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USA Vereinigte Staaten

Beziehungen zwischen den USA und Deutschland

Stand: März 2013

Politische Beziehungen

Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbindet eine vitale und tiefe Freundschaft. Diese Freundschaft gründet auf gemeinsamen Erfahrungen,Werten und Interessen. Im jüngsten US-Zensus 2010 gaben 15,2 Prozent der Befragten an, deutsche Wurzeln zu haben.

Deutschland verdankt den USA viel: Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Marshall Plan wirtschaftliche Hilfe geleistet und politische Hilfestellung gegeben. Ohne die Vereinigten Staaten als Garant der Freiheit in den Jahrzehnten des Kalten Krieges und Förderer der deutschen Wiedervereinigung hätte Deutschland nicht zur Wiederherstellung seiner staatlichen Einheit in Freiheit finden können.

Für das Gesellschaftsmodell der individuellen Freiheit einerseits, der rechtsstaatlichen Kontrolle und Beteiligung andererseits, stehen beide Länder beispielhaft. Sie verfolgen in internationalen Zusammenschlüssen wie den Vereinten Nationen die Ziele von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten sowie von freiem Handel, Wohlstand und nachhaltiger Entwicklung.

Ein wichtiger Pfeiler des bilateralen Verhältnisses ist die transatlantische Sicherheitsgemeinschaft (NATO). Die sicherheitspolitische Zusammenarbeit Deutschlands und der USA ist umfassend und intensiv, insbesondere auch bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Gemeinsam mit seinen Verbündeten hilft Deutschland mit bei Konfliktbewältigung weltweit, etwa in Afghanistan, auf dem Balkan und im Nahen Osten, sowohl durch militärisches Engagement als auch durch zivile Beiträge wie Aufbauhilfe für Polizeikräfte und Entwicklungshilfe.

Aktuell prägende Themen des bilateralen Verhältnisses sind die Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise, die Unterstützung für Demokratisierungsprozesse in Nordafrika und Nahost sowie die Verhinderung einer iranischen Nuklearwaffenfähigkeit im Rahmen des E3+3-Prozesses.

Die engen Kontakte der Regierungsstellen beider Länder unterstreichen die regelmäßigen Besuche von Bundeskanzlerin Merkel und ihrer Kabinettsmitglieder in den USA. Dabei hob die Bundeskanzlerin in ihrer Rede vor dem Kongress am 3. November 2009 – der zweiten Rede eines deutschen Regierungschefs vor beiden Kammern nach Konrad Adenauer 1957 – und während ihres Besuchs in Washington im Juni 2011 die Qualität der Beziehungen beider Länder besonders hervor. Präsident Obama besuchte Deutschland im ersten Jahr seiner Präsidentschaft gleich zweimal. Nach Beginn der zweiten Amtszeit Obamas war Deutschland das erste Land, das (am 1. Februar 2013) von US-Vizepräsident Biden besucht wurde. Auch Außenminister Kerry reiste gleich zu Beginn seiner Amtszeit am 26. Februar 2013 nach Berlin und bezeichnete Deutschland als „zweifellos einen der stärksten und wirksamsten Verbündeten auf der Welt“. Ein wichtiges Element in den bilateralen Beziehungen ist auch der intensive Meinungsaustausch zwischen deutschen und amerikanischen Parlamentariern.

Einen besonderen Aspekt stellt das wichtige Verhältnis zu den ca. sechs Millionen jüdischen Amerikanern dar. Bundesregierung und Bundestag pflegen intensive Kontakte mit den amerikanisch-jüdischen Organisationen und legen großen Wert auf den Dialog mit ihnen, um das gegenseitige Verständnis zu fördern.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen sind weitgehend problemfrei. Im Rahmen der auf deutsche Initiative 2007 ins Leben gerufenen „Transatlantic Economic Partnership“ und des daraus hervorgegangenen Transatlantischen Wirtschaftsrates eröffnen sich zusätzliche Chancen. Die USA sind wichtigster Handelspartner Deutschlands außerhalb der EU, Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der USA in Europa. Gemessen am Gesamtvolumen (Importe + Exporte) des bilateralen Warenverkehrs der USA liegt Deutschland weiterhin auf dem fünften Platz nach Kanada, China, Mexiko und Japan. In Deutschland liegt der bilaterale Warenverkehr mit den USA an vierter Stelle nach den Niederlanden, China und Frankreich. Der bilaterale Warenhandel belief sich Ende 2012 auf ca. US$ 157,2 Mrd. 

