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Sudan

Wirtschaftspolitik

Stand: Oktober 2013

Sudan gehört zu den ärmsten und dabei am höchsten verschuldeten Ländern der Welt (Least Developed Country – LLDC). Die Ernährungslage der Bevölkerung ist vielerorts besorgniserregend, insbesondere im Westen, Osten und Süden des Landes. Neben Konflikten führen auch Dürreperioden immer wieder zu Hungerkatastrophen, die humanitäre Hilfe erfordern. Wassermangel und Wüstenbildung sind charakteristisch für weite Landesteile und wirken entwicklungshemmend.

Gleichzeitig verfügt der Sudan über reiche Bodenschätze, darunter Öl, Erze, Edelmetalle, insbesondere Gold, das Nilwasser und potenziell fruchtbares Ackerland sowie ein relativ gut ausgebildetes Arbeitskräftereservoir. Die sudanesische Regierung hat aufgrund der anhaltenden Konflikte im Land beträchtliche Summen der Einkünfte aus dem Erdölexport in den Rüstungsetat investieren müssen. Sudan ist infrastrukturell, insbesondere in den Bereichen Energieversorgung, Wasser/Abwasser, Telekommunikation und Verkehr unzureichend erschlossen. Es besteht großer Entwicklungsbedarf in allen Bereichen.

Wirtschaftsstruktur und –politik

Die Wirtschaftspolitik des Sudan ist von einem hohen Grad an Dirigismus, Bürokratie und einer bedeutenden Rolle staatlicher Unternehmen am Wertschöpfungsprozess geprägt. Seit  Mitte der 1990er Jahre verfolgt die Regierung in Khartum in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein wirtschaftliches Reformprogramme zur Modernisierung und marktwirtschaftlichen Orientierung des Landes.

Zentrale Reformanliegen richten sich auf fortschreitende Privatisierung, die Umgestaltung des Steuersystems (z. B. Einschränkung von Privilegien und Befreiungen; Ausdehnung der Besteuerungsbasis), Erhöhung der fiskalpolitischen Transparenz und Effizienz (z. B. durch verbesserte Datenbasis), Subventionsabbau und weiterem Abbau administrativer und rechtlicher Hürden (z.B. im Zollbereich) im regionalen Wettbewerb um stärkeren Zufluss von ausländischem Investitionskapital. Größter Kritikpunkt beim Budgetansatz sind die hohen Subventionen auf Grundnahrungsmittel und Treibstoffe sowie die mit bis zu 40 Prozent des Haushalts sehr hohen Militärausgaben. Hier fordern IWF und Weltbank eine deutliche Umverteilung zugunsten sozialer Reformprogramme.

Sonderproblem: Außenverschuldung

Die internationale Verschuldung Sudans ist mit etwa 40 Milliarden US-Dollar besorgniserregend.

Der Preiseinbruch bei Erdöl und anderen Rohstoffen und die weltweite Wirtschaftskrise führten 2009 zu drastischen Rückgängen bei Devisen- und Staatseinnahmen. Die Erdöleinkünfte erbringen mehr als die Hälfte der Staatseinnahmen (knapp 90 der Einnahmen der Regierung des Südsudan) und knapp 85 Prozent der Devisen.

Nach der Unabhängigkeit des Südsudan, die mit dem Verlust von rund 75 Prozent der Öleinnahmen für den Sudan verbunden war, hat sich die Krise nicht entschärft.

Sudan erfüllt die Kriterien für Schuldendiensterleichterungen im Rahmen der Initiative für hochverschuldete arme Länder (HIPC-Initiative). Es ist geplant, Sudan im Rahmen dieser Initiative alle Schulden zu erlassen.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Bedeutendster Wirtschaftszweig ist der Ölexport, gefolgt von der Landwirtschaft, die etwa ein Drittel der Wirtschaftsleistung darstellt.

Nach der Unabhängigkeit des Südsudan hat Sudan versucht seine Produktionsstruktur weiter zu diversifizieren. Insbesondere der Bergbausektor sowie Landwirtschaft und Nahrungsmittel-produktion sollen ausgebaut werden.

Außenwirtschaft

Die Regierung bemüht sich intensiv um ausländische Direktinvestitionen, die vor allem aus Indien, China und der arabischen Halbinsel in das Land fließen. In der Praxis herrschen dennoch weiter zahlreiche bürokratische Hemmnisse für die wirtschaftliche Entwicklung.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.