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Honduras

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2014

Bildungspolitik

Das honduranische Bildungsniveau ist im internationalen Vergleich nach wie vor sehr gering. Ob die von der Regierung Hernandez auf den Weg gebrachten umfangreichen Reformen des Bildungssektors Erfolg zeigen, wird sich frühestens in 3 bis 4 Jahre zeigen. Die durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs liegt bei 6,5 Jahren und damit unter dem Durchschnitt für Lateinameika und die Karibik (7,8 Jahre).

Dennoch hat die honduranische Regierung im Jahr 2013 – auch mit deutscher Unterstützung – große Fortschritte erzielt. Erstmals seit mehr als zehn Jahren wurden die vorgeschriebenen 200 Schultage tatsächlich erreicht und sogar übertroffen, grundlegende Informationen über Schulen, Lehrer und Schüler wurden in einem Masterplan systematisiert. Dieser dient nun als Grundlage für die Investitionen der honduranischen Regierung in die Schulinfrastruktur. Schüler werden systematischer getestet, womit auch ein Grundstein für die Vergleichbarkeit der Schülerleistungen gelegt wird. Auch die Lehrer wurden evaluiert und daraufhin gezielte Maßnahmen zu Weiterbildung vereinbart.

Die Regierung bemüht sich um eine Reduzierung der bestehenden Analphabetenrate von rd. 15%. Mit dem über Auslandskredite finanzierten Sozialhilfeprogramm „Bono 10 mil“ erhalten bedürftige Familien Barmittel. Damit sollen die Familien einen Anreiz erhalten, ihre Kinder nach dem häuslichen Frühstück in die Schule zu schicken, auch Unterrichtsmaterial soll davon gekauft werden.

Die Bildungsindikatoren haben sich für Honduras im längerfristigen Trend verbessert: Die Einschulungsrate ist gestiegen, ebenso die Rate derjenigen die den Grundschulabschluss absolvieren.

Im Hochschulbereich gibt es die beiden staatlichen Universitäten "Nationale Autonome Universität von Honduras" (UNAH) in Tegucigalpa mit weiteren Studienzentren in San Pedro Sula, La Ceiba, Santa Rosa de Copán und Comayagua sowie die Lehrerhochschule "Nationale Pädagogische Universität Francisco Morazán" (UPNFM) in Tegucigalpa. Die Außenabteilung für internationale Kooperation der UNAH ist Partner bei der akademischen Zusammenarbeit. Die Lehrer ausbildende „Universidad Pedagógica“ kooperiert mit deutschen Universitäten.

Die wichtigsten Privatuniversitäten sind die Technischen Universitäten (UNITEC und UTH) sowie die von der katholischen Kirche getragene Universität (Universidad Católica). 

Zudem bestehen im Land drei agrar- und forstwissenschaftliche Fachhochschulen (Escuela Agrícola Panamericana in El Zamorano mit Studenten aus ganz Lateinamerika, die Universidad Nacional de Agricultura (UNA) in Catacamas und, gefördert durch das deutsche Centrum für internationale Migration (CIM), die Escuela Nacional de Ciencias Forestales in Siguatepeque.


Kulturpolitik

Im Gegensatz zum Erziehungshaushalt ist der Kulturetat klein. Gefördert werden Musikensembles der Universitäten und einige Künstler, das staatliche Symphonieorchester mit dem in Deutschland ausgebildeten Dirigenten Jorge Mejía. Hier sind jedoch einschneidende staatliche Mittelkürzungen zu verzeichnen, die das Orchester in eine schwierige Lage brachten. Im Sport erhält vor allem der Fußball als „Nationalsport“ finanzielle Unterstützung des Ministeriums.

Das „Teatro Manuel Bonilla“ ist das zentrale Schauspielhaus in Tegucigalpa für Theateraufführungen und Musikveranstaltungen für ca. 600 Zuschauer/Zuhörer. Daneben spielt die Pflege des kulturellen Erbes – sowohl aus der vorkolumbianischen Zeit insbesondere in Gestalt der Maya-Kulturdenkmäler in Copán als auch aus der Zeit der hispanischen Kolonialepoche (alte Hauptstadt Comayagua) eine besondere Rolle für die kulturelle Identität von Honduras.

Das Goethe-Institut (GI) ist in Honduras nicht vertreten. Das regional zuständige Goethe-Institut in Mexiko-Stadt hat aber ein Netz mit deutschen Botschaften und privaten Instituten in Mittelamerika und der Karibik geknüpft („Netzwerk“), mit dem es die Kulturarbeit in der Region unterstützt. Das Deutsche Kulturzentrum in Tegucigalpa (CCA) erhält für seine Sprach- und Kulturarbeit finanzielle Zuwendungen des Goethe-Institutes und führt Lizenzunterricht für das Goethe-Institut durch. Darüberhinaus besteht das private deutsche Kulturinstitut „Humboldt-Institut“ in San Pedro Sula, das auch Partner bei der Organisation von Kulturveranstaltungen ist. Das Humboldt Institut erhält keine Zuwendung vom Goethe-Institut, lehrt aber mit Schulungsmaterial des Goethe-Institutes und nimmt auch Sprachprüfungen für die Zertifikate des Goethe-Institutes ab.

Der DAAD ist über das Regionalbüro in Costa Rica in der Region Zentralamerika präsent und stützt sich in Honduras organisatorisch auf ehemalige Stipendiaten als örtliche Verbindungspersonen, die u.a. Studienbewerber- und Interessenten für Stipendien beraten.

Deutsch wird in den staatlichen Schulen nicht gelehrt. Außer bei den o.g. deutschen Kulturinstituten erhalten in Tegucigalpa an einer Privatschule ca. 300 Schüler 1 bis 2 Mal die Woche Deutschunterricht. Die Deutschabteilung der Fakultät für „ausländische Sprachen und Kultur“ der Universität UNAH bietet bietet ebenfalls Deutschkurse für Studenten an. 

Eine deutsche Schule gibt es in Honduras nicht. Das Humboldt-Institut in San Pedro Sula trägt sich weiterhin mit Plänen zur Einrichtung einer deutschen Primarschule in San Pedro Sula. In Tegucigalpa hat sich ebenfalls eine privat getragene Initiative mit dem Ziel der Gründung einer deutschen Schule konstituiert. 

Die deutsche Botschaft in Tegucigalpa organisiert mit verschiedenen Partnern („Netzwerk“, EU, andere Botschaften, Philharmonie u.a.) jährlich zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, z.B. Klassik- oder Jazzkonzerte, Besuch deutscher DJ's, Filmfeste, Vorträge.

Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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