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Saudi-Arabien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: August 2015

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien wurden durch den Freundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Hedjaz, Najd und der zugehörigen Gebiete bereits 1929, das heißt drei Jahre vor der Proklamation des Königreichs Saudi-Arabien, formalisiert. Deutschland unterhält seit 1954 diplomatische Beziehungen zum Königreich Saudi-Arabien. Wie auch in anderen arabischen Ländern genießt Deutschland Sympathie; vielfach wird eine größere deutsche Rolle in der Weltpolitik gewünscht, insbesondere bei der Lösung des Nahost-Konflikts, aber auch anderer Regionalkonflikte. Bundeskanzlerin Merkel reiste im Februar 2007 und im Mai 2010 nach Saudi-Arabien. Bundesaußenminister Steinmeier besuchte Saudi Arabien zuletzt im Oktober 2014.

König Abdallah besuchte im November 2007, Außenminister Prinz Saud al-Faisal 2008 und im Februar 2011 Deutschland. Der seit Juni 2015 amtierende Außenminister Adel Jubeir hat Deutschland im August 2015 besucht. Die Beziehungen zwischen dem Deutschen Bundestag und der Beratenden Versammlung (Schurarat) haben sich in den letzten Jahren ebenfalls vertieft (Besuch einer Delegation des Schurarats in Berlin auf Einladung des Deutschen Bundestages im Mai 2011). Zuletzt besuchte Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Gabriel anlässlich der 19. Sitzung der gemeinsamen Wirtschaftskommission im März 2015, sowie der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer im April 2015 Saudi- Arabien. Im Jahr 2014 besuchten der Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, Bundesminister a.D. Norbert Röttgen und der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie, Bundesminister a. D. Peter Ramsauer Saudi-Arabien.


Wirtschaftsbeziehungen

Saudi-Arabien war dank der hohen Öleinnahmen in der Lage, deutsche Produkte und Dienstleistungen in nennenswertem Umfang einzuführen, und tat dies auch mit steigender Tendenz. 2014 betrug das bilaterale Handelsvolumen ca. 10 Mrd. Euro, etwa soviel wie im Vorjahreszeitraum. Aufgrund des seit Ende 2014 stark gefallenen Ölpreises zeichnet sich für das Jahr 2015 ein leichter Rückgang des bilateralen Handelsvolumen bei gleichzeitiger Vergrößerung des deutschen Handelsbilanzüberschusses ab.

Trotz des gesunkenen Ölpreises fällt der Staatshaushalt für 2015 um 0,6 Prozent höher aus als der Haushalt für 2014. Vor diesem Hintergrund ist weiterhin mit hohen staatlichen Investitionen in Infrastruktur, Energie- und Wasserversorgung, Bildung und Gesundheit zu rechnen. Saudi-Arabien wird daher für deutsche Unternehmen ein interessanter Markt bleiben. Das Land bietet über die staatliche Investitionsagentur SAGIA und über die Organisation zur Ansiedlung von produzierendem Gewerbe MODON verschiedene Anreize für ausländische Firmen, im Land zu investieren und hier Arbeitsplätze zu schaffen. Auch in ausländischen Firmen und Joint Ventures wird eine bestimmte Quote der Beschäftigung saudischer Staatsangehöriger gefordert.


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien sind recht jung. Grundlage der deutsch-saudischen Kulturzusammenarbeit ist ein am 2. April 2006 in Kraft getretenes Regierungsabkommen. In Djidda und in Riad gibt es Deutsche Schulen. Die König-Fahd-Akademien in Bonn und Berlin werden vom saudi-arabischen Staat unterstützt.

An der König-Saud-Universität in Riad gibt es ein DAAD-Lektorat, an der Effat-Universität in Djidda eine DAAD-Lektorin. Mit dem Stipendiatenprogramm von König Abdallah (neuer Name: Stipendienprogramm des Hüters der beiden Heiligen Stätten, Gesamtumfang: 120.000 Stipendien) sind in den letzten Jahren ca. 1.300 Studenten zum Studieren nach Deutschland gekommen. An der König-Saud-Universität gibt es einen Studiengang für Übersetzer Deutsch-Arabisch. Einige saudi-arabische Studenten nutzen die Möglichkeit von Sommerkursen in Deutschland.

Seit 2011 ist ein Kulturmanager der Robert-Bosch-Stiftung in Djidda tätig (Neubesetzung durch eine Managerin im Februar 2014). Die Botschaft und das Generalkonsulat bieten mit Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen und Filmvorführungen Möglichkeiten, sich mit deutscher Kultur bekannt zu machen. Insgesamt ist das Feld der Kooperation wegen religiös begründeter Verbote (Film, Konzerte) und weniger Partnereinrichtungen (Galerien, Literaturklubs, Kulturassoziationen) im kulturellen Bereich deutlich eingeschränkt.

In Riad wurde im Mai 2014 ein Goethe-Sprachzentrum eröffnet. In den anderen Landesteilen sind die Möglichkeiten, außerhalb des Deutschprogramms der König-Saud-Universität deutsche Sprachkenntnisse zu erwerben, auf wenige Einzelinitiativen, privaten Einzelunterricht und Fernunterricht beschränkt. Deutsch wird nicht als Fremdsprache an allgemeinbildenden Schulen angeboten.

Das Deutsche Archäologische Institut und die Universität Marburg sind in Saudi-Arabien mit Grabungen in Tayma und einem Unterwasserprojekt bei Djidda tätig. Sie arbeiten dabei eng mit der "Saudi Commission for Tourism and Antiquities" (SCTA) zusammen.

Im September 2014 fand die erste saudische Kulturwoche mit einem vielfältigen Kulturprogramm in Berlin statt.

Bei dem größten kulturellen Ereignis, das unter der Schirmherrschaft des Königs stehende Janadriyyah- Festival, war Deutschland für 2015 als Gastland vorgesehen. Aufgrund des Ablebens des Königs wurde dieses jedoch um ein Jahr verschoben.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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