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Beziehungen zwischen Bhutan und Deutschland

Stand: April 2015

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Bhutan sind sehr freundschaftlich. Es bestehen noch keine diplomatischen, jedoch seit Ende 2000 konsularische Beziehungen. Offizielle Kontakte werden über die jeweiligen Botschaften in New Delhi gepflegt.

Bhutan hatte erstmals 1978 formell Interesse an einer Kooperation mit der Bundesrepublik Deutschland bekundet, besonders auch den Wunsch nach wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Nach dem ersten offiziellen Bhutan-Besuch des deutschen Botschafters in New Delhi im Februar 1979 reiste im Dezember 1983 eine Delegation von drei Bundestagsabgeordneten als erste Parlamentarierdelegation der Welt überhaupt in das Himalaya-Königreich.


Wirtschaft

Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sind ausbaufähig. Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse, Fabrikanlagen und Papierwaren sind wichtige deutsche Exporte nach Bhutan. Eisen und Stahl sind die wichtigsten Importgüter aus Bhutan. Es bestehen derzeit keine langfristigen Handels- oder Investitionsvorhaben, so dass bereits Geschäftsabschlüsse mit geringem Umfang die bilaterale Handelsbilanz von Jahr zu Jahr erheblich verändern können.


Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland unterstützt Bhutan auf multilateraler Ebene über seine Beiträge an internationale Organisationen, die in Bhutan engagiert sind, wie z.B. die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank (AsDB), die Europäische Union (EU) sowie das International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD).

Auf bilateraler Basis nimmt Bhutan seit vielen Jahren Angebote zur Aus- und Fortbildung in Deutschland wahr. Im Programm "Aufbaustudiengänge mit entwicklungsländerbezogener Thematik" des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) werden in Deutschland praxisnah junge Führungskräfte aus der Verwaltung und aus Nichtregierungsorganisationen Bhutans gefördert. Jährlich werden mehrere Stipendien vergeben, die nach zwei Jahren einen Master-Abschluss ermöglichen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert insbesondere zivilgesellschaftliches Engagement über Projekte von Nichtregierungsorganisationen und privaten Trägern. So ist beispielsweise der Senior Experten Service (SES) zur Qualifizierung von Fachpersonal im Gesundheits- und Tourismusbereich im Land aktiv. Im Bereich Wirtschaftskooperation unterstützt das BMZ  ein Vorhaben der Sparkassenstiftung zu Aufbau und Stärkung des Mikrofinanzsektors.

Im Rahmen der Demokratie- und Rechtstaatsförderung unterstützt Deutschland Fortbildungsmaßnahmen von Polizei und Justiz. Auch konnte ein landesweites Projekt zur Katastrophenvorsorge in Schulen gefördert werden.

Die deutschen politischen Stiftungen beziehen Bhutan in ihre regionalen Projekte ein. Darüber hinaus sind mehrere deutsche Vereine in Bhutan engagiert und unterhalten eigene Kontakte zu Partnerorganisationen im Land (u.a. Bhutan Hilfe e.V., Pro Bhutan e.V., Deutsche Bhutan Himalaya Gesellschaft e.V.).


Kultur und Wissenschaft

Auf kulturellem Gebiet hat Deutschland in den letzten Jahren Projekte zum Kulturerhalt in Bhutan wie den Wiederaufbau der Kragbrücke des historischen Dzongs (Klosterburg) in Punakha unterstützt, eingeweiht im Mai 2008 durch den Premierminister Bhutans. Auch eine ergänzende gleichfalls aus Mitteln des Kulturerhalts des Auswärtigen Amts finanzierte permanente Fotoausstellung in den Brückenhäusern der Kragbrücke wurde Ende Oktober 2011 durch den damaligen Premierminister Thinley eröffnet.

Vereinzelt kooperieren deutsche Wissenschaftler mit Forschungseinrichtungen und Ministerien in Bhutan, etwa zur Geologie und zur Klimaforschung. Die Max Planck Gesellschaft unterhält mit Bhutan ein Forschungsprojekt zur Ornithologie. 


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