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Regionale Zusammenarbeit in Asien und Pazifik

Die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit in Asien und im pazifischen Raum ist noch nicht so ausgeprägt wie in Europa. Für viele Staaten ist es wichtig, ein eigenes Profil in Wirtschaft und Politik zu erhalten. Doch bilden sich auch in dieser Region vielfältige Strukturen der regionalen Zusammenarbeit.

Die südostasiatische Regionalorganisation Association of Southeast Asian Nations (ASEAN), 1967 gegründet, hat hier besonderen Stellenwert. Die Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) wiederum ermöglicht seit 1989 einen transasiatischen Wirtschaftsdialog der Länder des Pazifikraums. 1994 wurde das ASEAN Regional Forum (ARF) – ein vorwiegend sicherheitspolitischer Dialograhmen auf Außenministerebene – geschaffen. Seit 1997 sind auch die drei größten Volkswirtschaften der Region – China, Japan und Südkorea – durch ASEAN+3 in multilateralen regionalen Strukturen stärker vertreten. Mit dem ersten "Ostasiengipfel" (East Asia Summit, EAS) unter Teilnahme der ASEAN+3 sowie von Australien, Neuseeland und Indien wurde 2005 ein weiteres Gremium etabliert, dem ab 2011 auch die USA und Russland angehören. Darüber hinaus gibt es die Regionalorganisationen Südasiens, die South Asian Association for Regional Cooperation (SAARC), des Pazifiks, das Pacific Islands Forum (PIF) und die Shanghai Cooperation Organisation (SCO) Zentralasiens, überregionale Dialogforen wie das europäisch-asiatische ASEM (Asia-Europe Meeting) sowie verschiedene subregionale Zusammenschlüsse wie den Zusammenschluss der Mekonganrainer in der Mekong River Commission (MRC).

Association of South East Asian Nations (ASEAN)

Der Verband südostasiatischer Staaten (ASEAN) wurde 1967 gegründet und hat heute zehn Mitgliedstaaten (Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam). Im Vordergrund der ASEAN-Zusammenarbeit stand bisher die wirtschaftliche Integration. In Verbindung mit den Zielen Wettbewerbsfähigkeit, ausgeglichene wirtschaftliche Entwicklung und Integration in die Weltwirtschaft strebt ASEAN bis 2015 eine Wirtschaftsgemeinschaft mit einem gemeinsamen Markt für Güter, Dienstleistungen, Kapital und Arbeit an. Bereits seit längerem ist ASEAN dabei, durch schrittweise Zollsenkungen eine Freihandelszone, die ASEAN Free Trade Area (AFTA), einzurichten.

Die ASEAN-Charta, die am 15. Dezember 2008 in Kraft trat, hat der ASEAN Zusammenarbeit zusätzliche Impulse vor allem in den Bereichen Politik und Sicherheit sowie Kultur und Gesellschaft gegeben. Die Charta bildet die Grundlage der Weiterentwicklung der ASEAN-Gemeinschaft und verleiht ASEAN Rechtspersönlichkeit. Zudem enthält sie das Bekenntnis der ASEAN Staaten zu Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und guter Regierungsführung und sieht die Bildung eines Menschenrechtsorgans vor. Die Einrichtung eines Gremiums von Ständigen Vertretern der ASEAN-Staaten in Jakarta ist ein wichtiger Schritt für eine besser institutionalisierte Zusammenarbeit. Darüber ist es möglich geworden, dass Drittstaaten Botschafter bei ASEAN akkreditieren. Für Deutschland nimmt diese Funktion der deutsche Botschafter in Indonesien wahr.

Seit 2007 hat ASEAN Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen und ist das ASEAN-Sekretariat Mitglied beim Asia-Europe Meeting.

ASEAN + 3

ASEAN+3 bezeichnet den regionalen Dialograhmen zwischen den 10 ASEAN-Staaten sowie den 3 ostasiatischen Mächten VR China, Japan und Südkorea. Das ASEAN+3-Forum wurde Ende der 1990er Jahre als Antwort auf die asiatische Finanzkrise ins Leben gerufen und agiert hauptsächlich im Bereich der Wirtschafts-, Handels- und Finanzpolitik aber auch in Umwelt- und Gesundheitsfragen. Die multilaterale Zusammenarbeit von ASEAN+3 hat zudem in einer Reihe von Abkommen Ausdruck gefunden. Unter anderem gibt es Freihandelsabkommen ASEANs mit China, Japan und Südkorea.

Staatschefs beim "Familienfoto" auf dem Ostasiengipfel 2012 in Phnom Penh

Beim Ostasiengipfel 2012 in Phnom Penh
© picture-alliance/dpa

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Staatschefs beim "Familienfoto" auf dem Ostasiengipfel 2012 in Phnom Penh

Beim Ostasiengipfel 2012 in Phnom Penh

Beim Ostasiengipfel 2012 in Phnom Penh

Ostasiengipfel (East Asia Summit, EAS)

Im Rahmen des Ostasiengipfels treffen sich seit 2005 die 16 Staats- und Regierungschefs der 10 ASEAN-Staaten sowie Chinas, Japans, Südkoreas, Australiens, Neuseelands und Indiens. Beim EAS-Gipfeltreffen im 2011 auf Bali unter indonesischer ASEAN-Präsidentschaft nahmen die USA und Russland erstmals als vollwertige Mitglieder des EAS-Prozesses teil. Auf dem Gipfel am 20. November 2012 in Phnom Penh, Kambodscha, beschlossen die Teilnehmer, Verhandlungen über eine "Regional Comprehensive Economic Partnership" (RCEP) aufzunehmen.

