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Honduras

Kultur- und Bildungspolitik

März 2013

Bildungspolitik

Die größte Einzelposition im honduranischen Staatshaushalt ist der Bildungs- und Erziehungssektor. 29,2 % des Budgets des Zentralhaushalts für 2012 entfallen auf diesen Bereich. Honduras hat 60.000 Lehrer im öffentlichen Dienst, die rund 1,3 Mio. Grundschüler und 490.000 Schüler weiterführender Schulen betreuen.

Unterrichtsausfälle durch Streiks und Versammlungen der Lehrer sind noch immer an der Tagesordnung. Auch für das noch laufende Jahr 2012 werden die Schüler öffentlicher Schulen erwartungsgemäß weniger als die verordneten 200 Tage Jahrespensum erhalten.

Die Regierung bemüht sich um eine Reduzierung der bestehenden Analphabetenrate von rd. 15%. Mit dem über Auslandskredite finanzierten Sozialhilfeprogramm „Bono 10 mil“ erhalten bedürftige Familien Barmittel. Damit sollen die Familien einen Anreiz erhalten, ihre Kinder nach dem häuslichen Frühstück in die Schule zu schicken, auch kleineres Unterrichtsmaterial soll davon gekauft werden.

Die Bildungsindikatoren haben sich für Honduras im längerfristigen Trend verbessert: Die Einschulungsrate liegt bei 94 %; die Rate des des Grundschulabschlusses, d. h. der sechsten Klasse bei 86 %.

Im Hochschulbereich gibt es die beiden staatlichen Universitäten "Nationale Autonome Universität von Honduras" (UNAH) in Tegucigalpa mit weiteren Studienzentren in San Pedro Sula, La Ceiba, Santa Rosa de Copán und Comayagua sowie die Lehrerhochschule "Nationale Pädagogische Universität Francisco Morazán" (UNPFM) in Tegucigalpa.

Die wichtigsten Privatuniversitäten sind die Technischen Universitäten (UNITEC und UTH) sowie die von der katholischen Kirche getragene Universität (Universidad Católica).

Zudem bestehen im Land drei agrar- und forstwissenschaftliche Fachhochschulen (Escuela Agrícola Panamericana in Zamorano mit Studenten aus ganz Lateinamerika, die Escuela Nacional de Agricultura in Catacamas und, gefördert durch das deutsche Centrum für internationale Migration (CIM), die Escuela Nacional de Ciencias Forestales in Siguatepeque).

Kulturpolitik

Im Gegensatz zum Erziehungshaushalt ist der Kulturetat klein (0,3 % des Zentralhaushalts). Gefördert werden Musikensembles der Universitäten und einige Künstler, das staatliche Symphonieorchester mit dem in Deutschland ausgebildeten Dirigenten Jorge Mejía. Im Sport erhält vor allem der Nationalsport Fußball als „Nationalsport“ finanzielle Unterstützung des Ministeriums.

Das 2008 renovierte historische „Teatro Manuel Bonilla“ ist das zentrale Schauspielhaus in Tegucigalpa für Theateraufführungen und Musikveranstaltungen für ca. 600 Zuschauer/Zuhörer. Daneben spielt die Pflege des kulturellen Erbes – sowohl aus der vorkolumbianischen Zeit insbesondere in Gestalt der Maya-Kulturdenkmäler in Copán als auch aus der Zeit der hispanischen Kolonialepoche (alte Hauptstadt Comayagua) eine besondere Rolle für die kulturelle Identität von Honduras.

Deutschland hat aus Mitteln des Kulturerhalts u.a. die Renovierung der „Casa de Cultura“ in La Esperanza im Westen des Landes gefördert (wiedereröffnet 2007).

In Tegucigalpa besteht ein privates deutsches Kulturinstitut (Centro Cultural Alemán), das mit Unterstützung des Goethe-Instituts Sprachkurse und kulturelle Veranstaltungen anbietet. In San Pedro Sula bietet das private „Humboldt Institut“, das keine Fördermittel aus dem Bundeshaushalt erhält, ebenfalls Sprachkurse an.

Seit 2008 hat Deutschland die Konservierung und Wiederherstellung des honduranischen Nationalen Archivs und des Zeitungsarchivs, sowie die Restaurierung von Briefen des honduranischen Befreiungskämpfers Cecilio del Valle unterstützt, und im Teatro Bonilla zwei Skulpturen von Bach und Beethoven aufstellen lassen.

Honduras hat im Unterschied zu den zentralamerikanischen Nachbarländern keine deutsche (Begegnungs-)Schule. Das regionale Goethe-Institut ist im für Honduras zuständigen Mexiko angesiedelt. Die Botschaft Tegucigalpa sowie das oben genannte Centro Cultural Alemán sind für die Gestaltung und Umsetzung von Kulturprojekten sowohl in das Kulturnetzwerk Mexiko-Zentralamerika-Karibik (MZAK) des Goethe-Instituts Mexiko als auch in die örtliche Abstimmung mit den Botschaften und Kulturinstituten der übrigen EU-Mitgliedsländer vor Ort (Spanien, Italien, Frankreich, EU-Delegation) eingebunden.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.