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Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2014

Politische Beziehungen

Die Bundesrepublik Deutschland hat das unabhängige Tadschikistan 1992 diplomatisch anerkannt und war bis zum Dezember 2001 als einziger Mitgliedstaat der Europäischen Union mit einer Botschaft in der Hauptstadt Duschanbe vertreten. Seitdem haben Großbritannien, Frankreich und die Europäische Union diplomatische Vertretungen eröffnet. Deutschland hat den innertadschikischen Friedens- und Demokratisierungsprozess von Beginn an gefördert und setzt sich auch heute aktiv für den Dialog zwischen den verschiedenen Gruppierungen im Lande sowie für Rechtsstaatlichkeit und die Gewährleistung von Menschenrechten ein. Tadschikistan unterstützt die Zentralasienstrategie der EU und knüpft daran hohe Erwartungen. Am 3. November 2006 besuchte Bundesaußenminister Steinmeier Tadschikistan im Rahmen einer Reise durch alle fünf zentralasiatischen Staaten. Mehrfach kam die langjährige Vorsitzende der Zentralasiatischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestags MdB Hedi Wegener nach Tadschikistan, zuletzt mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Kortmann im Juli 2009. Im Juni 2011 besuchte die Zentralasiatische Parlamentariergruppe des Bundestags, unter neuem Vorsitz von MdB Dagmar Enkelmann, Tadschikistan; Anfang November kam eine Delegation des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Bundestags unter Leitung von MdB Angelika Graf zu Besuch. Im Dezember 2011 besuchte Staatspräsident Rahmon Deutschland und traf dort Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Bundesminister Rösler und Niebel zu Gesprächen. Ende August 2012 besuchte Minister Niebel (Bundesministerium für Entwicklung und Wirtschaftliche Zusammenarbeit) Tadschikistan, im Oktober 2013 der ehemalige Wirtschaftsminister Michael Glos; beide trafen u.a. mit Staatspräsident Rahmon zusammen.

Zwischen Deutschland und Tadschikistan besteht seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen der Bekämpfung von Terrorismus und grenzüberschreitender Kriminalität, insbesondere Drogenschmuggel. Tadschikistan ist hier wegen seiner 1200 km langen gemeinsamen Grenze mit Afghanistan ein besonders wichtiger Partner.

Entwicklungszusammenarbeit

Tadschikistan ist seit 2002 Partnerland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. In den 1990er Jahre lag der Fokus auf humanitärer Hilfe. Deutschland und Tadschikistan haben als Schwerpunkte Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Gesundheit, (Mutter-Kind-Gesundheit einschließlich Familienplanung, TBC- und Poliobekämpfung). Außerdem unterstützt Deutschland Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Grundbildung, Umwelt, Rechtsreform und Katastrophenschutz. Derzeit sind etwa 40 entsandte deutsche Experten von GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung) im Rahmen der technischen Zusammenarbeit in Tadschikistan eingesetzt. Darüber hinaus gibt es eine Vertretung der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Bei Regierungsverhandlungen im November 2012 in Duschanbe wurden dem Land für den Zeitraum 2012/2013 38 Mio. Euro neu zugesagt, wobei 28 Mio. Euro auf die finanzielle und 10 Mio. Euro auf die technische Zusammenarbeit entfallen. Darüber hinaus sagte die Bundesregierung im Rahmen einer Sonderinitiative für zusätzliche Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Wald- und Biodiversitätserhalt aus dem Sondervermögen "Energie- und Klimafonds" (EKF) einen Betrag von bis zu 10,8 Mio Euro zu.

Besondere Anerkennung finden die Aktivitäten der Welthungerhilfe (WHH), die bereits während des Bürgerkriegs mit humanitären Hilfsprojekten aktiv war. Heute führt die WHH zahlreiche Projekte zur Ernährungssicherung, ländlichen Entwicklung und zum Katastrophenschutz durch.

Als weitere deutsche Organisationen sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und Caritas Deutschland vor Ort tätig.

Kulturaustausch

Die deutsch-tadschikischen Kulturbeziehungen basieren auf dem Kulturabkommen vom 22.08.1995, das nach Ratifizierung am 18.06.2003 in Kraft getreten ist. Die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Tadschikistan liegen auf den Gebieten Förderung der deutschen Sprache sowie der Zusammenarbeit im Schul- und Hochschulbereich. Seit Februar 2010 gibt es ein vom Goethe-Institut unterstütztes Sprachlernzentrum in Duschanbe. Zwei aus Deutschland entsandte Lehrer arbeiten an Gymnasien in Duschanbe und Chudschand, ein DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) -Lektor ist an der Pädagogischen Hochschule Duschanbe tätig; außerdem arbeitet ein Lektor der Bosch-Stiftung an der Russisch-tadschikischen Slawischen Universität. Pro Jahr werden ca. 60 - 70 Stipendien des DAAD, des Goethe-Instituts und des Pädagogischen Austauschdienstes vergeben. Die meisten der ursprünglich rund 39.000 Deutschstämmigen sind inzwischen ausgewandert, lediglich etwa 1.000 sind derzeit noch in Tadschikistan ansässig.

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ist in Tadschikistan seit vielen Jahren mit Ausgrabungen in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum in Duschanbe aktiv.

Zwischen den Städten Duschanbe und Reutlingen besteht seit 1990 eine Städtepartnerschaft. Die Stadt Reutlingen hat wiederholt Medikamente und Impfstoffe zur Bekämpfung von Epidemien gespendet und unterstützt Krankenhäuser sowie eine Schule in Duschanbe.

Die Botschaft veranstaltet regelmäßig in Kooperation mit den anderen deutschen und europäischen Mittlern vor Ort Kulturveranstaltungen und Konzerte.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Die EU und Zentralasien

Zentralasien gewinnt zunehmend strategische Bedeutung wegen seiner Energieressourcen, der Nähe zu Afghanistan und im Zusammenhang mit interkontinentalen Transportverbindungen.

Entwicklungs­zusammenarbeit

Tadschikistan ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.
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