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Malawi

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2017

Politische Beziehungen

Deutschland ist neben Großbritannien das einzige EU-Land, das in Malawi seit der Unabhängigkeit eine Botschaft unterhält. Der politische Dialog mit der Regierung und die entwicklungspolitische Zusammenarbeit sind Hauptelemente der bilateralen Beziehungen.


Wirtschaftsbeziehungen

In Malawi gibt es kaum direkte Investitionen deutscher Unternehmen.

Der deutsche Außenhandel mit Malawi ist schwach entwickelt und sein Volumen weitgehend abhängig von den Ernteergebnissen und Preisentwicklungen bei Rohtabak und Zucker.

Malawi bezieht hauptsächlich Elektroartikel, Fahrzeuge, Maschinen und Chemikalien aus Deutschland. Die deutsche Warenausfuhr nach Malawi betrug 2015 etwa 15,5 Mio. Euro, die deutsche Wareneinfuhr aus Malawi etwa 135 Mio. Euro.

In der Rangfolge der deutschen Handelspartner stand Malawi 2015 damit an Platz 129 von insgesamt 239 Staaten und Territorien (Quelle: Statistisches Bundesamt).


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Malawi gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung nimmt es Rang 170 von 188 Staaten ein (2015). Das Land hat wenig eigene Einnahmen zur Finanzierung seiner staatlichen Ausgaben und ist daher in hohem Maß von internationalen Gebern abhängig.

Die malawische Regierung und die Gebergemeinschaft haben ihre Entwicklungspolitik bisher an der malawischen Strategie für Armutsminderung (Malawi Growth and Development Strategy, MGDS II) ausgerichtet, die im Juni 2016 auslief. Eine Nachfolgestrategie soll in absehbarer Zeit verabschiedet werden.

Deutschland ist neben Großbritannien, USA, Japan, Norwegen und Irland einer der bedeutenden bilateralen Entwicklungspartner. Die Weltbank, die Europäische Union, der internationale Währungsfonds und die Afrikanische Entwicklungsbank sind die wichtigsten multilateralen Geber.

Die deutsche bilaterale Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Schwerpunktbereiche Grundbildung, Gesundheit und Privatsektorentwicklung im ländlichen Raum. Wichtige Querschnittsthemen der Zusammenarbeit sind öffentliches Finanzmanagement, HIV/Aids und Fragen der Geschlechtergerechtikeit. Zudem ist Malawi eines der Schwerpunktländer der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger".

Im Dezember 2010 suspendierte die Bundesregierung die direkte Budgethilfe aufgrund der innenpolitischen Entwicklung - insbesondere der Einschränkung der Pressefreiheit und der Verschärfung der Strafgesetzgebung. Die durch den im September 2013 im sogenannten Cashgate-Skandal öffentlich gewordenen Schwächen in der Transparenz und Rechenschaftslegung des öffentlichen Finanzwesens, einhergehend mit systematischer Veruntreuung von Staatsgeldern in Millionenhöhe stehen einer Wiederaufnahme von Direktzahlungen an den malawischen Haushalt bis auf Weiteres entgegenstehen.

Bei den letzten, im Turnus von zwei Jahren stattfinden Regierungsverhandlungen zur Zusammenarbeit im Oktober 2015 hat die Bundesrepublik Deutschland Malawi Mittel in Höhe von 82 Millionen Euro zugesagt; hinzu kommen noch Sondermittel in Höhe von 16 Millionen Euro im Rahmen der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" sowie weitere 10 Millionen Euro  (2016) zur Verbesserung des Zugangs zu Familienplanung. Als eines der am wenigsten entwickelten Länder (LDC) erhält Malawi ausschließlich Zuschüsse.

Das gesamte, seit der Unabhängigkeit summierte deutsche Entwicklungsengagement in Malawi liegt bei circa einer Milliarde Euro; einschließlich der deutschen Beiträge an die multilateralen Geber bei über 1,5 Milliarden Euro.


Kulturelle Beziehungen

An einer PASCH-Schule in Malawi wird Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Die Schule wird mit einer Stelle für Freiwillige aus dem "kulturweit"-Programm des Auswärtigen Amts unterstützt, genauso wie die malawische UNESCO-Kommission. 

Mit der finanziellen Förderung von Kulturprojekten, der Vermittlung von Stipendien, der Förderung des Sports und der Bereitstellung von Sportgeräten pflegt auch die Deutsche Botschaft in Lilongwe die bilateralen kulturellen Beziehungen. 

Die Ausstellung "Myths of Malawi", entstanden aus einem Workshop malawischer und deutscher Künstler und maßgeblich von der Bundesregierung gefördert, war zunächst in Malawi zu sehen und tourte 2016 anschließend durch Deutschland mit Stationen in Hannover, Berlin (im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung) und Tübingen.

Einen erheblichen kulturellen Beitrag leisten deutsche Entwicklungshilfeprojekte im malawischen Erziehungs- und Ausbildungssystem. Seit vielen Jahren betreibt ein Team von Paläoanthropologen unter deutscher Leitung Hominidenforschung in Malawi und hatte entscheidenden Anteil an der Errichtung des "Cultural and Museum Centre Karonga" im Norden des Landes.

Bildung ist ein Schwerpunktsektor der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Malawi. Deutschland unterstützt Malawi unter anderem dabei, Lehrer besser auszubilden und mehr Schulgebäude zu errichten. Zudem engagiert sich Deutschland im Bereich Schulspeisung, um über tägliche Schulmahlzeiten den Ernährungszustand und die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht von Schülerinnen und Schülern an Primarschulen zu verbessern. Es gibt außerdem verschiedene private Stiftungen, Vereine und Initiativen, die in Deutschland Spendengelder sammeln und in Malawi Schulgebäude errichten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Malawi ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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