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Schweden

Wirtschaft

Stand: März 2017

Wirtschaft

Die schwedische Volkswirtschaft ist stark exportorientiert und geprägt durch einige große, global ausgerichtete Unternehmen wie z.B. ABB, AstraZeneca, Electrolux, Ericsson, H&M, IKEA, SKF oder Volvo.

Das Spektrum international leistungsfähiger Branchen reicht von der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der verarbeitenden Industrie (Fahrzeuge, Elektrotechnik, Pharma- und Wehrtechnik) bis hin zur Informationstechnologie, Biotechnik und regenerativen Energien. Wichtigste Handelspartner Schwedens sind an erster Stelle Deutschland, daneben vor allem die nordischen Länder und die USA. Insgesamt gibt es ca. 900 deutsche Unternehmen in Schweden; mehr als 1200 schwedische Firmen haben sich in Deutschland niedergelassen.

Strukturelle Stärken der schwedischen Volkswirtschaft sind eine hohe Erwerbsbeteiligung (Frauen), das Ausbildungsniveau der Bevölkerung, eine hohe Investitionsbereitschaft in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie die moderate Besteuerung von Unternehmen. Ihre Schwächen sind eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit infolge einer hohen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner sowie die Jugendarbeitslosigkeit, weiterhin ein vergleichsweise hohes Preisniveau, das u.a. durch die Marktmacht weniger großer Firmen (Bau, Lebensmittel) und staatlicher Monopole (Alkohol) bedingt wird. Auch die hohe Verschuldungsquote der privaten Haushalte trotz langsam sinkender  Immobilienpreise in den Ballungsräumen bereitet Sorgen.

Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen Wohlfahrtsstaates ("Volksheim") in den 1990er Jahren löste eine von Sozialdemokraten und Bürgerlichen im Konsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zu einer deutlichen Stabilisierung der öffentlichen Haushalte führte. 2016 konnte die rot-grüne Regierung erstmals seit 2012 wieder einen Haushaltsüberschuss (0,2 %; 2015: - 0,1%) verbuchen (2015: -0,1 %). Die Staatsverschuldung lag 2015 in Schweden, das bisher noch nie gegen die EU- Verschuldenskriterien verstoßen hat, bei 43.9 Prozent des BIP (Prognose für 2016: 41,6 Prozent).

Schweden hat als stark exportorientiertes Land in den zurückliegenden Jahren die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa vergleichsweise gut gemeistert. 2015 betrug der Anstieg des BIP 3,6 Prozent (Prognose für 2016: 3,2 Prozent). Motor für das unerwartet kräftige Wachstum sind in erster Linie der nach wie vor robuste Binnenkonsum, eine zunehmende öffentliche Investitionstätigkeit sowie steigende Exporte. Trotz der sich als Folge der internationalen politischen Turbulenzen nicht einschätzbaren  Konjunkturaussichten, erwartet die rot-grüne Regierung für 2017 ein Wachstum von  3,1 Prozent des BIP. Da das erstrebte Inflationsziel von 2 Prozent noch nicht erreicht ist, belässt die schwedische Reichsbank den Leitzins weiterhin auf dem historisch niedrigen Satz von – 0.5 Prozent.

Obwohl Schweden zu den wenigen Ländern gehört, die die Kriterien der Eurozone erfüllen, gibt es für die Einführung des Euros keine Mehrheit in der Bevölkerung.

Ausgewählte Wirtschaftsindikatoren

  • Wachstum (BIP, real): 3,6 % (2015), Prognose 2016: 3,2%)
  • Arbeitslosenquote 15 bis 74 Jahre IV. Quartal 2016 (saisonbereinigt): 6,9 % (August 2016, d.h. plus 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr)
  • Jugendarbeitslosigkeit IV. Quartal 2016 (15 bis 24 Jahre): 15,8 % (d.h. minus 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresquartal)
  • Inflationsrate: 1,7 % (Dezember 2016, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: 2015 erneut Handelsbilanzüberschuss
  • Öffentlicher Saldo in Prozent des BIP ("3-Prozent-Defizit-Kriterium" der Euro-Zone) 2016: 0,2 % (2015: - 0,1 % )
  • Staatsschulden in Prozent des BIP ("60-Prozent-Kriterium" der Euro-Zone) 2015: 43,9 % (Prognose für 2016: 41,6 %)
  • Schwedische Krone (aggregierte Jahres-EUR-Kurse): 9,4704 SEK 2016
  • Weitere Wirtschaftsdaten finden sich beim Schwedischen Statistischen Zentralbüro (www.scb.se)

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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