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Iran

Wirtschaftspolitik

Stand: Juni 2017

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaft Irans liegt überwiegend in den Händen des Staates beziehungsweise religiöser Stiftungen (Schätzung zufolge etwa 70 bis 80 Prozent). Die Regierung ist bestrebt, den privaten Anteil spürbar zu erhöhen. Sie formuliert ihre wirtschaftlichen Ziele in Fünfjahresplänen. Derzeit gilt der 6. Fünfjahresplan.

Im Jahr 2016 betrug das Bruttoinlandsprodukt Schätzungen zufolge circa 377 Milliarden US-Dollar. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Irans zählen die Öl- und Gasindustrie, petrochemische Industrie, Kfz-Industrie, Landwirtschaft und Metallindustrie. Die Inflationsrate wird aktuell von offizieller Seite mit 8,8 Prozent angegeben. Die Arbeitslosenrate beträgt offiziellen Angaben zufolge 12,5 Prozent. Davon sind etwa drei Viertel zwischen 15 bis 29 Jahre alt. Jedes Jahr drängen ca. eine Miollion neue Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt. Iran belegt im Doing-Business-Index der Weltbank von 2016 nur Rang 120 unter 190 Nationen.


Aktuelle Wirtschaftslage

Die Aufhebung der Sanktionen gemäß Wiener Nuklearvereinbarung erfolgte am 16. Januar 2016. Messbare Erfolge verzeichnete die Regierung beim Wirtschaftswachstum (iranischen Angaben zufolge von rund 7% für das iranische Jahr vom 21.03.16 bis 20.03.17) und beim Rückgang der Inflationsrate (von ca. 40% bei Amtsantritt Ruhanis im August 2013 auf aktuell rund 9%). Auch der Wechselkurs des iranischen Rial ist seit zwei Jahren relativ stabil.

Im Jahr 2016 stieg der deutsch-iranische Außenhandel gegenüber  dem Vorjahr um 22% und erreichte einen Wert von ca. 2,9 Mrd. EUR. Deutschland war damit größter Handelspartner Irans in der EU. Das Handelsvolumen aller EU-Mitgliedsstaaten mit Iran wuchs im Jahr 2016 um 79% im Vergleich zum Vorjahr auf rund 13,7 Mrd. Euro.

Bei der Ölförderung hat Iran das Vor-Sanktionsniveau von rd. 4 Mio. Fass täglich wieder erreicht. Zum Ausbau der Förderung ist der Einsatz neuer Technologien erforderlich. Dazu sollen an ausländische Unternehmen Nutzungsrechte an 29 Ölfeldern in Zusammenarbeit mit iranischen Partnern vergeben werden.

Am 21.12.16 hat Airbus mit Iran Air einen Kaufvertrag über 100 Flugzeuge im Wert von rund 10 Mrd. US-Dollar abgeschlossen. Die feierliche Übergabe der ersten A321-Maschine fand bereits am 12.01.17 in Teheran statt. Seither folgten zwei weitere Langstreckenflieger vom Typ A330. Dem Flugzeug-Geschäft von Airbus war zehn Tage zuvor im Dezember 2016 ein Vertrag zwischen Boeing und Iran Air im Umfang von rund 16 Mrd. USD vorausgegangen.


Mitgliedschaft in wirtschaftlichen Zusammenschlüssen

Iran hat seit 1995 wiederholt den Beitritt zur Welthandelsorganisation beantragt, bei der das Land seit Mai 2005 über einen Beobachterstatus verfügt. Das Land ist Mitglied der Economic Cooperation Organisation, einem regionalen Wirtschaftsbund der west- und mittelasiatischen Staaten Iran, Türkei, Pakistan, Aserbaidschan, Turkmenistan, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan und Afghanistan. Iran ist außerdem Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC).

Seit 2005 hat Iran Beobachterstatus bei der Shanghai Cooperation Organisation, einem Bündnis, das sich originär mit Sicherheits-, zunehmend aber auch mit Energiefragen befasst und dem die Staaten China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan angehören. Darüber hinaus gehört Iran dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und den wichtigsten mit Wirtschaft befassten Organisationen (darunter Internationale Arbeitsorganisation ILO und Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung UNCTAD) an.

Auf der Plenumssitzung der Financial Action Task Force (FATF) vom 19.-24.06.2016 in Südkorea rief die FATF ihre Mitgliedsstaaten erstmals nicht mehr dazu auf, Maßnahmen gegen Iran zum Schutz des internationalen Finanzsystems zu ergreifen (Suspendierung der Gegenmaßnahmen zunächst für 12 Monate). Diese Entscheidung wurde auf der Plenumssitzung vom 21.-23.06.17 in Spanien verlängert. Grundlage sind Fortschritte bei der Umsetzung eines Aktionsplans, den Iran am 09.04.16 in Rom mit dem FATF-Sekretariat vereinbart hat.


Umwelt und Umweltpolitik

Umweltpolitik spielt in Iran eine immer wichtigere Rolle. Neben starker Luftverschmutzung steht die momentan herrschende Wasserkrise im Fokus der nationalen Politik. Ruhanis erste Maßnahme als neuer Präsident war die Einsetzung eines Komitees zur Rettung des Urumiyeh Sees im Nordwesten des Landes. Ferner sinkt das Grundwasser in den Städten und Dutzende Feuchtgebiete im ganzen Land sind am Austrocknen. Deutschland fördert Projekte der "German Water Partnership", die eine effizientere Wasserwirtschaft im Iran unterstützt.

Iran zielt auf einen Ausbau von erneuerbaren Energien. Insbesondere Windkraft und Solarenergie sollen das Land in den nächsten Jahren unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. Staatliche geförderte Projekte und Produktionsstätten vor Ort sollen für iranische und ausländische Unternehmen Investitionsanreize sein.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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