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Deutsche Auslandsschulen - Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs

Mit ihrem schulischen Angebot wenden sich die Deutschen Auslandsschulen weltweit an Deutsche, die sich beruflich im Ausland befinden und für ihre Kinder eine deutsche schulische Erziehung wünschen. Darüber hinaus bieten die heute überwiegend als Begegnungsschulen konzipierten Einrichtungen Kindern der Gastländer und anderer Kulturkreise die Möglichkeit, sich mit Deutschland, seiner Kultur und Sprache vertraut zu machen.

Deutsche Auslandsschulen sind daher Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs. Sie sind in besonderer Weise geeignet, Schülerinnen und Schüler verschiedener Nationen und Kulturen auf eine gemeinsame Zukunft vorzubereiten.

Unter der Fachaufsicht des Auswärtigen Amts fördert und berät die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) die Deutschen Auslandsschulen und führt darüber hinaus im staatlichen Schulwesen von Partnerstaaten Lehrerentsendeprogramme mit Unterstützung ihrer Fachberater und Koordinatoren durch.

Mit dem zum 01. Januar 2014 in Kraft getretenen Auslandsschulgesetz wurde erstmals eine eigene gesetzliche Regelung für die Förderung der Deutschen Schulen im Ausland geschaffen. Diese wird damit auf eine dauerhafte, für die Schulen verlässlichere Grundlage gestellt.

Das Auslandsschulwesen - eine öffentlich-private Partnerschaft

Das Auslandsschulwesen ist das älteste Beispiel einer zukunftsweisenden öffentlich-privaten Partnerschaft. Private Trägervereine führen die Auslandsschulen eigenverantwortlich. Über Schulgelder und Spenden erbringen sie erhebliche Eigenleistungen (im Durchschnitt rund 70 Prozent der Schulhaushalte). In Einzelfällen werden sie auch von den Gastgeberländern unterstützt.

Die ZfA fördert derzeit 140 Deutsche Auslandsschulen in 72 Ländern mit rund 82.000 Schülerinnen und Schülern in personeller und finanzieller Hinsicht. Die Auslandsschulen erreichen dabei 60.000 Kinder nichtdeutscher Herkunft und wirken damit unmittelbar in die Gesellschaft der Gastländer ein. Rund 600 Jugendliche werden in Fachoberschulen, Berufsschulen und berufsbildenden Abteilungen nach dem deutschen dualen System auf vorwiegend kaufmännische Berufe vorbereitet. Insgesamt sind zurzeit über 2.000 aus Deutschland vermittelte Lehrkräfte an den geförderten Schulen tätig. Hinzu kommen mehr als 6.901 Ortslehrkräfte. Aus dem Schulfonds des Auswärtigen Amts wurden die vermittelten Lehrkräfte 2011 mit 152,5 Millionen Euro und über den Baufonds des Auswärtigen Amts mit rund sechs Millionen Euro gefördert. 

Zusätzlich zu den 140 Deutschen Auslandsschulen fördert das Auswärtige Amt aktuell rund 1.100 Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz an Schulen der Gastgeberländer weltweit anbieten. 2015 wurden an den DSD-Schulen 377.000 Schülerinnen und Schüler in Deutsch unterrichtet. Insgesamt nahmen 2015 rund 74.000 Schülerinnen und Schüler an geförderten Schulen an den Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz teil, davon gut 14.500 an den Prüfungen zum DSD II. Mit dem DSD auf der Stufe II erwerben die Absolventen weltweit die sprachliche Zugangsvoraussetzung für ein Hochschulstudium in Deutschland.

Die so genannten Lehrerentsendeprogramme tragen wesentlich dazu bei, dass die deutsche Sprache insbesondere in Mittel-, Ost- und Südosteuropa (MOE) und dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion (GUS) einen festen Platz einnimmt. Dort und in den Baltischen Staaten sowie der Mongolei sorgen die aus Deutschland vermittelten Lehrkräfte durch ihren Einsatz dafür, dass Deutsch als Fremdsprache und der deutschsprachige Sachfachunterricht an DSD-Schulen eingeführt und weiterentwickelt werden.

Netzwerke durch Auslandsschulen

Rund zwei Drittel der Schüler Deutscher Auslandsschulen kommen aus den Gastländern. Viele besuchen nach dem Abitur deutsche Universitäten und bleiben unserem Land auch beruflich verbunden. So entstehen Netzwerke, auf die sich Außenpolitik, Exportwirtschaft und Kultur stützen können. Um dieses Potential noch besser auszuschöpfen, bietet die Bundesregierung über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) den leistungsstärksten ausländischen Absolventen seit 2001 Vollstipendien für ein Hochschulstudium in Deutschland an. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass diese jungen Studierenden zu den Besten ihrer Fächer zählen. Dies ist auch eine Auszeichnung für die Auslandsschulen.

Im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" wurde das Stipendienprogramm des DAAD für Absolventen Deutscher Auslands- und Partnerschulen 2008 stark ausgeweitet: Die Zahl der Stipendien für ein Vollstudium in Deutschland verdoppelte sich von 60 auf 120 und wurde erstmals weltweit ausgeschrieben. Neu ist auch das an die deutschen Hochschulen gerichtete Programm BIDS (BetreuungsInitiative Deutsche Auslands- und PartnerSchulen). Ziel ist es, den unmittelbaren Kontakt der deutschen Hochschulen zu den Auslands- und Partnerschulen zu verbessern, um weitere Absolventen zu gewinnen. Gewährt werden Motivationsstipendien, Personal für intensive Betreuung sowie Sach- und Mobilitätskostenzuschüsse für die Zusammenarbeit mit einzelnen Auslands- und/oder Partnerschulen.

Für deutsche Unternehmen ist das deutsche Auslandsschulnetz bei der Entsendung von Mitarbeitern mit ihren Familien von großer Bedeutung. Das Auslandsschulwesen berücksichtigt dies und reagiert – wo immer möglich – auf politische und wirtschaftliche Schwerpunktsetzungen.


Stand 12.04.2016

Partner

Zentralstelle für das Auslandsschulwesen:
www.auslandsschulwesen.de

Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland
www.kmk.org

Weltverband Deutscher Auslandsschulen
www.auslandsschulnetz.de

Verband deutscher Lehrer im Ausland
www.vdlia.de

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – Arbeitsgruppe Auslandslehrerinnen und Lehrer

www.gew.de

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