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Iran

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2015

Politische Beziehungen

Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Iran wurden 1952 aufgenommen; im gleichen Jahr wurde die iranische Gesandtschaft in Deutschland eröffnet. Neben der Wirtschaft entwickelte sich vor allem im Bildungssektor eine enge Zusammenarbeit: Die zahlreichen deutschen Gewerbeschulen in Iran wurden ein geschätzter Bildungspartner. Noch heute trägt der Ruf der damaligen Gewerbeschulen zum insgesamt positiven Deutschlandbild in Iran bei.

Nach der Islamischen Revolution 1979 unterlagen die Beziehungen zwischen beiden Ländern zum Teil erheblichen Spannungen.

Seit 2003 sind die Beziehungen geprägt von der Besorgnis über das iranische Nuklearprogramm. Deutschland ist gemeinsam mit Großbritannien und Frankreich, der EU-Außenbeauftragten sowie den USA, Russland und China (E3 + 3) um eine Lösung dieses Konfliktes bemüht (für weitere Informationen zum Nukleardossier siehe Link in der rechten Spalte). Am 24. November 2013 einigten sich die E3+3 und Iran auf den Genfer Aktionsplan als einen ersten Schritt zur Beilegung des Nuklearstreits. Die Verhandlungen über eine umfassende Lösung wurden bereits zwei Mal verlängert.

Zusätzlich belasteten unter der Regierung von Staatspräsident Ahmadinedschad (2005-2013) radikale anti-israelische Rhetorik der iranischen Führung und die sich im Laufe seiner Amtszeit weiter verschlechternde Menschenrechtssituation in Iran das Verhältnis. Diese hat die Bundesregierung wiederholt auf das Schärfste verurteilt. Die nach Amtsübernahme von Staatspräsident Ruhani (4. August 2013) erfolgten Freilassungen der Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh und weiterer politischer Häftlinge im September 2013 begrüßte die Bundesregierung.


Wirtschaftliche Beziehungen

2014 sind die deutschen Exporte nach Iran im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 30 Prozent gestiegen. Die Importe aus Iran nach Deutschland stiegen um 8 Prozent. Das bilaterale Handelsvolumen betrug im Jahr 2014 2,69 Milliarden Euro (plus 27 Prozent). Der starke Anstieg der deutschen Exporte begründet sich vorrangig durch den gestiegenen Getreide-/Pharma- und Maschinenexport.

Seit 2006 wurden auf VN- und EU-Ebene mehrere Sanktionsrunden gegen Iran beschlossen. Im Rahmen des Genfer Aktionsplans vom November 2013 wurden in Teilbereichen Sanktionen suspendiert und ein humanitärer Finanzkanal aufgebaut. Iran erhält monatlich bis zu 700 Millionen Dollar aus früheren Ölgeschäften.

Bilateraler Handel:

  • 2010: Exporte nach Iran 3,804 Mrd. Euro (+2,4 Prozent)
    Importe aus Iran 916 Mio. Euro (+70,6 Prozent)
  • 2011: Exporte nach Iran 3,087 Mrd. Euro (-18,5 Prozent)
    Importe aus Iran 712 Mio. Euro (-16,5 Prozent)
  • 2012: Exporte nach Iran: 2,528 Mrd. Euro (-18,0 Prozent)
    Importe aus Iran: 313 Mio. Euro (-56,3 Prozent)
  • 2013: Exporte nach Iran: 1,85 Mrd. Euro (-27 Prozent)
    Importe aus Iran: 274 Mio. Euro (-21 Prozent)
  • 2014: Exporte nach Iran: 2,69 Mrd. Euro (+ 29,2 Prozent)
    Importe aus Iran: 295 Mio. Euro (+ 7,6 Prozent)

Kulturelle Beziehungen

Deutschland ist in Teheran mit einem botschaftseigenen Deutschen Sprachinstitut, der Deutschen Botschaftsschule Teheran, dem Deutschen Archäologischen Institut sowie einer evangelischen Gemeinde unter Leitung eines deutschen Pastorenehepaars vertreten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst hat 2014 sein neues Büro eröffnet.

Auf dem Gebiet des Wissenschaftsaustauschs besteht zwischen Deutschland und Iran traditionell eine gute Zusammenarbeit. Eine ganze Generation iranischer Wissenschaftler wurde an deutschen Hochschulen ausgebildet. Heute setzen sich zahlreiche Alumni für gemeinsame deutsch-iranische Forschungsprojekte sowie eine Verstärkung der Hochschulkooperation ein.

Der Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache kommt neben der Förderung der Wissenschaftsbeziehungen besondere Bedeutung zu. In die Sprachkurse des Deutschen Sprachinstituts Teheran (DSIT) auf allen Niveaustufen schrieben sich 2014 über 7.500 Teilnehmer ein. An den zentralen Prüfungen des Goethe-Instituts nahmen über 7.400 Sprachlernende teil. Darüber hinaus bietet das Institut iranischen Deutschlehrern Fortbildungsangebote an und bildet Nachwuchskräfte aus.

Die Deutsche Botschaft fördert das Erlernen der deutschen Sprache im Schulbereich durch die besondere Unterstützung von zurzeit 5 iranischen Schulen, die Deutsch anbieten (Partnerschul-Initiative PASCH). In diesem Kontext fand am 10. April 2014 die erste Nationale Deutscholympiade in Iran statt.

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) unterhält eine Außenstelle in Teheran. Derzeit wird ein neues Memorandum of Understanding verhandelt und Optionen für künftige Projekte besprochen.

Aus Mitteln des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amtes wird seit 2007 das deutsch-iranische Projekt zum Wiederaufbau des erdbebenzerstörten Sistani-Hauses in Bam gefördert. Das Projekt wird von einem Team der Technischen Universität Dresden geleitet. 2014 wurden die Arbeiten von deutscher Seite zu Ende gebracht. Zur kompletten Fertigstellung sind nun noch einige Arbeiten durch die iranische Antikenbehörde durchzuführen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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