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Asien in der deutschen Außenpolitik

Asiens globale Bedeutung

Asien hat einen erheblichen Stellenwert in der internationalen Politik. Der Kontinent stellt mit über 3,5 Milliarden Menschen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung und bietet eine immense kulturelle und religiöse Vielfalt. Weiterhin erwirtschaftet Asien gegenwärtig weit über ein Viertel des Weltsozialprodukts und ist Ursprung eines in etwa genauso großen Anteils der internationalen Handelsströme. Es ist weltweit die dynamischste Wachstumsregion und wird diese Stellung im 21. Jahrhundert nicht nur behaupten sondern noch weiter ausbauen. Gleichzeitig sieht sich der Kontinent aber auch mit Problemen konfrontiert, die von globaler Bedeutung sind. So leben zum Beispiel fast zwei Drittel aller Armen im asiatischen Raum.


Deutsche Außenpolitik in Asien/Pazifik

Aufgrund der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Vielfalt kann es für die deutsche Außenpolitik in Asien kein eng definiertes einheitliches Konzept geben. Selbst die Gliederung in geographische Räume (Ostasien, Südasien, Südostasien und Pazifik), die sich auch in der organisatorischen Struktur der Asienabteilung des Auswärtigen Amts widerspiegelt, eignet sich nur eingeschränkt für Konzepte. Starke Gegensätze gibt es zum Beispiel zwischen großen und kleinen, armen und reichen Ländern, autoritären und demokratischen Regierungsformen. Auch deutliche Unterschiede in Religion und Gesellschaft finden sich in der Region.

Die Konzepte, die im Laufe der Zeit zunächst für Asien insgesamt (im Jahre 1993) und später für die einzelnen Regionen entwickelt wurden, haben - aufgrund der Heterogenität in der Region - in der Praxis nur bedingt Wirkung entfalten können.

Anfang der 1990er Jahre konzentrierte sich das deutsche Interesse noch überwiegend auf wirtschaftliche Aspekte der deutsch-asiatischen Zusammenarbeit, wie zum Beispiel die verstärkte Integration deutscher Unternehmen in den asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum, eine marktwirtschaftliche Ausrichtung der dortigen Volkswirtschaften und die Kooperation auf wissenschaftlich-technologischer Ebene.

Eine Neuausrichtung der deutschen Asienpolitik mit einer regionalen Ausdifferenzierung ergab sich aus verschiedenen historischen und politischen Ereignissen: Eine Rolle spielten beispielsweise das Ende des Kalten Krieges, Asiens Finanzkrise von 1997, die Terroranschläge des 11. September 2001, der Integrationsprozess ASEANs, die wirtschaftliche Entwicklung in Asien in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts und die wachsende Rolle vieler asiatischer Länder im Zuge der Globalisierung.

Die deutsche Asienpolitik will der vielgestaltigen Gegenwart des Kontinents gebührend Rechnung zollen: Neben wirtschaftlichen spielen zunehmend sicherheits- und gesellschaftspolitische Themen eine wichtige Rolle. Die Einbindung der Zivilgesellschaft in politische Prozesse, die zentrale Rolle guter Regierungsführung, des Rechtsstaatsdialogs und die Terrorismusbekämpfung sind wesentliche Bestandteile dieser Überlegungen, die im Rahmen der regionalen, sub-regionalen und bilateralen Außenpolitik zum Tragen kommen.


Regionale Konzepte:

Den bereits 2002 entwickelten regionalen Konzepten wurde jeweils folgendes Kategoriensystem zu Grunde gelegt.

  • Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte,
    als stabilitäts- und ordnungsgebende Elemente;
  • Frieden und Stabilität,
    als richtungsweisende Indikatoren der deutschen Außenpolitik;
  • Wirtschaftliche Interessen Deutschlands;
  • Umwelt,
    zur Gewährleistung nachhaltiger Entwicklung;
  • Entwicklungszusammenarbeit,
    zur Verknüpfung politischer und wirtschaftlicher Entfaltungsprozesse;
  • Wissenschaft und Kultur,
    als zentrale, zivilgesellschaftlich verankerte Komponente;
  • Die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union (EU)
    als Gestaltungsrahmen deutscher Außenpolitik.

In ähnlicher Weise hat die Europäische Union verschiedene strategische Dokumente zur europäischen Asienpolitik veröffentlicht.


Asienkonzepte der Bundesregierung (Archiv):


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