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Außenpolitik
Stand: Mai 2012
Grundlinien der Außenpolitik
Die Prioritäten der kenianischen Außenpolitik liegen traditionell innerhalb Afrikas, zunehmend auch im Rahmen der Vereinten Nationen und von Regionalorganisationen. Kenia zeichnet sich seit der Unabhängigkeit durch eine stabile und um Stabilisierung bemühte Außenpolitik aus.
Beziehungen zu den Staaten der Region
In der Region Ostafrika beansprucht Kenia eine regionale Führungsrolle. Es hat sich in keinen der Regionalkonflikte hineinziehen lassen und ist daher ein geschätzter, weil unbelasteter Vermittler. Beleg dafür sind zahlreiche kenianische Friedensbemühungen sowie die Teilnahme an allen für die Region wichtigen Initiativen. So ist Kenia treibende Kraft in der East-African Community (EAC), der regionalen wirtschaftlichen Kooperationsgemeinschaft mit dem Fernziel, eine politische Union nach dem Vorbild der EU zu werden. Ferner arbeitet Kenia mit zunehmender Intensität in der Inter-Gouvernmental Authority on Development (IGAD) mit.
Im IGAD-Rahmen hatte Kenia erheblich zu den Fortschritten beim Friedensprozess für Sudan beigetragen und war wichtige Stütze der Unabhängigkeit Südsudans. Dies gilt auch für die Stabilisierung der Übergangsregierung in Somalia. Hier bleibt Kenia, nicht zuletzt aus eigenem Interesse (somalische Flüchtlinge, kritische Sicherheitslage an der kenianisch-somalischen Grenze), aktiv involviert.
Beziehungen zu weiteren Staaten
Kenia unterhält enge Beziehungen zu den USA und der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien insbesondere im Sicherheitsbereich und beteiligt sich an der Zusammenarbeit gegen den internationalen Terrorismus – dies vor allem, weil Kenia mit den Anschlägen gegen die US-Botschaft in Nairobi 1998 und gegen ein Ferienhotel in Mombasa 2002 selbst zum Ziel von Terrorakten wurde. Kenia ist ein wichtiger Partner bei den internationalen Bemühungen zur Bekämpfung der Piraterie im Indischen Ozean und kooperiert durch die Strafverfolgung und Aburteilung mutmaßlicher Piraten vor kenianischen Gerichten mit der EU-Mission „Atalanta“ zur Bekämpfung der Piraterie vor der somalischen Küste.
Außenpolitik im multilateralen Rahmen
In den Vereinten Nationen zählt Kenia zu den besonders aktiven Mitgliedstaaten und ist bereit, friedenserhaltende Missionen mit eigenen Soldaten zu unterstützen. Auch auf dem Gebiet der Nichtverbreitung von Waffen und bei den Bemühungen gegen die Verbreitung von kleinen und leichten Waffen spielt Kenia eine konstruktive Rolle. In Nairobi befindet sich das "Regional Centre on Small Arms and Light Weapons" (RECSA) mit dem Auftrag der Kleinwaffenkontrolle in Ostafrika.
Eines der Hauptanliegen kenianischer Politik ist es, den Standort der Vereinten Nationen (Umweltprogramm UNEP und Siedlungsentwicklungsprogramm UN-HABITAT) in Nairobi zu stärken (Exekutivdirektor von UNEP ist der Deutsche Achim Steiner.)
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
