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Wirtschaft
Stand: Mai 2013
Seit der demokratischen Wende im Oktober 2000 bemüht sich Serbien um wirtschaftlichen Wiederaufbau und Beseitigung der Folgen politischer und wirtschaftlicher Isolation zu Zeiten des Milošević-Regimes. Zusätzlich steht die Anpassung an EU-Standards im Rahmen des Assoziierungs- und Stabilisierungsprozesses im Vordergrund. Die Währung Serbiens ist der Dinar.
Das Nettodurchschnittseinkommen liegt bei rund 365 Euro monatlich. Die makroökonomische Stabilität des Landes bleibt insgesamt gewährleistet. 2012 betrug die Inflation 12,2 Prozent. Das BIP verzeichnete einen Rückgang um 1,7 Prozent. Stabile Infrastruktur und industrielle Basis wären aber nur mit tatsächlich konkurrenzfähigen Rahmenbedingungen zu schaffen, die zu einem verbesserten Investitionsklima führen würden.
Wichtigste Wirtschaftszweige
Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft (einschließlich Lebensmittelverarbeitung), deren Erträge allerdings aufgrund klimatischer Einflüsse stark schwanken. Das Wachstum wird vor allem vom Dienstleistungssektor getragen. Die einst gut ausgebaute Industrie ist veraltet und liegt zum großen Teil darnieder; um Verkaufschancen für Industrieprodukte auf westlichen Märkten zu realisieren, ist massiver Import von ausländischem Know-how und Kapital erforderlich. Für ausländische Unternehmen dürften kurz- bis mittelfristig die anstehenden Projekte im Bereich Infrastrukturrehabilitierung interessant sein.
Außenwirtschaft
Im Außenwirtschaftsbereich wurden viele administrative Hürden beseitigt. Im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses mit der EU, mit schrittweiser Übernahme des EU-Acquis sowie im Zuge des Aufnahmeverfahrens in die Welthandelsorganisation sind weitere Liberalisierungsschritte zu erwarten.
Das Handelsbilanzdefizit betrug 2012 5.945,5 Millionen Euro (plus 2,4 Prozent zum Vorjahr), bei Importen im Wert von 14.782,3 Millionen Euro (plus 3,7 Prozent zum Vorjahr) und Exporten im Wert von 8.836,8 Millionen Euro (plus 4,7 Prozent zum Vorjahr). Die Export-Import-Deckungsrate betrug 59,7 Prozent. Industrieprodukte aus Serbien erreichen zunehmend die in Westeuropa erwartete Qualität. Die in den letzten zwei Jahrzehnten verloren gegangene Märkte werden wieder langsam zurückerobert.
Hauptexportprodukte von Serbien sind: Weizen, Elektrogeräte, Buntmetalle, Kraftfahrzeuge und Obst und Gemüse. Importiert werden vor allem Öl und Ölderivate, Kraftfahrzeuge, Gas, Elektrogeräte sowie medizinische und pharmazeutische Produkte. In der Republik Serbien ist seit Juli 2001 ein Privatisierungsgesetz in Kraft, das die Veräußerung von Unternehmen durch Ausschreibungs- und Versteigerungsverfahren vorsieht. Die Regierung ist dabei, die großen Staatsunternehmen einer Restrukturierung zu unterziehen, um sie anschließend schneller privatisieren zu können.
Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen
Deutschland war 2012 auf der Rangliste der wichtigsten serbischen Wirtschaftspartner auf Platz 1, vor Italien und Russland. Der Umsatz im bilateralen Handel mit Deutschland verzeichnet weiterhin ein hohes Handelsdefizit von 584,2 Millionen Euro. Serbiens Exporte nach Deutschland betrugen 1.023,8 Millionen Euro (plus 7,4 Prozent zum Vorjahr). Serbien importierte aus Deutschland Waren im Wert von 1.608,0 Millionen Euro (plus 4,5 Prozent zum Vorjahr). Das tatsächliche Ausmaß der bereits bestehenden Unternehmenskooperationen dürfte jedoch noch über diese Volumina hinausgehen, denn viele deutsche Unternehmen nutzen die Kooperation mit Unternehmen vor Ort zur Belieferung von Drittmärkten, was in der Statistik nicht erfasst wird. Wichtige deutsche Investments wurden von Firmen wie STADA, METRO, Henkel, Siemens und Messer getätigt.
Im Oktober 2003 wurde in Belgrad der deutsch-serbische Kooperationsrat Wirtschaft mit Serbien gegründet. Ziel ist es, durch einen kontinuierlichen Dialog zwischen den Regierungen und den Unternehmen die Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen. Kernbereiche sind dabei Energie, Infrastruktur, Investitionen und Landwirtschaft. Der Kooperationsrat tagte zuletzt im Dezember 2011 in Berlin unter Leitung von Staatssekretär Stefan Kapferer (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) und dem damaligen serbischen Minister für Wirtschaft und Regionalentwicklung Nebojša Ćirić.
Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen
Serbien ist Mitglied der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und der regionalen wirtschaftspolitischen Vereinigungen wie Stabilitätspakt, SEECP (Kooperationsrat für Südosteuropa) und SEECI (Sout East European Cooperative Initiative), ICAO (Internationale Zivilluftfahrt-Organisation), CEFTA (Mitteleuropäisches Freihandelsabkommen) und der Donaukommission. Das Aufnahmeverfahren für die Welthandelsorganisation ist noch nicht abgeschlossen.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
