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Schweden

Wirtschaft

Stand: Oktober 2014

Wirtschaft

Die schwedische Volkswirtschaft ist stark exportorientiert und geprägt durch einige große, global ausgerichtete Unternehmen wie z.B. ABB, AstraZeneca, Electrolux, Ericsson, IKEA, Scania, SKF oder Volvo. 

Das Spektrum international leistungsfähiger Branchen reicht von der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der verarbeitenden Industrie (Fahrzeuge, Elektrotechnik, Pharma und Wehrtechnik) bis hin zur Informationstechnologie, Biotechnik und regenerativen Energien. Wichtigste Handelspartner Schwedens sind an erster Stelle Deutschland, daneben vor allem die nordischen Länder und die USA.

Strukturelle Stärken der schwedischen Volkswirtschaft sind eine hohe Erwerbsbeteiligung (Frauen), das Ausbildungsniveau der Bevölkerung, eine hohe Investitionsbereitschaft in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie die moderate Besteuerung von Unternehmen. Ihre Schwächen sind eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit infolge einer hohen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner sowie die Jugendarbeitslosigkeit, weiterhin ein recht hohes Preisniveau durch die Marktmacht weniger großer Firmen (Bau, Lebensmittel) und staatlicher Monopole (Alkohol). Auch die hohe Verschuldungsquote der privaten Haushalte bereitet Sorgen.

Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen Wohlfahrtsstaates ("Volksheim") in den 1990er Jahren löste eine von Sozialdemokraten und Bürgerlichen im Konsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zu einer deutlichen Stabilisierung der öffentlichen Haushalte führte. Nachdem in den  letzten Jahren  regelmäßig Überschüsse im Haushalt erzielt worden waren, gab es 2012 erstmals ein Haushaltsdefizit. Auch 2014 wird wieder mit einem Defizit gerechnet. Erst im Jahr 2018 wird erwartet, dass das Ziel des Haushaltsüberschusses von 1 % wieder erreicht wird. Die Staatsverschuldung konnte auf unter  40 Prozent des BIP reduziert werden.

Auch Schweden hat als stark exportorientiertes Land in den zurückliegenden Monaten die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa gespürt. 2013 betrug der Anstieg des BIP   1.5 % (2012: 0,8 %). Motor für das wieder zunehmende Wachstum sind in erste Linie der nach wie vor robuste Binnenkonsum sowie verstärkte öffentliche Investitionen. Wegen der sich als Folge der internationalen politischen Turbulenzen abschwächenden Konjunkturaussichten hat die bis September 2014 amtierende bürgerliche Regierung ihre optimistische Wachstumsprognose von Anfang 2014 von 2.7 %  des BIP Mitte 2014 allerdings auf 1.9% nach unten korrigiert. ,. Obwohl Schweden zu den wenigen Ländern gehört, die die Kriterien der Eurozone erfüllen, gibt es für die Einführung des Euro keine Mehrheit in der Bevölkerung. Die von der schwedischen Zentralbank gesteuerte Krone hat seit 2010, bedingt durch die Probleme im Euroraum, beträchtlich an Wert gewonnen.


Ausgewählte Wirtschaftsindikatoren

  • Wachstum (BIP, real): plus 1,5 % (2013; vgl. 2012: 0,8 %; 2011: 3,7 %)
  • Arbeitslosenquote (15 bis 74 Jahre): 8,0 Prozent im 2. Quartal 2014 , keine Veränderung zum Vorjahresquartal
    Jugendarbeitslosigkeit: 23,4 Prozent (2. Quartal 2013: 23,7 Prozent)
  • Inflationsrate: -0,2 Prozent (August 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: 2013 erneut Handelsbilanzüberschuss
  • Öffentlicher Saldo in Prozent des BIP ("3-Prozent-Defizit-Kriterium" der Euro-Zone): -1,2 Prozent (2013; 2012: -0,5 Prozent)
  • Staatsschuld in Prozent des BIP ("60-Prozent-Kriterium" der Euro-Zone) 2013: 36 Prozent, langfristig sinkend durch Haushaltsüberschüsse und Privatisierungen.
  • Schwedische Krone (aggregierte Jahres-EUR-Kurse) 2013: 8,6494 (2012: 8,7053 SEK, 2011: 9,0335 SEK; 2010: 9,5413 SEK)

Weitere Wirtschaftsdaten finden sich beim Schwedischen Statistischen Zentralbüro (www.scb.se)

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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