenüber dem Vorjahr betrug 4,6  Prozent. Das Importvolumen erreichte 64,36  Mrd. Euro (plus 7,6  Prozent). Über 60 Prozent ihrer Importe bezieht die Slowakei aus anderen EU-Mitgliedstaaten. Der EU-Anteil an ihren Ausfuhren liegt mit über 80 Prozent sogar noch höher. Bedeutendste Handelsgüter sowohl bei Ein- als auch bei Ausfuhren sind Maschinen und Maschinenanlagen, Fahrzeuge, Datenverarbeitungsgeräte, Elektronik, Metallerzeugnisse und chemische Produkte, zu denen in den letzten zwei Jahren zunehmend auch Dienstleistungen und Produkte immateriellen Charakters hinzugekommen sind – darunter an erster Stelle Software-Entwicklungen.

Deutschland ist seit Gründung der Slowakischen Republik der mit Abstand wichtigste Handelspartner der Slowakei und rangiert zusätzlich auch unter den Haupt-Herkunftsländern ausländischer Investitionen. 2015 betrug der bilaterale Handelsumsatz 25,30 Mrd. Euro. In der Slowakei sind sowohl große deutsche Investoren (Volkswagen, T-Systems, Deutsche Telekom, Siemens, Continental, Evonik, RWE, E.ON u.a.) als auch viele mittelständische deutsche Unternehmen vertreten. Insgesamt sind ca. 500 deutsche Unternehmen im Land dauerhaft tätig und beschäftigen ca. 100.000 Menschen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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