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Dänemark

Wirtschaft

Stand: Oktober 2016

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaftsstruktur Dänemarks zeichnet sich durch eine Vielzahl oft mittelständischer Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus, die oft hoch spezialisiert sind und technologisch zur Spitzenklasse gehören. Beispiele hierfür sind Novo Nordisk, Bang & Olufsen, Vestas, Danfoss, Ecco, Lego und Rockwool. Traditionell verfügt Dänemark aber auch in der Schifffahrt (A.P. Møller – Mærsk), im Lebensmittelbereich (Arla) und in der Brauereibranche (Carlsberg) über weltweit agierende Großunternehmen. Daneben spielen der Maschinen- und Anlagenbau, die pharmazeutische Industrie und die Tourismusbranche sowie  die Lebensmittelindustrie eine besondere Rolle. Die dänische Landwirtschaft ist exportorientiert. Der öffentliche Sektor hat aufgrund des umfangreichen Sozialsystems einen sehr hohen Stellenwert und beschäftigt über 30 Prozent der Erwerbstätigen.

Dänemark praktiziert das Arbeitsmarktmodell der sog. Flexicurity, das vergleichsweise geringen Kündigungsschutz mit einem hohen Niveau sozialer Absicherung verbindet und durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik ergänzt wird. Letztere beinhaltet neben strengen Bedingungen und Kontrollen auch Umschulungen, Weiterbildungen und andere Aktivierungsmaßnahmen.


Aktuelle wirtschaftliche Lage

Nach Jahren der Hochkonjunktur hatte sich auch die dänische Wirtschaft in Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise spürbar abgekühlt. Das BIP schrumpfte im Jahr 2009 um 5,9 Prozent und 2010 erneut um 1,7 Prozent. Im Zeitraum 2011 bis 2013 stieg das BIP wieder leicht an. 2014 wurden ca. 0,8 Prozent BIP-Wachstum erreicht. 2015 lag der Zuwachs bei 1,1 Prozent. Dänemark ist dabei, die Folgen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise endgültig zu überwinden, zeigt ein stetiges, aber im EU-Vergleich unterdurchschnittliches Wachstum.

Die Arbeitslosigkeit war wegen der Finanzkrise starkt angestiegen, ging dann mit anziehender Konjunktur in den Folgejahren wieder deutlich zurück und lag im Januar 2016 bei 5,9 Prozent (Eurostat). Die Programme zur Schaffung neuer Arbeitsplätze durch die Regierung zeigten dabei aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen nur begrenzt Wirkung. Mit ursächlich dafür ist auch die anhaltende Stagnation bei der Binnennachfrage und die zurückgegangene internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes, obwohl zuletzt deutliche Überschüsse im Außenhandel erwirtschaftet wurden.

Bei zurückgehender Beschäftigung in den traditionellen Industriebereichen strebt Dänemark Wachstum in den wissensbasierten und hochtechnologischen Zukunftsbranchen an. (Biotechnologie, Arzneimittel, Informationstechnologie, Umwelttechnologie usw.).

Nach einem Anstieg der Inflationsrate bis auf 4,3 Prozent (2008) sank diese auch aufgrund der niedrigen Energiepreise auf inzwischen auf ca. - 0,2 Prozent (Ende 2015 im Jahresvergleich).

Währungspolitik

Dänemark gehört nicht zur Gruppe der Euro-Länder. In der Vergangenheit hatte Dänemark die Maastricht-Kriterien und damit die Voraussetzungen für die Einführung des Euro klar erfüllt.

Da die dänische Bevölkerung in einer Volksabstimmung über den Beitritt zur Währungsunion im Jahre 2000 die Teilnahme an der Gemeinschaftswährung aber mit knapper Mehrheit ablehnte, behält Dänemark seinen nationalen Kurs in der Währungspolitik bei. Die Dänische Krone ist jedoch im Rahmen der 2. Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion (EWS II) in einem engen Wechselkursverhältnis an den Euro gebunden (offizielle Schwankungsbreite: +/- 2,25 Prozent, in der Praxis nur ca. 0,5 Prozent). Die dänische Krone war nach der Freigabe des Wechselkurses des Schweizer Frankens im Januar 2015 unter spekulativen Aufwertungsdruck geraten. Regierung und Nationalbank haben die bestehende Wechselkursanbindung an den Euro jedoch entschlossen und erfolgreich verteidigt. Eine erneute Abstimmung über die Einführung des Euro ist derzeit nicht vorgesehen.

Dänemark unterstützt den „Stabilitäts- und Wachstumspakt“ der EU und strebt den Abbau der Haushaltsdefizite an. Es hat auch den Fiskalpakt unterzeichnet. Durch verstärkte Abstimmung, Informationsaustausch und Koordinierung auf europäischer Ebene sollen die öffentlichen Haushalte konsolidiert und nachhaltiges Wachstum gefördert werden. Eine mögliche Teilnahme an der EU-Bankenunion kommt gelegentlich in die politischen Diskussion, steht aber nicht unmittelbar bevor.


Staatshaushalt

Der staatliche Gesamthaushalt 2015 betrug ca. 94 Mrd. Euro.

Die internationale Krise und die dadurch notwendige Finanzierung der höheren Arbeitslosigkeit, die staatlichen Konjunkturprogramme, sowie die Hilfen für die unter finanziellem Druck stehenden Banken hatten seit 2009 in Dänemark zu Haushaltsdefiziten geführt.

