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Beziehungen zu Deutschland

Stand: September 2016

Politik

Die Bundesrepublik Deutschland hat das unabhängige Tadschikistan 1992 diplomatisch anerkannt. Deutschland hat den innertadschikischen Friedens- und Demokratisierungsprozess von Beginn an gefördert und setzt sich auch heute aktiv für den Dialog zwischen den verschiedenen Gruppierungen im Lande sowie für Rechtsstaatlichkeit und die Gewährleistung von Menschenrechten ein.

Zwischen Deutschland und Tadschikistan besteht seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen der Bekämpfung von Terrorismus und grenzüberschreitender Kriminalität. Tadschikistan ist wegen seiner 1300 km langen gemeinsamen Grenze mit Afghanistan ein besonders wichtiger Partner.

Im Dezember 2011 traf sich Präsident Rahmon mit Bundeskanzlerin Merkel bei seinem Deutschlandbesuch. Der Besuch von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Duschanbe am 1. April 2016, auch in seiner Eigenschaft als OSZE-Vorsitzender, hat den bilateralen Beziehungen einen neuen Impuls gegeben.


Wirtschaft

2015 betrug der Umfang deutscher Exporte nach Tadschikistan 44,9 Mio. Euro, wovon ein Großteil auf die Bereiche Elektrotechnik sowie Maschinen- und Fahrzeugbau entfiel. Tadschikische Exporte nach Deutschland beliefen sich im gleichen Zeitraum auf 1,9 Mio. Euro, darunter vor allem  landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Rohbaumwolle und Nahrungsmittel. Diese Entwicklungen im Jahr 2015 fanden vor dem Hintergrund eines generellen Rückgangs tadschikischer Importe (-20%) und Exporte (-9%) gegenüber dem Vorjahr statt. Im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland den Aufbau nachhaltiger Wirtschaftsstrukturen in Tadschikistan.


Entwicklungszusammenarbeit

Tadschikistan ist seit 2003 Partnerland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Aktuell unterstützt die Bundesregierung Projekte in den Bereichen nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Gesundheit, erneuerbare Energien, Grundbildung, Umwelt, Rechtsreform und Katastrophenschutz.

Derzeit sind etwa 40 entsandte deutsche Experten von GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung) im Rahmen der technischen Zusammenarbeit in Tadschikistan eingesetzt. Darüber hinaus gibt es eine Vertretung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), ein Büro der Deutschen Welthungerhilfe sowie eine CARITAS-Vertretung.

Bei Regierungsverhandlungen im Oktober 2014 in Duschanbe wurden dem Land für den Zeitraum 2014-16 54,7 Mio. Euro neu zugesagt, wobei 34,5 Mio. Euro auf die finanzielle und 20 Mio. Euro auf die technische Zusammenarbeit entfallen. Darüber hinaus sagte die Bundesregierung im Rahmen einer Sonderinitiative für zusätzliche Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Wald- und Biodiversitätserhalt aus dem Sondervermögen "Energie- und Klimafonds" (EKF) einen Betrag von bis zu 10,8 Mio. Euro zu.

Besondere Anerkennung finden die Aktivitäten der Deutschen Welthungerhilfe (DWHH), die bereits während des Bürgerkriegs mit humanitären Hilfsprojekten im Land aktiv war. Bis heute führt die D in ländlichen Regionen Projekte zur Ernährungssicherung, ländlichen Entwicklung und zum Katastrophenschutz durch.


Kultur und Bildung

Die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Tadschikistan liegen in der Förderung der deutschen Sprache sowie der Zusammenarbeit im Schul- und Hochschulbereich. Seit Februar 2010 gibt es ein vom Goethe-Institut unterstütztes Sprachlernzentrum in Duschanbe. Zwei aus Deutschland entsandte Lehrer arbeiten an Gymnasien in Duschanbe und Chudschand, eine DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst)-Lektorin ist an der Pädagogischen Hochschule Duschanbe tätig; außerdem arbeitet eine Lektorin der Bosch-Stiftung an der Russisch-Tadschikischen Slawischen Universität. Pro Jahr werden etwa 60 - 70 Stipendien des DAAD, des Goethe-Instituts und des Pädagogischen Austauschdienstes vergeben.

Die meisten der ursprünglich rund 39.000 Deutschstämmigen sind inzwischen ausgewandert, derzeit sind schätzungsweise weniger als 500 in Tadschikistan ansässig.

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ist in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum in Duschanbe seit vielen Jahren mit Ausgrabungen in Tadschikistan aktiv.

Zwischen den Städten Duschanbe und Reutlingen besteht seit 1990 eine Städtepartnerschaft. Die Stadt Reutlingen hat wiederholt Medikamente und Impfstoffe zur Bekämpfung von Epidemien gespendet und unterstützt Krankenhäuser sowie eine Schule in Duschanbe.


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