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Tansania

Außenpolitik

Stand: März 2014

Grundlagen der Außenpolitik

Tansanias Außenpolitik wird geprägt durch die gute und pragmatische Zusammenarbeit mit den Staaten der Region sowie den bedeutenden Geberländern und -institutionen. Das Land bemüht sich um eine aktive Rolle in der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC), der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrikas (SADC), der Afrikanischen Union (AU) und den Vereinten Nationen.

Beziehungen zu den Nachbarstaaten

Tansania unterhält gute Beziehungen zu seinen acht Nachbarn, wobei insbesondere die anderen EAC-Mitgliedsstaaten (Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi) bedeutsam sind. In mehreren Abkommen hat Tansania seine maritimen Grenzen einvernehmlich mit fast allen Nachbarn festgelegt. Der Grenzverlauf zwischen Tansania und Malawi im Malawi- oder Njassasee ist zwischen beiden Ländern umstritten. Die EAC (Sitz des Sekretariats ist Arusha/Tansania) strebt eine zunehmend engere wirtschaftliche und rechtliche Zusammenarbeit bis hin zu einer politischen Föderation der Mitgliedsstaaten an. Eine Zollunion ist seit Anfang 2005 in Kraft, ein gemeinsamer Markt ist im Juli 2010 in Kraft getreten. Zurzeit verhandelt die EAC über eine Währungsunion. Ein entsprechendes Protokoll wurde im November 2013 beschlossen und muss nun umgesetzt werden.

Konflikte in der Region der Großen Seen

Tansania hat in den vergangenen Konflikten in der Region der Großen Seen (Kongo, Burundi, Ruanda) traditionell eine mäßigende Rolle eingenommen. Mit der Aufnahme von bis zu einer Million Flüchtlingen aus Burundi, Ruanda und Kongo hat Tansania eine Hauptlast dieser Konflikte zu tragen gehabt. Mit der Übernahme des Vorsitzes des politischen Organs der SADC von August 2012 bis August 2013 übernahm Tansania eine aktive Rolle bei den Bemühungen um eine Konfliktlösung im Osten der DR Kongo sowie in Zimbabwe und Madagaskar. Seit Mitte 2013 ist es wichtiger Truppensteller der VN-Friedensmission MONUSCO in der DR Kongo. Arusha ist auch Sitz des Afrikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte und Rechte der Völker sowie des von den Vereinten Nationen eingerichteten Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda (IStGHR) zur juristischen Aufarbeitung des Genozids von 1994.

Beziehungen zu den wichtigsten Gebern

Von besonderer Bedeutung sind für Tansania die Beziehungen zu Weltbank, Afrikanischer Entwicklungsbank und Internationalem Währungsfond sowie zu seinen westlichen Partnerländern. Das sind insbesondere USA (mehrtägiger besuch von Präsident Obama im Juli 2013), Großbritannien, Deutschland, die skandinavischen Staaten und Japan sowie zunehmend die Europäische Union. Außerhalb der traditionellen Geberstrukturen engagieren sich u.a. Indien und vor allem Volksrepublik China, dessen Präsident Anfang 2013 Tansania besuchte.

Rolle in den Vereinten Nationen und in regionalen Organisationen

Tansania fordert in den Vereinten Nationen eine stärkere Berücksichtigung der Interessen afrikanischer Entwicklungsländer. Dementsprechend unterstützt es die Erweiterung des Sicherheitsrates und tritt auch für einen ständigen deutschen Sitz ein, um die "Gleichheit in der geographischen Repräsentanz" sicherzustellen. Tansania lehnt das Vetorecht der ständigen Sicherheitsratsmitglieder ab. Die Afrikanische Union wird von Tansania als geeignete Institution angesehen, Afrika international Gehör zu verschaffen und zur Lösung innerafrikanischer Konflikte beizutragen. Seit seiner früheren Rolle als führender "Frontlinienstaat" (Kooperation von Tansania, Botsuana, Mosambik und Sambia ab 1974) ist Tansania in die regionalen Integrationsbemühungen im südlichen Afrika einbezogen. Als Mitglied der SADC sowie der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) ist das Land an deren institutioneller Zusammenarbeit mit der EU beteiligt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Tansania ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu: