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Tansania

Beziehungen zu Deutschland

Stand: November 2015

Politische Beziehungen

Die deutsch-tansanischen Beziehungen sind gut und vielfältig, sie haben durch den Staatsbesuch von Bundespräsident Gauck und Frau Schadt in Tansania im Februar 2015 zusätzlichen Auftrieb und neue, wichtige Impulse erhalten. Dies betrifft insbesondere die Wirtschaft, die während des Besuchs durch eine hochrangige Unternehmerdelegation vertreten war und ihr Interesse an einem erheblichen Ausbau der Handels- und Investitionsbeziehungen bekundete. Bundespräsident Gauck eröffnete durch seine Teilnahme an einer Sitzung des Gemeinsamen Friedensrates muslimischer und christlicher Führer auf Sansibar neue Perspektiven für die Beziehung mit dem Insel-Archipel. Zudem bekräftigte er durch seine Begutachtung der Projekte der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft in der Serengeti die führende Rolle der Bundesrepublik Deutschland beim Schutz von Biodiversität und im Kampf gegen Wilderei. Er und gab hochrangige Rückendeckung für Deutschlands Engagement in einem von stark konfligierenden Interessen geprägten Umfeld. 

Wirtschaftliche Beziehungen

Im Gegensatz zum Handel mit Subsahara-Afrika insgesamt (einschließlich Sudan und Südsudan), der 2014 um 2,4 Prozent zurückging, entwickelte sich der Handel mit Tansania positiv. Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Tansania war in der vergangenen Dekade dynamisch gewachsen und erreichte den zwischenzeitlich höchsten Stand im Jahr 2012. Nach einer deutlichen Wachstumsdelle in 2013 (256 Millionen Euro) betrug der Warenaustausch 2014 erstmals 335 Millionen Euro und überstieg damit den bisherigen Jahreshöchstwert aus dem Jahr 2012 (313 Millionen Euro).

Die Einfuhren aus Tansania nach Deutschland betrugen 162 Millionen Euro, während die Exporte aus Deutschland nach Tansania auf 172 Millionen Euro anwuchsen.

Den Löwenanteil (50 Prozent) der tansanischen Importgüter aus Deutschland machten 2014 weiterhin traditionelle Industrieerzeugnisse wie Maschinen (86 Millionen Euro) aus. Darüber hinaus wurden Getreide (11 Millionen Euro), optische/photographische Erzeugnisse (9,4 Millionen Euro) und elektrotechnische Erzeugnisse mit 8,3 Millionen Euro nach Tansania eingeführt. Die Einfuhr von Kraftfahrzeugen bleibt mit 8,3 Millionen Euro auf niedrigem Niveau.


Die wichtigsten tansanischen Exportgüter nach Deutschland waren im Jahr 2014 Erze und Schlacken, die mit 81 Millionen Euro die Hälfte des Handels ausmachten. Lebensmittel und Tabak blieben mit insgesamt 70 Millionen Euro unverändert. Im Einzelnen: Tabak: 44 Millionen, Kaffee, Tee etc.: 12 Millionen, Fisch: 11 Millionen. Tansania liegt damit im Jahr 2014 auf Platz 8 unter den Ländern südlich der Sahara, die Außenhandel mit Deutschland betreiben.

Entwicklungspolitische Beziehungen

Tansania ist seit langem eines der wichtigsten Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Subsahara-Afrika. Die Gesamtzusagen seit 1962 belaufen sich auf über zwei Milliarden Euro. Bei den letzten Regierungsverhandlungen im August 2015 wurden 158,5 Millionen Euro für drei Jahre zugesagt sowie eine Sonderzusage für den Gesundheitssektor i.H.v. 13 Millionen Euo für das Jahr 2016 angekündigt; hinzu kommen staatliche Zuschüsse für entwicklungspolitische Maßnahmen der deutschen Kirchen, Nichtregierungsorganisationen und politischen Stiftungen. Gesundheit, Wasserver- und Abwasserentsorgung und Biodiversität sind die Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit. Ergänzt  wird dies durch ein Programm zur Förderung erneuerbarer Energien und ein durch die EU und die Schweiz kofinanziertes Programm zur Stärkung guter Regierungsführung, mit dem Obersten Rechnungshof als Hauptpartner. Zudem unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die regionale Integration in der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) durch Beratung über die GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) sowie Maßnahmen der Finanziellen Zusammenarbeit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Schwerpunkt im Gesundheitssektor; außerdem finanzierte Deutschland das 2012 fertiggestellte neue Gebäude der EAC in Arusha/Tansania. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 67 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre zugesagt.

Kulturelle Beziehungen

Schwerpunkte der bilateralen Kulturbeziehungen sind der akademische Austausch sowie Projekte im Bereich des Kulturerhalts und der Förderung des Schul- und Breitensports in Tansania. Leuchtturmprojekt im Bereich der Hochschulzusammenarbeit ist das "Tansanisch-deutsche Fachzentrum für Rechtswissenschaften" an der Universität Daressalam in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth. Das Goethe-Institut in Daressalam bietet Sprachkurse und kulturelle Programme an und wird daher sehr sichtbar wahrgenommen. Im Hinblick auf die Ausstellung zur deutschen Kolonialzeit 2016 im Deutschen Historischen Museum besteht eine Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum und dem Nationalarchiv Daressalam. Es gibt zahlreiche Kirchen-, Schul-, Universitäts- sowie Städtepartnerschaften, darunter Eckernförde - Tanga, Hamburg - Daressalam, Tübingen – Moshi, Würzburg – Mwanza und seit Beginn des Jahres 2013 Kiel – Moshi.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Tansania ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu:

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