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Beispiele für Projekte der Katastrophenvorsorge in gefährdeten Küstenregionen

2010 unterstützte das Auswärtige Amt über 60 Projekte der Katastrophenvorsorge weltweit, zum Beispiel in Indonesien, Nicaragua, Somalia und Togo sowie in Afghanistan und Pakistan. Projektpartner sind deutsche Nichtregierungsorganisationen, die Internationale Strategie zur Katastrophenreduzierung der Vereinten Nationen UNISDR und Organisationen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.

Indonesien

Indonesien ist vor allem von Erdbeben, Seebeben und darauf folgenden Überschwemmungen betroffen. Das vom Auswärtigen Amt geförderte Projekt schulte Kinder und Jugendliche in den Provinzen Yogyakarta, Zentral Java, West Java und Nord Sumatra in Maßnahmen der Katastrophenprävention.

In den Schulen wurden Lehrerinnen und Lehrer mit praktischen Anleitungen und Lehrmaterialien zum Thema Katastrophenevakuierungsabläufe versorgt, damit auch nach Ablauf des Projektzeitraums das Wissen weitergegeben werden kann. Als besonders gefährdete Gruppe wurden Kinder mit Gehörbehinderung trainiert.

Aufgrund der hohen Motivation unter den Kindern und Lehrern haben sich während der Projektlaufzeit in Bantul Menschen mit Behinderung von verschiedenen kommunalen Organisationen den Schulungen angeschlossen, einige von ihnen wurden im Anschluss selbst zu Trainern ausgebildet. Außerdem konnte man erfolgreich lokale Frauenorganisationen einbeziehen, deren Trainerinnen nun Erwachsene und Kinder mit Behinderungen unterrichten.

Nicaragua

Die Direktorin von CEPRODE in El Salvador im bespricht mit Fachkräften aus Nicaragua eine Karte zur kommunalen Risikobewältigung

Die Direktorin von CEPRODE in El Salvador im bespricht mit Fachkräften aus Nicaragua eine Karte zur kommunalen Risikobewältigung
© Diakonie 2010

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Die Direktorin von CEPRODE in El Salvador im bespricht mit Fachkräften aus Nicaragua eine Karte zur kommunalen Risikobewältigung

Die Direktorin von CEPRODE in El Salvador im bespricht mit Fachkräften aus Nicaragua eine Karte zur kommunalen Risikobewältigung

Die Direktorin von CEPRODE in El Salvador im bespricht mit Fachkräften aus Nicaragua eine Karte zur kommunalen Risikobewältigung

In Nicaragua verursachen neben Erdbeben regelmäßig Wirbelstürme schwere Schäden und fordern zahlreiche Opfer. Im Rahmen des vom Auswärtigen Amt geförderten, die Länder Nicaragua, Honduras und El Salvador versorgenden Projektes wurden bisher beispielsweise in der Provinz Craza an der Pazifikküste Nicaraguas mehr als 40 lokale Komitees in Katastrophenschutzmaßnahmen unterrichtet. Die Mitglieder wurden über Vorsorge, Umweltschutz, Umgang mit Ausrüstung und Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen geschult. Sie erstellten Risikokarten und Aktionspläne, um auf zukünftige Katastrophen reagieren zu können. Mittels einer  innovativen Medienkampagne konnten durch Ausstrahlung von Fernsehspots – zusätzlich zu den über 60 Weiterbildungsveranstaltungen – über 40.000 Menschen mit Informationen versorgt werden.

Somalia

Die humanitären Krisensituation in Somalia beruht vor allem auf den anhaltenden bewaffneten Auseinandersetzungen verschiedenster Gruppen und den daraus resultierenden Binnenvertreibungen. Die davon betroffene Bevölkerung ist den Auswirkungen von Naturkatastrophen hilflos ausgesetzt. Das vom Auswärtigen Amt unterstützte Projekt im Süden des Landes bereitet die lokale Bevölkerung auf Überschwemmungen vor, deren Anzahl sich aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahren stetig erhöht hat. Trotz einer anhaltend schwierigen Sicherheitslage an der Grenze von Kenia und Somalia konnten Projektmitarbeiter bereits mehr als 3.300 Personen aus verschiedenen an Flußläufen in der Region Middle Juba angesiedelten Gemeinden ausbilden. Dabei ist besonders die Einbeziehung von mehreren hundert Frauen hervorzuheben, die aktiv in diesen lokalen „Katastrophenschutzkomitees“ mitarbeiten.

Die Teilnehmer lernen, sowohl den Verlust von Menschenleben, als auch die Vernichtung ihrer Lebensgrundlage zu verhindern, indem sie Frühwarnsysteme effektiv nutzen und sich im Katastrophenfall in sichere Gebiete zurückziehen und grundlegende hygienische Verhaltensweisen beachten. Warnrufe werden auch von den lokalen Muezzins ausgerufen. Die Freiwilligen konnten das Gelernte bereits bei Überschwemmungen im Sommer 2010 erfolgreich anwenden und ihr Wissen so direkt im Ernstfall an andere weitergeben.

Togo

In den letzten Jahren war Togo einer Vielzahl von Überschwemmungen, sintflutartigen Regenfällen und Springfluten ausgesetzt, die neben großen materiellen Schäden viele Todesopfer und Verletzte forderten. Durch das nur sehr langsam abfließende und versickernde Hochwasser drohte immer wieder der Ausbruch von Epidemien (z.B. Cholera).

Das vom Auswärtigen Amt geförderte Projekt unterstützt daher die Stärkung der Katastrophenvorsorge bei Flutkatastrophen in der Region Maritime einschließlich Lomé, der Region Plateaux sowie der Region Savanes.

Mit dem Projekt wird erstmals eine koordinierte und mit nationalen staatlichen Behörden vernetzte Katastrophenvorsorge für 100 Dörfer modellhaft umgesetzt, die geeignet ist, die Selbsthilfekapazitäten der Bevölkerung in der Region zu stärken.


Stand 16.03.2011

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