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Schweden

Wirtschaft

Stand: April 2016

Wirtschaft

Die schwedische Volkswirtschaft ist stark exportorientiert und geprägt durch einige große, global ausgerichtete Unternehmen wie z.B. ABB, AstraZeneca, Electrolux, Ericsson, IKEA, Scania, SKF oder Volvo. 

Das Spektrum international leistungsfähiger Branchen reicht von der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der verarbeitenden Industrie (Fahrzeuge, Elektrotechnik, Pharma und Wehrtechnik) bis hin zur Informationstechnologie, Biotechnik und regenerativen Energien. Wichtigste Handelspartner Schwedens sind an erster Stelle Deutschland, daneben vor allem die nordischen Länder und die USA.

Strukturelle Stärken der schwedischen Volkswirtschaft sind eine hohe Erwerbsbeteiligung (Frauen), das Ausbildungsniveau der Bevölkerung, eine hohe Investitionsbereitschaft in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie die moderate Besteuerung von Unternehmen. Ihre Schwächen sind eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit infolge einer hohen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner sowie die Jugendarbeitslosigkeit, weiterhin ein recht hohes Preisniveau durch die Marktmacht weniger großer Firmen (Bau, Lebensmittel) und staatlicher Monopole (Alkohol). Auch die hohe Verschuldungsquote der privaten Haushalte in Verbindung mit steigenden Immobilienpreisen bereitet Sorgen.

Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen Wohlfahrtsstaates ("Volksheim") in den 1990er Jahren löste eine von Sozialdemokraten und Bürgerlichen im Konsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zu einer deutlichen Stabilisierung der öffentlichen Haushalte führte. Nachdem in den  letzten Jahren regelmäßig Überschüsse im Haushalt erzielt wurden, gibt es seit 2012 allerdings ein Haushaltsdefizit, das 2015 –0,3 Prozent betrug.  Die rot-grüne Regierung strebt einen ausgeglichenen Haushalt bis 2018 an.  Die Staatsverschuldung lag  2015 bei 44,0  Prozent  des BIP.

Schweden hat als stark exportorientiertes Land in den zurückliegenden Jahren  die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa vergleichsweise gut gemeistert. 2015 betrug der Anstieg des BIP 3,6  Prozent (2014: 2,3  Prozent). Motor für das unerwartet kräftige  Wachstum sind in erster Linie der nach wie vor robuste Binnenkonsum sowie steigende Exporte. Trotz der sich als Folge der internationalen politischen Turbulenzen abschwächenden Konjunkturaussichten erwartet die rot-grüne Regierung für 2016 ein Wachstum von ca. 3,2 Prozent des BIP. Wegen der anhaltend niedrigen Inflation hat die schwedische Reichsbank den Leitzins mittlerweile auf den historisch niedrigen Satz von – 0,5  Prozent gesenkt.

Obwohl Schweden zu den wenigen Ländern gehört, die die Kriterien der Eurozone erfüllen, gibt es für die Einführung des Euros keine Mehrheit in der Bevölkerung. Im Herbst 2015 hat  die schwedische Reichsbank neue Geldscheine der schwedischen Krone eingeführt. Diese sind  sowohl kleiner als auch fälschungssicherer  und es gibt erstmals einen 200-Kronen-Schein. Neue Münzen werden 2016  in Umlauf gebracht.

Ausgewählte Wirtschaftsindikatoren

  • Wachstum (BIP, real): 3,6 2015; (2,3 % 2014)
  • Arbeitslosenquote (15 bis 74 Jahre - unbereinigt): 7,4 % 2015  (minus 0,5 % im Vergleich zum Vorjahr)
  • Jugendarbeitslosigkeit (15 bis 24 Jahre - unbereinigt): 20,3 % 2015  (minus 1,6 % im Vorjahresvergleich) Inflationsrate: 0,8 % (Februar 2016, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: 2015 erneut Handelsbilanzüberschuss
  • Öffentlicher Saldo in Prozent des BIP ("3-Prozent-Defizit-Kriterium" der Euro-Zone): - 1,0 % 2015;
  • Staatsschuld in Prozent des BIP ("60-Prozent-Kriterium" der Euro-Zone): 44,0 % 2015  
  • Schwedische Krone (aggregierte Jahres-EUR-Kurse): 9,3562 SEK 20
  • Weitere Wirtschaftsdaten finden sich beim Schwedischen Statistischen Zentralbüro (www.scb.se)

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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