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Schweden

Wirtschaft

Stand: Februar 2014

Wirtschaft

Die schwedische Volkswirtschaft ist stark exportorientiert und geprägt durch einige große, global ausgerichtete Unternehmen wie z.B. ABB, AstraZeneca, Electrolux, Ericsson, IKEA, Scania, SKF oder Volvo. 

Das Spektrum international leistungsfähiger Branchen reicht von der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der verarbeitenden Industrie (Fahrzeuge, Elektrotechnik, Pharma und Wehrtechnik) bis hin zur Informationstechnologie, Biotechnik und regenerativen Energien. Wichtigste Handelspartner Schwedens sind an erster Stelle Deutschland, daneben vor allem die nordischen Länder und die USA.

Strukturelle Stärken der schwedischen Volkswirtschaft sind eine hohe Erwerbsbeteiligung (Frauen), das Ausbildungsniveau der Bevölkerung, eine hohe Investitionsbereitschaft in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie die moderate Besteuerung von Unternehmen. Ihre Schwächen sind eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit infolge einer hohen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner sowie die Jugendarbeitslosigkeit, weiterhin ein recht hohes Preisniveau durch die Marktmacht weniger großer Firmen (Bau, Lebensmittel) und staatlicher Monopole (Alkohol).

Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen Wohlfahrtsstaates ("Volksheim") in den 1990er Jahren löste eine von Sozialdemokraten und Bürgerlichen im Konsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zu einer deutlichen Stabilisierung der öffentlichen Haushalte führte. In den letzten Jahren wurden regelmäßig Überschüsse im Haushalt erzielt. Die Staatsverschuldung konnte auf etwa 40 Prozent des BIP reduziert werden.

Auch Schweden hat als stark exportorientiertes Land in den zurückliegenden Monaten die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa gespürt. 2013 sah eine Stabilisierung mit Wachstumszahlen von etwa 1,5 Prozent (2012: 0,8 Prozent). Für das Jahr 2014 hat die Regierung eine Zunahme der staatlichen Ausgaben in Höhe von 24 Milliarden schwedischen Kronen (SEK) (ca. 2,7 Milliarden Euro) in Aussicht gestellt. Diese Summe soll vor allem für staatliche Investitionen in den Bereichen Wachstum und Beschäftigung und für Steuererleichterungen der privaten Haushalte genutzt werden. So sollen langfristig 280.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Schweden wird somit im Jahr 2014 wieder ein Defizit im Haushalt aufweisen, erst im Jahr 2017 wird erwartete, dass das Ziel des Haushaltsüberschusses in Höhe von 1 Prozent wieder erreicht wird. Obwohl Schweden zu den wenigen Ländern gehört, die die Kriterien der Eurozone erfüllen, ist die Einführung des Euro in der nächsten Zeit nicht geplant. Die von der schwedischen Zentralbank gesteuerte Krone hat seit 2010, bedingt durch die Probleme im Euroraum, beträchtlich an Wert gewonnen.

Ausgewählte Wirtschaftsindikatoren

  • Wachstum (BIP, real): plus 1,5 Prozent (2013; vgl. 2012: 0,8 Prozent, 2011: 3,7 Prozent)
  • Arbeitslosenquote (15 bis 74 Jahre) : 8,0 Prozent im Jahresdurchschnitt 2013 (2012: 7,7 Prozent)
    Aktuell: 8,6 Prozent (Januar 2014)
    Jugendarbeitslosigkeit: 23,9 Prozent (Januar 2014)
  • Inflationsrate: -0,2 Prozent (Januar 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: 2013 erneut Handelsbilanzüberschuss
  • Öffentlicher Saldo in Prozent des BIP ("3-Prozent-Defizit-Kriterium" der Euro-Zone): +0,2 Prozent (2011; Prognose 2012: -0,3 Prozent)
  • Staatsschuld in Prozent des BIP ("60-Prozent-Kriterium" der Euro-Zone): 37,4 Prozent, langfristig sinkend durch Haushaltsüberschüsse und Privatisierungen.
  • Schwedische Krone (aggregierte Jahres-EUR-Kurse) 2012: 8,7053 SEK (2011: 9,0335 SEK; 2010: 9,5413 SEK)

Weitere Wirtschaftsdaten finden sich beim Schwedischen Statistischen Zentralbüro (www.scb.se)



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.