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Südafrika

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: November 2013

Grundlinien der Kulturpolitik

Grundlage der südafrikanischen Kulturpolitik ist das 1996 veröffentlichte "Weißbuch der Regierung über Kunst, Kultur und Kulturerbe". In ihm sind die staatlichen Grundlinien zur Schaffung der Finanzierungs- und institutionellen Rahmenbedingungen für die Förderung und den Schutz südafrikanischer Künste und Kultur sowie des kulturellen Erbes festgeschrieben. Mit Hilfe der Einrichtung "Business and Arts South Africa" soll die südafrikanische Wirtschaft zu verstärkter Förderung von Kunst und Kultur motiviert und zur Einwerbung von Sponsorenmitteln für Kulturprojekte gewonnen werden. Kulturpolitik zielt auch auf Armutsbekämpfung durch Beschäftigungsförderung.

Der Rückbesinnung auf die eigene afrikanische kulturelle Identität ("African Renaissance") wird große Bedeutung zugemessen. Die Kulturpolitk Südafrikas basiert dabei auf der Überzeugung, dass der politisch gewollte Transformationsprozess der Gesellschaft auch im kulturellen Bereich zu erfolgen hat. Im Vordergrund steht die Bewahrung des kulturellen Erbes. Kulturprojekten, die die afrikanische Identität betonen, wird besondere Aufmerksamkeit zuteil. Staatliche Kulturinstitutionen werden reformiert und umstrukturiert. Ziele sind dabei die Beseitigung von übrig gebliebenen Strukturen aus der Zeit der Apartheid und eine Stärkung der Regionen bei der Kulturförderung.

Bildungspolitik und Erziehungswesen

Die Regierung Südafrikas versteht die Reorganisation der staatlichen Bildungspolitik und des Erziehungswesens als kulturpolitische Schlüsselaufgabe. Das durch die Apartheid-Politik nach Rassen getrennte und qualitativ differenzierte Erziehungssystem galt stets als augenfälliges Symbol für Rassismus und Unterdrückung. Im April 1994 öffneten sich die staatlichen Schulen allen Kindern. Es wurden ein einheitliches, nicht-rassenorientiertes Erziehungssystem und die allgemeine Schulpflicht eingeführt.

Das Erziehungsministerium setzt zur Verbesserung der Entwicklungschancen der Bevölkerung und zur Förderung des nationalen Zusammenhalts auf Curriculum- und Strukturreformen. Es wurde 2010 in zwei neue Ministerien aufgeteilt, die hierfür federführend sind: Department of Basic Education (bis einschließlich Sekundarschulabschluss) und Department of Higher Education and Training. HIV/Aids, die schlechte materielle Ausstattung der Schulen vor allem im ländlichen Raum, ein genereller Mangel an Lehrern sowie unzureichende Anreize für die Ergreifung des Lehrerberufs trüben die Erfolgsaussichten vieler Schüler und Studenten. Die sprachliche Vielfalt des Landes (11 offizielle Sprachen, zudem 13 geförderte Fremdsprachen, darunter Deutsch) wird von der Regierung ausdrücklich begrüßt.

Mit dem Higher Education Act leitete die Regierung 1997 die Transformation des Universitätswesens ein. Die 2004 und 2005 erfolgten Zusammenschlüsse von Universitäten und Fachhochschulen ("Technikons") haben das Ziel, das bisherige Apartheidssystem der Trennung in "weiße" und "schwarze" Universitäten, zu beseitigen. Die komplexe Transformation erfordert große Managementanstrengungen und einen langen Atem.

Sportpolitik

Südafrika ist eine begeisterte Sportnation. Die Menschen begeistern sich vor allem für Ballspiele wie Rugby, Cricket und Fußball.

Ein wichtiges Ereingnis war die erfolgreiche Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2010, der ersten Veranstaltung dieser Art auf afrikanischem Boden, die Deutschland auf verschiedensten Ebenen maßgeblich unterstützte. Zahlreiche Beobachter, allen voran die internationalen Medien, waren bis kurz vor Beginn der WM skeptisch, ob Südafrika dieser Mammutaufgabe gerecht werden würde. Allen Bedenken zum Trotz wurde das Turnier ein ausgelassenes, friedliches und gut organisiertes Fußballfest. Nach einem durchweg enttäuschenden Abschneiden der Fußballnationalteams seit der WM (u.a. verpasste Qualifikation der Damen für die Frauen-WM in Deutschland 2011 sowie der Herren für den Afrika-Cup 2012) hat sich die gesellschaftsübergreifende Begeisterung der Südafrikaner für den Fußball ein wenig abgekühlt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.