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Kirgisistan

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: September 2014

Bildungspolitik

Das kirgisische Bildungssystem beginnt nach dem Kindergarten mit einer 9- oder 11-jährigen Mittelschulphase (Eintrittsalter 6 oder 7 Jahre). Nach Abschluss des 9-jährigen Zweiges gibt es die Möglichkeit einer praktischen Berufsausbildung oder des Besuchs einer technischen Mittelschule. Die 11-jährige Mittelschulausbildung berechtigt zum Hochschulstudium.

Seit der Unabhängigkeit ist es zu einer großen Anzahl von Neugründungen und Aufwertungen von Hochschulen gekommen. Insgesamt sind 52 Hochschulen, davon 30 in Bischkek, registriert. Zu den renommiertesten Universitäten gehören die 'American University – Central Asia' (AUCA), die Kirgisisch-Türkische Manas-Universität sowie die Russisch-Kirgisische Slawische Universität, die auf einer Partnerschaft mit den jeweiligen Titularländern beruhen.

Unterrichtssprachen sind in der Regel die Amtssprachen Russisch und Kirgisisch, wobei im Gegensatz zu manchen anderen Staaten der postsowjetischen Region Russisch noch überwiegt; es besteht aber die Tendenz zur Ausweitung des Kirgisischen im Schulunterricht. An der AUCA und der kirgisisch-türkischen Manas-Universität wird auch auf Englisch unterrichtet.

An zwei Universitäten ist das Studium teilweise auf deutsch möglich: An der staatlichen technischen Universität sowie an der Akademie für Bau und Architektur bestehen deutsch-kirgisische Fakultäten, an denen Sprach- und Fachunterricht u. a. durch deutsche Dozenten erteilt wird.

Nur etwa 13 Prozent der vorhandenen Studienplätze sind gebührenfrei und werden aus dem Staatshaushalt finanziert ('Budget-Studienplätze'). Für die restlichen Studienplätze werden Studiengebühren erhoben ('Kontrakt-Studium'), die je nach Universität pro Jahr zwischen 15.000 Som (Mindestgebühr an staatlichen Universitäten, umgerechnet etwa 300 Euro) und maximal 232.000 Som (an der AUCA, umgerechnet etwa 3.800 Euro) liegen.

Grundsätzlich wird der Zugang zu den Universitäten durch einheitliche Aufnahmeprüfungen geregelt. Ein Studium dauert in der Regel fünf Jahre und endet mit dem 'diplom spezialista'. Im Zuge der Annäherung an den so genannten Bologna-Prozess bieten viele Universitäten mittlerweile auch den Bachelor ("bakalawr") und den Master ("magister") als akademische Abschlüsse an (4+2 Jahre).

Staatlich finanzierte Forschung wird nur in sehr bescheidenem Umfang durchgeführt.

Die Qualität der schulischen und universitären Ausbildung ebenso wie das allgemeine Bildungsniveau haben seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erheblich gelitten. Dies liegt an den allgemein schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen und der daraus resultierenden strukturellen Unterfinanzierung des gesamten Bildungssystems. Die offiziellen Gehälter für Lehrer und Dozenten sind zu niedrig, um den Lebensbedarf zu decken. Daraus resultieren Abwanderung besonders qualifizierter Kräfte ins Ausland oder in die freie Wirtschaft sowie Korruption, die im Bildungsbereich weit verbreitet ist. Dies wiederum hat negative Auswirkungen auf die Qualität der Ausbildung. Geld für Renovierungen und Neuausstattungen steht in der Regel nicht zur Verfügung. Ländliche Gebiete sind besonders betroffen.


Kulturpolitik

Auch im Kulturbereich gibt es ein Gefälle zwischen der Hauptstadt Bischkek und ländlicheren Gebieten. Während außerhalb der Hauptstadt das kulturelle Angebot oft sehr begrenzt ist, ist das kulturelle Leben in Bischkek vielfältig: Es werden sowohl klassische Kunstformen (Oper, Konzerte, Ballett, Theater, Kunstausstellungen in Museen) als auch Unterhaltungsmusik-Veranstaltungen angeboten.

Seit wenigen Jahren findet mit Beteiligung der Deutschen Botschaft jedes Jahr im Frühling ein internationales Jazz-Festival statt.

Die kleine alternative Kunstszene in Bischkek ist recht aktiv. Dies gilt insbesondere auch für den Bereich der bildenden Kunst, wo sich einige innovative Künstler auch international einen Namen gemacht haben.

Durch Geldmangel verfallen Bausubstanz und technische Ausstattung vieler kultureller Einrichtungen; es erfolgen nur wenige Erhaltungsinvestitionen. Mangel herrscht auch an der Basis künstlerischer Arbeit: Zum Beispiel sind oft Instrumente und neues Notenmaterial vor Ort nicht erhältlich – eine insbesondere für die Musikschulen und Orchester prekäre Situation.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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