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Turkmenistan

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2014

Die turkmenische Kulturpolitik war bis zum Tod von Präsident Nijasow am 21.12.2006 durch die Besinnung auf die Werte turkmenischer Kultur und Tradition geprägt. Alle Bereiche - Literatur, Musik, Tanz, Kleidung und Schulbildung - sollten sich an nationalen Werten ausrichten und erhielten 2001 mit dem vom ehemaligen Präsidenten verfassten Moral- und Sittenkodex "Ruhnama" (Seelenbuch) einen formellen Rahmen. "Ruhnama" wurde zum Pflichtfach an allen Schulen und Hochschulen. Die neue Staatsführung unter Präsident Berdimuhamedow hat diese thematische Ausrichtung stark zurückgefahren.

1996 wurde Turkmenisch (mit lateinischem Alphabet) zur offiziellen Staats- und Verwaltungssprache erhoben und 2000 zur alleinigen Sprache des öffentlichen Lebens erklärt. Russisch wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt.

Das turkmenische Bildungssystem war bis zum Tod von Präsident Nijasow durch eine starke Verkürzung der Ausbildungszeiten an Schule und Universität gekennzeichnet. Seit 2002 umfasste die allgemeine Schulbildung nur noch 9 Schuljahre. Vor dem Eintritt in die Universität waren zwei Jahre Berufserfahrung in dem angestrebten Beruf nachzuweisen. Das Studium bestand im Allgemeinen aus zwei Studien- und zwei Praxisjahren.

Unmittelbar nach den Präsidentschaftswahlen Februar 2007 wurden diese besonders unpopulären Maßnahmen rückgängig gemacht. Seither betrug die allgemeine Schulbildung wieder 10 Jahre, mit dem Beginn des Schuljahrs 2013/14 trat eine Verlängerung auf 12 Jahre in Kraft; das Studium umfasst bis auf Ausnahmen fünf Jahre, davon ein Praxisjahr. Das zweijährige Pflichtpraktikum, das zur Aufnahme eines Studiums nachzuweisen war, wurde abgeschafft. “Ruhnama“ entfiel zunächst als eigenständiges Unterrichtsfach  und wurde im Sommer 2014 aus den Lehrplänen gestrichen.

Die wichtigste Hochschule des Landes ist die staatliche Magtymguly-Universität in Aschgabat. Die Universität verfügt über 16 Fakultäten, darunter eine Fakultät für Fremdsprachen, an der unter anderem Englisch, Deutsch, Französisch, Persisch, Arabisch, Türkisch und Japanisch gelehrt werden.

Englisch ist zur wichtigsten Fremdsprache neben Russisch geworden und wird an allen Schulen des Landes ab der ersten Klasse unterrichtet. Am 01.09.2014 wurde in Aschgabat eine internationale Universität eröffnet, wo der gesamte Unterricht auf Englisch stattfinden soll.

An die früheren Beziehungen zu Partneruniversitäten und -institutionen im Ausland konnte bislang noch nicht in altem Umfang angeknüpft werden. Seit 2007 ist der DAAD wieder in Aschgabat vertreten: Eine Lektorin unterrichtet an der Staatlichen Medizinischen Universität, ein Lektor am Institut für internationale Beziehungen, eine weitere Lehrkraft ist am Weltspracheninstitut eingesetzt.

2010 konnte eine Schule in Turkmenistan in das PASCH-Netzwerk aufgenommen werden, eine zweite kam 2013 hinzu. Die Partnerschulinitiative PASCH vereint weltweit Schulen, die Deutschunterricht anbieten und unterstützt sie durch Entsendung von Lehrern aus Deutschland, mit Unterrichtsmaterial sowie Fortbildungs- und Stipendienprogrammen für Lehrer und Schüler. Seit September 2013 arbeitet ein deutscher Programmlehrer in Aschgabat.

Es gibt eine Akademie der Wissenschaften, welche verschiedene Institute unter sich vereinigt. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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