Hauptinhalt

Tonga

Wirtschaft

Stand: September 2013

Rahmenbedingungen

Tonga hat eine kleine, relativ offene Wirtschaft, deren schmale Exportbasis vor allem aus landwirtschaftlichen Produkten (wie Treibhauspflanzen, Hackwurzel, Vanilleschote, Kokosnüsse, Kavapulver, Brotfrucht (Taro) und Fisch besteht. Zudem werden Bananen, Kakao, Kaffee, Ingwer und schwarzer Pfeffer angebaut. Dennoch muss ein Großteil der Nahrungsmittel aus Neuseeland importiert werden.

Tongas Wirtschaft ist von zahlreichen unbeeinflussbaren Faktoren abhängig. Jahreszeitliche Einflüsse, wie zum Beispiel starker Niederschlag während der Regenzeit oder Naturkatastrophen, können sich auf die Landwirtschaft und den Tourismus negativ auswirken.

Die Regierung versucht, die Entwicklung des privaten Sektors zu fördern. Dennoch bleibt das Land auf Mittel aus der Entwicklungszusammenarbeit und auf Überweisungen im Ausland lebender tongaischer Verwandter (vor allem in den USA, in Neuseeland und Australien) angewiesen. Diese Abhängigkeit hat sich durch die Weltwirtschaftskrise noch verstärkt. Sie machen laut Weltbankzahlen einen Betrag in der Größenordnung von bis zu 40 Prozent des Bruttosozialprodukts aus. Neben diesen Zuwendungen ist der Tourismus die zweitgrößte Devisenquelle.


Allgemeine Wirtschaftslage

Die allgemeine Wirtschaftslage war in den letzten Jahren von einem eher schwachen Wachstum und relativ hoher Inflation geprägt. Das Handelsbilanzdefizit lag 2010 bei 30 Prozent des BIP.

Die Arbeitslosigkeit, vor allem unter Jugendlichen, bleibt ein Kernproblem in Tonga. Die Regierung versuchte dieser Entwicklung in den letzten Jahren entgegenzuwirken, indem sie die Privatwirtschaft durch Steuererleichterungen und die Errichtung des „National Economic Development Council“ unterstützt. Zudem werden Reformen zur Verbesserung des Wirtschaftsstandorts Tonga und der Effektivität öffentlicher Einrichtungen anvisiert.

Das Wirtschaftswachstum beträgt ca. 0,5 Prozent. Die Inflationsrate lag - nachdem sie im Jahr 2008 einen Höchststand von 10,5 Prozent verzeichnet hatte - im Jahr 2012 bei 6,3 Prozent.

Die weltweite Finanzkrise hat Tonga schwer getroffen: Tourismus und Exporte sowie die bis zu 40 Prozent des BIP ausmachenden Rücküberweisungen im Ausland lebender Tongaer waren rückläufig. 2011 lag der Wert der für Tonga lebensnotwendigen Rücküberweisungen bei ca. 25 Prozent des BIPs. Auch die politischen Unruhen am 16. November 2006 (radikalen Demokratievertretern gingen die politischen Reformen nicht rasch genug voran) sowie der Tsunami am 29.09.2009 schädigten die Wirtschaft nachhaltig. Während der Unruhen wurden an einem Tag 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zerstört.

Zum Wiederaufbau der Innenstadt Nuku'alofas sowie der durch den Tsunami zerstörten Infrastruktur hat Tonga zwei Kredite der China EXIM Bank in einer Größenordnung von 30 Prozent des BIP aufgenommen, so dass die Auslandsverschuldung 2010 auf über 45 Prozent anstieg.

Zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in Tonga zählen neben dem Dienstleistungssektor die Landwirtschaft und Fischerei. Im Jahr 2011 trugen diese mit 20,6 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. 31,8 Prozent der Bevölkerung verdienen ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft, 30,6 Prozent in der Industrie.

Die Besucherzahlen liegen bei etwa 40.000 Touristen im Jahr. Fast 70 Prozent der Touristen stammen von den Pazifischen Inseln, aus Australien und Neuseeland.

Im Jahr 2011 überstiegen die Importe in Höhe von 121,9 Mio. US-Dollar die Exporte in Höhe von 8,4 Mio US-Dollar bei weitem.

Wichtigste Handelspartner sind Neuseeland, USA, Fidschi, Australien, Südkorea, Japan, Samoa und China.

Importiert werden vor allem Brennstoffe, Maschinen und technische Geräte (v.a. zur Datenübertragung), Tiere, Tierprodukte und andere Nahrungsmittel. Exportiert werden neben den landwirtschaftlichen Produkten auch Chemikalien und Holz sowie Holzprodukte.

Der Export tongaischer Produkte wird durch eine Reihe multi- und bilateraler Handelsvereinbarungen erleichtert. Diese gelten insbesondere im Verhältnis zur Region (South Pacific Regional Trade and Economic Co-Operation Agreement, SPARTECA), zu den USA (General System of Preferences, GSP) und zur Europäischen Union (Cotonou-Abkommen). Am 27. Juni 2007 ist Tonga der Welthandelsorganisation (WTO) beigetreten.


Infrastruktur

Die tongaische Infrastruktur ist im regionalen Vergleich relativ gut entwickelt. Tonga hat über ein modernes Satellitensystem Zugang zu internationalen Kommunikationsnetzwerken. Es besteht ein Straßennetz von 680 km, wovon 184 km asphaltiert sind. Seehäfen in Nuku’alofa, Neiafu und Pangai verbinden Tonga mit Fidschi, Samoa, Neuseeland, Australien, den USA, Japan und Europa. Zwischen den Inselgruppen verkehrt ein Fährdienst. Tonga verfügt über sechs Flughäfen. Regelmäßige internationale Flugverbindungen bestehen nach Nadi (Fidschi), Apia (Samoa), Pago Pago (Amerikanisch-Samoa), Hawaii, Wellington, Christchurch, Auckland, London, Sydney, Melbourne und Los Angeles. Vor allem Air New Zealand, Pacific Blue, Samoa Air, Polynesian Airlines (Samoa) und Air Pacific (Fidschi) bieten internationale Flugverbindungen von und nach Tonga an. Die nationale Flugverbindung zwischen den drei Hauptinselgruppen wird durch die in neuseeländischem Besitz befindliche Fluglinie „Chatham Airlines“ gewährleistet.


Umweltbedingungen

Die drängendsten Probleme im Bereich des Umweltschutzes sind die zunehmende Verschmutzung durch die Industrie, besonders durch giftige Stoffe und Abfälle sowie die Abholzung der Wälder. Langfristige Gefahren gehen vom Anstieg des Meeresspiegels infolge des Treibhauseffektes und des Klimawandels aus. Verschiedene Gebiete Tongas sind offiziell als Naturschutzgebiete oder Reservate ausgewiesen, darunter der Eua National Park, das Tonga Wildlife Centre (Vogelschutzgebiet) sowie mehrere Meeresparks.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.