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Lesotho

Wirtschaftspolitik

Stand: Juni 2015

Allgemeine Wirtschaftslage

Das reale Wachstum erreichte 2013 3,4Prozent. Für2015wird mit einem moderaten Wirtschaftswachstum von 4,7 Prozent gerechnet. Die Inflationsrate betrug im Februar 2015 rund 2,1 Prozent. Beim Human Development Index 2013 rangiert Lesotho mit einem Score von 0,486 auf Rang 162 von 187. Das Land gehört damit zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Erde.

Das moderate Wachstum wurde hauptsächlich durch den Textilsektor und eine gute Leistung der Transport-, Kommunikations- und Finanzdienstleistungssektoren getragen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2013 bei rund  2,335 Mrd. US-Dollar. Mit einem BIP-pro-Kopf-Einkommen von etwa 900 Euro(2013) und einer Armutsrate von rund  57,1 Prozent der Bevölkerung liegt Lesotho knapp unterhalb des  Gesamtniveaus Subsahara-Afrikas. Der Staatshaushalt speist sich zu einem erheblichen Teil aus Einnahmen aus der Zollunion des südlichen Afrika (SACU) mit Südafrika, Botsuana und Swasiland.

Außenwirtschaft

Insgesamt besteht eine enge Verknüpfung zu Südafrika. So ist die Landeswährung Maloti im Verhältnis 1:1 an den südafrikanischen Rand gekoppelt. Das Land deckt seinen Importbedarf fast zur Gänze aus Südafrika. Hauptausfuhrprodukte, nicht nur nach Südafrika, sind Textilien(2013: 44 Prozent)  sowie Diamanten (2013: 28,1 Prozent), Wasser und Nahrungsmittel. Bereits seit vielen Jahren liegt ein großes Handelsdefizit vor. Im Jahr  2013 standen Importe von rund 1,8 Milliarden US-Dollar Exporten im Wert von nur rund 800 Millionen US-Dollar gegenüber. Das Exportvolumen schrumpfte im Zeitraum seit 2011 um knapp 33 Prozent.

Wirtschaftssektoren

Träger des Wirtschaftswachstums in Lesotho sind hauptsächlich der Textilbereich und der Diamantenbergbau. Der Textilsektor profitiert  zwar noch von dem US-amerikanischen "African Growth and Opportunities Act" (AGOA), doch es besteht Unsicherheit durch die Ende 2015 bevorstehende Überarbeitung des US-Gesetzes und insbesondere der möglichen Veränderung der Ursprungsregeln für Textilien. Investitionen im Textilbereich kommen vor allem aus Taiwan, China und Singapur. Seit 2009 kommt Lesotho auch auf dem europäischen Markt in den Genuss einer günstigen Drittstaatenregelung. Die zahlreichen in Lesotho produzierenden Textil-Unternehmen können unverarbeitete Stoffe aus Drittstaaten (wie dem asiatischen Raum) importieren, sie vor Ort weiter verarbeiten und dann auf dem EU-Markt verkaufen.

Wasser wurde durch das "Lesotho Highlands Water Project" seit 1998 ebenfalls ein Wirtschaftsfaktor, hierdurch erhält die Regierung jährlich rund 20 Millionen US-Dollar von Südafrika an Einnahmen. Mit der Fertigstellung der zweiten Projektphase wird dies noch zunehmen. Auch die schwer zu prognostizierende weltweite Nachfrage nach Diamanten belastet einen der Hauptwirtschaftssektoren Lesothos.

Entwicklung des Tourismus

Große Hoffnungen setzt Lesotho auf den Tourismus, für den das Land landschaftlich mit seinen hohen Gebirgszügen und kulturellen Angeboten gute Voraussetzungen mitbringt. Der Tourismussektor in Lesotho ist bisher allerdings nur zum Teil entwickelt - verglichen mit dem Standard in der Region südliches Afrika. Der Tourismus- und Reisesektor verzeichnet seit 2010 einen Rückgang des Anteils am Bruttoinlandsprodukt und trug 2013 lediglich 10,3 Prozent bei. Die Regierung ist bestrebt, dies mittel- bis langfristig zu ändern.

Investitionsbedingungen

Die lesothische Regierung hat sich die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen (Steueranreize, schnellere Genehmigungsverfahren) zum Ziel gesetzt. Steueranreize führten bereits zum Anstieg des Wirtschaftswachstums, d. h. nicht nur zu einem Anstieg der staatlichen Einkünfte, sondern auch zu einer Verbesserung im Doing Business Report der World Bank um 6 Plätze (2013: 139/189; 2014: 133/189) Hochrechnungen zufolge werden die Direktinvestionen aus dem Ausland bis Ende 2015 um 1 Prozent steigen, was zu großen Teilen asiatischen und südafrikanischen Investoren zugesprochen wird. Gründe hierfür sind die Verbesserung der Infrastruktur, der Vereinfachung von Unternehmensgründungen und der gestärkte Investorenschutz.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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