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Saudi-Arabien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Mai 2016

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien wurden durch den Freundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Hedjaz, Najd und der zugehörigen Gebiete bereits 1929, das heißt drei Jahre vor der Proklamation des Königreichs Saudi-Arabien, formalisiert. Deutschland unterhält seit 1954 diplomatische Beziehungen zum Königreich Saudi-Arabien. Wie auch in anderen arabischen Ländern genießt Deutschland Sympathie; vielfach wird eine größere deutsche Rolle in der Weltpolitik gewünscht, insbesondere bei der Lösung des Nahost-Konflikts, aber auch anderer Regionalkonflikte.

König Abdallah besuchte im November 2007, der ehemalige Außenminister Prinz Saud al-Faisal 2008 und im Februar 2011 Deutschland. Der seit Mai 2015 amtierende Außenminister Adel Al-Jubeir hat Deutschland im August 2015 und Mai 2016 besucht.. Die Bundeskanzlerin besuchte Saudi-Arabien 2007 und 2010. Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Gabriel reiste zur 19. Sitzung der gemeinsamen Wirtschaftskommission im März 2015 nach Riad. Außenminister Steinmeier besuchte das Königreich jeweils im Oktober 2014 und 2015 und zuletzt Anfang Februar 2016 zur Eröffnung des Janadriyya Festivals, bei dem Deutschland Gastland war. Der Besuchsaustausch auf Ebene der Bundesländer ist ebenfalls intensiv. So reisten 2014 der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, Norbert Röttgen und der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie, Peter Ramsauer, im April 2015 der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und zuletzt im Mai 2016 MdB Johann Wadephul, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, nach Saudi-Arabien.


Wirtschaftsbeziehungen

Saudi-Arabien führt  deutsche Produkte und Dienstleistungen in erheblichem Umfang ein und tat dies 2015 ungeachtet des sinkenden Ölpreises auch mit steigender Tendenz. 2015 betrug das bilaterale Handelsvolumen mit 10,4 Mrd. Euro, etwa 0,5 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr. Abzuwarten bleibt, ob diese Aufwärtsentwicklung sich angesichts der gegenwärtigen relativen Ölpreisstabilisierung bei 45-50 USD/b in 2016 fortsetzen wird.

Saudi-Arabien wird für deutsche Unternehmen weiterhin ein interessanter Markt bleiben. Anders als in der Vergangenheit werden die geplanten Vorhaben jedoch verstärkt mit externer Finanzierung durchgeführt werden. Das Land bietet über die staatliche Investitionsagentur SAGIA und über die Organisation zur Ansiedlung von produzierendem Gewerbe MODON verschiedene Anreize für ausländische Firmen, im Land zu investieren und hier Arbeitsplätze zu schaffen. Auch in ausländischen Firmen und Joint Ventures wird eine bestimmte Quote der Beschäftigung saudischer Staatsangehöriger gefordert.


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien sind recht jung. Grundlage der deutsch-saudischen Kulturzusammenarbeit ist ein am 2. April 2006 in Kraft getretenes Regierungsabkommen. In Djidda und in Riad gibt es Deutsche Schulen. Die König-Fahd-Akademien in Bonn und Berlin werden vom saudi-arabischen Staat unterstützt.

An der König-Saud-Universität in Riad gibt es ein DAAD-Lektorat, an der Effat-Universität in Djidda eine DAAD-Lektorin. Mit dem Stipendiatenprogramm von König Abdallah (neuer Name: Stipendienprogramm des Hüters der beiden Heiligen Stätten, Gesamtumfang: 120.000 Stipendien) sind in den letzten Jahren ca. 1.300 Studenten zum Studieren nach Deutschland gekommen. An der König-Saud-Universität gibt es einen Studiengang für Übersetzer Deutsch-Arabisch. Einige saudi-arabische Studenten nutzen die Möglichkeit von Sommerkursen in Deutschland.

Die Botschaft und das Generalkonsulat bieten mit Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen und Filmvorführungen Möglichkeiten, sich mit deutscher Kultur bekannt zu machen. Insgesamt ist das Feld der Kooperation wegen religiös begründeter Verbote (Film, Konzerte) und weniger Partnereinrichtungen (Galerien, Literaturklubs, Kulturassoziationen) im kulturellen Bereich deutlich eingeschränkt.

In Riad wurde im Mai 2014 ein Goethe-Sprachzentrum eröffnet. In den anderen Landesteilen sind die Möglichkeiten, außerhalb des Deutschprogramms der König-Saud-Universität deutsche Sprachkenntnisse zu erwerben, auf wenige Einzelinitiativen, privaten Einzelunterricht und Fernunterricht beschränkt. Deutsch wird nicht als Fremdsprache an allgemeinbildenden Schulen angeboten.

Das Deutsche Archäologische Institut und die Universität Marburg sind in Saudi-Arabien mit Grabungen in Tayma und einem Unterwasserprojekt bei Djidda tätig. Sie arbeiten dabei eng mit der "Saudi Commission for Tourism and Antiquities" (SCTA) zusammen.

Im September 2014 fand die erste saudische Kulturwoche mit einem vielfältigen Kulturprogramm in Berlin statt.

Bei dem größten kulturellen Ereignis, das unter der Schirmherrschaft des Königs stehende Janadriyyah- Festival, war Deutschland 2016 Gastland.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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