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Anforderungsprofil

Amtseigene Fortbildung

Das Auswärtige Amt bildet seinen Nachwuchs für die Laufbahnen des höheren, gehobenen und mittleren Dienstes selbst aus. Die Ausbildungsplätze werden als Ergebnis von Auswahlwettbewerben vergeben. Die Fremdsprachenassistent/inn/en und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des einfachen Dienstes werden bei Bedarf als freie Bewerber eingestellt.

Uneingeschränkte Versetzungsbereitschaft

Grundsätzlich gilt, dass alle Angehörigen des Auswärtigen Dienstes an jedem Platz der Welt eingesetzt und mit jeder Aufgabe ihrer Laufbahn betraut werden können (Generalistenprinzip). Erst nach einigen Berufsjahren bilden sich fachliche Schwerpunktbereiche oder -regionen. Die Kenntnis einer schwierigen oder seltenen Sprache kann von Anfang an den häufigeren, aber keineswegs ausschließlichen Einsatz in dem entsprechenden Sprachraum bedeuten.

Der Wechsel des Einsatzortes und des Fachgebiets erfolgt in der Regel alle drei bis vier Jahre – die sog. Rotation. Uneingeschränkte Versetzungsbereitschaft ist deshalb Grundvoraussetzung für eine Tätigkeit im Auswärtigen Dienst.

Berufs- und Privatleben

Die Breite des Arbeitsfeldes und die Vielseitigkeit, die dabei entwickelt werden kann, machen diesen Beruf unverändert anziehend und interessant. Die Gefahr, in Routine zu erstarren, ist im Auswärtigen Dienst gering. Allerdings geht der ständige Wechsel mit Belastungen für die Beschäftigten und deren Familienangehörigen einher. Häufige Umzüge, weite Entfernung von der Heimat, schwierige klimatische Bedingungen und andersartige Lebensumstände sind oft belastend. Für Kinder können sich Schulprobleme ergeben. Der Lebenspartner wird oft den eigenen Beruf nicht ausüben können. Diese und andere Probleme hat das Gesetz über den Auswärtigen Dienst aufgegriffen und für Ausgleich und Erleichterungen im Rahmen des Möglichen gesorgt.

Zu den positiven Aspekten dieses Berufes – auch für Partner und Kinder – zählt die Horizonterweiterung, die eine intensive Beschäftigung mit den Kulturen, Sprachen und Menschen anderer Länder verschafft. Ehe- und Lebenspartner, die hierin eine besondere Chance sehen, werden auch die gesellschaftlichen Verpflichtungen, die im Ausland zu den dienstlichen Aufgaben gehören, mittragen und davon persönlich profitieren. Zur Pflege dienstlicher Kontakte – auch durch Einladungen in die eigene Wohnung – sind alle Beschäftigten verpflichtet.

Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Interessenten nachdrücklich, Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Der Auswärtige Dienst ist darauf angewiesen, dass seine Beschäftigten und deren Familienangehörige ohne Vorbehalt den das gesamte Berufsleben bestimmenden Wechsel unterschiedlichster Posten akzeptieren. Das Auswärtige Amt ist zwar bemüht, den dienstlichen Neigungen und persönlichen Wünschen sowie den beruflichen und schulischen Belangen der Familienangehörigen entgegenzukommen; vorrangiges Ziel jeder Versetzungsplanung ist jedoch die bestmögliche Arbeitsfähigkeit des Auswärtigen Dienstes. Bei der Entscheidung, im Auswärtigen Dienst zu arbeiten, handelt es sich daher – unabhängig von der Laufbahn – eher um eine Berufs- und Lebensentscheidung. Diese Entscheidung muss von den Familien der Beschäftigten mitgetragen werden.