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Malawi

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2014

Politische Beziehungen

Deutschland ist neben Großbritannien das einzige EU-Land, das in Malawi seit der Unabhängigkeit eine Botschaft unterhält. Anfang der 90er Jahre hat Deutschland zusammen mit den anderen wichtigen Gebern durch ein Moratorium in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit, kritischen Dialog über Menschenrechte und Demokratisierung, politische Unterstützung der demokratischen Opposition sowie finanzielle und personelle Unterstützung des Demokratisierungsprozesses zum friedlichen Übergang Malawis von einem repressiven Einparteien-Regime zu einem an demokratischen Prinzipien ausgerichteten Mehrparteiensystem beigetragen. Die politischen Beziehungen sind von freundschaftlicher Verbundenheit, mit durchaus kritischer Positionierung zu Fragen von good governance und Menschenrechten, geprägt. Der politische Dialog mit der Regierung und die entwicklungspolitische Zusammenarbeit sind Hauptelemente der bilateralen Beziehungen. Der inzwischen verstorbene Präsident Mutharika stattete der Bundesrepublik Deutschland im September 2010 einen Staatsbesuch ab. Die parlamentarische Staatssekretärin im BMZ, Gudrun Kopp, besuchte Malawi im August 2012 und traf u.a. mit Präsidentin Banda zusammen.


Wirtschaftsbeziehungen

In Malawi gibt es nur wenige direkte Investitionen deutscher Unternehmen.

Der deutsche Außenhandel mit Malawi ist schwach entwickelt und sein Volumen weitgehend abhängig von den Ernteergebnissen und Preisentwicklungen bei Rohtabak. Die bilaterale Handelsbilanz ist für Malawi regelmäßig defizitär. Malawi liefert vor allem Tabak (2011: 91 Prozent Anteil am deutschen Import) und Zucker nach Deutschland. Das Land bezieht hauptsächlich Elektroartikel, Kfz, Maschinen und Chemikalien aus Deutschland.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Malawi gehört nach wie vor zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Auf dem Index der mentschlichen Entwicklung nimmt es Rang 170 von 186 Staaten ein (2012). Das Land hat wenig eigene Einnahmen zur Finanzierung seiner staatlichen Ausgaben und ist daher in hohem Maße von internationalen Gebern abhängig. Die Geberleistungen decken trotz steigender eigener Einnahmen der malawischen Regierung noch 40 Prozent des Staatshaushalts (Haushalt 2013/14) ab.

Die malawische Regierung und die Gebergemeinschaft richten ihre Entwicklungspolitik an der malawischen Strategie für Armutsminderung (Malawi Growth and Development Strategy, MGDS II) aus.

Deutschland ist neben Großbritannien, USA, Japan, Norwegen und Irland einer der großen bilateralen Geber. Die Weltbank, die Kommission der Europäischen Union und die afrikanische Entwicklungsbank sind die wichtigsten multilateralen Geber.

Die deutsche bilaterale Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Schwerpunktbereiche Grundbildung und Gesundheit. Wichtige Querschnittsthemen der Zusammenarbeit sind HIV/Aids und Gender. Die Bundesregierung hat 2007 zudem erstmals Budgethilfe für den malawischen Staatshaushalt zugesagt.

Im Dezember 2010 suspendierte die Bundesregierung die Budgethilfe aufgrund der innenpolitischen Entwicklung - insbesondere der Einschränkung der Pressefreiheit und der Verschärfung der Strafgesetzgebung sowie Schwächen in der Transparenz und Rechenschaftslegung des öffentlichen Finanzwesens. Nach anfänglichen von Präsidentin Joyce Banda eingeleiteten politischen und wirtschaftlichen Reformen offenbart der im September 2013 öffentlich gewordene sog. Cashgate-Skandal (systematische Veruntreuung von Staatsgeldern in Millionenhöhe) massive Schwächen im öffentlichen Finanzmanagement in Malawi, die einer offiziellen Wiederaufnahme der Budgethilfe bis auf Weiteres entgegenstehen.

Bei den letzten, im Turnus von zwei Jahren stattfinden Regierungsverhandlungen im Dezember 2011 hat die Bundesregierung Malawi Zusagen in Höhe von 41 Millionen Euro für 2011/2012 gemacht.. Diese Zusage war entsprechend der politischen Rahmenbedingungen deutlich niedriger als in 2009 (64 Millionen Euro). Als Reaktion auf die seit April 2012 eingeführten demokratischen und wirtschaftlichen Reformen der malawischen Regierung hat Deutschland Malawi im August 2012 zusätzliche Unterstützung in Höhe von 15,5 Millionen Euro zugesagt. Als "least developed country" (LDC) erhält Malawi ausschließlich Zuschüsse.

Das gesamte, über die Jahre summierte deutsche Entwicklungsengagement in Malawi liegt bei circa 935 Millionen Euro; einschließlich der deutschen Beiträge an die multilateralen Geber bei über 1,5 Milliarden Euro.


Kulturelle Beziehungen

Das im September 2008 eröffnete Verbindungsbüro des Goethe-Instituts in Lilongwe wurde Ende Mai 2011 wieder geschlossen. Es gibt eine PASCH-Schule in Malawi, an der Deutsch neben Französisch als Fremdsprache unterrichtet wird. Mit der finanziellen Förderung von Kulturprojekten, der Vermittlung von Stipendien, der Förderung des Sports und der Bereitstellung von Sportgeräten pflegt auch die Botschaft die bilateralen kulturellen Beziehungen. Einen erheblichen kulturellen Beitrag leisten deutsche Entwicklungshilfeprojekte im malawischen Erziehungs- und Ausbildungssystem. Seit vielen Jahren betreibt ein Wissenschaftler-Team (Paläoanthropologen) unter deutscher Leitung Hominidenforschung in Malawi und hatte entscheidenden Anteil an der Errichtung des "Cultural and Museum Centre Karonga" im Norden des Landes.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Malawi ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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