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Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung

Mangelnder Zugang zu Trinkwasser und Sanitärversorgung ist eine der zentralen Heraus­forderungen unserer Zeit: 768 Millionen Menschen haben kei­nen Zugang zu verbessertem Trinkwasser, 2,5 Milliarden Menschen keine angemessene Sanitärversorgung. An den daraus resul­tierenden Krankheiten sterben mehr Kinder als an Malaria, Masern und AIDS zusammen. Jedes Jahr gehen durch Durchfallerkrankungen über 400 Millionen Schultage verloren. Millionen Kinder und Jugendliche verpassen so die Chance auf Bildung und auf einen Weg aus der Armut.

Das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung ist in zwar universell anerkannt, es mangelt jedoch an seiner Umset­zung. Grund ist die Sorge, damit seien hohe finanzielle Verpflichtungen verbunden. Zutreffend ist, dass das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung die Staaten verpflichtet, geeignete Rahmenbe­dingungen, Regelwerke, Investitionen oder Investitionsanreize zu schaffen, um die Versorgungssituation schrittweise zu verbessern. 

Der wirtschaftliche Nutzen von sauberem Wasser

Die Erfüllung des Rechtes auf Wasser bedeutet, dass jeder Mensch Zugang zu gesundem, annehmbarem, physisch erreichbarem und bezahlbarem Wasser haben muss, das in ausreichender Menge für die persönlichen Bedürfnisse und Verwendung im Haushalt zur Verfügung steht. Auch sanitäre Versorgung muss sicher, hygienisch, sozial und kulturell annehmbar und bezahlbar sein und Privatsphäre und Würde schützen. Das ist zwar nicht kostenlos zu erreichen, hat aber einen enormen wirtschaftlichen Nutzen: 1 US-Dollar Investition in Wasser-/Sanitärversorgung stehen 8 US-Dollar volkswirtschaftlichen Gewinns gegenüber.

Deutsch-spanische Initiative

Catarina de Albuquerque auf Ländermission in Brasilien

Catarina de Albuquerque auf Ländermission in Brasilien
© OHCHR

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Catarina de Albuquerque auf Ländermission in Brasilien

Catarina de Albuquerque auf Ländermission in Brasilien

Catarina de Albuquerque auf Ländermission in Brasilien

Vor diesem Hintergrund setzt sich Deutschland, gemeinsam mit Spanien, seit langem für das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung ein. Dieses Recht lässt sich aus dem Internationalen Pakt für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte ableiten. Erstmals kam es 2008 durch eine gemeinsame Initiative von Deutschland und Spanien zur Verabschiedung einer Resolution zu dem Thema durch den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN), welche gleichzeitig das Mandat einer Unabhängigen Expertin für das Menschenrecht auf Trinkwasser und Sanitärversorgung schuf. Amtsinhaberin ist die Portugiesin Catarina de Albuquerque. Ihre Aufgabe ist es, zur inhaltlichen Klärung der rechtlichen Verpflichtung und zur Identi­fizierung von bewährten  Praktiken beizu­tragen. 

OHCHR: Unabhängige Expertin zum Recht auf Wasser (englisch)

Deutschland unterstützt die Arbeit der Unabhängigen Expertin inhalt­lich, finanziell und durch flankierende Resolutionen. 

Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser von allen UN-Mitgliedern anerkannt

Aufgrund einer deutsch-spanischen Initiative hat die UN-Generalversammlung im Dezember 2013 eine Resolution verabschiedet, in welcher das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung zum ersten Mal von allen UN-Mitgliedstaaten explizit anerkannt wurde.

Neben den völkerrechtlichen Anstrengungen benötigt das Thema aber auch noch stärkere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Es geht dabei um drei Aspekte: Vorrangig muss der politische Wille der Entscheidungsträger geweckt und gestärkt werden, denn die Wasser- und Sanitärversorgung ist eine Grundvoraussetzung für würdevolles Leben. Darüber hinaus hat die Versorgung einen wirtschaftlichen Nutzen. Wachstum und Wohlstand entstehen aus der Erfüllung menschlicher Grundbedürf­nisse. 

Enttabuisierung der Sanitätsversorgung

Außerdem müssen bestehende Missverständnisse ausgeräumt werden. Zum Beispiel ist die Gewährleistung des Menschenrechts auf Wasser und Sanitärversorgung ein Individualrecht und schafft keine Ansprüche zwischen Staaten. Das Menschenrecht verpflichtet zwar primär Staaten, schließt aber eine Privatisierung der Versorgung und angemessene Gebührenerhebung nicht aus. Nicht zuletzt muss die Sanitärversorgung mit der Enttabuisierung des Themas einhergehen. Die Aufklärung über notwendige Hygienemaßnahmen ist eine der wirksamsten Formen der Krankheitsprävention.

WASH United

 Wash United

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 Wash United

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Über das multilaterale Engagement hinaus nutzen das Auswärtige Amt und seine Auslandsvertretungen bilaterale Gespräche, um lokale Entscheidungsträger für das Thema zu sensibilisieren. Aktiv unterstützt das Auswärtige Amt auch die Aufklärungskampagne „WASH United“, die mit Hilfe von Prominenten aus Sport, Unterhaltung und Politik auf das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung aufmerksam macht und auf einen Bewusstseinswandel abzielt. Nähere Informationen finden Sie auf der Website
www.wash-united.org


Stand 22.04.2014

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