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Beziehungen zwischen Bhutan und Deutschland

Stand: Februar 2014

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Bhutan sind sehr freundschaftlich. Es bestehen noch keine diplomatischen, jedoch seit Ende 2000 konsularische Beziehungen. Offizielle Kontakte werden über die jeweiligen Botschaften in New Delhi gepflegt. Bhutan hat erstmals 1978 formell Interesse an einer Kooperation mit der Bundesrepublik Deutschland bekundet, besonders auch den Wunsch nach wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Nach dem ersten offiziellen Bhutan-Besuch des deutschen Botschafters in New Delhi im Februar 1979 reiste im Dezember 1983 eine Delegation von drei Bundestagsabgeordneten als erste Parlamentarierdelegation der Welt überhaupt in das Himalaya-Königreich.

Mit der Teilnahme an der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover präsentierte sich Bhutan erstmals einem breiten internationalen Publikum. Der zweitägige Besuch des ehemaligen Bundespräsidenten von Weizsäcker im selben Jahr wurde von bhutanischer Seite wie ein Staatsbesuch vorbereitet und durchgeführt.

Die Bundeskanzlerin traf im September 2010 am Rande der Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit dem damaligen bhutanischen Premierminister Thinley erstmals zu einem Gespräch auf Regierungsebene zusammen.

Die deutsch-südasiatische Parlamentariergruppe des deutschen Bundestages nahm Bhutan 2012 formell in ihre Reihen auf und vertiefte mit einer Delegationsreise im Februar 2013 die parlamentarischen Beziehungen zu Nationalversammlung und Nationalrat.

Bhutan hat die deutsche Bewerbung für einen nichtständigen Sitz im VN-Sicherheitsrat wie auch eine Reihe weiterer deutscher Kandidaturen unterstützt.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sind ausbaufähig.. Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse, Fabrikanlagen und Papierwaren sind wichtige deutsche Exporte nach Bhutan. Eisen und Stahl sind die wichtigsten Exportgüter von Bhutan nach Deutschland.. Es bestehen derzeit keine langfristigen Handels- oder Investitionsvorhaben, so dass bereits Geschäftsabschlüsse mit geringem Umfang die bilaterale Handelsbilanz von Jahr zu Jahr erheblich verändern können.


Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland unterstützt Bhutan über seine Beiträge an internationale Organisationen, die in Bhutan engagiert sind, wie z.B. dieWeltbank, die Asiatische Entwicklungsbank (AsDB), die Europäische Union (EU) sowie das International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD).

Bhutan ist an der wirtschaftlichen Zusammenarbeit generell interessiert und nimmt seit vielen Jahren Angebote zur Aus- und Fortbildung in Deutschland wahr. Im Programm "Aufbaustudiengänge mit entwicklungsländerbezogener Thematik" des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) werden in Deutschland praxisnah junge Führungskräfte aus der Verwaltung und aus Nichtregierungsorganisationen Bhutans gefördert. Jährlich werden drei bis vier Stipendien vergeben, die nach zwei Jahren einen Master-Abschluss ermöglichen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert insbesondere zivilgesellschaftliches Engagement über Projekte von Nichtregierungsorganisationen und privaten Trägern. So ist beispielsweise der Senior Experten Service (SES) zur Qualifizierung von Fachpersonal im Gesundheits- und Tourismusbereich im Land aktiv. In Kooperation mit der Wirtschaft gibt es ein Vorhaben der Sparkassenstiftung zu Aufbau und Stärkung des Mikrofinanzsektors.

Im Rahmen der Demokratie- und Rechtstaatsförderung unterstützt Deutschland Fortbildungsmaßnahmen von Polizei und Justiz. Auch konnte ein landesweites Projekt zur Katastrophenvorsorge in Schulen gefördert werden.

Darüber hinaus sind mehrere deutsche Vereine in Bhutan engagiert und unterhalten eigene Kontakte zu Partner­organisationen im Land (u.a. Bhutanhilfe e.V., Pro Bhutan e.V., Deutsche Bhutan-Himalaya Gesellschaft e.V.).


Kultur – und Wissenschaftsbeziehungen

Auf kulturellem Gebiet hat Deutschland in den letzten Jahren mehrere Projekte zum Kulturerhalt in Bhutan wie den Wiederaufbau der Kragbrücke des historischen Dzongs (Klosterburg) in Punakha unterstützt, eingeweiht im Mai 2008 durch den Premierminister Bhutans. Auch eine ergänzende gleichfalls aus Mitteln des Kulturerhalts des Auswärtigen Amts finanzierte permanente Fotoausstellung in den Brückenhäusern der Kragbrücke wurde Ende Oktober 2011 durch den damaligen Premierminister Thinley eröffnet.

Die neu eingerichtete öffentliche Bibliothek „Trongsa Penlop Library“ im Thimphu-Tal wurde 2008 seitens der Deutschen Botschaft mit einer Bücherspende ausgestattet.

Vereinzelt kooperieren deutsche Wissenschaftler mit Forschungseinrichtungen und Ministerien in Bhutan, etwa zur Geologie und zur Klimaforschung. Die Max Planck Gesellschaft unterhält mit Bhutan ein Forschungsprojekt zur Ornithologie.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.