2012 lag das Haushaltsdefizit mit 4,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) noch über der vorgesehenen 3-Prozent-Schwelle. Die Regierung macht hierfür die Sonderrückzahlungen aus den Fonds zur Finanzierung des Vorruhestands verantwortlich. Durch die aktuelle Sparpolitik und Sondereffekte aus der Besteuerung von Pensionsrückstellungen wurde das Haushaltsdefizit 2013 und 2014 wieder auf unter 1 Prozent des BIP gedrückt. 2015 lag es bei 2,1 Prozent des BIP, womit die Maastricht-Kriterien eingehalten werden. Dies ist auch das Ziel für die kommenden Jahre.

Die hohen Überschüsse in früheren Jahren wurden zum Schuldenabbau eingesetzt, so dass die Auslandsverschuldung schon 2005 komplett abgebaut werden konnte. Die öffentliche Verschuldung insgesamt lag 2015 bei ca. 42 Prozent des BIP. Damit steht Dänemark im EU-Vergleich gut dar. Mit dem Ziel der Haushaltssanierung werden von der Regierung Arbeitsplätze auch im öffentlichen Sektor abgebaut und verschiedene Einrichtungen zusammengelegt oder geschlossen. Dies geht vom Militär, Schulen und Krankenhäusern bis zur Staatskirche.


Außenhandel

Ein gutes Drittel des dänischen Bruttoinlandsproduktes wird durch Export erwirtschaftet. Exportartikel sind insbesondere Maschinen und Maschinenteile, Nahrungsmittel, Pharmazeutika und Elektronik. Von 2002 bis 2013 war das Land auch Nettoexporteur von Erdgas und Erdöl. Deutschland ist mit Abstand Dänemarks wichtigster Außenhandelspartner, gefolgt von Schweden, Großbritannien bzw. Niederlande, Norwegen und China.

Dänemark zeigte sich in den letzten Jahren exportstark. Die Zahlungsbilanz ist mit 18,2 Mrd. Euro (2015) oder 6,9 % des BIP deutlich positiv. Dazu tragen auch insbesondere auch steigende Ausfuhren nach Deutschland bei.


Wirtschaftspolitik

Dänemark betreibt eine Wirtschaftspolitik, die zum einen als liberal, innovations- und wirtschaftsfreundlich bezeichnet werden kann, die zum anderen aber auch über eine sehr hohe Staatsquote auf die Bewahrung und Unterhaltung des Wohlfahrtsstaates klassischer skandinavischer Prägung angelegt ist. Durch die Schaffung einer wettbewerbsfähigen „Gesellschaft des Wissens“ will man sich den Herausforderungen der Globalisierung stellen. Forschung und Entwicklung werden groß geschrieben. Dänemark betreibt aktive Förder- und Ansiedlungspolitik für Hochtechnologieunternehmen in den Bereichen Biotechnologie, Pharma und Informationstechnologie. Bislang haben sich in der länderübergreifenden Region Öresund (Raum Kopenhagen und schwedische Provinz Schonen) mehr als 300 derartige Unternehmen niedergelassen, davon circa 100 aus dem Biotech-Sektor.

Zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen wurden in den letzten Jahren Einsparungen im Bereich der Altersversorgung (Erhöhung Renteneintrittsalter auf 67 Jahre, Verkürzung des Vorruhestandes) und Sozialleistungen (Verkürzung Bezug Arbeitslosengeld von 4 auf 2 Jahre) realisiert.

Die dänische Regierung hat im August 2016 ihren "Gesamtheitsplan - für ein stärkeres Dänemark" (auch: 2025-Plan) vorgestellt. Es handelt sich dabei um ein sehr umfangreiches Paket von fiskalischen, infrastrukturellen und sozialen Maßnahmen in sieben ökonomischen Bereichen, das in den kommenden Jahren mehr Wirtschaftswachstum generieren und einen funktionierenden Sozialstaat sichern sollen. So sollen in den kommenden 10 Jahren in Dänemark 250.000 neue Arbeitsplätze entstehen und die Zahl der Arbeitslosen halbiert werden.

Dänemark gehört allen wichtigen internationalen Wirtschaftsorganisationen (u.a. OECD, WTO, IWF, Weltbank) an.


Umweltpolitik

Da auch Grönland zur dänischen Reichsgemeinschaft gehört, sind den Dänen die Auswirkungen der globalen Erderwärmung sehr bewusst. Die dänische Regierung konzentriert sich im Energiebereich auf eine Verbesserung des Wirkungsgrades und höhere Energieeffizienz. Priorität bei der Energieerzeugung genießt der weitere Ausbau der Windkraftanlagen, vor allem offshore.

2012 vereinbarte die dänische Regierung überparteiliche Absprachen für einen Umwelt- und Energieplan. Dänemark will u.a. bis 2050 von Öl, Gas und Kohle unabhängig werden.

Dänemark ist Vorreiter, wenn es darum geht, die CO2-Einsparziele zu verschärfen. Im eigenen Land möchte man bis 2020 40 Prozent Einsparung gegenüber 1990 erreichen und hat hierzu im August 2013 einen ergänzten Klimaplan vorgelegt.

In Dänemark gibt es keine Atomkraftwerke. Die deutsche Energiewende wird aufmerksam verfolgt.

Herausforderungen im Bereich Umweltschutz ergeben sich für Dänemark unter anderem durch den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der intensiv betriebenen Landwirtschaft mit Massentierhaltung und den daraus resultierenden Belastungen von Gewässern und Böden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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