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Serbien

Wirtschaft

Stand: Oktober 2013

Seit der demokratischen Wende im Oktober 2000 bemüht sich Serbien um wirtschaftlichen Wiederaufbau und Beseitigung der Folgen politischer und wirtschaftlicher Isolation zu Zeiten des Milošević-Regimes. Zusätzlich steht die Anpassung an EU-Standards im Rahmen des Assoziierungs- und Stabilisierungsprozesses im Vordergrund. Die Währung Serbiens ist der Dinar.

Das Nettodurchschnittseinkommen liegt bei rund 365 Euro monatlich. Die makroökonomische Stabilität des Landes bleibt insgesamt gewährleistet. 2012 betrug die Inflation 12,2 Prozent. Das BIP verzeichnete einen Rückgang um 1,7 Prozent. Im Oktober 2013 hat die serbische Regierung ein Reformpaket verabschiedet, das u.a. Gehaltskürzungen für Angestellte des öffentlichen Dienstes, eine Anhebung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes, die Privatisierung von Staatsunternehmen und Subventionsabbau sowie Änderungen der Arbeitsgesetzgebung und Abbau administrativer Hürden für Unternehmensgründungen und Bauvorhaben vorsieht. Effektive Bekämpfung der Schattenwirtschaft und Korruption sowie Gewährleistung von Rechtssicherheit bleiben Grundvoraussetzung für eine langfristige Verbesserung der Wirtschaftslage.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft (einschließlich Lebensmittelverarbeitung), deren Erträge allerdings aufgrund klimatischer Einflüsse stark schwanken. Das Wachstum wird vor allem vom Dienstleistungssektor getragen. Die einst gut ausgebaute Industrie ist veraltet und liegt zum großen Teil darnieder; um Verkaufschancen für Industrieprodukte auf westlichen Märkten zu realisieren, ist massiver Import von ausländischem Know-how und Kapital erforderlich. Für ausländische Unternehmen dürften kurz- bis mittelfristig die anstehenden Projekte im Bereich Infrastrukturrehabilitierung interessant sein.

Außenwirtschaft

Im Außenwirtschaftsbereich wurden viele administrative Hürden beseitigt. Im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses mit der EU, mit schrittweiser Übernahme des EU-Acquis sowie im Zuge des Aufnahmeverfahrens in die Welthandelsorganisation sind weitere Liberalisierungsschritte zu erwarten.

Das Handelsbilanzdefizit betrug 2012 5.945,5 Millionen Euro (plus 2,4 Prozent zum Vorjahr), bei Importen im Wert von 14.782,3 Millionen Euro (plus 3,7 Prozent zum Vorjahr) und Exporten im Wert von 8.836,8 Millionen Euro (plus 4,7 Prozent zum Vorjahr). Die Export-Import-Deckungsrate betrug 59,7 Prozent. Industrieprodukte aus Serbien erreichen zunehmend die in Westeuropa erwartete Qualität. Die in den letzten zwei Jahrzehnten verloren gegangene Märkte werden wieder langsam zurückerobert.

Hauptexportprodukte von Serbien sind: Weizen, Elektrogeräte, Buntmetalle, Kraftfahrzeuge und Obst und Gemüse. Importiert werden vor allem Öl und Ölderivate, Kraftfahrzeuge, Gas, Elektrogeräte sowie medizinische und pharmazeutische Produkte.

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland gehört seit Jahren zusammen mit Italien und Russland zu den wichtigsten serbischen Wirtschaftspartnern. Im bilateralen Handel mit Deutschland verzeichnete Serbien auch 2012 ein hohes Handelsdefizit von 584,2 Millionen Euro. Serbiens Exporte nach Deutschland betrugen 1.023,8 Millionen Euro (plus 7,4 Prozent zum Vorjahr). Serbien importierte aus Deutschland Waren im Wert von 1.608,0 Millionen Euro (plus 4,5 Prozent zum Vorjahr). Das tatsächliche Ausmaß der bereits bestehenden Unternehmenskooperationen dürfte jedoch noch über diese Volumina hinausgehen, denn viele deutsche Unternehmen nutzen die Kooperation mit Unternehmen vor Ort zur Belieferung von Drittmärkten, was in der Statistik nicht erfasst wird. Wichtige deutsche Investments wurden unter anderem von Firmen wie STADA, METRO, Henkel, Siemens und Messer getätigt.

Im Oktober 2003 wurde in Belgrad der deutsch-serbische Kooperationsrat Wirtschaft gegründet. Ziel ist es, durch einen kontinuierlichen Dialog zwischen den Regierungen und den Unternehmen die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder zu vertiefen. Kernbereiche sind dabei Energie, Infrastruktur, Landwirtschaft sowie die Förderung von Investitionen. Der Kooperationsrat tagte zuletzt im Juni 2013 in Belgrad unter Leitung von Staatssekretär Stefan Kapferer (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) und dem serbischen Minister für Handel und Telekommunikation Rasim Ljajić.

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Serbien ist Mitglied der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und der regionalen wirtschaftspolitischen Vereinigungen wie Stabilitätspakt, SEECP (Kooperationsrat für Südosteuropa) und SEECI (Sout East European Cooperative Initiative), ICAO (Internationale Zivilluftfahrt-Organisation), CEFTA (Mitteleuropäisches Freihandelsabkommen), UNECE (UN-Wirtschaftskommission für Europa) und der Donaukommission. Das Aufnahmeverfahren für die Welthandelsorganisation ist noch nicht abgeschlossen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.