20082009201020112012
US-Exporte nach Deutschland (in Mrd. US$)54,543,348,249,148,7
US-Importe aus Deutschland (in Mrd. US$)97,471,482,798,4108,5

(Quelle: Department of Commerce, Bureau of Economic Analysis)

Deutschland und die USA sind für einander wichtige Investitionsstandorte: Das bilaterale Investitionsvolumen belief sich Ende 2011 auf US$ 321 Mrd. (Bestand deutscher Direktinvestitionen in den US$ 215 Mrd.; Bestand US-Investitionen in Deutschland: US$ 106 Mrd.).

Die amerikanischen Direktinvestitionen in Deutschland sind Ende 2011 mit rd. US$ 106 Mrd. gegenüber dem Vorjahr (rd. US$ 105 Mrd.) um knapp 1% gestiegen. Auch der Bestand der unmittelbaren deutschen Direktinvestitionen in den USA lag Ende 2011 mit rd. US$ 215 Mrd. über dem Wert des Vorjahres (rd. US$ 212 Mrd.). Deutschland ist viertgrößter ausländischer Investor in den USA, nach Großbritannien, Japan und den Niederlanden. Deutschland steht bei den ausländischen Direktinvestitionen der USA an elfter Stelle.

2008200920102011
Dt. Direktinvestitionen in den USA (in Mrd. US-$)201,4218,1212,9215,9
US-Direktinvestitionen in Deutschland (in Mrd. US-$)108,2116,8105,8106,8

(Quelle: Department of Commerce, Bureau of Economic Analysis)


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen sind vielfältig. Jährlich reisen Hunderttausende von Menschen über den Atlantik - als Touristen, Teilnehmer der zahlreichen Austauschprogramme oder als Künstler, Wissenschaftler, Schüler und Studenten.

Rund 17 Mio. amerikanische Soldaten haben seit dem Zweiten Weltkrieg mit ihren Familien in Deutschland gelebt, Deutschland schätzen gelernt und den "American way of life" nach Deutschland gebracht. Deutsch ist nach Spanisch und Französisch die am dritthäufigsten gelernte Fremdsprache an privaten Sekundarschulen und an Colleges und Universitäten.

Über 50 Mio. und damit rund 15 Prozent der Amerikaner sind deutscher Abstammung. Deutsch-Amerikaner stellen jedoch keine geschlossene Interessengruppe dar. Zahlreiche deutsch-amerikanische Vereine widmen sich der Brauchtumspflege.


Militärische Beziehungen

Die militärischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA stehen auf einem breiten Fundament, dessen historische Wurzeln bis weit ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Heute stehen deutsche und amerikanische Soldaten Seite an Seite im weltweiten Einsatz und leisten einen gemeinsamen Beitrag zu Stabilität und Frieden in der Welt.

So ist Deutschland beispielsweise in Afghanistan nach den USA und Großbritannien drittgrößter Truppensteller. Gemeinsam unterstützen sie die afghanische Regierung beim Aufbau von Stabilität und Wahrung der inneren Sicherheit. Zum historisch ersten Mal sind im dortigen, militärischen Regionalkommando Nord zwei US-Heeresbrigaden dem Kommando eines deutschen Generals unterstellt.

Deutschland ist und bleibt für die amerikanischen Streitkräfte einer der größten Friedensstationierungsorte außerhalb der USA Die beiden einzigen, nicht in den USA stationierten militärischen Regionalkommandos der US-Streitkräfte (von insgesamt sechs) befinden sich in Stuttgart. Das größte Militärhospital der USA außerhalb des eigenen Landes befindet sich bei Landstuhl und ist unter anderem die erste Station für im Einsatz in Afghanistan verwundete US-Soldaten. Gemeinsame Übungen, intensiver Erfahrungsaustausch sowie die Weiterentwicklung von Einsatzverfahren und Waffensystemen sind logische Konsequenz der gewachsenen Zusammenarbeit.

Umgekehrt werden Soldaten der Bundeswehr in den USA in Einrichtungen der amerikanischen Streitkräfte ausgebildet und nehmen regelmäßig an gemeinsamen Übungen teil. Dies betrifft insbesondere Piloten der Luftwaffe, aber auch ausgewählte andere Fähigkeiten. So waren 2010 und 2013 deutsche Luftverteidigungs-Fregatten in US-amerikanische Flugzeugträgergruppen integriert.

Auch im wehrtechnischen Bereich besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Eine deutsche Verbindungsstelle für Rüstungsangelegenheiten in den USA sowie eine Reihe von Verbindungsbeamten bei wichtigen amerikanischen Dienststellen stellt dies sicher. Im Rahmen von Austauschprogrammen wurden seit 1964 über 1.600 Angehörige des Rüstungsbereichs für jeweils ein Jahr bei den US-Streitkräften eingesetzt; umgekehrt nahmen bereits rund 160 Angehörige des amerikanischen Rüstungsbereichs Aufgaben in Bundeswehrdienststellen wahr.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.