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Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2015

Politische Beziehungen

Die Bundesrepublik Deutschland hat das unabhängige Tadschikistan 1992 diplomatisch anerkannt und war bis zum Dezember 2001 als einziger Mitgliedstaat der Europäischen Union mit einer Botschaft in der Hauptstadt Duschanbe vertreten. Seitdem haben Großbritannien, Frankreich und die Europäische Union diplomatische Vertretungen eröffnet.

Deutschland hat den innertadschikischen Friedens- und Demokratisierungsprozess von Beginn an gefördert und setzt sich auch heute aktiv für den Dialog zwischen den verschiedenen Gruppierungen im Lande sowie für Rechtsstaatlichkeit und die Gewährleistung von Menschenrechten ein. Tadschikistan unterstützt die Zentralasienstrategie der EU und knüpft daran hohe Erwartungen.

Zwischen Deutschland und Tadschikistan besteht seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen der Bekämpfung von Terrorismus und grenzüberschreitender Kriminalität, insbesondere Drogenschmuggel. Tadschikistan ist hier wegen seiner 1300 km langen gemeinsamen Grenze mit Afghanistan ein besonders wichtiger Partner.


Entwicklungszusammenarbeit

Tadschikistan ist seit 2002 Partnerland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Aktuell unterstützt Deutschland Projekte in den Bereichen nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Gesundheit, erneuerbare Energien, Grundbildung, Umwelt, Rechtsreform und Katastrophenschutz.

Derzeit sind etwa 40 entsandte deutsche Experten von GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung) im Rahmen der technischen Zusammenarbeit in Tadschikistan eingesetzt. Darüber hinaus gibt es eine Vertretung der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Bei Regierungsverhandlungen im Oktober 2014 in Duschanbe wurden dem Land für den Zeitraum 2014/15 54,7 Mio. Euro neu zugesagt, wobei 34,5 Mio. Euro auf die finanzielle und 20 Mio. Euro auf die technische Zusammenarbeit entfallen. Darüber hinaus sagte die Bundesregierung im Rahmen einer Sonderinitiative für zusätzliche Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Wald- und Biodiversitätserhalt aus dem Sondervermögen "Energie- und Klimafonds" (EKF) einen Betrag von bis zu 10,8 Mio Euro zu.

Besondere Anerkennung finden die Aktivitäten der Welthungerhilfe (WHH), die bereits während des Bürgerkriegs mit humanitären Hilfsprojekten aktiv war. Heute führt die WHH zahlreiche Projekte zur Ernährungssicherung, ländlichen Entwicklung und zum Katastrophenschutz durch.


Kultur und Bildung

Die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Tadschikistan liegen in der Förderung der deutschen Sprache sowie der Zusammenarbeit im Schul- und Hochschulbereich. Seit Februar 2010 gibt es ein vom Goethe-Institut unterstütztes Sprachlernzentrum in Duschanbe. Zwei aus Deutschland entsandte Lehrer arbeiten an Gymnasien in Duschanbe und Chudschand, ein DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) -Lektor ist an der Pädagogischen Hochschule Duschanbe tätig; außerdem arbeitet ein Lektor der Bosch-Stiftung an der Russisch-tadschikischen Slawischen Universität. Pro Jahr werden ca. 60 - 70 Stipendien des DAAD, des Goethe-Instituts und des Pädagogischen Austauschdienstes vergeben.

Die meisten der ursprünglich rund 39.000 Deutschstämmigen sind inzwischen ausgewandert, lediglich etwa 1.000 sind derzeit noch in Tadschikistan ansässig.

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ist in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum in Duschanbe seit vielen Jahren mit Ausgrabungen in Tadschikistan aktiv.

Zwischen den Städten Duschanbe und Reutlingen besteht seit 1990 eine Städtepartnerschaft. Die Stadt Reutlingen hat wiederholt Medikamente und Impfstoffe zur Bekämpfung von Epidemien gespendet und unterstützt Krankenhäuser sowie eine Schule in Duschanbe.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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