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Mongolei

Beziehungen zwischen der Mongolei und Deutschland

Stand: März 2014

Politische Beziehungen

Die enge Verbindung zwischen Deutschland und der Mongolei hat ihren Ursprung im Wesentlichen in dem früheren Sonderverhältnis zwischen der DDR und der Mongolischen Volksrepublik.

Heute sieht die mongolische Regierung Deutschland als wichtigsten Partner in der Europäischen Union. Deutschland galt der erste offizielle Besuch des ersten demokratisch gewählten Präsidenten der Mongolei, Ochirbat, in Europa im September 1995.

Für Deutschland ist die Mongolei ein sehr verlässliches und freundschaftlich verbundenes Partnerland. Bundespräsident Herzog und Bundespräsident Köhler kamen im September 1998 bzw. September 2008 zu Staatsbesuchen in die Mongolei. Anlässlich des Besuchs von Bundespräsident Köhler wurde eine "Gemeinsame Erklärung über die umfassenden partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Mongolei" unterzeichnet, die unter Berufung auf von beiden Seiten geteilte gemeinsame Werte einen Ausbau der Beziehungen auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet vorsieht. Der Besuch von Bundeskanzlerin Merkel in der Mongolei am 12. und 13. Oktober 2011 war als erster Besuch eines Bundeskanzlers in der Mongolei nicht nur ein Meilenstein in den Beziehungen zwischen beiden Ländern, sondern es war auch der erste Besuch eines Regierungschefs eines Mitgliedstaats der EU sowie der zweite Besuch eines G 7-Regierungschefs in der Mongolei seit deren Transformation.

Der Staatsbesuch des mongolischen Staatspräsidenten Elbegdorj in Berlin im März 2012 war der erste offizielle Staatsbesuch des mongolischen Staatspräsidenten in Europa und ein weiterer Beweis der hohen Qualität der deutsch-mongolischen Beziehungen.

Im Jahr 2014 begehen beide Länder das 40-jährige Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Die ehemalige DDR hatte seit 1950 diplomatische Beziehungen.


Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Mongolei in der Europäischen Union. Das in den Vorjahren stark gestiegene bilaterale Handelsvolumen ist jedoch 2012 nur noch moderat von 156 Mio. EUR 2011 auf 161,6 Mio. EUR gewachsen. Damit steckt noch viel Potential für eine deutliche Ausweitung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Vize-Exportweltmeister Deutschland und der Mongolei als einem der rohstoffreichsten Länder der Erde. Mongolischen statistischen Angaben zufolge betrugen die Ausfuhren nach Deutschland im Jahr 2013 18,4 Mio. USD und die Einfuhren 249,8 Mio. USD. Damit ergibt sich ein Außenhandelsumsatz von 268,2 Mio. USD und mit ca. 198 Mio. EUR eine weitere Steigerung gegenüber 2012. Unter den Abnehmern mongolischer Waren nimmt Deutschland mit 0,4% den 5. Platz und als Herkunftsland mongolischer Einfuhren mit 3,7% den 6. Platz ein.

Konkret hat Deutschland 2012 Waren im Wert von 152,2 Mio. EUR (+5% im Vergleich zu 2011) in die Mongolei ex- und von dort Waren im Wert von 9,4 Mio. EUR (-9% im Vergleich zum Vorjahr) importiert. Mit seinen Exporten liegt Deutschland bei den Hauptlieferländern der Mongolei auf Platz 6, während die Mongolei bei den deutschen Ausfuhren auf Platz 108 (2012) liegt. Bei den deutschen Importen hingegen belegt die Mongolei Platz 151 (2012), während Deutschland nicht unter den 5 wichtigsten Abnehmerländern der Mongolei rangiert. Die wichtigsten deutschen Ausfuhrgüter in die Mongolei waren 2012 Maschinen mit einem Anteil von knapp 40% am Export, KfZ sowie KfZ-Teile mit 13%, Nahrungsmittel mit mehr als 10% sowie Elektrotechnik mit 7%. Lieferungen aus der Mongolei umfassen insb. Rohstoffe (52 %), Textilien und Bekleidung (21 %) sowie Maschinen (10 %). Für das 1. Hj. 2013 wurden 5,3 Mio Euro Importe nach Deutschland (+ 22,9 %) und 76,2 Mio Euro Exporte  in die MNG (-0,8 %) verzeichnet.

Der Besuch der Bundeskanzlerin und einer sie begleitenden hochrangigen Wirtschaftsdelegation 2011 hat dem Interesse an einer Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen Anschub verliehen. Dies gilt insbesondere für Projekte im Rahmen des bei dem Besuch der Bundeskanzlerin unterzeichneten Regierungsabkommen über die Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich. Dies hat zum Ziel, die Rohstoffversorgung der Bundesrepublik zu sichern, durch Schaffung einer Wertschöpfungskette in der Mongolei Erträge und Produktivität zu erhöhen und damit zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung in der Mongolei beizutragen..


Entwicklungszusammenarbeit

Mit der deutschen Vereinigung übernahm die Bundesrepublik Deutschland auch zahlreiche Entwicklungsprojekte der DDR und die Betreuung von Hunderten mongolischer Stipendiaten in den neuen deutschen Bundesländern. Deutschland ist der mit Abstand größte europäische EZ-Partner der Mongolei und nach Japan und den USA das drittwichtigste Geberland. Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) sind die Förderung eines nachhaltigen Rohstoffmanagements, der Erhalt der Biodiversität sowie die Förderung der Energieeffizienz. Die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung unterhalten Büros in Ulan Bator und leisten wichtige Beiträge zur Festigung demokratischer Strukturen. 2012/2013 belief sich das Volumen der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit auf 32,6 Mio. Euro. Insgesamt wurden der Mongolei seit Beginn der Zusammenarbeit 1991/1992 rund 555,0 Mio. Euro zugesagt. Regierungsverhandlungen finden zweijährlich statt. Die nächsten Regierungsverhandlungen sind für 2014 in Ulan Bator terminiert.


