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Schweden

Wirtschaft

Stand: Februar 2017

Wirtschaft

Die schwedische Volkswirtschaft ist stark exportorientiert und geprägt durch einige große, global ausgerichtete Unternehmen wie z.B. ABB, AstraZeneca, Electrolux, Ericsson, H&M, IKEA, , SKF oder Volvo.

Das Spektrum international leistungsfähiger Branchen reicht von der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der verarbeitenden Industrie (Fahrzeuge, Elektrotechnik, Pharma und Wehrtechnik) bis hin zur Informationstechnologie, Biotechnik und regenerativen Energien. Wichtigste Handelspartner Schwedens sind an erster Stelle Deutschland, daneben vor allem die nordischen Länder und die USA. Insgesamt gibt es ca. 900 deutsche Unternehmen in Schweden, umgekehrt haben sich etwa 1200 schwedische Firmen in Deutschland niedergelassen.

Strukturelle Stärken der schwedischen Volkswirtschaft sind eine hohe Erwerbsbeteiligung (Frauen), das Ausbildungsniveau der Bevölkerung, eine hohe Investitionsbereitschaft in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie die moderate Besteuerung von Unternehmen. Ihre Schwächen sind eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit infolge einer hohen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner sowie die Jugendarbeitslosigkeit, weiterhin ein recht hohes Preisniveau durch die Marktmacht weniger großer Firmen (Bau, Lebensmittel) und staatlicher Monopole (Alkohol). Auch die hohe Verschuldungsquote der privaten Haushalte trotz langsam sinkender  Immobilienpreise in den Ballungsräumen bereitet Sorgen.

Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen Wohlfahrtsstaates ("Volksheim") in den 1990er Jahren löste eine von Sozialdemokraten und Bürgerlichen im Konsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zu einer deutlichen Stabilisierung der öffentlichen Haushalte führte. Nachdem es allerdings seit 2012 regelmäßig ein Haushaltsdefizit gab, konnte die rot-grüne Regierung 2016 erstmals wieder einen Haushaltsüberschuss mit 0,2 % verbuchen (2015: -0,1 %). Die Staatsverschuldung lag 2015 in_Schweden, das bisher noch nie gegen die EU- Verschuldenskriterien verstoßen hat, bei 43.9 Prozent des BIP (2016 geschätzt: 41,6 Prozent).

Schweden hat als stark exportorientiertes Land in den zurückliegenden Jahren die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa vergleichsweise gut gemeistert. 2015 betrug der Anstieg des BIP 3,6 Prozent (201 geschätzt: 3,2 Prozent). Motor für das unerwartet kräftige  Wachstum sind in erster Linie der nach wie vor robuste Binnenkonsum, eine zunehmende öffentliche Investitionstätigkeit sowie steigende Exporte. Trotz der sich als Folge der internationalen politischen Turbulenzen nicht einschätzbaren  Konjunkturaussichten, erwartet die rot-grüne Regierung für 2017 ein Wachstum von  3,1 Prozent des BIP. Da das erstrebte Inflationsziel von 2 Prozent noch nicht erreicht ist, belässt die schwedische Reichsbank den Leitzins weiterhin auf dem historisch niedrigen Satz von – 0.5 Prozent.

Obwohl Schweden zu den wenigen Ländern gehört, die die Kriterien der Eurozone erfüllen, gibt es für die Einführung des Euros keine Mehrheit in der Bevölkerung.

Ausgewählte Wirtschaftsindikatoren

  • Wachstum (BIP, real): 3,6,2 2015, Prognose2016: 3,2.3 %)
  • Arbeitslosenquote 15 bis 74 Jahre IV. Quartal 2016 (saisonbereinigt): 6,9 % (August 2016, plus 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr)
  • Jugendarbeitslosigkeit IV. Quartal 2016 (15 bis 24 Jahre): 15,8 % minus 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresquartal
  • Inflationsrate: 1.7 % (Dezember  2016, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: 2015 erneut Handelsbilanzüberschuss
  • Öffentlicher Saldo in Prozent des BIP ("3-Prozent-Defizit-Kriterium" der Euro-Zone) 2016: 0,2 % (2015: - 0.1 % )
  • Staatsschuld in Prozent des BIP ("60-Prozent-Kriterium" der Euro-Zone) 2015: 43.9 % (2016: geschätzt 41,6 %
  • Schwedische Krone (aggregierte Jahres-EUR-Kurse): 9,4704 SEK 2016
  • Weitere Wirtschaftsdaten finden sich beim Schwedischen Statistischen Zentralbüro (www.scb.se)

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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