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Iran

Wirtschaftspolitik

Stand: Juni 2016

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaft Irans liegt überwiegend in den Händen des Staates beziehungsweise religiöser Stiftungen (geschätzt bis zu 80 Prozent). Die iranische Regierung ist bestrebt, den privaten Anteil spürbar zu erhöhen. Die Regierung formuliert ihre wirtschaftlichen Ziele in Fünfjahresplänen. Derzeit gilt der 6. Fünfjahresplan.
Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Irans zählen die Öl- und Gasindustrie, petrochemische Industrie, Kfz-Industrie, Landwirtschaft und Metallindustrie.


Aktuelle Wirtschaftslage

Die iranische Wirtschaft befindet sich derzeit in einer schweren Krise. Inflationsdruck, steigende Binnenverschuldung, sinkende Exporteinnahmen, sinkender Ölpreis sowie hohe inoffizielle Arbeitslosigkeit prägen die wirtschaftliche Entwicklung. Neben hausgemachten Problemen ist die Krise im Wesentlichen eine Folge des internationalen Sanktionsregimes. Vor allem die Sanktionen gegen den Öl- und Finanzsektor haben sich negativ ausgewirkt.

Am 16. Januar 2016, dem sog. Implementation Day im Rahmen der Umsetzung der Wiener Nuklearvereinbarung, haben die Vereinten Nationen und die Europäische Union ihre nuklearbezogenen Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Iran aufgehoben. Die USA haben ihre extraterritorial wirkenden Sanktionen suspendiert und geringfügige Lockerungen ihres bilateralen Handelsembargos vorgenommen. Iran kann nunmehr wieder unbeschränkt Öl und Gas exportieren. Das Land hat Zugang zum internationalen Zahlungsverkehr und es kann nunmehr über Dutzende Milliarden US-Dollar, die zuvor im Ausland eingefroren waren, verfügen. Nach Aufhebung der Finanz- und Wirtschaftssanktionen wird in Europa mit einer Verdoppelung des Handelsvolumens gerechnet. Die Regierung Ruhani wirbt darüber hinaus für mehr ausländische Investitionen, lokale Produktion und Technologietransfer. Iran sieht sich als Wirtschaftshub in der Region. Hauptziel ist dabei die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Im Jahr 2015 betrug das Bruttoinlandsprodukt Schätzungen zufolge circa 405 Milliarden US-Dollar. Nach einem starken Rückgang des Bruttoinlandsprodukts 2012 und 2013 (-6,6 Prozent und -1,9 Prozent) wuchs die Wirtschaft 2014 laut offiziellen Angaben erstmals wieder leicht (+3 Prozent), bevor sie 2015 stagnierte. Für das Jahr 2016 hat die Regierung eine Wachstumsrate von 4 bis 6 Prozent prognostiziert. Die Inflationsrate wird aktuell von offizieller Seite mit 11,5 Prozent angegeben. Die Arbeitslosenrate beträgt offiziellen Angaben zufolge 11,9 Prozent. Davon sind etwa drei Viertel zwischen 15 bis 29 Jahre alt. Jedes Jahr drängen 750.000 neue Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt. Iran belegt im Doing-Business-Index der Weltbank von 2015 Rang 118 unter 189 Nationen.


Mitgliedschaft in wirtschaftlichen Zusammenschlüssen

Iran hat seit 1995 wiederholt den Beitritt zur Welthandelsorganisation beantragt, bei der das Land seit Mai 2005 über einen Beobachterstatus verfügt. Das Land ist Mitglied der Economic Cooperation Organisation, einem regionalen Wirtschaftsbund der west- und mittelasiatischen Staaten Iran, Türkei, Pakistan, Aserbaidschan, Turkmenistan, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan und Afghanistan. Iran ist außerdem Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC).

Seit 2005 hat Iran Beobachterstatus bei der Shanghai Cooperation Organisation, einem Bündnis, das sich originär mit Sicherheits-, zunehmend aber auch mit Energiefragen befasst und dem die Staaten China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan angehören. Darüber hinaus gehört Iran dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und den wichtigsten mit Wirtschaft befassten Organisationen (darunter Internationale Arbeitsorganisation ILO und Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung UNCTAD) an.


Umwelt und Umweltpolitik

Umweltpolitik spielt in Iran eine immer wichtigere Rolle. Neben starker Luftverschmutzung steht die momentan herrschende Wasserkrise im Fokus der nationalen Politik. Ruhanis erste Maßnahme als neuer Präsident war die Einsetzung eines Komitees zur Rettung des Urumiyeh Sees im Nordwesten des Landes. Ferner sinkt das Grundwasser in den Städten und Dutzende Feuchtgebiete im ganzen Land sind am Austrocknen. Deutschland fördert Projekte der "German Water Partnership", die eine effizientere Wasserwirtschaft in Iran unterstützt.

Iran zielt auf einen Ausbau von erneuerbaren Energien. Insbesondere Windkraft und Solarenergie sollen das Land in den nächsten Jahren unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. Staatliche geförderte Projekte und Produktionsstätten vor Ort sollen für iranische und ausländische Unternehmen Investitionsanreize sein.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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