Kulturaustausch

Ausgehend von den engen Bindungen an die DDR sind bis heute bei ca. mind. 30.000 Mongolen gute Kenntnisse der deutschen Sprache und persönliche Vertrautheit mit Deutschland anzutreffen. Gemessen an der Größe der Bevölkerung hat die deutsche Sprache damit eine in Ostasien einzigartige Bedeutung. In der Mongolei sind zurzeit drei DAAD-Lektoren für Deutsch an den Universitäten und ein Deutsch-Lehrer an Schulen tätig. Darüber hinaus gibt es zahlreiche mongolische Lehrer an Schulen, Hochschulen und außerschulischen Einrichtungen, die Deutsch unterrichten. Seit Januar 2008 hat das Goethe Institut ein Verbindungsbüro in Ulan Bator. Des Weiteren ist gegenwärtig ein Langzeitdozent des DAAD an einer mongolischen Universitäten tätig.

Die Deutsche Welle Akademie (DWA) kooperiert mit dem mongolischen Fernsehen und dem Presseinstitut der Mongolei. Im Jahr 2013 wurde der dritte deutsch-mongolische Mediendilaog in Deutschland durchgeführt. Beginnend seit 2014 unterstützt die DWA die Mongolei bei der Etablierung eines Presserates . In Ulan Bator gibt es ein deutschsprachiges Radio-Programm (Deutsches Radio Ulaanbaatar - DRUB)

Seit Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung im Jahr 1998 betreiben das Deutsche Archäologische Institut (DAI), die Universität Bonn und die Mongolische Akademie der Wissenschaften gemeinsame Ausgrabungen in der alten Hauptstadt Karakorum ("Mongolisch-deutsche Karakorum-Expedition"), die seit 2000 unter der Schirmherrschaft des deutschen und des mongolischen Staatsoberhauptes stehen.

Das DAI hat im August 2007 eine Forschungsstelle in Ulan Bator eröffnet. Im gleichen Jahr wurde das zweites Langzeit-Kooperationsprojekt zwischen dem DAI und der Akademie der Wissenschaften begonnen. Die „Mongolisch-Deutsche Orkhon-Expedition“ hat das Ziel, wichtige Stätten im Tal des Orkhon-Flusses - einer der zentralen Stätten des mongolischen Reiches - zu erforschen. Im Zentrum der gegenwärtigen Forschungen steht die alte uighurische Hauptstadt Karabalgasun. Seit dem Jahr 2004 ist das Okhron-Tal als Kulturlandschaft UNESCO-Welterbestätte.

In den vergangen 15 Jahren hat sich die Archäologie zu einem Schwerpunkt der bilateralen Forschungskooperation herausgebildet. Diese wird seit 2008 auch von der privaten Gerda Henkel Stiftung (Düsseldorf) finanziell gefördert. Zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen, Konferenzen und Publikation sind Beleg für den Erfolg dieser Kooperation.

Im Oktober 2012 wurde ein Langzeitprojekt im Bereich Kulturerhalt und Mongolistik erfolgreich abgeschlossen. Nach fast 20 Jahren und mit einem Gesamtaufwand von ca. 1,5 Mio. Euro - sowohl aus privater als auch öffentlicher Hand - konnten besonders wertvolle, mittelalterliche Birkenrindemanuskripte nach ihrer Restaurierung, Konservierung und wissenschaftlichen Dokumentation in Deutschland an die Mongolische Nationalbibliothek zurückgegeben werden.

Im Dezember 2012 wurde eine bereits 2010 zwischen dem DAAD und dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft der Mongolei unterzeichnete Vereinbarung über ein gemeinsam finanziertes Stipendienprogramm im Bereich der Ingenieurs- und Naturwissenschaften um weitere drei Jahre verlängert. Ziel des Programms ist es, den Fachkräftebedarf für die erwartete Wirtschaftsentwicklung in den Sektoren Rohstoffgewinnung und -verarbeitung decken zu helfen.

Im Januar 2014 wurden bedeutende archäologische Funde, die zuvor in Kooperation mit der mongolischen Seite zu wissenschaftlichen Untersuchungen, Restaurierung und Konservierung nach Deutschland gebracht worden waren, in aufbereiteter Form wieder in die Mongolei zurückverbracht und dort offiziell von der Ministerin für Kultur, Sport und Tourismus in Empfang genommen.

Seit sechs Jahren veranstalteten die Botschaft und die deutschen Kulturmittler eine jährliche Deutsche Bildungsmesse in Ulan Bator. Zusammen mit GI, DAAD, ZfA und Akademischer Prüfstelle (APS) sowie weiteren mongolischen Partnern wird an attraktiven Orten über "Bildung made in Germany" informiert, Wege zur deutschen Sprache und weiterführender Berufs- und Hochschulbildung in Deutschland bzw mit Deutschlandbezug in der Mongolei aufgezeigt. Mit mehr als Tausend Besuchern jährlich wird diese Messe vom Publikum sehr gut angenommen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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