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Aktion Afrika - Kulturdialog auf Augenhöhe

Deutschland ist ein traditioneller Partner Afrikas, eines Kontinents mit reicher Kultur, der vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit bietet. Entsprechend lebhaft sind die Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und den Ländern Afrikas südlich der Sahara. Das kulturelle Engagement und die Bildungsarbeit in Afrika bleiben Schwerpunkte der deutschen Außenpolitik. Mit der "Aktion Afrika" stärkt das Auswärtige Amt die Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur.

Das Auswärtige Amt engagiert sich über die Auslandsvertretungen oder die Kulturmittlerorganisationen, wie dem Goethe Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der Deutschen Welle (DW), dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), der Alexander von Humboldt Stiftung (AvH), der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, dem Pädagogischen Austauschdienst in den Bereichen Hochschulkooperationen, Austausch von Studenten und Graduierten und Werbung für den Studienstandort Deutschland, Förderung der Deutschen Sprache und der Deutschen Schulen sowie für Kulturerhalt und Sport. Der bilaterale kulturelle Austausch versteht sich als zeitgemäßer Beitrag zum Dialog zwischen der deutschen und den afrikanischen Gesellschaften. Seit 2008 wurde mit einer Vielzahl von Kulturaustausch-Projekten in den Sparten Theater, Tanz, Musik, Kunst, Design, Mode, Literatur und Film die afrikanisch-deutsche Zusammenarbeit gefördert und intensiviert.

Mit der am 1. Januar 2008 vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufenen Initiative "Aktion Afrika" verstärkt Deutschland sein kulturpolitisches Engagement substanziell. Damit schafft es in Afrika tragfähige Strukturen der Zusammenarbeit im Kultur- und Bildungsbereich. Und es erfüllt seinen bilateralen Einsatz für einen vertieften Dialog und einen partnerschaftlichen Umgang mit Afrika auf gleicher Augenhöhe mit Leben.

In den letzten vier Jahren wurden für die "Aktion Afrika" jährlich 20 Millionen Euro an Sondermitteln aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt. Diese Mittel wurden unter anderem in Projekten aus den Bereichen Hochschule, Wissenschaft und Bildung oder Schule, Jugend und Sport aber auch zur Intensivierung des Kulturaustauschs zwischen Afrika und Deutschland eingesetzt.

Deutsche Kultur in Afrika

LES TAMBOURS DE BRAZZA © Thomas Dorn

LES TAMBOURS DE BRAZZA © Thomas Dorn
© Thomas Dorn

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LES TAMBOURS DE BRAZZA © Thomas Dorn

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Dialog braucht Sprache: Das Auswärtige Amt unterstützt das Goethe-Institut bei seinem Engagement in Afrika. Seit 2008 sind zwei neue Institute in Tansania und Angola und Verbindungsbüros in Burkina Faso (Ouagadougou), Ruanda (Kigali) und Nigeria (Kano) zusätzlich geschaffen worden. Insgesamt erhält das Goethe-Institut dafür zusätzlich über fünf Millionen Euro pro Jahr.

Ausbau der akademischen Zusammenarbeit

Bei der akademischen Zusammenarbeit wurden bestehende Stipendienprogramme ausgebaut. Zusätzliche DAAD-Lektoren nahmen ihre Arbeit an afrikanischen Universitäten auf. Mit der Einrichtung von universitären Fachzentren verfolgt der DAAD das Ziel, die Ausbildungsqualität und -relevanz an afrikanischen Hochschulen in ausgesuchten Fächern deutlich zu erhöhen. Außerdem sollen Forschungskapazitäten neu geschaffen und afrikanische Hochschulen und Forschungseinrichtungen miteinander, aber auch mit deutschen Einrichtungen vernetzt werden. An fünf afrikanischen Universitäten wurden DAAD- Exzellenzzentren eingerichtet:

  • ein Fachzentrum für Rechtswissenschaften in Daressalam
  • ein Fachzentrum für Entwicklungsforschung und Strafjustiz in Kapstadt
  • ein Fachzentrum für Logistik in Windhuk
  • ein Fachzentrum für Entwicklungs- und Gesundheitsforschung in Accra sowie
  • ein Fachzentrum für Mikrofinanzierung in Kinshasa. 