Erklärung des Ostasiengipfel 2011 in Bali (Englisch) (PDF, 178 KB)

ASEAN Regional Forum (ARF)

Das ASEAN Regionalforum (ARF) wurde 1994 auf Beschluss der Außenminister von ASEAN gegründet. ARF befasst sich mit Sicherheitsfragen und ist das einzige institutionalisierte sicherheitspolitische Diskussionsforum im asiatisch-pazifischen Raum. Neben den zehn ASEAN-Mitgliedsstaaten beteiligen sich zurzeit 16 Länder: Australien, Bangladesch, China, Indien, Japan, Kanada, Mongolei, Neuseeland, Nordkorea, Pakistan, Papua-Neuguinea, Russische Föderation, Südkorea, Sri Lanka, Timor Leste, die USA sowie die EU. Am Rande des letzten ARFs, auf dem die EU durch die Hohe Vertreterin der EU für Außen-und Sicherheitspolitik, Baroness Ashton, vertreten wurde, verabschiedeten Baroness Ashton und US-Außenministerin Clinton eine gemeinsame Erklärung zur EU-US-Zusammenarbeit in Asien/ Pazifik.

South Asian Association for Regional Cooperation (SAARC)

Die Südasiatische Vereinigung für regionale Zusammenarbeit (SAARC) wurde 1985 von Bangladesch, Bhutan, Indien, den Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka gegründet. Seit 2007 nimmt Afghanistan als achtes Mitglied teil. Die EU war, zusammen mit China, Japan, Südkorea und den USA, am SAARC-Gipfel 2007 in New Delhi erstmals als Beobachter vertreten. SAARC selbst ist seit Dezember 2004 als Beobachter bei den Vereinten Nationen vertreten.

SAARC setzt seinen Schwerpunkt auf Wirtschafts- und Handelsfragen. Ein Meilenstein der regionalen Zusammenarbeit auf wirtschaftlicher Ebene konnte mit dem 2006 in Kraft getretenen Abkommen zur Schaffung einer Freihandelszone, der South Asian Free Trade Area (SAFTA), verzeichnet werden. SAFTA wurde von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert. Das Handlungsprogramm von SAARC verweist auf die Zusammenarbeit in sieben Kernbereichen, einschließlich Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Umwelt und Forstwesen, "Human Resources Development", Transportwesen.

Pacific Islands Forum (PIF)

Das Forum der pazifischen Inseln (PIF; bis 2000: South Pacific Forum) wurde 1971 in Wellington gegründet. Es stellt einen Ort des Dialogs und der Zusammenarbeit in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Umwelt, Kultur, Bildung und Soziales dar. Zudem ist es das einzige multilaterale Forum in der Pazifik-Region, das auch sicherheitspolitische Aspekte behandelt. Die 16 Mitglieder des PIF sind Australien, die Cookinseln, Fidschi, Kiribati, die Marschallinseln, Mikronesien, Nauru, Neuseeland, Niue, Palau, Papua-Neuguinea, die Salomonen, Samoa, Tonga, Tuvalu und Vanuatu. EU ist einer von 14 Dialogpartnern des PIF (weitere sind u.a China, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und die USA). Beim letztjährigen PIF-Gipfel nahm erstmals EU-Kommissionspräsident Barroso teil, in diesem Jahr Chief Operating Officer O’Sullivan vom Europäischen Auswärtigen Dienst.

Shanghai Cooperation Organisation (SCO)

SCO-Treffen am 7. Juni 2012 in Peking

SCO-Treffen am 7. Juni 2012 in Peking
© dpa/picture-alliance

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SCO-Treffen am 7. Juni 2012 in Peking

