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Ghana

Wirtschaftspolitik

Stand: April 2014

Wirtschaftslage

Das Wirtschaftswachstum Ghanas betrug 2013 voraussichtlich 5,4 Prozent (IWF), für 2014 werden 4,8 Prozent Wachstum erwartet. Dies sind angesichts der Rekordwerte 2011 (13,6 Prozent) Zahlen, die hinter den Erwartungen zurückbleiben. Vor allem lässt die Breitenwirksamkeit der wirtschaftlichen Entwicklung weiter zu wünschen übrig. Die Regierung bemüht sich jedoch um Eindämmung der Ausgaben, um die Verbesserung der Einnahmen und dafür in den vergangenen Jahren eine Verbesserung der Steuer-Effizienz erreicht.

Das Bruttoinlandsprodukt Ghanas wurde Ende 2010 neu berechnet und um rund 60 Prozent erhöht. Insbesondere der Dienstleistungssektor kommt nun stärker zur Geltung. Damit gehört Ghana seit 2011 zur Gruppe der Länder mit unterem mittleren Einkommen.


Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland und der Europäischen Union (EU)

Die EU ist einer der wichtigsten westlichen Partner im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und wichtigster Handelspartner für Ghana.

Aktuell basiert der Handelsaustausch auf dem bilateralen Interims-Abkommen zwischen der EU und Ghana, welches im Dezember 2007 im Rahmen des geplanten "Economic Partnership Agreements" (EPA) zwischen der EU und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS geschlossenen wurde.

Damit haben ghanaische Produkte quoten- und abgabenfreien Zugang zum EU-Binnenmarkt, umgekehrt sind bereits auch diverse Produkte aus EU-Mitgliedsstaaten beim Import nach Ghana zollbefreit bzw. -reduziert. Diese Interimsregelung läuft am 1.10.2014 aus. Das geplante regionale Abkommen zwischen der EU und der ECOWAS ist inzwischen bis auf technische Details ausverhandelt und soll nach dem Willen der allermeisten Beteiligten schnellstmöglich in Kraft treten, damit ab Oktober 2014 kein Verlust der Einfuhrpräferenzen eintritt.

Das ghanaisch-deutsche Investitionsschutzabkommen ist seit dem 23.11.1998 in Kraft, das Abkommen über die Vermeidung der Doppelbesteuerung seit 1.1.2008.

Das bilaterale Handelsvolumen mit Deutschland ist im Jahr 2013 um 3,25 Prozent auf 669 Millionen Euro gestiegen. Dieses Wachstum ist nicht zuletzt auf den Anstieg der ghanaischen Exporte nach Deutschland zurückzuführen (plus 5 Prozent), die mit 352 Millionen Euro die Einfuhren aus Deutschland bereits überflügelt haben.

Wichtigste ghanaische Exportgüter nach Deutschland sind traditionell Kakao, Holz und Aluminium. Wichtigste Einfuhren aus Deutschland sind Fahrzeuge, Maschinen und chemische Erzeugnisse. Deutschland ist Marktführer beim Fahrzeugimport.Die deutsch-ghanaische Wirtschaftsvereinigung "German-Ghanaian Economic Association" hat derzeit rund 80 Mitglieder und ist bestrebt, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ghana und Deutschland zu fördern. Ein Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft in Accra wurde im Januar 2011 eröffnet.


Inflation, Währungspolitik

Nach einigen Erfolgen bei der Inflationsbekämpfung in den letzten Jahren stieg die Inflation auf rund 13,5 Prozent an. Auch 2014 wird im Jahresschnitt mit einer zweistelligen Inflationsrate gerechnet. Gefahren für die Geldwertstabilität bestehen weiterhin vor allem in der schwächelnden Währung und einem starken Wachstum des Binnenkonsums. Bankenvertreter erwarten einen weiter sinkenden Wechselkurs des Ghana Cedi gegenüber dem US-Dollar, wobei die Geschwindigkeit der Abwertung mit den erwarteten steigenden Ölerlösen vermutlich abnehmen wird.

Der "Bank of Ghana Act 612" (2002) hat der ghanaischen Zentralbank weitgehende Unabhängigkeit verschafft sowie das Mandat auf den Erhalt des Geldwertes festgelegt und die Schuldenaufnahme der Regierung bei der Zentralbank auf jährlich 10 Prozent der Staatseinnahmen begrenzt.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Im Golf von Guinea wurden vor Ghanas Küste substanzielle Ölvorkommen entdeckt. Ghana hat im Dezember 2010 die kommerzielle Ausbeutung der Ölvorkommen im Golf von Guinea begonnen. 2013 ist mit einiger Verzögerung die angepeilte Fördermenge von 120.000 Fass pro Tag erreicht worden. Bis 2015 soll diese Menge auf 250.000 Fass pro Tag steigen.

Die ghanaische Regierung hat mehrfach versichert, dass sie sich an hohe Standards der Transparenz bei der Zusammenarbeit mit den Ölfirmen halten will. Ghana ist im Minensektor aktiver Partner der "Extractive Industries Transparency Initiative" (EITI) und will diese auf den Kohlenwasserstoffsektor ausweiten. Ein "Oil Management Law", das hohe Standards in puncto Transparenz und Zukunftsvorsorge setzt, ist verabschiedet worden. Es sieht eine teilweise Einstellung der Einnahmen in den Haushalt (rund 70 Prozent) und für den Rest die Bildung zweier Fonds vor: ein "Stabilisierungsfonds", der gegen Unsicherheiten für den Weltmarktpreis des Öls absichern soll, und der "Heritage Fund", der zukünftige Infrastrukturmaßnahmen vorsieht. Daneben können Öleinnahmen für die Besicherung von Krediten für Entwicklungsvorhaben verwendet werden. Dies hat bei einigen Beobachtern die Besorgnis geweckt, dass die Schuldentragfähigkeit des Haushalts überlastet wird.

Gold ist aufgrund des gestiegenen Weltmarktpreises neben Öl und gemeinsam mit Kakao wichtigstes Exportgut Ghanas (rund ein Drittel des Gesamtexports). Ghana ist zweitgrößter Kakaoproduzent weltweit. Hauptabnehmer sind die EU (Niederlande, UK und Deutschland) sowie die USA. Auch für den bilateralen Warenaustausch mit Deutschland ist Kakao das wichtigste ghanaische Exportprodukt.


Investitionsbedingungen

Im jüngsten "Doing-Business"-Bericht der Weltbank aus dem Jahr 2013 nimmt Ghana in der Gesamtbewertung Platz 64 (von 185) ein, nachdem es bis 2011 mehrere Jahre lang als Top-10-Reformer (und bester Reformer in Subsahara-Afrika) gelistet worden war. 

Das Investitionsklima ist trotz dieses vergleichsweise positiven Werts nach wie vor nicht uneingeschränkt günstig. Bürokratische und logistische Hindernisse auf der Arbeitsebene der Verwaltung, Unsicherheiten beim Landerwerb, der Durchsetzung von Rechtsansprüchen, unzureichende Ausbildung der Arbeitskräfte, unzureichende und mangelhafte Straßen- und Transportinfrastruktur. 

Die Regierung bemüht sich, diese Rahmenbedingungen zu verbessern und hat mit dem 'Ghana Investment Promotion Centre' eine Anlaufbehörde für Investoren geschaffen und plant zahlreiche Projekte im Infrastrukturbereich.


Wirtschaftsdatenblatt

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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