Deutsch als Fremdsprache

Deutsch als Fremdsprache ist eine Zusatzqualifikation für die berufliche, wissenschaftliche und kulturelle Entwicklung junger Menschen. In Afrika wird an rund 120 Schulen im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH) Deutschunterricht neu eingeführt oder aufgebaut. Die Schulen werden mit zusätzlichem Lehr- und Fachpersonal, Fortbildungen, Studienstipendien, Schüleraustausch und Ausstattungshilfen unterstützt. Die Sportförderung bewährt sich mit mehr als 20 Langzeitprojekten und über 100 Kurzzeitprojekten als friedenspolitisches Instrument, indem sie einen aktiven Beitrag zum Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen leistet. 

Deutsche Welle in Afrika

Ghanaische Kinder hören Radio

Ghanaische Kinder hören Radio
© picture-alliance/dpa

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Ghanaische Kinder hören Radio

Ghanaische Kinder hören Radio

Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes verstärkte zudem die Deutsche Welle (DW) ihr Angebot in regionalen Sprachen. Sie arbeitet dazu mit mehr als 250 Partnersendern in Afrika zusammen. Mit "Learning by Ear", einem interaktiven nicht-schulischen Bildungsprogramm für Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren, erreicht die Deutsche Welle rund 40 Millionen Heranwachsende, auch in mehreren afrikanischen Regionalsprachen.

Kulturerhalt

Im Rahmen seines Kulturerhalt-Programms hat das Auswärtige Amt in den letzten vier Jahren auch in Afrika eine Vielzahl von Projekten zur Bewahrung des kulturellen Erbes gefördert. Etwa eine halbe Million Euro wurde jährlich im Kontext der "Aktion Afrika" für rund 80 Projekte des Kulturerhaltprogramms freigegeben. Mit Hilfe des AA-Kulturerhaltprogramms sollen im Jahre 2011 neun Projekte (u.a. in Äthiopien, Sudan, Tansania, Mali, Kenia, Mosambik) in Höhe von ca. 200.000 Euro gefördert werden.

In Afrika konnten durch Zuwendungen unter anderem folgende Vorhaben unterstützt werden: 

  • in Namibia: die Herausgabe eines Buches über Traditionen und Bräuche der Hai//om San (Buschmänner),
  • in Ghana: die Sicherung der Bestände des Tonarchivs der Ghana Broadcasting Corporation (GBC),
  • in Südafrika: die Restaurierung der Rieger-Orgel in Kapstadt, 
  • in Äthiopien: Abschlussarbeiten am Museum of Modern Art in Addis Abeba.

2009 wurden mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes umfangreiche Sanierungs- und Restaurationsmaßnahmen der königlichen Bäder von Meroë, Sudan vorgenommen.

Afrikanische Kultur in Deutschland

Das Auswärtige Amt fördert die Präsentation afrikanischer Kultur in Deutschland: Ausstellungen, Konzerte, Theater - modern oder traditionell.

2010 war ein "Afrikanisches Jahr": 17 Länder Afrikas südlich der Sahara feierten 50 Jahre Unabhängigkeit, Simbabwe blickte auf 30 Jahre und Namibia auf 20 Jahre Unabhängigkeit zurück. Doch damit nicht genug, 2010 war Südafrika der Gastgeber der FIFA-Weltmeisterschaft. Vielerorts, insbesondere in Afrika selbst, aber auch in Europa und hier in Deutschland war dies für viele Menschen Anlass, mit besonderem Interesse das große Jahr Afrikas zu verfolgen.

Dabei wurde deutlich, wie umfassend sich der Kontinent in den vergangenen 50 Jahren verändert hat; nicht nur auf politischem und wirtschaftlichem, sondern auch auf gesellschaftlichem und kulturellem Gebiet.

Im Fußball ist Afrika ein "Global Player" geworden. Afrikanische Literatur-Nobelpreisträger, Künstler, Designer und Weltmusiker zeugen davon, dass auch die kulturelle Bedeutung zugenommen hat. Dieser Bedeutung trug das Auswärtige Amt mit seinen Afrikatagen Rechnung. Mit zwei Ausstellungen afrikanischer Künstler, einer Modenschau afrikanischer Top-Designer, Konzerten, Theater – Performances und der Übertragung der Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 3. - 11. Juni 2010 der Fokus auf unseren Nachbarkontinent gelenkt und gemeinsam das "Afrikanische Jahr" begangen.

Who knows tomorrow – diese in Afrika weit verbreitete Lebensweisheit war titelgebend für ein besonderes Projekt der Nationalgalerie, das im Rahmen der Afrikatage durchgeführt wurde: Sie lud fünf international anerkannte Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten durch ihre afrikanischen Herkunft geprägt sind, zu einer Ausstellung nach Berlin ein.


Stand 14.03.2011

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