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Serbien

Wirtschaft

Stand: Januar 2015

Seit der demokratischen Wende im Oktober 2000 bemüht sich Serbien um wirtschaftlichen Wiederaufbau und Beseitigung der Folgen von Krieg und politischer und wirtschaftlicher Isolation zu Zeiten des Milošević-Regimes. Als EU-Beitrittskandidat strebt Serbien nach Anpassung an die EU-Standards. Jedoch zeigen die aktuellen Wirtschaftszahlen, dass die serbische Wirtschaft nach wie vor unter den Folgen der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise leidet. Das Nettodurchschnittseinkommen liegt bei rund 380 Euro monatlich. Die makroökonomische Stabilität des Landes bleibt insgesamt gewährleistet, Serbien hat im November 2014 ein Standby-Agreement mit dem IWF abgeschlossen.

2014 betrug die Inflation 1,7 Prozent. Das BIP verzeichnete ein Minus von 1,8%. Für 2015 ist ebenfalls ein Wachstumsrückgang von 0,5% prognostiziert. Die Währung Serbiens ist der Dinar.

Die serbische Regierung hat mit der Umsetzung eines ambitionierten Reformpakets begonnen, das u. a. Gehaltskürzungen für Angestellte des öffentlichen Dienstes,  die Privatisierung von 502 Staatsunternehmen, Subventionsabbau, Modernisierung des Arbeitsgesetzes sowie effektive Bekämpfung der Schattenwirtschaft und Korruption beinhaltet.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft (einschließlich Lebensmittelverarbeitung), deren Erträge allerdings aufgrund klimatischer Einflüsse stark schwanken. 2014 wurde das Land von einem katastrophalen Hochwasser getroffen, das die serbische Wirtschaft vor allem in den Sektoren Landwirtschaft und Energie traf.  Das Wachstum wird vor allem vom Dienstleistungssektor getragen (Transport +24,7%). Die im ehemaligen Jugoslawien gut ausgebaute Industrie ist heute veraltet, in manchen Staatsbetrieben wird nur noch wenig und in schlechter Qualität produziert. Um Verkaufschancen für Industrieprodukte auf westlichen Märkten zu realisieren, wäre massiver Import von ausländischem Know-how und modernen Maschinen sowie ausreichend Investitionskapital erforderlich. Ausländische Investitionen sind daher willkommen und werden vom Staat subventioniert.

Für ausländische Unternehmen dürften kurz- bis mittelfristig die anstehenden Projekte im Bereich Infrastruktur-Rehabilitierung interessant sein, darunter Pläne der Stadt Belgrad im Abwasserbereich, Bau von Eisenbahnlinien und Autobahnen.

Außenwirtschaft

Im Außenwirtschaftsbereich wurden die größten administrativen Hürden beseitigt, jedoch leiden ausländische Firmen nach wie vor unter oftmals kurzfristig geänderten Vorschriften zu Steuern, Genehmigungen oder Zollabwicklung. Im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses mit der EU, mit schrittweiser Übernahme des EU-Acquis sowie im Zuge des Aufnahmeverfahrens in die Welthandelsorganisation WTO sind weitere Liberalisierungsschritte zu erwarten. 

Das Handelsbilanzdefizit betrug 2014 4,38 Mrd. Euro (minus 1,8 Prozent zum Vorjahr), bei Importen im Wert von 15,53 Mrd. Euro (plus 0,4 Prozent zum Vorjahr) und Exporten im Wert von 11,15 Mrd. Euro (plus 1,5 Prozent zum Vorjahr).

Hauptexportprodukte Serbiens sind: Kraftfahrzeuge, Elektrogeräte, Weizen, Obst und Gemüse und Kleidung. Importiert werden vor allem Kraftfahrzeuge, Rohöl und Ölderivate, Elektrogeräte, Gas,  sowie medizinische und pharmazeutische Produkte.

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland gehört seit Jahren zusammen mit Italien und Russland zu den wichtigsten serbischen Wirtschaftspartnern. Im bilateralen Handel mit Deutschland verzeichnete Serbien 2014 ein um 33,8% deutlich gestiegenes Handelsdefizit von 523 Millionen Euro. Serbiens Exporte nach Deutschland betrugen 1,33 Mrd. Euro (plus 1,8 Prozent zum Vorjahr). Serbien importierte aus Deutschland Waren im Wert von 1,8 Mrd. Euro (plus 9,1 Prozent zum Vorjahr). Das tatsächliche Ausmaß des deutsch-serbischen Handels dürfte jedoch noch höher liegen, denn viele deutsche Unternehmen nutzen Tochterfirmen vor Ort zur Belieferung von Drittmärkten, was in der Statistik nicht erfasst wird. Wichtige deutsche Investments wurden unter anderem von STADA, METRO, Fresenius, Bosch, Henkel, Siemens, Daimler Benz und Messer getätigt.

Im Oktober 2003 wurde in Belgrad der deutsch-serbische Kooperationsrat Wirtschaft gegründet. Ziel ist es, durch einen kontinuierlichen Dialog zwischen den Regierungen und den Unternehmen die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder zu vertiefen. Kernbereiche sind dabei Energie, Infrastruktur, Landwirtschaft sowie die Förderung von Investitionen. Der Kooperationsrat tagte zuletzt im November 2014 in Belgrad unter Leitung von Bundesminister Sigmar Gabriel (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) und dem serbischen Minister für Handel und Telekommunikation Rasim Ljajić.

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Serbien ist Mitglied der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und der regionalen wirtschaftspolitischen Vereinigungen wie Stabilitätspakt, SEECP (Kooperationsrat für Südosteuropa) und SEECI (Sout East European Cooperative Initiative), ICAO (Internationale Zivilluftfahrt-Organisation), CEFTA (Mitteleuropäisches Freihandelsabkommen), UNECE (UN-Wirtschaftskommission für Europa) und der Donaukommission. Das Aufnahmeverfahren für die Welthandelsorganisation WTO ist noch nicht abgeschlossen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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