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Serbien

Wirtschaft

Stand Juni 2014

Seit der demokratischen Wende im Oktober 2000 bemüht sich Serbien um wirtschaftlichen Wiederaufbau und Beseitigung der Folgen politischer und wirtschaftlicher Isolation zu Zeiten des Milošević-Regimes. Als EU-Beitrittskandidat strebt Serbien nach Anpassung an die EU-Standards. Jedoch zeigen die aktuellen Wirtschaftszahlen, dass die serbische Wirtschaft nach wie vor unter den Folgen der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise leidet. Das Nettodurchschnittseinkommen liegt bei rund 389 Euro monatlich. Die makroökonomische Stabilität des Landes bleibt insgesamt gewährleistet. 2013 betrug die Inflation 2,2 Prozent. Das BIP verzeichnete ein Plus von 2,5%. Für 2014 ist lediglich ein Wachstum von 1,0% prognostiziert und die serbische Wirtschaft sieht sich insgesamt mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Die Währung Serbiens ist der Dinar.

Die serbische Regierung hat ein ambitioniertes Reformpaket angekündigt, das u. a. Gehaltskürzungen für Angestellte des öffentlichen Dienstes, eine Anhebung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes, die Privatisierung von Staatsunternehmen, Subventionsabbau, Modernisierung des Arbeitsgesetzes sowie effektive Bekämpfung der Schattenwirtschaft und Korruption vorsieht. Bisher ist die Anhebung der Mehrwertsteuer und die Reduzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst erfolgt.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft (einschließlich Lebensmittelverarbeitung), deren Erträge allerdings aufgrund klimatischer Einflüsse stark schwanken. 2013 brachte eine gute Ernte, was sich positiv auf die Wachstumszahlen auswirkte. Weiteres Wachstum wird vor allem vom Dienstleistungssektor getragen. Die einst gut ausgebaute Industrie ist veraltet und liegt zum großen Teil darnieder. Um Verkaufschancen für Industrieprodukte auf westlichen Märkten zu realisieren, wäre massiver Import von ausländischem Know-how und modernen Maschinen sowie ausreichend Investitionskapital erforderlich. Ausländische Investitionen sind daher willkommen und werden vom Staat subventioniert.

Für ausländische Unternehmen dürften kurz- bis mittelfristig die anstehenden Projekte im Bereich Infrastrukturrehabilitierung interessant sein.

Außenwirtschaft

Im Außenwirtschaftsbereich wurden die größten administrativen Hürden beseitigt, jedoch leiden ausländische Firmen nach wie vor unter oftmals kurzfristig geänderten Vorschriften zu Steuern, Genehmigungen oder Zollabwicklung. Im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses mit der EU, mit schrittweiser Übernahme des EU-Acquis sowie im Zuge des Aufnahmeverfahrens in die Welthandelsorganisation sind weitere Liberalisierungsschritte zu erwarten. 

Das Handelsbilanzdefizit betrug 2013 4,46 Mrd. Euro (minus 25 Prozent zum Vorjahr), bei Importen im Wert von 25,46 Mrd. Euro (plus 5,1 Prozent zum Vorjahr) und Exporten im Wert von 10.9 Mrd. Euro (plus 25,8 Prozent zum Vorjahr). Industrieprodukte aus Serbien erreichen zunehmend die in Westeuropa erwartete Qualität. In den letzten zwei Jahrzehnten verloren gegangene Märkte werden langsam zurückerobert.

Hauptexportprodukte Serbiens sind: Weizen, Elektrogeräte, Buntmetalle, Kraftfahrzeuge und Obst und Gemüse. Importiert werden vor allem Rohöl und Ölderivate, Kraftfahrzeuge, Gas, Elektrogeräte sowie medizinische und pharmazeutische Produkte.

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland gehört seit Jahren zusammen mit Italien und Russland zu den wichtigsten serbischen Wirtschaftspartnern. Im bilateralen Handel mit Deutschland verzeichnete Serbien 2013 ein um 34,5% deutlich gesunkenes Handelsdefizit von 383 Millionen Euro. Serbiens Exporte nach Deutschland betrugen 1.3 Mrd. Euro (plus 28,4 Prozent zum Vorjahr). Serbien importierte aus Deutschland Waren im Wert von 1,7 Mrd. Euro (plus 5,7 Prozent zum Vorjahr). Das tatsächliche Ausmaß des deutsch-serbischen Handels dürfte jedoch noch höher liegen, denn viele deutsche Unternehmen nutzen Tochterfirmen vor Ort zur Belieferung von Drittmärkten, was in der Statistik nicht erfasst wird. Wichtige deutsche Investments wurden unter anderem von STADA, METRO, Fresenius, Bosch, Henkel, Siemens, Daimler Benz und Messer getätigt.

Im Oktober 2003 wurde in Belgrad der deutsch-serbische Kooperationsrat Wirtschaft gegründet. Ziel ist es, durch einen kontinuierlichen Dialog zwischen den Regierungen und den Unternehmen die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder zu vertiefen. Kernbereiche sind dabei Energie, Infrastruktur, Landwirtschaft sowie die Förderung von Investitionen. Der Kooperationsrat tagte zuletzt im Juni 2013 in Belgrad unter Leitung von Staatssekretär Stefan Kapferer (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) und dem serbischen Minister für Handel und Telekommunikation Rasim Ljajić.

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Serbien ist Mitglied der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und der regionalen wirtschaftspolitischen Vereinigungen wie Stabilitätspakt, SEECP (Kooperationsrat für Südosteuropa) und SEECI (Sout East European Cooperative Initiative), ICAO (Internationale Zivilluftfahrt-Organisation), CEFTA (Mitteleuropäisches Freihandelsabkommen), UNECE (UN-Wirtschaftskommission für Europa) und der Donaukommission. Das Aufnahmeverfahren für die Welthandelsorganisation WTO ist noch nicht abgeschlossen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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