SCO-Treffen am 7. Juni 2012 in Peking

SCO-Treffen am 7. Juni 2012 in Peking

Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO ) ist 2001 aus den 1996 gegründeten "Shanghai 5" hervorgegangen. Zu den ursprünglichen fünf Mitgliedern VR China, Kasachstan, Kirgisistan, Russische Föderation und Tadschikistan kam 2001 Usbekistan hinzu. 2004/05 wurden die Mongolei, Indien, Iran und Pakistan als "Beobachter", 2009 Belarus und Sri Lanka als "Dialogpartner" aufgenommen. Afghanistan, das seit mehreren Jahren als besonderer Gast an den SCO-Gipfeltreffen teilnahm, wurde auf dem SCO-Gipfel im Juni 2012 in Peking Beobachterstatus, der Türkei Dialogpartnerstatus eingeräumt. Turkmenistan ist unter Berufung auf "immerwährende Neutralität" nicht SCO-Mitglied, nimmt aber hochrangig als Sondergast an den Gipfeln teil. Seit Dezember 2004 hat die SCO Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen. Es bestehen außerdem Kooperationsvereinbarungen mit der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) und der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN). Der ursprüngliche Schwerpunkt der SCO galt der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit in den Grenzregionen der Mitgliedsstaaten. Mittlerweile spielen aber auch andere Bereiche sowie Wirtschafts- und Handelsfragen eine Rolle. Schwerpunkte der SCO sind heute Themen wie Stabilität in der Region, Kampf gegen Terrorismus, "Separatismus und Extremismus" und Fragen der Energiesicherheit. Auf dem SCO-Gipfel in Taschkent (2004) wurde beschlossen, eine regionale Antiterrorzusammenarbeit einzurichten (Regional Anti-Terrorism Structure).  Mitglieder der SCO führten in den vergangenen Jahren mehrfach gemeinsame Militärmanöver durch.

Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC)

Die asiatisch-pazifische wirtschaftliche Zusammenarbeit (APEC) wurde 1989 auf Initiative Japans und Australiens gegründet. APEC verfolgt das Ziel, das Wachstum der Volkswirtschaften in der asiatisch-pazifischen Region zu stärken, unter anderem durch den Abbau von Tarifen und anderen Handelsbarrieren. So einigten sich die APEC-Länder auf dem Gipfel in Bogor/Indonesien 1994 auf die Schaffung einer Freihandelszone ("Bogor Goals") innerhalb der Wirtschaftsgemeinschaft. Jedes Jahr finden Gipfeltreffen auf Staats- und Regierungschef-Ebene sowie mit Teilnahme wirtschaftlicher Führungskräfte statt. Auf dem 15. Gipfeltreffen 2007 in Sydney stand erstmals das Thema Klimaschutz auf der Agenda von APEC. Gegenwärtig hat APEC 21 "Member Economies": Australien, Brunei, Chile, VR China, Indonesien, Japan, Hongkong, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Peru, Philippinen, Russische Föderation, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand, USA und Vietnam. Zusammen erwirtschaften diese rund 55 Prozent des Welt-BIP und beherrschten rund 45 Prozent des Welthandels.

Zur Zusammenarbeit der EU mit Regionalorganisationen im Asien-Pazifik-Raum siehe auch:


Stand 21.11.2012

ASEAN Logo

ASEAN (Association of Southeast Asian Nations)

Der "Verband Südostasiatischer Staaten" (ASEAN) mit Sitz in Jakarta (Indonesien) ist eine internationale Organisation südostasiatischer Staaten mit politischer, wirtschaftlicher und kultureller Zielsetzung. Die zehn Mitglieder ASEANs sind Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.

ASEAN Regional Forum (ARF)

Das "ASEAN Regionalforum" (ARF) ist das bedeutendste sicherheitspolitische Diskussionsforum im asiatisch-pazifischen Raum. Es hat 27 Teilnehmer.

SAARC

SAARC (South Asian Association for Regional Cooperation)

Die "Südasiatische Vereinigung für regionale Zusammenarbeit" (SAARC) mit Sitz in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu ist die prominenteste Regionalorganisation Südasiens mit Fokus auf Wirtschaftsthemen. Ihr Ziel ist die Kooperation in wirtschaftlichen und technischen Angelegenheiten, insbesondere Koordination von Zöllen und grenzüberschreitendem Handel. Langfristiges Ziel ist die Schaffung einer Freihandelszone. Die acht Mitglieder SAARCs sind Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka.

PIF

Pacific Islands Forum (PIF)

Das "Forum der Pazifischen Inseln" (PIF) mit Sitz in Suva (Fidschi) ist die bedeutendste zwischenstaatliche Organisation der Inselstaaten des Pazifiks (Ozeanien) mit dem Ziel, die Zusammenarbeit auf politischem, wirtschaftlichen und kulturellen Gebiet zu fördern. Die 16 Mitglieder des PIF sind Australien, die Cookinseln, Fidschi, Kiribati, die Marschallinseln, Mikronesien, Nauru, Neuseeland, Niue, Palau, Papua-Neuguinea, die Salomonen, Samoa, Tonga, Tuvalu und Vanuatu.

SCO

SCO (Shanghai Cooperation Organisation)

Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) mit Sitz in Peking (China) ist eine internationale Organisation mit dem Schwerpunkt der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit in den Grenzregionen der zentralasiatischen Mitgliedstaaten. Ihr gehören die Volksrepublik China, die Russische Föderation, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan an. 

APEC

APEC (Asia-Pacific Economic Cooperation)

Die "Asiatisch-Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit" (APEC) mit Sitz des Sekretariats in Singapur ist eine internationale Organisation, deren Ziel es ist, das Wachstum der Volkswirtschaften im asiatisch-pazifischen Raum zu stärken, u.a. durch Abbau von Zöllen und anderen Handelsbarrieren sowie die Einrichtung einer Freihandelszone. Sie hat 21 Mitglieder.

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