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Malawi

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2015

Politische Beziehungen

Deutschland ist neben Großbritannien das einzige EU-Land, das in Malawi seit der Unabhängigkeit eine Botschaft unterhält. Der politische Dialog mit der Regierung und die entwicklungspolitische Zusammenarbeit sind Hauptelemente der bilateralen Beziehungen.


Wirtschaftsbeziehungen

In Malawi gibt es nur wenige direkte Investitionen deutscher Unternehmen.

Der deutsche Außenhandel mit Malawi ist schwach entwickelt und sein Volumen weitgehend abhängig von den Ernteergebnissen und Preisentwicklungen bei Rohtabak.

Die bilaterale Handelsbilanz ist für Malawi regelmäßig defizitär. Malawi liefert vor allem Tabak (2011: 91 Prozent Anteil am deutschen Import) und Zucker nach Deutschland. Das Land bezieht hauptsächlich Elektroartikel, Fahrzeuge, Maschinen und Chemikalien aus Deutschland. Die Wareneinfuhr aus Deutschland betrug 2013 etwa 95 Millionen US-Dollar, die Ausfuhr etwa 45,8 Millionen US-Dollar.

In der Rangfolge der deutschen Handelspartner steht Malawi damit an Platz 173 von 203 Staaten (2014).


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Malawi gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung nimmt es Rang 174 von 187 Staaten ein (2014). Das Land hat wenig eigene Einnahmen zur Finanzierung seiner staatlichen Ausgaben und ist daher in hohem Maße von internationalen Gebern abhängig.

Die malawische Regierung und die Gebergemeinschaft richten ihre Entwicklungspolitik an der malawischen Strategie für Armutsminderung (Malawi Growth and Development Strategy, MGDS II) aus.

Deutschland ist neben Großbritannien, USA, Japan, Norwegen und Irland einer der bedeutenden bilateralen Entwicklungspartner. Die Weltbank, die Europäische Union und die Afrikanische Entwicklungsbank sind die wichtigsten multilateralen Geber.

Die deutsche bilaterale Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Schwerpunktbereiche Grundbildung, Gesundheit und Privatsektorentwicklung im ländlichen Raum. Wichtige Querschnittsthemen der Zusammenarbeit sind öffentliches Finanzmanagement, HIV/Aids und Fragen der Geschlechtergerechtikeit.

Im Dezember 2010 suspendierte die Bundesregierung die direkte Budgethilfe aufgrund der innenpolitischen Entwicklung - insbesondere der Einschränkung der Pressefreiheit und der Verschärfung der Strafgesetzgebung. Die durch den im September 2013 im sogenannten Cashgate-Skandal öffentlich gewordenen Schwächen in der Transparenz und Rechenschaftslegung des öffentlichen Finanzwesens, einhergehend mit systematischer Veruntreuung von Staatsgeldern in Millionenhöhe stehen einer Wiederaufnahme von Direktzahlungen an den malawischen Haushalt bis auf Weiteres entgegenstehen.

Bei den letzten, im Turnus von zwei Jahren stattfinden Regierungsverhandlungen zur Zusammenarbeit im November 2014 hat die Bundesrepublik Deutschland Malawi Mittel in Höhe von 58,3 Millionen Euro zusgesagt.  Dem vorausgegangen waren Sonderzusagen im Dezember 2013 in Höhe von 8,5 Millionen Euro zur Bewältigung des Finanzskandals und zur allgemeinen Stärkung des öffentlichen Finanzmanagements sowie weitere 5 Millionen Euro zur Verbesserung der Mütter-Kind-Gesundheit. Als eines der am wenigsten entwickelten Länder (LDC) erhält Malawi ausschließlich Zuschüsse.

Das gesamte, über die Jahre summierte deutsche Entwicklungsengagement in Malawi liegt bei circa einer Milliarde Euro; einschließlich der deutschen Beiträge an die multilateralen Geber bei über 1,5 Milliarden Euro.


Kulturelle Beziehungen

An einer PASCH-Schule in Malawi wird Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Die Schule wird mit einer Stelle für Freiwillige aus dem „kulturweit“-Programm des Auswärtigen Amts unterstützt, genauso wie die malawische UNESCO-Kommission. 

Mit der finanziellen Förderung von Kulturprojekten, der Vermittlung von Stipendien, der Förderung des Sports und der Bereitstellung von Sportgeräten pflegt auch die Deutsche Botschaft in Lilongwe die bilateralen kulturellen Beziehungen. 

Regelmäßig nehmen malawische Trainer an internationalen Trainerkursen in Deutschland statt, die von den Universitäten in Leipzig und Mainz, dem Deutschen Leichtathletikverband und dem Deutschen Fußballbund in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt angeboten werden. 

Einen erheblichen kulturellen Beitrag leisten deutsche Entwicklungshilfeprojekte im malawischen Erziehungs- und Ausbildungssystem. Seit vielen Jahren betreibt ein Team von Paläoanthropologen unter deutscher Leitung Hominidenforschung in Malawi und hatte entscheidenden Anteil an der Errichtung des "Cultural and Museum Centre Karonga" im Norden des Landes.

Bildung ist ein Schwerpunktsektor der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Malawi. Deutschland unterstützt Malawi unter anderem dabei, Lehrer besser auszubilden und mehr Schulgebäude zu errichten. Zudem engagiert sich Deutschland im Bereich Schulspeisung, um über tägliche Schulmahlzeiten den Ernährungszustand und die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht von Schülerinnen und Schülern an Primarschulen zu verbessern. Es gibt außerdem verschiedene private Stiftungen, Vereine und Initiativen, die in Deutschland Spendengelder sammeln und in Malawi Schulgebäude errichten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Malawi ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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