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Schweden

Wirtschaft

Stand: März 2013

Wirtschaft

Die schwedische Volkswirtschaft ist stark exportorientiert und geprägt durch einige große, global ausgerichtete Unternehmen wie z.B. ABB, AstraZeneca, Electrolux, Ericsson, IKEA, Scania, SKF oder Volvo. 

Das Spektrum international leistungsfähiger Branchen reicht von der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der verarbeitenden Industrie (Fahrzeuge, Elektrotechnik, Pharma und Wehrtechnik) bis hin zur Informationstechnologie, Biotechnik und regenerativen Energien. Wichtigste Handelspartner Schwedens sind an erster Stelle Deutschland, daneben vor allem die nordischen Länder und die USA.

Strukturelle Stärken der schwedischen Volkswirtschaft sind eine hohe Erwerbsbeteiligung (Frauen), das Ausbildungsniveau der Bevölkerung, eine hohe Investitionsbereitschaft in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie die moderate Besteuerung von Unternehmen. Ihre Schwächen sind eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit infolge einer hohen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner sowie die Jugendarbeitslosigkeit, weiterhin ein recht hohes Preisniveau durch die Marktmacht weniger großer Firmen (Bau, Lebensmittel) und staatlicher Monopole (Alkohol).

Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen Wohlfahrtsstaates ("Volksheim") in den 1990er Jahren löste eine von Sozialdemokraten und Bürgerlichen im Konsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zu einer deutlichen Stabilisierung der öffentlichen Haushalte führte. In den letzten Jahren wurden regelmäßig Überschüsse im Haushalt erzielt. Die Staatsverschuldung konnte bis auf fast 30 Prozent des BIP reduziert werden.

Schweden spürt als exportorientiertes Land aber zunehmend die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa. Im vergangenen Jahr waren die Wirtschaftsaussichten für 2012 und 2013 zuletzt mehrfach nach unten korrigiert worden. Tatsächlich lag das Wachstum 2012 verglichen mit dem Vorjahr nur noch bei 0,80 Prozent und damit deutlich unter den Erwartungen der Regierung. Für das Jahr 2013 hat die Regierung eine Zunahme der staatlichen Ausgaben in Höhe von 23 Milliarden schwedischen Kronen (SEK) (ca. 2,8 Milliarden Euro) in Aussicht gestellt. Diese Summe soll für staatliche Investitionen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Verkehrsinfrastruktur genutzt werden. Außerdem wurde zum Jahresbeginn die Körperschaftssteuer für Unternehmen auf 22 Prozent gesenkt. Der neue Haushalt sieht zudem einen neuen Beschäftigungspakt gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit vor. Schweden wird somit im Jahr 2013 wieder ein Defizit im Haushalt aufweisen. Obwohl Schweden zu den wenigen Ländern gehört, die die Kriterien der Eurozone erfüllen, ist die Einführung des Euro in der nächsten Zeit nicht geplant. Die von der schwedischen Zentralbank gesteuerte Krone hat seit 2010, bedingt durch die Probleme im Euroraum, beträchtlich an Wert gewonnen.

Ausgewählte Wirtschaftsindikatoren

  • Wachstum (BIP, real): plus 0,8 Prozent (2012; vgl. 2011: 3,7 Prozent)
  • Arbeitslosenquote (15 bis 74 Jahre) : 7,7 Prozent im Jahresdurchschnitt 2012
    Aktuell: 8,5 Prozent (Februar 2013)
    Jugendarbeitslosigkeit: 26,4 Prozent (Februar 2013)
  • Inflationsrate: -0,2 Prozent (Februar 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: 2012 erneut deutlicher Handelsbilanzüberschuss
  • Öffentlicher Saldo in Prozent des BIP ("3-Prozent-Defizit-Kriterium" der Euro-Zone): +0,2 Prozent (2011; Prognose 2012: -0,3 Prozent)
  • Staatsschuld in Prozent des BIP ("60-Prozent-Kriterium" der Euro-Zone): 38,4 Prozent, langfristig sinkend durch Haushaltsüberschüsse und Privatisierungen.
  • Schwedische Krone (aggregierte Jahres-EUR-Kurse) 2012: 8,7053 SEK (2011: 9.,0335 SEK; 2010: 9,5413 SEK)

Weitere Wirtschaftsdaten finden sich beim Schwedischen Statistischen Zentralbüro (www.scb.se)



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.